Reisetrend Mikroabenteuer

Mikroabenteuer

Abenteuer: Wir alle lieben sie und sind insgeheim immer auf der Suche danach. Etwas Außergewöhnliches erleben, die Welt entdecken, traumhafte Orte bereisen und neue Leute kennen lernen – all das gehört für die meisten Reisenden zu einem gelungenen Urlaub einfach dazu. Doch manchmal fehlt die Zeit oder das Geld, um zu den exotischsten Ecken der Erde zu reisen. Dazu kommt, dass lange Flüge immer mit einer Belastung der Umwelt verbunden sind. Dass weite Reisen überhaupt nicht immer nötig sind, zeigt ein Trend, der sich seit ein paar Jahren immer mehr ausprägt: Mikroabenteuer, in der internationalen Travel Gemeinschaft auch als Microadventures bekannt. Ich verrate euch, was es damit auf sich hat und gebe euch ein paar Inspirationen für euer eigenes, kleines Mikroabenteuer.

Frau macht eine Wanderung im Wald.

Hallo Heimat!

Ohne großes Kofferpacken oder Planen einfach loslaufen, mit klopfendem Herzen und offenen Augen die Welt um euch herum entdecken und endlich mal wieder etwas Spannendes erleben. Mikroabenteuer retten euch aus dem tristen Alltag und lassen eure Heimatliebe ganz neu erwachen. Und genau darum geht es in meiner Rubrik deutschlandLiebe.

Was sind Mikroabenteuer?

Der Name allein lässt schon grob erahnen, worum es geht, doch was sind Mikroabenteuer genau? Hierbei handelt es sich um kleine Fluchten aus dem Alltag, die helfen sollen, dem gewohnten Trott zu entkommen und seine Umgebung ganz neu kennenzulernen. Dafür bedarf es keiner abgelegenen Urlaubsziele – eure Heimat, der Park um die Ecke oder die Nachbarstadt reichen vollkommen aus. Denn Abenteuer haben doch weniger etwas mit der Umgebung zu tun, in der man sich befindet, als mit der inneren Einstellung. Diese entscheidet nämlich, wie wir die Welt um uns herum überhaupt wahrnehmen, sodass ihr selbst in altbekannten Ortschaften immer wieder Neues entdecken könnt, wenn ihr nur die Augen aufmacht und danach sucht.

Zwei Menschen wandern

Per Definition gibt es für Mikroabenteuer vier goldene Regeln:

  1. Es darf sich nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt werden. Autos oder Flugzeuge zählen nicht.
  2. Wenn ihr länger unterwegs seid, darf nur draußen übernachtet werden. Hotels oder Unterkünfte fallen also weg.
  3. Euer Mikroabenteuer darf maximal 72 Stunden dauern, es kann aber so kurz sein, wie ihr möchtet.
  4. #leavenotrace – Verlasst alle Orte, wie ihr sie vorfindet und nehmt euren Müll unbedingt mit. Schließlich wollt ihr bewusst und nachhaltig reisen.

Was braucht ihr?

Anders als bei weiten Reisen und langen Urlauben, braucht ihr hier nicht lange zu planen – Spontanität ist gefragt. Ihr müsst euch zudem nicht extra freinehmen und viel Zeit haben, denn für ein kleines Abenteuer reichen schon ein freier Nachmittag, ein Wochenende oder manchmal auch nur eine halbe Stunde in der Mittagspause. Da ihr höchstens ein paar Euro für eure Wegzehrung oder eventuell ein Busticket braucht, könnt ihr euren Sparstrumpf auch getrost lassen, wo er ist. Falls ihr sogar über Nacht unterwegs sein wollt, benötigt ihr zusätzlich einen Schlafsack, Isomatte oder vielleicht ein Zelt.

Mann beim Mikroabenteuer im Winter macht Feuer im Wald.

8 Ideen für euer Mikroabenteuer

Ihr habt das Konzept verstanden, euch fällt aber noch nicht ein, wie ihr euer eigenes Mikroabenteuer angehen sollt? Eigentlich müsst ihr bloß spontan sein und schauen, was sich in eurer Umgebung anbietet, denn das Abenteuer lauert oft schon hinter der nächsten Ecke. Ich habe für euch ein paar Ideen gesammelt, die euch bestimmt etwas Inspiration geben.

 

1. Immer der Nase nach

Die simpelste Art, ein Mikroabenteuer zu starten, ist, ohne große Vorbereitung, zu Fuß loszulaufen. Sucht euch dafür wahllos eine Richtung und lauft einfach mal ein paar Kilometer immer geradeaus. Lasst euch von den Wegen führen und schaut, wo ihr raus kommt. Vielleicht befinden sich ja Wälder, idyllische Seen, hübsche Ortschaften oder Berge in fußläufiger Distanz. Wie weit ihr lauft und wie oft ihr die Richtung ändert, liegt dabei ganz bei euch. Noch weiter kommt ihr natürlich, wenn ihr euch aufs Fahrrad schwingt.

Frau hält einen Kompass vor einer Landkarte.

 

Ein Mann steht bei Sonnenaufgang auf einem Gipfel im Nationalpark Sächsische Schweiz in Deutschland.

2. Endstation, bitte aussteigen!

Wenn ihr bereit seid, ein paar Groschen zu investieren, lauft zur nächsten Haltestelle, setzt euch in die erste Bahn oder den ersten Bus und fahrt bis zur Endhaltestelle durch. Dort angekommen könnt ihr euch die Umgebung anschauen und einen neuen Winkel eurer Heimat kennenlernen. Dabei solltet ihr natürlich darauf achten, eine Linie zu erwischen, die in eine für euch unbekannte Richtung fährt. Wer weiß, vielleicht findet ihr hier euren neuen Lieblingsort.

3. Werdet Gipfelstürmer

Habt ihr eure Heimat schon von oben gesehen? Wenn nicht, wird es höchste Zeit, das zu ändern. Sucht dafür die höchste Erhebung in eurem Umkreis und genießt die Aussicht. Dabei kann es sich um eine Bergspitze – im Ruhrgebiet auch um die einer Halde – oder aber um ein besonders hohes Haus handeln. Auf einem Hügel lässt es sich wunderbar mit Freunden oder Familie picknicken, während ein Sonnenuntergang mit eurer besseren Hälfte zum romantischen Highlight wird. Wahre Naturburschen können alternativ auch einfach wie zu Kinderzeiten auf den nächsten Baum klettern.

4. Eine Nacht unter dem Sternenhimmel

Zugegeben, diese Aktion ist eher etwas für wärmere Jahreszeiten oder die besonders Hartgesottenen unter euch. Doch unter freiem Himmel zu schlafen hat einfach immer etwas unglaublich abenteuerliches, selbst wenn zur Not der eigene Garten herhalten muss. Deutschlandweit gibt es ansonsten unzählige schöne Campingplätze, bestimmt auch in eurer Heimat. Im kuscheligen Zelt lassen sich auch kühlere Nächte überstehen, während ihr euch vorstellen könnt, dass ihr gerade in einem wilden Nationalpark in Alaska campt – oder so ähnlich. Hier ist Fantasie gefragt!

5. Tierische Ausflüge

Euer Mikroabenteuer lässt sich übrigens wunderbar mit einer guten Tat verbinden: Besucht doch mal ein Tierheim bei euch um die Ecke und fragt, ob ihr einen der Hunde ausführen dürft. Da freuen sich bestimmt nicht nur die Vierbeiner, sondern auch die Mitarbeiter, während ihr mit eurem Leihhund eine ausgiebige Runde gassigeht. Bei eurem Spaziergang könnt ihr euch einfach mal von dem Tier in seine Lieblingsrichtung führen lassen und lernt unterwegs vielleicht sogar andere Passanten und Leute aus der Nachbarschaft kennen.

Kleiner Hund schaut aus dem Zelt beim Camping im Wald.

6. Einmal Heimat-Touri sein

Mittlerweile bietet so gut wie jede Stadt ihre eigenen Stadtführungen an, wobei sich die Touren meist unterscheiden: Von reinem Sightseeing mit Geschichte und Kultur über Kulinarik oder Naturerkundungen bis hin zu unterhaltsamen Pub Crawls und Partytouren ist alles dabei.

Auf diese Weise lernt ihr eure Stadt noch einmal auf eine ganz andere Art kennen, trefft nette Leute und landet unter Umständen in Vierteln, die ihr noch gar nicht auf dem Schirm hattet. Ihr kommt aus einem kleinen Dorf und wollt nicht bis zur nächsten Stadt? Ich wette, selbst da gibt es was zu sehen, also plant doch mal eine eigene Tour mit Freunden und zeigt euch gegenseitig eure Lieblingsplätze. Witzige Storys dürfen dazu natürlich nicht fehlen.

7. Abenteuer im Alltag

Besonders für Berufstätige, die tagtäglich im Büro hocken, ist das Fernweh und die Reiselust oft groß. Anstatt verzweifelt dem nächsten Urlaub entgegenzufiebern, könnt ihr kleine Abenteuer ohne großen Aufwand in euren Alltag einbinden. Nutzt zum Beispiel eure Mittagspause, um eine Runde spazieren zu gehen und nette Straßen in der Stadt oder die Pampa in der Umgebung zu erforschen. Euer tristes Gewerbegebiet gibt nichts her? Dann schaut mal, welche Unternehmen sich eigentlich um euer Büro siedeln und wer dort so arbeitet. Nutzt euren Weg zur Arbeit, um bewusst Umwege zu machen oder steht früher auf, um mit dem Rad dorthin zu fahren.

8. Entdeckt den Pfadfinder in euch

Feuer machen, Kompass lesen, ein Floß oder Baumhaus bauen und giftige Pilze von essbaren unterscheiden: Jenseits des Ferienlagers in der Kindheit setzen sich wohl die wenigsten mit solchen Themen auseinander. Für wahre Mikroabenteurer gilt es, zurück zur Natur zu kommen und sich neue Skills anzueignen. Tipps zu den verschiedensten Kniffen findet ihr im Internet oder in speziellen Outdoor-Survival-Guides. Die Bibel unter diesen Büchern ist Alastair Mumphreys Microadventures, der den Begriff quasi erfunden hat. Frei nach dem Motto „Raus und machen“ gibt euch auch Christo Foerster gute Tipps und Inspiration.

Pärchen auf einer Fahrradtour mit dem Rad in der Oststeiermark.
(c) Oststeiermark Tourismus, Bernhard Bergmann

Ranger führt junge Pfadfinder Kinder bei einer Führung durch den Wald.
Foto: Tanja Evers

Auf ins (Mikro-)Abenteuer!

Ihr seht also, dass schon ganz kleine Ausflüge und spontane Trips zum wahren Abenteuer werden können, wenn ihr es nur drauf anlegt. Lasst die Koffer zuhause, macht euch alleine auf die Socken oder schnappt euch eure Liebsten. Zieht einfach mal durch die Nachbarschaft oder nehmt beim nächsten Termin nicht die kürzeste Strecke, sondern macht bewusst einen Umweg. Ich wette, auch bei euch in der Nähe warten traumhafte Natur oder spannende Stadtteile nur darauf, von euch entdeckt zu werden.

Und wenn es euch dann doch mal wieder nach einer größeren Reise dürstet, findet ihr die passenden Angebote natürlich bei mir. Und jetzt Schuhe an und raus mit euch!

Erlebnis und Outdoor Urlaub

deutschlandLiebe

Kommentare

Was sagst du dazu?