Im ersten Teil meiner Seri zum Backpacking habe ich euch bereits Backpacking-Länder gezeigt, die besonders für Anfänger geeignet sind. Heute geht es weiter mit den Destinationen, die sich besonders für Fortgeschrittene Backpacker und Profis eignen.

Lasst mich aber betonen, dass ich diese Liste hier basierend auf meinen eigenen Erfahrungen erstellt habe, dementsprechend alles subjektiv ist. Umso gespannter bin ich natürlich auch, was ihr darüber denkt, ob ihr meine Meinung teilt oder nicht… Aber vorab stellt sich für euch bestimmt erst einmal die Frage, ab wann man sich denn als Backpacking-Profi sehen kann. Selbstverständlich kommt das ganz auf die Erfahrungen an, die ihr in euren vorherigen Reisen gesammelt habt, welche Überlebenstricks ihr aufgestellt habt. Was ich von einem Backpacking-Profi erwarte ist etwa:

  • Rucksack ohne Probleme packen
  • Visum-Informationen gesammelt und immer parat
  • unterschiedliche Fortbewegungsmittel nutzen (Zug, Bus, Motorrad, Taxi)
  • hygienisch flexibel
  • Kommunikation mit Einheimischen möglich
  • gerne auf eigene Faust unterwegs
  • großes Interesse an Kulturen und den einheimischen Menschen
  • offen und flexibel für neue Kontakte und alternative Routen

Backpacking friends in terminal building

Backpacking-Profis haben sich diese Fertigkeiten über Jahre hinweg, über mehrere Reisen hinweg angeeignet. Wenn ihr dies von euch behaupten könnt, dann sind folgende Länder definitiv interessant für euch. Ich würde aber noch einen Schritt weiter gehen und sagen, dass diese 6 Länder selbst für erfahrene Backpacker eine Herausforderung darstellen. Unbewohnte Ecken, kulturelle Abnormitäten und körperliche Tests.

 Dies sind die 6 besten Länder für Backpacking-Profis:

Malaysia | Vietnam | Kambodscha & Laos | Java | Ägypten | Argentinien

Malaysia – Highrise neben Slums

Malaysia hat so einiges zu bieten und das natürlich auch für Backpacker. Es gibt eine Vielzahl an Hostels in verschiedenen Preisklassen und reichlich kulturelle Sehenswürdigkeiten. Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur ist besonders aufregend, bunt und lebendig und das vor allem im Stadtteil „Golden Triangle“. Hier findet ihr die berühmten Petronas Towers, unzählige Shops, schöne Restaurants, interessante Museen und ein aufregendes Nachtleben. Total bunt geht es hier in der sogenannten „China Town zu, ein riesiger Floh-& Straßenmarkt, auf dem man viele Schnäppchen ergattern kann. Braucht man von dem Trubel aber mal eine Pause, kann man sich in dem Lake Gardens-Park in Kuala Lumpur entspannen und um die Seen herumspazieren. Städte wie Georgetown und Melaka warten ebenfalls auf einen Besuch. Melaka war früher sogar ein Treffpunkt für Piraten, heute braucht ihr aber keine Angst mehr zu haben, ihr trefft dort nur noch gut gelaunte Malaien.

Kuala Lumpur Urban Scene, Malaysia

Um sich fortzubewegen, setzt man in Malaysia am besten auf Busse. Die Busse dort sind modern, komfortabel und haben sogar Klimaanlagen. Tickets für die Fahrten bekommt man an jedem Bahnhof schon für kleines Geld. Generell ist Malaysia ein sehr preisgünstiges Land, in dem man mit 20-40€ pro Tag gut auskommt. Satt wird man für rund 5€ und eine Nacht kostet meist so um die 10 bis 20€. Da Malaysia früher eine britische Kolonie war, sollte man hier keine Probleme haben, wenn man sich mit Englisch verständigen möchte. Aufgrund der stabilen Wetterlage empfehle ich euch die Reisezeit zwischen Juli und September.

Ich weiß ja nicht, ob ihr’s wusstet… aber Singapur gehört zwar geographisch zu Malaysia, ist jedoch ein unabhängiger Stadtstaat. Wenn ihr aber schon einmal in Malaysia unterwegs seid, solltet ihr auf jeden Fall nach Singapur einreisen. Mit dem Visa ist das für uns Deutschen überhaupt kein Problem. Singapur ist um einiges weiter entwickelt als der Rest von Malaysia – weitestgehend westlich ausgerichtet, obwohl mitten in Südostasien. Singapur lohnt sich definitiv für einen Besuch, aber auch nur, wenn noch genug Geld in der Tasche ist, denn Singapur ist ziemlich teuer, nicht nur für asiatische Verhältnisse, auch für Deutsche. Zum einen gibt es in Singapur wahnsinnig krasse Bauten, weltbekannt etwa das Marina Bay Sands, riesige Highrises, genial für spektakuläre Aussichten über Singapur, auch die „Gardens by the Bay“, und die vielen buddhistischen Tempel. Zum anderen bietet Singapur ein wahnsinniges Nachtleben. In der City ist das Clarke Quay ein absoluter Geheimtipp. An der anliegenden „Bridge“ treffen sich unzählige Jugendliche, generell alle Partybegeisterte, um zu trinken, bevor man weiter in die angrenzenden Clubs und Bars geht. Sentosa Island solltet ihr definitiv im Hinterkopf behalten, wenn ihr nach Singapur reist. Die Insel ist von Singapur innerhalb weniger Minuten per Bahn zu erreichen. Hier gibt es jede Menge zu erleben, Abenteuerparks und vieles mehr – vor allem aber ist Sentosa Island für seine legendären Partys und die geniale Beachbars bekannt, die vor allem am Wochenende richtig abgehen. Vielleicht schmuggelt ihr ein paar Drinks in einer Tasche mit, die Preise sind nämlich nicht zum Frohlocken. ;-)

People Shopping in Chinatown, Singapore
Foto: iStock.com / TommL

Singapur ist eine sehr multikulturelle Stadt. Wegen der guten wirtschaftlichen Ausrichtung gibt es in Singapur etliche Auswanderer aus der ganzen Welt, die jetzt hier arbeiten und leben. Natürlich gibt es auch viele asiatische sowie indische Einwanderer, die nicht nur ihre ganzen Familien mitgebracht haben, sondern auch ihren Lebensstil, ihre Religion und Tradition. Ihr solltet auf jeden Fall mal das China Town, und auch Little India besuchen. Hier gibt es nicht nur geniale Köstlichkeiten, man fühlt sich tatsächlich, als ob man in einem anderen Land ist.

Wie schon angedeutet, ist Singapur kein billiges Reiseland. Vor allem die Mieten und dementsprechend die Hotelpreise sind ziemlich hoch, sodass man für die Reise dorthin ein bisschen mehr Budget einplanen sollte. Das Essen hier ist allerdings super preiswert. Ihr solltet definitiv die vielen Food Courts an jeder Ecke ausprobieren. Das sieht erst einmal etwas ungewöhnlich aus, selten Touristen, viel zu viele Shops und alles in unbekannter Sprache. Dennoch könnt ihr euch zumeist problemlos mit den Singapurern auf Englisch unterhalten, und einfach nach den leckeren Fotos gehen und durchprobieren. Um auf Nummer sicher zu gehen, schaut, ob in dem Shop ein kleines offizielles Zertifikät hängt – daran erkennt ihr, dass das Essen hier hygienisch in Ordnung ist.

Night view of  Gardens by the Bay
Foto: iStock.com / platongkoh

Generell ist Singapur noch einmal eine andere Nummer als der Rest von Malaysia. Nach Singapur könnt ihr problemlos mit euren 3 Koffern reisen, es ist sehr westlich, demnach absolut ungefährlich. Der Rest von Malaysia, also Kuala Lumpur, Penang Island oder Melaka ist schon eher etwas für mittel bis erfahrene Backpacker, habe ich die Erfahrung gemacht.

Vietnam testet deine Backpacking-Skills

Vietnam ist schon eine Herausforderung. Es gibt Leute, die total begeistert sind, aber auch viele Backpacker, für die Vietnam der größte Horror war. Die einzige Lösung für euch: Selbst ausprobieren! Backpacking durch Vietnam gestaltet sich am besten, in dem ihr von Norden nach Süden reist, oder andersherum. Da die Menschen im Süden um einiges freundlicher sind (in übereinstimmender Mehrheit meiner Backpacking-Kollegen bestätigt), fliegt ihr am besten nach Ho Chi Minh und reist gen Norden Richtung Ha Noi. Viele Backpacker kaufen sich vor Ort ein Motorrad und fahren selbst durch das Land. Es besteht aber auch die Möglichkeit, mit Reise- und auch Schlafbussen, verschiedene Stationen abzufahren. Lasst euch gesagt sein: Es gibt gruselige Busse, und semi-gruselige Busse. Alles, was euch Deutschland über Reisebusse gelehrt hat, könnt ihr direkt vergessen. In Vietnam sieht das Busfahren ein wenig anders aus. Touristen werden gerne in die oberen Schlafbetten verfrachtet, die besonders ungemütlich sind. Da aber mein Tipp: Einfach in ein unteres freies Bett legen, nach kurzer Aufregung zeigt sich der Busfahrer einverstanden. Ich hoffe, ihr habt keine Probleme mit Krabbeltieren, denn die eine oder andere Kakerlake krabbelt hier freudig vor sich hin… ich hab euch gesagt, es wird ein Erlebnis. :-)

Floating village and rock islands

Die meisten Sehenswürdigkeiten könnt ihr problemlos mit dem Bus bzw. einem Motorrad selbst abfahren. Tempel, Küstenabschnitte, Reisfelder – es ist hier super, sich auf niemanden verlassen zu müssen, und einfach selbst zu steuern. Empfehlen kann ich euch vor allem, wenn ihr ein paar Nächte in Hoi An verbringen werdet – und das werdet ihr, weil es hier viele Bars und Restaurants gibt – ihr solltet euch einen Roller mieten und dann nördlich Richtung Da Nang und weiter entlang der Küsten durch die Berge fahren. Die Landschaften sind atemberaubend hier, die Aussicht von den steilen Klippen der Wahnsinn. Die Infrastruktur in Vietnam ist so lala, aber eigentlich weitesgehend okay, zumindest befahrbar. Das größte Problem sind die vielen Vietnamesen, die halt nicht allzu viele Regeln befolgen. Ich habe viele Leute getroffen, die in Vietnam Unfälle auf ihren Motorrädern hatten, also solltet ihr nur als erfahrener Fahrer hier wirklich selbst rumcruisen.

Halong Bay
View of Halong Bay from Sung Sot Cave

Highlights, die ihr leider nicht selbst abfahren könnt, ist etwa die berühmte Halong Bay. Da könnt ihr mit einem Reiseveranstalter für einige Tage und Nächte auf einem Schiff in der Bucht rumtuckern. Lasst euch ans Herz legen: Es gibt hier unglaublich viele unseriöse Reiseveranstalter, die Touristen nicht besonders gut behandeln. Ich habe die Erfahrung gemacht, wer mehr zahlt, bekommt auch besseren Service. Das kann dann schon einmal ein paar Hundert Euro kosten, dafür müsst ihr keine Angst haben, dass euer Reisepass „verloren“ geht. Weitere empfehlenswerte Sehenswürdigkeiten sind etwa die Stadt Sapa ganz im Norden Vietnams. Hier könnt ihr entweder mit dem Motorrad von Ha Noi hinfahren, plant da aber locker ein paar Tage ein, denn die Straßen sind nicht allzu gut. Oder ihr nehmt euch einen Schlafzug, da habe ich bislang nur gute Erfahrungen gemacht. Tam Coc kennt ihr auf jeden Fall von atemberaubenden Bildern, die einen Fluss, drumherum spektakuläre Berge und ganz viel Blumen und Gras auf dem Wasser zeigen. Hierhin könnt ihr entweder eine Tour buchen, oder ihr fahrt selbst zu dem kleinen Ort Hoa Lu, und schnappt euch vor Ort einen der vielen Bootsfahrer, die euch den Fluss entlang fahren. Ich will euch keine Illusionen machen – der Andrang ist ziemlich groß, dennoch ist es ein wirklich beeindruckendes Erlebnis.

Vietnam ist ein sehr preiswertes Reiseland – mit 15 bis 30€ kommt man hier am Tag echt gut aus. Die Hotels sind super günstig, sodass man gar nicht unbedingt in ein Hostel gehen muss, sondern problemlos ein gehobeneres Hotelzimmer buchen kann. Außer ihr wollt andere Backpacker kennenlernen, dann solltet ihr tatsächlich am besten in ein Hostel. Das Essen ist in Vietnam sehr günstig, für 2€ bekommt ihr schon eine echt tolle einheimische Mahlzeit. Es gibt natürlich auch westliche Restaurants, die dann vergleichsweise teure Preise haben, aber die einheimischen Restaurants oder Straßenstände sind wirklich super günstig und magentechnisch hatte ich hier auch nie Probleme.

Vietnamese locals and their morning ride in Bac Son Valley
Foto: iStock.com / gnomeandi

Mit euren paar Englischbrocken kommt ihr in Vietnam ganz gut klar. Vor allem in den touristischeren Gebieten sprechen viele Vietnamesen das Nötigste an Englisch. Wenn ihr euch etwas außerhalb, also mitten im wahren Vietnam aufhaltet, wird das nicht mehr viel mit dem Englisch. Dann einfach mit Händen und Füßen, einem Lächeln und schon bekommt ihr einen super Haarschnitt für 1€. :-)

Vietnam ist definitiv ein Abenteuer, das man mindestens einmal im Backpacker-Leben ausprobiert haben muss. Da tickt die Uhr einfach ein bisschen anders, aber wenn ihr flexibel genug seid, und offen, könnt ihr hier eine super Zeit erleben.

Kambodscha & Laos – Das ursprüngliche Asien

Kambodscha liegt zwischen Laos, Thailand und Vietnam in Südostasien, direkt am Golf von Thailand. Somit hat Kambodscha auch traumhafte Sandstrände zu bieten. Der Victory Beach lockt viele Backpacker an, die gerne eine legendäre Beachparty erleben möchten. Doch Kambodscha hat vor allem eine unglaublich schöne Landschaft zu bieten. Ein beliebtes Reiseziel ist Siem Reap, die Hauptstadt Kambodschas. Dort gibt es unglaublich viele Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die Tempelanlage Angkor Wat. Die Anlage ist die größte und bekannteste in der Region und lockt viele Touristen, unter ihnen natürlich auch viele Backpacker, an. Viele Sehenswürdigkeiten sind nah beieinander und können mit den Bussen gut erreicht werden.

„Angkor Watt, Cambodian Temple“

Im Vergleich zu den Nachbarländern ist Kambodscha von den Lebenshaltungskosten her sehr günstig. Es soll ja wirklich Backpacker geben, die für 1$ in einem Schlafsaal übernachten. Das sind aber echt die härtesten, denn die meisten gönnen sich bei so günstigen Preisen auch schonmal mehr – ein Einzelzimmer mit Bad und Klimaanlage für unter 10$ pro Nacht oder einen privaten Bungalow am Strand.  Auch die Verpflegung ist sehr günstig, besonders alkoholische Getränke. Ein halber Liter Bier kostet mal eben schlappe 50 Cent und auch harte Alkoholgetränke bekommt man für 1 bis 2 Dollar. Das soll ja für den ein oder anderen Backpacker total ansprechend sein, oder etwa nicht? ;-) Übrigens könnt ihr die meisten Länder auch super mit einem Moped erkunden, das gibt nochmal einen richtigen Abenteuer-Kick. :-)

Laos, direktes Nachbarland von Kambodscha, hat ebenfalls unglaublich viele Highlights zu bieten. Es gibt dort Höhlen, die wirken, als hätte noch nie jemand einen Fuß hineingesetzt, unberührte tropische Regenwälder und unglaublich viele natürliche Schönheiten wie zum Beispiel den Ort Vang Vieng. Auch Luang Prabang, die alte Königsstadt, ist durchaus sehenswert. Laos hat wenig touristische Infrastruktur, aber dennoch total schöne touristische Regionen. Die Menschen dort sind sehr freundlich und freuen sich immer über Besucher, das macht vieles einfacher. Die Landessprache dort ist Lao und die Menschen in den Touristengebieten sprechen eher wenig Englisch. Hier muss man es einfach wieder mit Händen und Füßen versuchen. :-)

Wat Xieng Thong buddhist temple in Luang Pra Bang in Laos

Vom Budget her kommt ihr in Laos mit wenig aus. Zwischen 9 und 15$ bezahlt man für ein Hostelzimmer und satt wird man für rund 2$. Für 80 Cent bekommt man eine Flasche Cola oder Wasser, für Bier zahlt man etwa 1$. Alles in allem kommt man also ungefähr mit 30-40$ am Tag sehr gut aus.

Java – Das authentische Indonesien

Indonesien ist ein ziemlich mysteriöser Inselstaat. Mit mehr als 17.000 Inseln hat Indonesien eine wahnsinnige Vielfalt an Natur, Kultur und Lebensstilen, und auch Lebensbedingungen. Bali habe ich euch ja schon im ersten Teil der besten Backpacking-Länder vorgestellt – hier könnt ihr problemlos auch als unerfahrene Backpacker hinreisen und gute Erfahrungen sammeln. Es gibt aber auch einige andere Inseln in Indonesien, bei denen ihr definitiv einige gute Backpacking-Skills vorweisen können müsst. Zig Tausende Inseln in Indonesien sind nicht bewohnt, dennoch gibt es einige, auf denen Menschen wohnen, die aber für Touristen absolut tabu sind. Welche Inseln für euch aber von Interesse sein könnten, neue Herausforderungen darstellen, sind etwa Sulawesi, Java und Timor. Der Insel Sulawesi habe ich bereits einen ausführlichen Artikel in meinem Reisemagazin gewidmet, nach Timor reise ich erst Ende des Jahres, also müsst ihr euch noch gedulden – dementsprechend bleibt noch Java, eine Insel, die ich euch wärmstens ans Herz legen möchte. Java steckt gerade in den Startlöchern des Tourismus – bevor es also bald mit hunderttausenden Touristen beladen ist, solltet ihr eine Reise nach Java definitiv in den nächsten Jahren planen.

Mount Bromo volcano, East Java, Surabuya, Indonesia

Java grenzt direkt im Westen an die Insel Bali. Obwohl sie so nah an einer touristischen und westlich rückenden Insel liegt, ist Java das komplette Gegenteil von Bali. Wenn ihr hier backpacken wollt, erwarten euch so einige Hindernisse. Einen Roller zu mieten und die Insel selbst zu erkunden, gestaltet sich recht schwierig. Es ist kaum zu glauben, aber es gibt nur in einem Ort die Möglichkeit, Fahrzeuge zu mieten – und der liegt auch noch eine ordentliche Distanz entfernt vom Flughafen in Surabaya. Da ich nur eine begrenzte Zeit für Java eingeplant hatte, habe ich mir einen persönlichen Guide genommen, der mich über die Insel gefahren, und mir jegliche Sehenswürdigkeiten gezeigt hat. Im Nachhinein war es definitiv die richtige Entscheidung. Ich habe auf meiner ganzen Reise zwei Backpacker kennengelernt, die auf Java mit einem Motorrad selbst gefahren sind. Der Guide ist für unsere Verhältnisse ziemlich günstig – meistens bucht man ein ganzes Paket mit Übernachtung, Parkeintritt und Benzin. Ich wählte die Budget Version und übernachtete lediglich in Home-Stays, sodass man immer mittendrin im Leben der Menschen auf Java war.

Die Natur ist der absolute Wahnsinn auf Java. Vulkane, Wasserfälle, Strände, Meeresschildkröten zum Anfassen – Java ist definitiv ein Land der Vielfalt. Ans Herz legen will ich euch den Vulkan Mount Bromo im Westen der Insel, den Mount Semeru, die Madakaripura Wasserfälle, und definitiv den Ijen Crater. Seid euch bewusst, dass auf Java eine Armut herrscht, die ihr in dieser Form wohl noch nicht gesehen habt. Von Einheimischen werdet ihr mit großen Augen angeguckt, weil sie erst sehr selten, womöglich noch nie einen Ausländer gesehen haben. An einem Straßenrand habe ich mir mal ein bisschen Obst gekauft, auf den Preis dann gerade mal 30 Cent Trinkgeld draufgelegt, und die Verkäuferin hat mir unter Tränen gedankt. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, wenn ihr mehr Zeit mitbringt, rate ich euch auf jeden Fall, selbst über die Insel zu fahren. Beachtet aber, dass die Straßen zumeist sehr sehr schlecht gebaut wurden, über mehrere Kilometer gibt es zum Teil keine Shops, keine Tankstellen, und von Touristen wird häufig ein stark überhöhter Preis für den Parkeintritt genommen. Englisch wird hier nicht gesprochen. Selbst die Touristenführer können meistens nur stark gebrochenes Englisch. Aber für erfahrene Backpacker sollte das kein übergroßes Problem darstellen – doch ein gutes Stück Herausforderung erwartet euch auf Java auf jeden Fall.

Volcano

Ägypten – Abseits von Hurghada und Luxor

Ägypten-Urlaube sind immer super beliebt. Schön am Strand wälzen, All Inclusive genießen, im Hotel rauf und runter wandern. Dennoch können nur weniger Ägypten-Urlauber von sich behaupten, das wahre Ägypten kennengelernt zu haben. Anders ist dies bei einem Backpacking-Trip. Ägypten ist nämlich unter Backpackern eine geheime, doch sehr beliebte Destination. Vor allem die Stadt Dahab auf der Sinai-Halbinsel ganz im Nordosten von Ägypten ist ein absoluter Hotspot für Backpacker. Das Land wäre jedoch nicht in der Liste für Backpacking-Profis, wenn hier alles total easy wäre – so ist das nämlich absolut nicht. Natürlich hat Ägypten auch einige westliche Ecken, aber die will man als Backpacker nicht abklappern.

Beginnen wir mit dem Transport in Ägypten. Taxi fahren ist generell eigentlich unglaublich günstig – doch häufig nur für Einheimische. Von Touristen wird gerne mal der 10- bis 15-fache Preis genommen. Optimal wäre es, wenn ihr genügend arabisch sprecht, um einen Preis auszuhandeln. Für zwei Tage kompletten Service, mit Fahrt zu den Pyramiden, abends in einen Club, zum Shoppen und Essen, habe ich 30€ gezahlt – und das war schon mit ordentlich viel Trinkgeld eingerechnet. Selbst mit einem Motorrad oder einem Auto durch Ägypten zu fahren, ist ebenfalls eine Möglichkeit, doch etwas schwieriger bzgl. Papiere etc., als in anderen Ländern. Und bei dem Verkehr hier, würde ich wirklich zweimal überlegen – in Ägypten ist das schon ziemlich extrem. Ihr könnt aber auch problemlos mit den Zügen hier fahren, die sind günstig und zuverlässig.

Panoramic view of the Mosques of Sultan Hassan and Al-Rifai

 

Die Ägypter selbst sind ein wahnsinnig herzliches und freundliches Volk. Die größte Glaubensgruppe stellen die Muslime dar – deswegen solltet ihr euch, was die Kleidungswahl angeht, auch an die Regeln halten – aber das sollte euch als Backpacking-Profis bereits klar sein. Was mich zuerst auch ein wenig überrascht hat: in Ägypten gibt es eine recht große und lustige Couchsurfing-Community. Über diese Plattform habe ich wahnsinnig viele Ägypter, aber auch andere Backpacker auf meiner Reise kennengelernt und wir sind zusammen gereist. Als Frau soll es hier ein kleines bisschen schwieriger sein, da bei vielen Ägyptern die Mentalität noch auf der Ebene ist, dass Frauen eher im Hintergrund stehen. Mit einem Partner an der Seite ist das alles kein Problem mehr. Die weiblichen Experten unter euch werden den Trip nach Ägypten definitiv gut gerockt bekommen, dennoch ist er ein wenig mit Vorsicht zu genießen.

Was es alles in Ägypten zu sehen und erleben gibt, brauche ich euch glaube ich gar nicht groß auf die Nase binden. Ägypten ist das Land einer einzigartigen Geschichte, von antiken Stätten, Skulpturen und Schriften. Dass ihr euch in Kairo die Pyramiden von Gizeh anschauen solltet, muss ich euch bestimmt nicht erzählen. Aus dem Fernsehen ist euch bestimmt auch der Tahrir-Platz ein Begriff. Mitten in Kairo finden Demonstrationen, aber auch zahlreiche Feste und Events statt. Das Tal der Könige in Luxor ist ebenfalls eine unumgängliche Sehenswürdigkeit. Erst letztes Jahr wurden hier 50 Mumien gefunden – und noch immer sind nicht alle Grabstätten durchsucht. Neben geschichtlichen Highlights gibt es in Ägypten natürlich auch die Möglichkeit, außerhalb der riesigen Touristen-Massen, schöne Strände aufzusuchen, an Wüstentouren teilzunehmen und die faszinierende und bunte Unterwasserwelt zu erleben.

A camel laying down with pyramids in the background

Wie ihr mitbekommen habt, gab es in Ägypten über die letzten Jahre hinweg immer wieder politische Unruhen. Bis heute warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in bestimmte Gegenden. Dennoch solltet ihr euch davon nicht allzu sehr abschrecken lassen, solang ihr nicht mitten in die Unruhen stoßt. Denn solange ihr euch an die Regeln haltet, habt ihr hier keine Gefahr zu befürchten.

Was das kleine Backpacker-Portemonnaie angeht, kommt ihr hier ziemlich gut zurecht. Ägypten ist ein ziemlich preisgünstiges Land. Einfache Hostelzimmer oder Herbergen gibt es schon zwischen 5 und 10€, Hotelzimmer gibt es, je nachdem wo ihr seid, ab 20€ pro Person. Ägypten ist schon ein recht gut entwickeltes Land. Die Infrastruktur ist ziemlich gut, hungern müsst ihr auch nirgendso, und häufig könnt ihr in vielen Städten sogar einen Starbucks-Kaffee abstauben. Dass ihr unbedingt in die einheimischen Restaurants gehen solltet, muss ich euch ja nicht sagen. Aber die Preise hier sind wirklich unschlagbar, das Essen vorzüglich, und man wird verwöhnt, als wäre man der Pharao von Ägypten. :-)

lagoon

Argentinien – Nur ein Land im Backpacking-Paradies Südamerika

Backpacking in Südamerika ist der absolute Wahnsinn. Die Menschen sind unglaublich freundlich, es gibt so viele Kulturen, so viele Traditionen, die Landschaft ist atemberaubend, und als Backpacker kann man hier die Zeit seines Lebens haben. Jetzt alle Länder Südamerikas aufzuzählen, würde mir etwas den Atem rauben, deswegen beschränke ich mich mal auf Argentinien, das Land von Diego Maradonna, von saftigen Steaks, und den heißesten Tango-Tänzern. Argentinien ist anders als die asiatischen Länder, die ich euch bis jetzt vorgestellt habe. Es ist zum einen ein gutes Stück westlicher, zum anderen aber auch durch die Religion und die Mentailität der Menschen anders gestaltet. Zur Fortbewegung rate ich euch hier ganz klar ein Motorrad auszuleihen, oder direkt eins zu kaufen, falls ihr durch mehrere Länder Südamerikas cruisen wollt. Die Straßen sind weitestgehend gut gebaut, der Verkehr, sagen wir etwas chaotisch, dennoch nicht annähernd lebensmüde wie in Ägypten etwa. Ihr habt aber auch die Möglichkeit, Busse über längere Strecken zu nehmen. Das Streckennetz ist super ausgebaut und für sehr sehr wenig Geld kommt ihr hier schon ganz schön weit. Wenn ihr mal ein bisschen flotter von A nach B kommen wollt, bieten sich auch Inlandsflüge an. Empfehlen kann ich auch die Airline Lineas Aereas del Estado, die ist nämlich meistens um die Hälfte günstiger als die großen staatlichen Fluggesellschaften.

Hiker enjoying the Sunset and Amazon Forest

Die Liste der Must-Do’s und Highlights, die ihr in Argentinien unbedingt gesehen haben müsst, ist mindesten 1284 km lang… deswegen beschränke ich mich auf einige wenige: Die Quebrada de Humahuaca Schlucht – eine 150 km lange Schlucht im Nordwesten des Landes; der Nationalpark Los Glaciares – eine spektakuläre Landschaft aus Gletschern und Bergen; und nicht zu vergessen: die Iguazu-Wasserfälle – direkt an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien gehören zu den modernen 7 Weltwundern der Natur. Ein populärer Hotspot für viele Backpacker ist die Millionenmetropole Buenos Aires. Hier gibt es unzählige historische Sehenswürdigkeiten und coole Stadtviertel, die euch in das Lebensgefühl der Argentinier hineinziehen. Absolut zu empfehlen ist das Viertel namens „La Boca“. Hier gibt es Häuser, die aus Metall von abgewrackten Schiffen gebaut wurden, und im Nachhinein wunderschön bunt angemalt wurden. La Boca ist ein Künstlerviertel, in dem viele Lebenskünstler ihre Häuser als Werkstatt oder Atelier nutzen.

Beuatiful view Buenos Aires capital of Argentina

Argentinien ist, wie viele südamerikanische Länder, ziemlich presiwert – obwohl man es auch luxoriös und teuer haben kann. Gute Hostels, Herbergen, oder sogar Hotels gibt es schon ab 6€ pro Nacht. Mir läuft ja glatt das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an diese genialen argentinischen Steaks denke. Die Küche in Argentinien ist sehr vielfältig, und so auch ihre Preise. Ihr könnt euch an einem kleinen Restaurant an der Ecke schon für wenige Euro den Bauch richtig vollschlagen. Wollt ihr euch aber mal einige der vielen Köstlichkeiten der Argentinier gönnen, kann das schonmal ein bisschen teurer werden. Eintrittspreise zu Museen oder Aussichtspunkten sind hier auch absolut erschwinglich.

Jeder, der schon mal auf dem südamerikanischen Kontinent herumgesprungen ist, wird sich unsterblich verlieben – behaupte ich jetzt mal. Also in den Kontinent, obwohl sich hier in einen Latino bzw. eine Latina zu vergucken, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Südamerika besticht einfach mit diesen tollen Menschen, einer unglaublichen Lebensenergie und -freude – getoppt wird das Ganze durch eine traumhafte Natur – da hat sich einer wirklich Mühe gegeben. Vielleicht fragt ihr euch, wieso ich Südamerika, in diesem Fall Argentinien dennoch auf die Liste der Backpacking-Länder für Profis setze… Und zwar: In Südamerika kann jeder Urlaub machen, ihr könnt euch in ein Hotel einnisten, ein paar Städte abklappern, am Strand relaxen und nach 14 Tagen wieder nach Hause fahren. Oder ihr habt diese Backpacking-Mentalität in euch. Ihr wollt mehr als die künstlich errichteten Touri-Metropolen, ihr wollt das wahre Südamerika kennenlernen. Genau dann braucht ihr hier einige Skills, um auch in den abgelegenen Ecken klarzukommen, um selbst die vielen Naturhighlights anzusteuern und zu erleben. Der Kontinent ist unglaublich groß, um sich hier zurecht zu finden, um gut selektieren zu können, solltet ihr euch gut organisieren können, keine Angst vor Unbekanntem haben, und für Menschen aller Arten, Sprachen und Hintergründen offen sein.

Iguacu Falls, Brazil, South America

Das waren sie, die Länder und Orte, die sich am besten für erfahrene und Profi-Backpacker eignen. So viel zumindest von meiner Liste. Aber viel wichtiger: Was denkt ihr? Welche Länder sind hauptsächlich für erfahrene Backpacker geeignet? Welche Erfahrungen habt ihr in den oben aufgelisteten Ländern gemacht? Könnt ihr meine Einschätzungen bestätigen? Ich freue mich auf eure Meinungen!

Meine TIPPS für euch