Mit den Pyramiden von Gizeh erschufen die alten Ägypter einen Ort, der uns bis in die Gegenwart zum Staunen bringt. Ich habe ein paar Gründe, warum ihr diese Bauwerke, die Architekten und Archäologen bis heute rätseln lassen, unbedingt besuchen solltet.

Viele Theorien, Legenden und belegte Beweise kreisen um die Pyramiden von Gizeh, ebenso wie Hunderte von Souvenir-Verkäufern um die Touristen vor Ort. Auf dieses Szenario muss man sich dort einstellen – ebenso aber auch auf eine gigantische Anlage, ein Weltwunder der Antike, die Sphinx und einen magischen Ort, den ihr nie wieder vergessen werdet. Wer sich faszinieren lassen möchte, muss definitiv hierher kommen.

Pyramiden von Gizeh – warum sich ein Ausflug lohnt

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Pyramiden von Gizeh

Wo befinden sich die Pyramiden von Gizeh?

Wir reisen heute ins alte Ägypten und entdecken die Pyramiden von Gizeh, die sich nur 15 Kilometer von der Innenstadt Kairos entfernt befinden, wodurch sie leicht erreichbar sind. Direkt an der Pyramidenstraße gelegen, kann man sie kaum verfehlen. Seid ihr in einem Strandhotel untergebracht, könnt ihr euch vor Ort bei eurer Unterkunft über mögliche Tagestouren informieren. Von Hurghada nach Gizeh sind es zum Beispiel 4 Stunden Autofahrt, oder aber ihr fliegt eine Stunde. Je nachdem, wie eure Reisepläne aussehen.

Pyramiden von Gizeh, Kairo, Ägypten
Die Pyramiden befinden sich nur wenige Meter von Kairo entfernt

Die Entstehung der Pyramiden

Die Pyramiden gehören zu den ältesten Bauwerken der Welt und das – Respekt – sieht man ihnen kaum an. Sie erstrahlen heute noch in ihrer vollen Pracht und das obwohl, rechnet man nach Dynastien, sie in der 4. des alten Ägyptens gebaut wurden. Wem das nichts sagt: 2620 bis 2500 vor Christus. Wem das auch noch nichts sagt: vor ewiger Zeit. Die Pyramiden von Gizeh sind zudem das einzige noch bestehende Weltwunder der Antike, was schon Grund genug ist, sie mit eigenen Augen zu sehen.

Das Kalksteinplateau, auf dem die Pyramiden errichtet wurden, war schon davor ein bedeutender Friedhof der Herrscher und derer Familien im alten Ägypten. Während des Baus entstanden verschiedene Tempelanlagen, Grabstätten und drei einzelne Pyramiden.

Es existieren keinerlei Aufzeichnungen zum Bau der Pyramiden von Gizeh

Wer genau an diesem Bau beteiligt war, ob es Sklaven oder ägyptische Arbeiter waren, ist bis heute umstritten, jedoch ist die gängigste Annahme, dass es an die 10.000 Arbeiter waren – die, beachtet man die Größe der Steinböcke – auch wirklich gebraucht wurden. Denn bis heute sagt man, dass für den Bau kein Rad benutzt wurde, wodurch sich bei Wissenschaftlern einige Theorien der Logistik entwickelten, weil man schon seit Jahrhunderten rätselte, wie die Ägypter es schafften, derartige Tonnen von Stein zu transportieren. Die Rampen-Theorie ist dabei am logischsten: Dabei wurden die bis zu 2,5 Tonnen schweren Blöcke (zum Vergleich: ein Elefant wiegt ca. 2,8 Tonnen) auf Holzschlitten gezogen. Um der Reibung des Sandes entgegenzuwirken, wurde Wasser darunter verteilt. Da keinerlei Aufzeichnungen zum Bau der Pyramiden von Gizeh existieren, gibt es so einige Theorien. Klar aber ist – es war sehr viel Arbeit und grenzt beinahe an ein Wunder, dass der Bau von Menschenhand zu dieser Zeit in „nur“ 20 Jahren geschaffen wurde.

Egipt panorama pyramid with high resolution

Forscher gewinnen neue Erkenntnisse

Vor Kurzem kam nun frischer Wind in die Forschungsarbeiten, denn US-Ägyptologe Mark Lehne fand unweit der Pyramiden ein Schriftstück, auf dem der Transport der schweren Blöcke mit Hilfe von Schiffen beschrieben wurde. Um die Blöcke so nah wie möglich an die Baustellen zu transportieren wurden Kanäle vom Nil bis zu den Pyramiden gegraben, auf denen die Schiffe dann mühelos fahren konnten. Spuren dieser Kanäle und der Schiffe wurden ebenfalls bereits entdeckt, sodass von einem echten Durchbruch gesprochen werden kann. Wir können also gespannt sein, welche neuen Erkenntnisse die Forscher noch aus den Pyramiden von Gizeh gewinnen können.

Pyramiden von Gizeh, Bau, Forschung

Das große Rätsel

Was uns allerdings immer noch am meisten verwundert und allen Archäologen weiße Haare wachsen lässt, ist die Tatsache, dass es sonst keine Pläne zum Bau gibt, beziehungsweise man nicht weiß, wohin sie verschwunden sind, falls sie existieren. Denn die Pyramiden von Gizeh sind mit einer solchen Genauigkeit gebaut, dass zum Beispiel die Ecken in einem exakten 90 Grad Winkel angesetzt wurden, den heute nur modernste Messgeräte hinbekommen würden. Des Weiteren wurden die Pyramiden haargenau nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet, wo man auch bis heute nicht weiß, wie dies ohne technische Hilfsmittel möglich war. So kreisen viele Rätsel, Mythen und sogar Alien-Gerüchte über dieses uralte Bauwerk.

Die Grabkammer ist leer, was den Forschern Rätsel aufgibt

Zudem ist es auch sehr verwunderlich, dass es in den Pyramiden von Gizeh keine Mumien gibt. Nicht mal Anzeichen davon, denn üblicherweise gab es in solchen Tempelanlagen Inschriften, Beigaben oder Malereien. Nichts davon findet man hier. Lediglich die Cheops-Pyramide verweist auf ein paar Grabkammern und einen Sarkophag, der aber leer ist – wohin der darin gelegene Pharao verschwunden ist, weiß man nicht.

Pyramiden von Gizeh

Diese Bauten könnt ihr in Gizeh bestaunen

Die Cheops-Pyramide

Die größte und wichtigste Pyramide ist zugleich auch die höchste der Welt, wodurch sie einen besonderen Stellenwert bekommt. Zwar gibt es dort einen Sarkophag (ein Steinsarg), aber wie bereits erwähnt, könnte dieser schon im Mittelalter oder sogar früher geplündert worden sein. Wer möchte, kann sich auch das Innere der Pyramide ansehen, dazu braucht ihr ein extra Ticket (~10€), welches auf eine bestimmte Stückzahl pro Tag limitiert ist, es empfiehlt sich also, schon früh morgens da zu sein. Drinnen erwarten euch dunkle Gänge, stickige Luft und ein etwas mulmiges Gefühl, da viele der Dinge, die hier vor sich gingen, immer noch nicht erklärt werden konnten.

Pyramiden von Gizeh

Die Chephren- und Mykerinos-Pyramide

Die Chephren Pyramide erscheint durch die steileren Neigungswinkel und ein erhöhtes Plateau etwas größer als die Cheops Pyramide – ist sie aber nicht, also lasst euch nicht täuschen. Sie liegt in der Mitte der Anlage und ist nach dem Pharao Chephren, dem Sohn von Cheops, benannt. Die Mykerinos-Pyramide, wie soll es auch anders sein, ist nach dem Mykerinos Pharao benannt, dem Sohn von Chephren. Der Pyramidenbau war seinerzeit anscheinend ein echtes Familienhobby.

Die Sphinx von Gizeh

Der Begriff Sphinx an sich beschreibt eine Figur mit Löwenkörper und Menschenkopf, und nicht, wie man versehentlich denken könnte, nur die Sphinx von Gizeh. Für mich persönlich ist sie der wahre 20 Meter hohe Star der ganzen Anlage. Da sie die meiste Zeit von Sand begraben war, ist sie bis heute so gut erhalten – lediglich ihre Nase und der Kinnbart hatten leider nicht überlebt, was diese Figur heute dafür so charakteristisch macht.

Pyramiden von Gizeh, Kairo, Ägypten, Sphinx

Besucht die Pyramiden von Gizeh

Wenn ihr beschließt, die Pyramiden von Gizeh zu erkunden, dann habt ihr schon mal gewonnen. Wer in Ägypten ist, sollte dieses Wunder der Architektur wirklich auf seine Liste setzen und nicht nur faul in der Sonne liegen. Stellt euch aber auch hier auf heiße Temperaturen und viele Menschen ein, die euch jede mögliche Figur der Sphinx andrehen wollen, euch jedes Kamel persönlich vorstellen möchten und auch sonst noch alles Mögliche zu verkaufen haben. Aber so ist das nun mal, jeder will eine Scheibe vom Ruhm abhaben. Wen das stört, der soll einfach höflich ablehnen oder vielleicht doch eine Runde auf einem Kamel drehen – das kann in der Wüste ganz schön Spaß machen.

Pyramiden von Gizeh
Foto: Egyptian Studio/Shutterstock.com

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