Reisen nach Ägypten stehen nach der Revolution von 2011, dem Putsch von 2013 und weiteren Ereignissen nicht gerade weit oben auf der Wunschliste deutscher Urlauber. Zu Unrecht, denn günstiger und ungestörter kann man die großartige Kultur, die schönen Riffe und viele weitere touristische Angebote wohl nicht erleben.

Scheich Hussein Moussa ist ein cooler Kerl: 32 Jahre jung, zwei Ehefrauen und einer von vier Stellvertretern des mächtigen Stammesfürsten der Sina-Nomaden hier im Süd-Sinai. Während früher die Anzahl der Kamele ein Zeichen für Einfluss und Reichtum war, ist es heute der motorisierte Nachfolger. Moussa ist Boss von Oasis Safari in Sharm El-Sheikh und Eigentümer von rund 100 Quads, mit denen er Touren durch die menschenleere Wüste anbietet. Diese Tour ist einer der Höhepunkte unserer Reise in ein Land, das derzeit ins Gerede gekommen ist. Doch dazu später mehr.

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Abenteuer Sharm El-Sheikh

Die Quad-Touren in die Wadis, einem ausgetrockneten Flusslauf im Wüstengebiet, sind eine klasse Angelegenheit. Ein spektakulärer Sonnenuntergang, atemberaubende Aussichten von Bergen, Echos, die durch Felswände reflektiert werden und Kamelreiten sind nur einige der Höhepunkte – ebenso wie die Fahrt selbst. Der abendliche Abstecher ins Lager der Beduinen mit orientalischem Tanz, leckerem Essen und Getränken vor beeindruckender Kulisse ist weit mehr als die Verzauberung durch tolle Kulissen und Shows; es ist ein authentischer Einblick ins Leben eines Volkes, der Pauschaltouristen üblicherweise verborgen bleibt.

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Die Motoren brummen, die Kufiya wird zum Schutz vor Sand in Augen und Gesicht noch ein letztes Mal zurecht gerückt und dann geht es auch schon los – hinaus aus der riesigen Sinai-Wüste. Ein wunderbarer Tag geht zu Ende, den viele deutsche Touristen aktuell lieber nicht erleben wollen. Sie meiden Ägypten und erst recht den Süd-Sinai. Warum eigentlich? Ein Urlaub in Ägypten kann so wunderbar vielseitig sein: Tauchen, Schnorcheln, Wassersport, All Inclusive Hotels zum Schnäppchenpreis, Kamelreiten, Basare, Kultur und jede Menge Gastfreundschaft!

Ende der Krise ist in Sicht

Ja, die Bucht des Scheichs – Sharm El-Sheikh oder Scharm asch-Schaich und auch Scharm el-Scheich – am südöstlichsten Ende der Sinai-Halbinsel ist als Urlaubsort nicht mehr so beliebt wie früher. Cicero-Autor Martin Gehlen schrieb kürzlich: „Der Badeort Sharm el-Sheikh gleicht seit Monaten einer Geisterstadt.“ Das mag im Juni 2016 noch so gewesen sein; doch langsam geht es aufwärts. Und das ist auch gut so. Die Menschen hier haben es verdient!

„Natürlich“, sagt Jacques Peter, General Manager des Savoy Hotel in der Nähe des Flughafens, „mussten wir zusehen, wie wir mit den Ereignissen zurechtkommen.“ Der Absturz eines russischen Flugzeugs vor etwa einem Jahr und die Nachwehen der Januarrevolution des Jahres 2011 haben dazu geführt, dass das Auswärtige Amt zu erhöhter Wachsamkeit rät. Dort heißt es aber auch: „Für die ganz überwiegende Mehrheit der deutschen Urlaubsreisenden in Ägypten verlaufen Aufenthalte ohne Probleme.“

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Riff direkt am Hotel: Wunderschöne Korallen und Fische

Über den etwa 20 bis 30 Meter langen Ponton-Steg am Hotel Savoy erreicht man ein Plateau, von dem aus man direkt ins Herz eines wunderschönen Hausriffs springen kann. Wunderschöne Tabak-Falterfische, Blaupunktrochen, Muränen und Papageienfische lassen die Artenvielfalt hier erahnen. Schwimmmeister achten darauf, dass man nicht zu weit raus schwimmt und sind auch gern mit Rat und Tat zur Stelle. Mit ein paar Brocken Englisch kommt man gut zurecht. Das Hotel bietet eine eigene Tauchschule an, deutschsprachige Tauchschulen sind nicht weit entfernt. Wer hier einen Schein machen will, kann dies in einer Woche schaffen – für unter 400 Euro.

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Korallen, Muscheln, Seegurken, Seeschnecken, Seesterne und jede Menge andere Meeresbewohner sorgen dafür, dass man sich trotz der vergleichsweise übersichtlichen Ausmaße des Riffs niemals sattsehen wird. Der Strand des Hotel Savoy ist eher nicht für Freunde ausgedehnter Strandspaziergänge geeignet. Denn auf den maximal 200 bis 300 Metern entspannen auch die Gäste des höherpreisigen Hotel Royal Savoy und des Sierra – das unglaublich günstige Pauschalreisen zum Schnäppchenpreis ermöglicht. Aktuell bietet FTI besonders günstige Konditionen an.

Schnorcheln im Roten Meer

In die Wüste der Echos, Dromedare und der verblutenden Sonne

Es geht auf Quad Tour in die Wüste. Ein Pali-Tuch schützt vor Staub, Sand und leichtem Steinschlag bei einer atemberaubenden Tour in die Wüste an der südlichen Spitze der Sinai-Halbinsel. Der hilfsbereite Beduine vom Stamme der Sina zurrt und bindet, bis alle Tücher perfekt sitzen. Unter den wachsamen Augen von Scheich Hussein Moussa geht es auf den Sattel der motorisierten Kamele. Dort, wo früher die Höckertiere für touristisches Treiben sorgten, liegt heute Benzinduft in der Luft. Knatternd geht es über Geröll und Sand – immer dem Guide hinterher in die Berg- und Hügellandschaft. Weiter, immer weiter, bis die Weite und Stille kaum zu fassen sind. Still sein, das fällt hier nicht leicht, wo man sogar den Flügelschlag der Falken hört.

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Ganz ohne Tiere kommt aber auch diese Tour nicht aus. Nach rund einer halben Stunde erreicht der Quadtross des Anbieters Oasis Safari Sharm Elsheikh das Lager, in dem junge Beduinen mit Dromedaren warten. „Lean back, when the camel starts and ends“, schlägt der Guide vor und schon sitzt man in recht respektabler Höhe auf dem tierischen Wüsten-Ferrari. Eines der Tiere heißt tatsächlich so. 50 Meter nach vorne, absteigen, Selfies machen – irgendwie cool, aber doch auch sehr auf Massentourismus angelegt. Reisen um von A nach B zu kommen ist das zwar nicht; der Erkenntnisgewinn – einmal auf einem Kamel oder Dromedar geritten zu sein – ist aber auch ganz nett. Mit den Quads geht es weiter in Richtung Westen, die XXL-Tour macht auf einer gigantischen Ebene, vor einem schroffen Fels-Massiv halt. Der Guide will uns ein spektakuläres Echo vorführen – und es beeindruckt tatsächlich. Nachdem ein kleiner Berg bestiegen und Fotos vom beeindruckenden Sonnenuntergang geschossen sind, geht es zurück ins Hotel.

Wenn die Sonne über den Bergen sinkt, dann kehrt auch auf der Tauchbasis von Klaus Reinhard Ruhe ein. Er hat hier mit seiner Frau Mary die Sunshine Divers aufgebaut und bietet Tauch- und Erlebnisurlaub an, wie ihn Leute mögen, für die große Hotelkomplexe keine Erholung bieten. In persönlicher und individueller Atmosphäre lässt sich auf der Terrasse entspannen, während köstliches Essen – echte, deutsche Hausmannskost – serviert wird. Zuvor waren Klaus und seine Kollegen mit uns im Naturschutzgebiet Ras Mohammed unterwegs. Vom Boot aus konnte man die noch wundervollere Unterwasserwelt als Schnorchler oder Taucher entdecken. Ein himmlisches Erlebnis selbst für all jene, die bei diesem Ausflug lieber auf dem Boot blieben. Die fünf Sterne aus fast 300 Bewertungen auf einem Bewertungsportal haben Mary und Klaus mehr als verdient und nicht nur ihnen ist zu wünschen, dass bald wieder mehr Touristen kommen.

Übrigens: Germania hat als eine der ersten deutschen Fluglinien wieder Direktverbindungen nach Sharm el-Sheikh ab Düsseldorf und München aufgenommen. „Nach ausgiebiger Überprüfung und Evaluation der Lage in Sharm el-Sheikh kommt Germania dem Wunsch der Veranstalter nach und führt Flüge wieder regulär durch,” sagt Sieghard Jähn, Accountable Manager der Germania Fluggesellschaft, und weiter: „Wir freuen uns, allen Erholungssuchenden und Wassersportlern in der Wintersaison eine Möglichkeit zu bieten, ihren Urlaub am Roten Meer zu verbringen.

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