Am Strand relaxen, die Sonne genießen und einfach abschalten – so sieht für die meisten der perfekte Urlaub aus. Zwischen Plastikmüll will dabei natürlich keiner liegen. In einem Meer aus Abfall und Schmutz zu schwimmen, kommt absolut nicht in Frage. Umso wichtiger ist es daher, dass ihr eurem Urlaubsland etwas zurückgebt und mithelft, es vom Müll zu befreien.

Schaut man sich den Müll an, der an den Stränden der Welt liegt und durch die Meere treibt, fällt schnell auf, dass viele Teile Mitbringsel von Urlaubern und Touristen sind. Von Flip-Flops, über Sandspielzeug, Taucherbrillen und Strohhalmen, bis hin zu unzähligen Plastikflaschen findet man hier einfach alles. Umweltorganisationen rufen schon länger dazu auf, achtsamer mit unserer Umwelt umzugehen – auch auf Reisen. Ich gebe euch in diesem Artikel einige Anregungen für diverse Projekte auf Reisen, die ihr während eures Urlaubs ohne Anstrengung und in wenigen Minuten unterstützen und so etwas verändern könnt.

Müll sammeln auf Reisen

#5minutesbeachcleanup 

International Coastal CleanUp

Dive against Debris

Im Interview mit der Plastik Crew Sylt

Eure Meinung

Plastikmüll direkt am Strand
Das Plastikmüll-Problem wird immer größer

#5minutesbeachcleanup

Carolina Sevilla aus Costa Rica hat im September 2017 die Initiative #5minutesbeachcleanup ins Leben gerufen. Dabei fordert sie die Menschen auf, lediglich fünf Minuten am Tag während des Urlaubs den Strand und die Umwelt von Plastikmüll zu befreien. Es geht bei dem Umweltprojekt nicht darum, sich übermäßig anzustrengen und über den Strand zu hetzen, sondern einfach alles einzusammeln, was einem vor den Füßen liegt. Ihr werdet erstaunt sein, wie viel Müll ihr in einer so kurzen Zeit zusammensammeln könnt. Fünf Minuten sind keine lange Zeit, aber es sind immerhin fünf Minuten, in denen ihr etwas für unsere Umwelt tut, fünf Minuten, die auf Dauer viel verändern können. Die Initiative verzeichnet mittlerweile über 50.000 Anhänger auf Instagram, die täglich ihre Erfolge unter dem #5minutesbeachcleanup teilen. Lasst auch ihr euch anstecken und nehmt euch im nächsten Urlaub doch einfach die fünf Minuten pro Tag Zeit.

 

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International Coastal CleanUp

Zu einer ähnlichen Aktion ruft auch die Ocean Conservancy auf, die sich für müllfreie Meere einsetzt. Mit ihrem Programm International Coastal Cleanup will sie Menschen auf der gesamten Welt dazu animieren, unsere Umwelt von Müll zu befreien. Auf der Internetseite findet ihr eine Karte, auf der einige Orte gekennzeichnet sind, an denen ihr mithelfen könnt.

Jedes Jahr findet ein International Coastal Cleanup Day statt. In diesem Jahr ist dieser am 21. September. Für mehr Infos schaut auf der Webseite der Organisation nach.

Oder ihr startet einfach selbst ein CleanUp, sei es Zuhause oder im nächsten Urlaub. Dabei kommen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zusammen. Warum also nicht auch mal im Urlaub die Initiative ergreifen und neue Leute kennenlernen? Und sind wir mal ehrlich: Wo sonst kann man in einer so herrlichen Kulisse aufräumen, wenn nicht am Strand?

Schildkröte im verschmutzen Wasser
Für viele Tiere ist der Müll tödlich

Dive against Debris – Tauchen gegen Abfall

Wie wäre es damit, das einzigartige Taucherlebnis im Urlaub mit etwas sinnvollem zu verbinden? Dive against Debris hat das Projekt AWARE ins Leben gerufen, das die Leidenschaft für das Abenteuer Meer mit dem Zweck des Meeresschutzes verbindet.

Fast 300 Millionen Tonnen Plastikmüll werden heutzutage pro Jahr produziert. Bis zu 10 Millionen Tonnen Müll werden in die Meere gespült, von denen etwa 75% aus Kunststoff bestehen. Das fatale daran: rund 70% der Abfälle sinken auf den Meeresboden und bleiben für uns unsichtbar.

Ihr bekommt dabei nicht nur eure gewohnte Taucherausrüstung mit an die Hand, sondern zusätzlich auch noch eine Netztasche und eine Datenkarte. Die Idee, die dahintersteckt ist die, dass ihr während eures Tauchganges all den Müll in eurem Beutel sammelt, der euch entgegenschwimmt – trotzdem könnt ihr natürlich die Schönheit der Unterwasserwelt bestaunen. Die Datenkarte ist dann dazu da, um die Art, das Ausmaß und den Ort der Umweltverschmutzung genau zu dokumentieren und dadurch langfristig das Vorgehen gegen den Müll in den Meeren effektiver organisieren und bestenfalls auch verstärken zu können. So einfach und abenteuerlich lässt sich Umweltschutz in den Urlaub einbauen – cool, oder?

 

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Plastik Crew Sylt

Eine Organisation, die sich nicht nur am jährlichen International Coastal Cleanup Day beteiligt, sondern, die sich auch an anderen Tagen im Jahr für eine müllfreie Umwelt einsetzt, ist die Plastik Crew Sylt. Wo andere Urlaub machen, räumen Schüler des Schulzentrums Sylt auf und versuchen mit verschiedenen Aktionen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, liebevoll mit unserer Umwelt umzugehen.

Es gab Aufräumaktionen, bei denen 60 Kilogramm Müll und mehr eingesammelt wurden

Zusammen mit Lehrer André Querbach haben die Schüler der neunten Klasse im April 2016 die Plastik Crew Sylt gegründet. Nach einer geplatzten Teilnahme an einem Schülerforschungsprojekt waren die Sylter Jugendlichen so voller Elan, dass sie kurzerhand ihr eigenes Projekt gründeten. Zu Beginn haben sie ihr Hauptaugenmerk hauptsächlich daraufgelegt, die Strände und den Rest der Insel vom Müll zu befreien. Dabei kam es das ein oder andere Mal auch vor, dass mehr als 60 Kilogramm an Müll zusammengesammelt wurden – der Holzmüll wird wohlgemerkt separat gewogen.

Fund der Plastik Crew Sylt
Foto: Plastik Crew Sylt

Ordnungsgemäße Entsorgung des Mülls

Die am häufigsten vorkommenden Objekte der Meeresverschmutzung:

  1. Zigarettenstummel
  2. Lebensmittelverpackungen
  3. Plastikflaschen
  4. Deckel von Plastikflaschen
  5. Plastiktüten
  6. Strohhalme
  7. Mitnahmebehälter aus Plastik

Am häufigsten fischen sie PET-Flaschen, Wattestäbchen und Verpackungsmüll aus der Umwelt. Aber auch eine Klobrille, eine Luftmatratze und Styropor aus Schottland und England gehörten schon zum Fund der Schüler. Eine Entdeckung wird aber wohl für immer in den Köpfen der Aktivisten bleiben: eine Badewanne inmitten der Dünen. Die Ansammlungen von Müll werden anschließend richtig entsorgt, indem sie der lokalen Abfallwirtschaft übergeben werden – bis auf eine Ausnahme. Die Deckel der unzähligen PET-Flaschen werden vorher sorgfältig abgeschraubt und der Aktion Deckel gegen Polio gespendet.

Ursachenbekämpfung steht im Vordergrund

Mittlerweile ist die Plastik Crew rund um André Querbach von der eigentlichen Symptombekämpfung zur Ursachenbekämpfung übergegangen. Neben einer eigenen Ausstellung im Sylter Rathaus ist die Crew auch im Gespräch mit lokalen Geschäften. „Zusammen überlegen wir, wie wir den Plastikmüll reduzieren können. Wir können noch so viele Sammelaktionen starten – wenn wir der Ursache nicht auf den Grund gehen, wird sich nie etwas ändern“, verrät mir André Querbach im Interview.

Die Situation der Umweltverschmutzung wird immer schlimmer

Auf meine Frage, ob man in den vergangenen drei Jahren eine sichtbare Veränderung in der Umwelt Sylts wahrnehmen konnte, antwortete er ziemlich niedergeschlagen: „Es wird nicht weniger, ich würde eher sagen, es wird immer schlimmer“. Doch der ehemalige Biologe und heutige Lehrer sieht gute Chancen für die Zukunft. „Unsere Schüler stecken sich gegenseitig mit der Euphorie und dem Elan, etwas zu verändern, an. Und gerade durch Greta Thunberg erleben wir eine große Bewegung, vor allem bei unseren Kleinsten, den Fünftklässlern“. Auch während der Sammelaktionen auf der Insel erleben die Mitglieder der Crew immer wieder positive Rückmeldung und viele Urlauber schließen sich der Aufräumaktion kurzerhand an.

Mit gutem Beispiel voran

Doch die Aktionen der Plastik Crew stoßen auch auf viel Ignoranz, die Querbach als sehr befremdlich bezeichnet. Es ist laut des Lehrers schon des Öfteren vorgekommen, dass es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Schülern und Urlaubern gekommen ist, nachdem die Aktivisten die Urlauber darum baten, ihren Müll zu entsorgen.

Viele Menschen reagieren extrem aggressiv

Wäre ich nicht in einzelnen Situationen dazwischen gegangen, wären manche Menschen meinen Schülern gegenüber auch handgreiflich geworden“ ist sich der Biologe sicher. Solche Situationen gehen den Jugendlichen nahe und machen sie sichtlich traurig. „Aber wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen“, so André Querbach. „Es bringt nichts, mit dem erhobenen Finger auf die Menschen zuzugehen, da kommen sie mit dem erhobenen Finger zurück – und es ist in der heutigen Zeit nicht möglich, Plastikverpackungen komplett zu meiden.“ Die Plastik Crew appelliert an die Urlauber, sich klar zu machen, dass man den eigenen Urlaub so gestalten muss, dass auch die eigenen Kinder und deren Kinder noch am gleichen Ort Urlaub machen können.

 

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Dankt eurem Urlaubsland

Genau wie die Plastik Crew Sylt will ich mit meinem Artikel nicht mit dem Finger auf euch zeigen – aber ich möchte auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, dass wir unserer Umwelt helfen müssen – jeder von uns. Urlaub ist mein Lebenselixier und für mich gibt es nichts Schöneres, als den Lebensraum anderer Erdbewohner kennenzulernen. Daher hoffe ich, dass ich euch mit meinem Artikel zum Nachdenken anregen konnte. Nehmt euch während eures nächsten Urlaubs nur fünf Minuten am Tag Zeit, um euer Urlaubsland vom Müll zu befreien und ihr werdet sehen, auch ihr fühlt euch danach besser. Weitere Tipps gebe ich euch in meinem Artikel zum Thema Müllinseln.

 

Eure Meinung:

 

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