„Mir wëlle bleiwe wat mir sinn“ ist das Motto der Luxemburger – und sie sollen auch bleiben, was sie sind! Denn nicht nur die Stadt Luxemburg überzeugt mit französischem Charme und Einblicken in ihre Geschichte, auch die weltoffene Art und viel Gelassenheit sind absolut ansteckend. Ich zeige es euch bei einem Stadtspaziergang durch Luxemburg – kommt mit!

Unser nettes, kleines Nachbarland Luxemburg: Jeder kennt es, jeder weiß, wo es liegt – doch obwohl es so nah ist, reisen nur Wenige dorthin. Und das völlig zu Unrecht! Denn sowohl das Land Luxemburg als auch seine Hauptstadt haben so einiges zu bieten. Ich finde, allein schon wegen der Kultur und der Einblicke in eine spannende Vergangenheit solltet ihr euch einen Trip in die schöne Stadt Luxemburg nicht entgehen lassen. Was es alles zu sehen gibt und welche Sehenswürdigkeiten auf euch warten, zeige ich euch in meinem Artikel.

Ein Spaziergang zu Luxemburgs Highlights

Altstadt | La Vallée de la Pétrusse | Alzette-Tal

Festungsanlagen | Casemates du Bock

Plant eure Reise

Luxemburg von oben iStock-515012162

Vom oberen ins untere Luxemburg

Luxemburg Stadt passt mit gerade mal 51 km² Fläche 17 Mal in unsere Hauptstadt Berlin. Na gut, vielleicht kann die Stadt nicht mit ihrer Größe beeindrucken, dafür aber mit Sehenswürdigkeiten, Kultur und Mentalität. Der größte Vorteil an der Größe der Stadt ist aber, dass ihr die Sehenswürdigkeiten Luxemburgs zu Fuß abklappern könnt und wenn ihr mich fragt, gibt es nichts Schöneres, denn so sieht man oft noch viel mehr wundervolle Dinge, als jene, die eigentlich auf dem Plan standen. Deshalb habe ich euch eine Route zusammengestellt, bei der ihr alle Highlights der Hauptstadt bestaunen könnt und dabei sowohl die Geschichte als auch die heutige Kultur Luxemburgs kennenlernen könnt.

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Altstadt – UNESCO Weltkulturerbe

Fangen wir im Herzen der Stadt an, der Altstadt Luxemburgs. An der Église Saint-Michel betretet ihr die „Tore“ der romantischen Altstadt. Die hellen Gebäude des historischen Viertels zählen seit Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe. Aus gutem Grund, denn die Kombination aus mittelalterlichem und modernem Stil macht ein Schlendern durch die vielen schmalen Gassen zu einem absoluten Highlight. Um euch für den Tag zu stärken, gönnt euch erstmal ein französisch geprägtes Frühstück in einem der kleinen Cafés mit Croissant und Kaffee. Nun geht es zum Palais Grand Ducal: Mit den Wachposten, die direkt vor dem Palast auf und ab marschieren, fühlt man sich wie am Buckingham Palace.

Natürlich bleibt auch noch ein bisschen Zeit zum Bummeln und um durch die vielen romantischen Gassen zu schlendern, die der Stadt wirklich einen ganz besonderen Charme verleihen. Am südlichen Rand der Altstadt findet ihr die wunderschöne Kirche Cathédrale Notre-Dame, die euch schon von außen aber vor allem von innen verzaubert. Hier, direkt am Place de la Constitution, befindet sich auch das Monument du Souvenir, von den Luxemburgern die Gëlle Fra genannt. Sie ist eine Bronzestatue, die als Mahnmal an die Zeit des ersten Weltkrieges erinnern soll und blickt von oben auf euch herunter.

Blick auf die Gëlle Fra und die Notre Dame in Luxemburg
Foto: amalasi/Shutterstock.com

Hinunterblicken könnt auch ihr und zwar auf das sogenannte Petrusstal, besser bekannt unter dem Namen la Vallée de la Pétrusse, und die Adolphe Brücke. Eine große Fläche wird gänzlich von Bäumen geziert und es lässt sich nur erahnen, wie idyllisch es dort unten sein mag. Aber keine Sorge – das werdet ihr während eures Spaziergangs auch noch herausfinden.

Der Ausblick auf das Petrusstal in Luxemburg
Der Ausblick auf das Petrusstal

Die Flora der Hauptstadt – Merl-Belair und das Petrusstal

In westlicher Richtung könnt ihr nun aus dem Zentrum der Stadt spazieren und kommt an hübschen, mit Blumen verzierten Häusern vorbei, die zum Teil von großen mit Pflanzen bewachsenen Zäunen halb verborgen werden. Mitten in einer Wohngegend Luxemburgs geht es durch eine kleine Straße in den Merl-Belair Park. Hier könnt ihr wunderbar abschalten und entlang des Sees flanieren, die Ruhe abseits des städtischen Trubels und den Anblick aus bunten Blumen und grünen Wiesen genießen.

Guru-Tipp:

Ich empfehle euch im Herbst oder im Frühling nach Luxemburg Stadt zu kommen. Zum einen ist die Stadt dann nicht so stark besucht wie im Sommer, zum anderen werdet ihr sehen, dass die vielen Bäume, Parks und die Natur in der Umgebung dann besonders schön in ihrer Farbpracht aufgehen. Auch das Wetter Luxemburgs ist zu dieser Zeit mit rund 15°C optimal für Sightseeing.

In südwestlicher Richtung geht es weiter zum Petrusstal, denn jetzt sollt ihr auch die Chance bekommen, die idyllische Natur mitten in der Stadt zu spüren. Ein Weg führt geradewegs durch das Tal hindurch, sodass es sich hervorragend für den Spaziergang zum Tal der Alzette eignet. Über euch seht ihr schon von weitem die Adolphe Brücke, unter welcher ihr hindurch schlendert, vorbei an vielen prächtig bewachsenen Bäumen, Vogelgezwitscher und dem Plätschern des kleinen Petrussbachs. Am Ende dieses idyllischen, grünen Ortes findet ihr den Skate Park Petrusse, an dem ihr den Skatern dabei zuschauen könnt, wie sie an den Rampen ihre Talente unter Beweis stellen. Und schon seid ihr im Tal der Alzette.

An der Alzette – Unteres Luxemburg

Ihr seid zurück im Treiben der Stadt, am Fluss Alzette angekommen. Aber anders als oben in der Altstadt findet ihr hier im unteren Abschnitt Luxemburgs kaum Touristen vor. Hier schlendern eher die Luxemburger durch die kleinen Gassen und entlang der märchenhaften Wege direkt am Wasser.

Das idyllische Tal an der Alzette in Luxemburg

Das Barrio Grund ist ein sehr sehenswerter Stadtteil mit mittelalterlichem Flair, niedlichen Cafés und Pubs sowie kleinen Märkten, auf denen ihr die Handwerkskunst der Einheimischen bestaunen und natürlich kaufen könnt. Vor allem am Wochenende herrscht hier viel Trubel und der pittoreske Anblick der alten Häuser, die die Kopfsteinpflasterwege an der plätschernden Alzette säumen, sorgen für eine tiefe, innere Gelassenheit. Ihr seid schon viel gelaufen, also wird’s Zeit für eine kurze Pause. Bei einem Glas Wein oder einer Tasse Kaffee kann man es sich vor einem der Cafés gemütlich machen und die Atmosphäre auf sich wirken lassen.

Historische Einblicke – Luxemburgs Festungsanlagen

Zu den nächsten Sehenswürdigkeiten geht es an der Alzette weiter Richtung Norden, durch die Unterführung der Casemates du Bock – zu denen kommen wir erst später. Auf der anderen Seite kreuzt ihr wieder die Alzette, die ihr überquert, um den schmalen Pfad hoch zum Fort Obergrünewald und zum Fort Thüngen, in Luxemburg Dräi Eechelen genannt, zu gehen. Dieser schlängelt sich durch dichtes Grün und zwischen Bäumen einen der Hügel hinauf.

Die Festungsanlagen bieten einen faszinierenden Anblick

Vom Hügel aus bietet sich ein netter Ausblick über die südliche Richtung Luxemburgs. Wenn ihr Glück habt, seid ihr dort oben ganz allein und könnt euch in frühere Zeiten versetzen lassen und die Ruinen der Festungsanlagen erkunden. Die Überreste aus dem 18. Jahrhundert bieten einen faszinierenden Anblick und wurden über die Jahre komplett rekonstruiert.

Verlasst ihr die Festungsanlage in nördlicher Richtung, befindet ihr euch wieder im oberen Teil Luxemburgs. Über die Brücke Pont-Grande-Duchesse Charlotte geht es weiter in Richtung Pfaffenthal Lift auf der anderen Seite. Der Lift ist ein Panorama-Aufzug, der euch schnell wieder runter ins Tal bringen kann – oder aber ihr geht den oben gelegenen Weg entlang und genießt den Blick aufs Tal.

Casemates du Bock

Letzter Halt sind die Casemates du Bock vor der Altstadt – eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Luxemburg Stadt. Diese sind zur Festung Luxemburgs gehörige Höhlen aus dem 17. Jahrhundert, die in die Felsen gehauen wurden. Damals dienten die Casemates zur Verteidigung, im zweiten Weltkrieg dagegen als Schutz vor Bombenangriffen. Heute sind sie eine bekannte Sehenswürdigkeit, die nicht nur faszinierende Geschichte zu bieten hat. Denn steht man oben auf den Felsen, genießt man den schönsten Ausblick über das Barrio Grund mit seinen idyllischen Häuschen, die vom Fluss Alzette umrandet werden. Die Aussichtsplattform nennt sich Chemin de la Corniche und ist auch als der „schönste Balkon Europas“ bekannt. Deshalb habe ich mir dieses schöne Fleckchen für den Schluss aufgehoben, als krönenden Abschluss des Tages sozusagen.

Die Casemates du Bock in Luxemburg
Die Casemates du Bock sind in der Festung, darüber verläuft der Chemin de la Corniche.

Nun habt ihr ganze 10 km zurückgelegt und euch einen entspannten Abend redlich verdient. Also legt die Beine hoch und lasst euch einen Judd mat Gaardebounen schmecken – der geräucherte Schweinehals mit dicken Bohnen ist das beliebte Nationalgericht der Luxemburger. Mit einem lokalen Bier aus einer von fünf städtischen Brauereien schmeckt dieser besonders gut. Wohl bekomm’s!

Plant eure Reise!

Na, seid ihr auch so verzaubert von Luxemburg wie ich? Besonders zu Fuß könnt ihr so viel von der Stadt mitnehmen und aufsaugen – ich sage euch, es lohnt sich! Und bis nach Luxemburg ist es wirklich nicht weit. Mit Bus, Zug oder Flugzeug seid ihr im Nu da. Also los, ab mit euch ins wunderschöne Luxemburg!

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