Ein vierblättriges Kleeblatt finden oder eine dreifarbige Katze besitzen, ist Schnee von gestern! Freudentänze auf einem Mosaik vollführen, einen Wohlstandsbauch streicheln oder ein wildes „Ferkel“ mit Münzen füttern entwickelt sich zum neuen Trend. Entdeckt skurrile Legenden rund um glückbringende Sehenswürdigkeiten.

Begleitet mich auf meiner Reise von Deutschland nach Irland, Frankreich und Italien, bis ins weit entfernte China und lernt Sehenswürdigkeiten kennen, denen nachgesagt wird, dass sie Glück bringen.

Hier findet ihr die glückbringenden Sehenswürdigkeiten

Köln | Mölln | Bremen

 Irland | New YorkParis

 Mailand | Rom | Florenz

 Verona | Las VegasChina | Prag

Winkende Katze, die Glück bringt

Die Hohenzollernbrücke in Köln

Die erste glückbringende Sehenswürdigkeit ist sicherlich vielen von euch bekannt und ich wette, dass zumindest die Verliebten unter euch schon einmal an dieser Sehenswürdigkeit gestanden oder eine Fahrt dorthin in Planung haben. Die Rede ist von der Hohenzollernbrücke in Köln. Um in den Genuss des Liebesglücks zu kommen, welches die Brücke verliebten Paaren prophezeit, bedarf es etwas Vorbereitung. Ihr müsst nämlich zuvor ein Liebesschloss gekauft haben, welches ihr mit dem Partner oder der Partnerin an der Brücke aufhängen könnt. Idealerweise habt ihr vorher sogar noch eure Initialen oder Namen in das Schloss graviert, sodass das Glück auch weiß, zu welchem Paar es denn nun zu gehen hat. Bestens vorbereitet reist ihr nun mit der oder dem Liebsten nach Köln, hängt euer Schloss an einen freien Platz und werft den Schlüssel dann gemeinsam in den darunter liegenden Rhein.

Liebesschlösser an der Hohenzollern Brücke in Köln

Till Eulenspiegel Brunnen in Mölln

Meine Nummer Zwei der glückbringenden Sehenswürdigkeiten befindet sich im schleswig-holsteinischen Mölln. Am Fuße des dortigen Kirchbergs steht in Erinnerung an Till Eulenspiegel ein Brunnen, auf dem der Schalk sitzt und schelmisch schmunzelt. Bei eurem Besuch wird euch vor allem sein rechter Daumen und seine rechte Fußspitze auffallen, die beide golden schimmern. Der Legende nach soll nämlich denjenigen das Glück ereilen, der gleichzeitig Daumen und Fußspitze reibt und sich dabei auch noch etwas wünscht.

Bremer Stadtmusikanten

Vor dem Rathaus in Bremen steht die zwei Meter hohe Statue der bekannten Bremer Stadtmusikanten. Jeder von uns kennt doch das Märchen der vier Tiere Esel, Hund, Katze und Hahn, die sich bei ihrer Flucht vor ihren Herren zusammenschließen, um gemeinsam Musikanten zu werden. Zurück in der Realität soll es Glück bringen, wenn man die bereits vom unendlichen Reiben blank gewordenen Vorderbeine des Esels reibt.

Bremer Stadtmusikanten

Stone of Eloquence in Irland

Meine Reise zu den glückbringenden Sehenswürdigkeiten führt uns zunächst weiter ins Vereinigte Königreich, genauer gesagt nach Blarney. Dieses Dorf im Süden Irlands ist vor allem durch Blarney Castle bekannt, ein Schloss, das sich in den letzten Jahren zum wahren Touristenmagneten gewandelt hat. Der Grund hierfür ist an der Außenseite des oberen Wehrgangs zu finden und hört auf den Namen Stone of Eloquence, was wörtlich übersetzt Stein der Sprachgewandtheit bedeutet. Um an euer Glück zu gelangen, müsst ihr den Stein küssen, was sich aber als riskante Angelegenheit herausstellt. Sportskanonen und Schwindelfreie haben hier leichte Vorteile.

Ihr müsst euch nämlich kopfüber über die Festungsmauer beugen! Eure Mühen sollen natürlich auch belohnt werden: Das Küssen des Steins soll euch zum sprachgewandten Menschen werden lassen.

Charging Bull in New York

Am Bowling-Green-Park, in der Nähe der Wall Street, steht sie – die bronzene Statue Charging Bull, zu Deutsch der „stürmende Bulle“. Das imposante Tier ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Stadt. Er ist ein Symbol für die Wall Street, beziehungsweise für  New York, wo Menschen aus der ganzen Welt unabhängig von ihrer Herkunft durch Entschlossenheit und harte Arbeit erfolgreich werden können. Also nichts wie ran an den Bullen und kräftig an Nase, Hörner und Gemächt des Tieres fassen, um etwas von seinem Glück abzusahnen.

Die Grabstätte von Victor Noir in Paris

Und wenn ich gerade schon mal bei steinharten Sehenswürdigkeiten bin, geht es nun ins schöne Paris und dort auf den Friedhof Père Lachaise. Hier begebt ihr euch auf die Suche nach dem Grabmal des französischen Journalisten Victor Noir. Seiner Grabstätte hätte wohl kaum jemand Beachtung geschenkt, wäre Noir nicht durch einen Großneffen Napoleon Bonapartes erschossen worden. Den dorthin pilgernden Besuchern fiel nach kurzer Zeit schon ein prekäres Detail an der Statue auf Noirs Grabmal auf: Eine klar zu erkennende Schwellung im Lendenbereich stach jedem Betrachter sofort ins Auge. Vor allem Frauen erhoffen sich von der Berührung der Statue gesteigerte Fruchtbarkeit und sexuelle Aktivität. Heutzutage wird euch wohl eher der golden schimmernde Lendenbereich als die Beule in eben diesem auffallen. Jahrelanges Berühren hat eben deutliche Spuren an Noirs Statue hinterlassen.

Ein Tanz mit dem Stier in Mailand

Überwiegend männliche Touristen werden von der nächsten, glückbringenden Sehenswürdigkeit angezogen, die sich in der Viktor-Emanuel-Galerie in Mailand befindet. Wer seinen Blick von der wunderbaren Architektur lösen kann, sollte auf dem Boden der Galerie nach einem Mosaik Ausschau halten, welches einen weißen Stier auf blauem Grund zeigt. Spätestens an der Traube um das Mosaik herum solltet ihr es eindeutig erkennen können. Habt ihr euch durchgekämpft und einen Platz in der ersten Reihe erhascht, werdet ihr Kurioses beobachten können: Erwachsene Männer drehen sich einmal um ihre eigene Achse!

Der Tanz auf dem Stierhoden soll die eigene Potenz steigern

Wichtig hierbei: Ihre Absätze müssen auf den Genitalien des Stieres stehen, die aufgrund der zahlreichen Drehungen schon gar nicht mehr als solche erkannt werden können. Der Tanz auf den Stierhoden soll ihre Libido und ganz besonders ihre Potenz steigern.

Ein Mann tanzt auf dem Mosaikstier in Mailand

Der Trevi-Brunnen in Rom

Wir kehren Mailand den Rücken zu und setzen unsere Reise im wunderschönen Italien fort, denn weitere drei Sehenswürdigkeiten in Italien wollen von uns entdeckt werden.

Die Bekannteste wird vor allem den Rom-Reisenden unter euch ein Begriff sein, denn der Trevi-Brunnen gehört zur „must see“-Liste eines jeden Besuchers. Wer sich von dem schönen Gesamtblick der Piazza Trevi lösen kann und sich einen Weg durch die Besucherscharen gebahnt hat, sollte sich unbedingt mit dem Rücken in Richtung Brunnen stellen und ein Geldstück (bitte in der linken Hand halten!) über die Schulter in den Brunnen werfen. Treffsicheren Besuchern wird damit sicher gestellt, so besagt es zumindest die Legende, dass sie nach Rom zurückkehren werden.

Tipp: Erfahrt alles über die Sehenswürdigkeiten in Rom und plant eure Städtereise nach Rom!

Frau und Kind vor dem Trevi Brunnen in Rom

Il Porcellino in Florenz

Wir bewegen uns nun in Richtung Norden weiter und machen im traumhaften Florenz Halt. Dort wartet Il Porcellino auf uns und unsere Münzen. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das „Ferkel“ (Porcellino) als ausgewachsener Eber, was unserem Vorhaben aber keinen Abbruch tut. Auf den zweiten Blick fällt dann die leuchtend goldene Schnauze des Ebers auf, die euch schon einen guten Hinweis auf den ersten Teil des Rituals gibt. Porcellino verlangt sogar zwei Taten von euch, ehe es eine Portion Glück herausrückt. Zunächst müsst ihr, klar, die Schnauze des Tieres berühren. Eine Berührung reicht aus, aber wie ihr seht, wollten viele Besucher sicher gehen und haben deshalb an der Schnauze gerieben. Nachdem ihr sie berührt habt, müsst ihr nun auch noch eine Münze in sie legen; fällt sie heraus und damit durch ein Gitter ins Wasser (Porcellino spie mal Wasser in ein Becken), steht eurer Glückssträhne nichts mehr im Wege.

Il Porcellino in Floenz

Julia in Verona

Die letzte Etappe unserer Italienreise führt uns nach Verona. Die norditalienische Stadt ist Schauplatz von Shakespeares berühmten Drama „Romeo und Julia“ und eben dort lässt sich auch eine Skulptur des Capulet Sprösslings finden.

Julia, oh Julia…

Viele Urlauber fassen der Statue an die rechte Brust. Glück in der Liebe versprechen sich alle von dieser Geste. Wem das an Glück nicht ausreicht oder wer der Dame nicht unbedingt an die Brust fassen möchte, dem rate ich, einen Zettel mit seinen sehnlichsten Wünschen an eine der Wände hinter oder neben der Statue zu kleben.

Julia in Verona

Crazy Girls in Las Vegas

Vor dem Hotel Riviera in Las Vegas stehen die „Crazy Girls“, zur Erinnerung an die legendäre Oben-Ohne-Revue Show in Las Vegas. Die sieben bronzenen Frauenskulpturen, die lediglich mit einem Tanga bekleidet sind, stehen mit blank poliertem Hinterteil da. Drei mal dürft ihr also raten, welches Körperteil Glück verheißen soll!

Lachender Buddha in China

Auch in Asien kann man glückbringende Sehenswürdigkeiten finden. Die Reise führt uns nach China in den Lingyin-Tempel und dort zum lachenden Buddha. In einer Felsnische sitzend, streckt er euch seinen Wohlstandsbauch entgegen, der förmlich zum darüber Streicheln einlädt. Wer dies tut, dem winkt Glück und Wohlstand in Hülle und Fülle.

Buddha im Lingyin-Tempel in China

Hl. Johannes Nepomuk in Prag

Der Priester ist ein Märtyrer vor dem Herrn. Er wurde im 14. Jahrhundert vom damaligen König gefoltert und umgebracht, weil Johannes sein Beichtgeheimnis nicht brach und ihm somit nicht über den angeblichen Seitensprung seiner Königin aufklärte. Zu Ehren des Hl. Johannes Nepomuk wurde eine Statue auf der Prager Karlsbrücke platziert. Denjenigen, die sie berühren, sollen Glück und eine sichere Rückkehr nach Prag gewiss sein.

Hl. Johannes Nepomuk in Prag

Hat euch das Glück ereilt?

Ich hoffe, ihr habt auch das ein oder andere Mal schmunzeln oder sogar lachen müssen, denn manche Legende klingt schon zu abenteuerlich, als dass man sie für bare Münze nehmen könnte. Wenn ihr auf euren Städtereisen an einer der Skulpturen oder Sehenswürdigkeiten vorbeikommt, schickt mir doch ruhig ein Foto und berichtet, ob das Glück seinen Weg auch zu euch gefunden hat!

Skurrile Geschichten und die besten Reisetrends findet ihr in meinem Reisemagazin

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Titelbild: Franz12/Shutterstock.com

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