Beliebte Sehenswürdigkeiten, wie das Brandenburger Tor, die Sagrada Familia und der Eiffelturm werden täglich tausendfach fotografiert, bei Instagram hochgeladen oder den Freunden geschickt. Klingt normal? Ist es auch! Doch es gibt auch Orte, an denen ihr eure Kamera lieben stecken lassen solltet, andernfalls droht im schlimmsten Falle sogar das Gefängnis!

Erst klickt der Auslöser und dann klicken die Handschellen? Wo gibt’s denn sowas? Und was genau darf da eigentlich nicht fotografiert werden? Das Urlaubsziel, in dem einem Touristen genau dieses Szenario passiert ist, ist eines der beliebtesten der Vereinigten Arabischen Emirate, Abu Dhabi. Was dahinter steckt und in welchen Urlaubszielen Europas ihr ebenfalls massive Probleme bekommen könntet, wenn ihr eure Kamera zückt, verrate ich euch jetzt.

An diesen Orten ist Fotografieren verboten

Rom | Ägypten | Indien | St. Petersburg | Peking | Paris | VAE

Fotografieren verboten

Die Sixtinische Kapelle im Vatikan

Die Vatikanischen Museen gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten bei einem Städtetrip nach Rom, tausende Besucher bewundern die unschätzbar wertvollen Kunstschätze jeden Tag. Ein besonderes Highlight einer solchen Besichtigung ist die Sixtinische Kapelle, in der sich der berühmte Ausschnitt des Deckengemäldes, Die Erschaffung Adams, befindet. Wem der bloße Anblick des Gemäldes nicht reicht, der möchte vielleicht ein schnelles Erinnerungsfoto von Michelangelo’s Meisterwerk schießen. Lässt man sich dabei erwischen, droht der Rausschmiss aus den heiligen Hallen oder sogar der Entzug der Kamera. Schilder und achtsame Wachmänner zeigen es deutlich: Das Fotografieren ist hier strengstens untersagt. Trotzdem finden sich auf Instagram unter den Hashtags #sixtinischekapelle und #capelasistina mehrere hundert Fotos, die uns einen genauen Einblick in die prachtvolle Kapelle geben. Und sogar Papst Franziskus höchstpersönlich teilt die Schönheit der Kapelle auf seinem Instagram-Account.

Das Tal der Könige in Ägypten

Jeder, der schon einmal in Ägypten unterwegs war und die kulturellen Schätze der alten Ägypter bewundern durfte, weiß, wie einmalig die verbleibenden Zeugnisse dieser Hochkultur sind. Es scheint ein echter Segen zu sein, dass wir als Touristen zwischen den Pyramiden von Gizeh spazieren oder die Gräber der Pharaonen im Tal der König bewundern dürfen. Doch beim Bewundern sollte es dann eigentlich auch bleiben, denn das Schießen von Fotos ist im Tal der Könige untersagt. Eigentlich! Denn anders als zum Beispiel in der Sixtinischen Kapelle in Rom, wird im Tal der Könige oftmals weniger Wert auf die Einhaltung dieser Regel gelegt. Wirklich schade, denn laut der Archäologen schadet das Fotografieren mit Blitz den sehr gut erhaltenen Wandbemalungen mit der Zeit. Trotzdem findet man auf Instagram unter dem Hashtag #valleyofthekings zahlreiche Schnappschüsse der Grabanlagen.

Taj Mahal in Indien

Die Fotos von Indiens meistbesuchter Sehenswürdigkeit, dem Taj Mahal, kennen wir alle und auch die romantische Liebesgeschichte, die hinter dem Bau des Gebäudes steckt, kennen wahrscheinlich schon viele von euch. Doch wusstet ihr auch, dass das Fotografieren im Taj Mahal verboten ist? Wenn ihr ein Foto von euch vor dem Taj Mahal schießt, brecht ihr natürlich noch keine Regeln, denn in den Gärten könnt ihr hemmungslos knipsen. Erst wenn ihr das Mausoleum betretet, solltet ihr die Kamera unbedingt stecken lassen. Trotz des Verbots finden sich auf Instagram auch Fotos, die im Inneren der Sehenswürdigkeit entstanden sind. Manche zeigen sogar das Grab des Großmoguls und seiner Frau.

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Das Bernsteinzimmer in St. Petersburg

Der Verbleib des echten Bernsteinzimmers, das 1755 im Katharinenpalast in St. Petersburg errichtet wurde, ist eines der größten Mysterien der Nachkriegszeit. Die kostbaren Wandverkleidungen und die Möbel aus Bernstein, die deutsche Besatzer im zweiten Weltkrieg erbeuteten, gelten seit Ende des 2. Weltkrieges als verschollen. Doch auch die originalgetreue Nachbildung, die 2003 im Katharinenpalast errichtet wurde, zieht jährlich Heerscharen von Touristen in die alte Zarenresidenz. So viel Prunk und Schönheit, die fast keinen Filter mehr brauchen, ist natürlich ein beliebtes Fotomotiv. Doch erlaubt ist das offiziell nicht. Damit diese Regeln eingehalten werden, wird das Bernsteinzimmer „streng“ bewacht. Auch ich durfte das Bernsteinzimmer schon mit eigenen Augen betrachten und habe das kleine Nickerchen der „Babuschka“, die eigentlich mit Argusaugen über das Zimmer wachen sollte, genutzt, um ein paar Fotos zu schießen. Aber nehmt euch lieber kein Beispiel an mir oder den Instagramern, die „verbotene Fotos“ unter dem Hashtag #catherinepalace posten. ;-)

Mausoleen in Peking und Moskau

Ist das Taj Mahal in den meisten Augen ein sehr schönes Grabmal, wird es bei den nächsten beiden Mausoleen schon etwas gruseliger. Die Rede ist vom Mao-Mausoleum in Peking und vom Lenin-Mausoleum in Moskau. Während in der Gedenkhalle auf Platz des Himmlischen Friedens der 1976 verstorbene Mao Zedong aufgebahrt ist, liegt der Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin bereits seit über 90 Jahren in seinem gläsernen Sarg am Roten Platz. Die Leichen wurden nach dem Tod der Männer konserviert und können seitdem „besichtigt“ werden. Die Pflege von Lenins Leichnam kostet Russland übrigens seitdem über eine Millionen Euro im Jahr. Was für ein Totenkult! Das Fotografieren der sterblichen Überreste ist in beiden Städten untersagt, erwischen lassen sollte man sich bloß nicht! Aber mal ganz ehrlich: Wer möchte auch schon ein Foto eines seit Jahrzehnten verdorbenen Politikers?! Auch ich verzichte jetzt mal darauf und belasse es bei den Fotos der Gebäude. ;-)

Das Stalin-Mausoleum in Moskau


Das Mao Mausoleum in Peking

Der Eiffelturm in Paris

Der Eiffelturm ist das Wahrzeichen von Paris und eine der meist fotografierten Sehenswürdigkeiten der Welt. Dass am Eiffelturm also das Fotografieren verboten sein soll, scheint den meisten Touristen vollkommen absurd. Die Auflösung: Nicht das eigentliche Fotografieren des Turms ist verboten, sondern das Fotografieren des beleuchteten Eiffelturms und die anschließende Verbreitung des Fotos bei Instagram und Co. Grund für das Verbot ist die wunderschöne Beleuchtung des Eiffelturms in den Abendstunden. Diese ist urheberrechtlich geschützt. Verstoßt ihr gegen das Verbot, kann der geteilte Urlaubs-Schnappschuss eine Unterlassungsklage einbringen. Zwar wurden immer wieder Fälle bekannt, in denen Hobby-Fotografen tatsächlich zur Verantwortung gezogen wurden, trotzdem finden sich hunderte Videos und Fotos unter dem Hashtag #toureiffel auf Instagram.

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Geheimnisse der Vereinigten Arabischen Emirate

Wer bis jetzt mit einem Rausschmiss oder einer Geldstrafe davonkam, hatte wirklich Glück, denn in den Vereinigten Arabischen Emiraten kann man tatsächlich im Gefängnis landen, wenn man bestimmte Gebäude fotografiert. Bei den Gebäuden handelt es sich nicht etwa um heilige Moscheen, wie die prachtvollen Scheich-Zayid-Moschee, sondern meist um Angestellte des Militärs oder um die Wohnsitze der Herrscher. In Abu Dhabi ist es zum Beispiel der Presidential Palace, in Katar sind es die Industriegebiete oder militärischen Einrichtungen und in Dubai sind es (eigentlich) die Flughäfen und Häfen, die nicht fotografiert werden dürfen. Während sich die Verbote in Dubai mittlerweile etwas gelockert haben, kommt es hin oder wieder immer noch vor, dass ahnungslose Touristen in Abu Dhabi verhaftet werden. Ob es das Foto wirklich wert war?

Übrigens: Das Foto-Verbot von militärischen Einrichtungen gibt es nicht nur in den Vereinigten Arabischen Emiraten, denn auch in Deutschland kann man mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden, wenn man militärische Einrichtungen fotografiert und damit die Sicherheit des Landes bewusst gefährdet.

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Hättet ihr gewusst, dass das Fotografieren von einigen der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Welt tatsächlich verboten ist? Natürlich sind die Konsequenzen nicht überall so hart wie in den Vereinigten Arabischen Emiraten, doch generell sollte man sich als Tourist stets respektvoll verhalten und die Regeln des Landes beachten. Ein Grund zur Traurigkeit sind Foto-Verbote übrigens nicht, denn in den vorgestellten Städten und Ländern gibt es viele weiter Highlights, die ihr ohne Probleme fotografieren könnt. Lest euch vor eurem Trip am besten meine ausführlichen Tipps durch, dann verpasst ihr sicher kein Highlight und vermeidet unangenehme Situationen. In meinem Reisemagazin habe ich euch außerdem eine Übersicht über die besten Foto Locations der Welt und die schönsten Instagram Accounts zusammengestellt.

Foto Tipps vom Profi

Tipps für eine gelungene Reise