Was uns seit Wochen und Monaten beschäftigt, ist nun bittere Realität geworden: die britischen Bürger haben sich für den Brexit entschieden. Visa, Währung, Flugtickets – dies sind nur einige der kleinen und großen Sorgen, die euch als EU-Bürger und Großbritannien-Urlauber nun umtreiben. Was genau der Brexit nun für Folgen auf den Tourismus, die Währung und die Einreisebestimmungen hat, erfahrt ihr hier.

Seit heute Morgen steht fest: Großbritanniens Entscheidung ist gefallen – der Brexit wird kommen. Wer nun als leidenschaftlicher Großbritannien-Urlauber direkt in Panik verfällt, den kann ich zunächst beruhigen. Der Vertrag von Lissabon sieht eine zweijährige Kündigungsfrist vor, sodass ein Austritt aus der EU erst im Jahre 2018 endgültig vollzogen wird. Dennoch sind schon jetzt einige gravierende Änderungen abzusehen, die ich euch hier einmal genau vorstellen möchte.

Brexit – Die Briten haben entschieden

Visa | Währung | Fluggastrechte | Roaming | Flugtickets

Brexit referendum in UK

Arbeits- und Reisevisa

Der heiß ersehnte Urlaub steht an, doch ein Blick in den Reisepass offenbart euch, dass er bereits abgelaufen ist. Nach einer kurzen Schrecksekunde stellt ihr erleichtert fest, dass euer Personalausweis ausreicht, um erfolgreich in euer Urlaubsland reisen zu können. Durch die Zugehörigkeit zur EU war diese Art der Einreise in das United Kingdom vollkommen unproblematisch. Doch Halt, wie sieht die Situation wohl nach dem Brexit aus? Eure wohl größte Sorge möchte ich euch direkt zu Beginn nehmen, denn ein Reisevisum für Urlauber aus EU-Ländern wird wohl kaum Realität werden.

United Kingdom visa in passport

Großbritannien hat zwar die „Macht“, über das Visa zu entscheiden und manche EU-Länder zu einer Visumspflicht zu „zwingen“, jedoch wäre dies mit großen bürokratischen Hürden und Einbußen verbunden. Und ein weiterer Aspekt spielt eine Rolle, denn, seid nun ehrlich zu euch selbst, ein Reisevisa würde UK-Reisende abschrecken und der Tourismusbranche massiv schaden. Auch ein Arbeitsvisum ist denkbar unwahrscheinlich, 2,1 Millionen Arbeitskräfte britischer Firmen stammen aus dem EU-Ausland und diese qualifizierten Arbeitskräfte lassen sich nicht in 2 Jahren adäquat ersetzen.

Das Britische Pfund

Was das Britische Pfund angeht, lassen sich jetzt schon ganz konkrete Veränderungen festmachen. Nach dem Brexit wird es unweigerlich zu Währungsschwankungen kommen, das Britische Pfund wird bei Weitem nicht mehr so viel wert sein, wie zu Zeiten der EU-Zugehörigkeit. Was für euch als Urlauber ein Segen zu sein scheint, ist für die Briten eine absolute Katastrophe. Ihr, als Reisende, könntet zunächst günstiger Urlaub in London, Brighton und Co. machen, dank des Wertverlustes seid ihr mit dem Euro besser gestellt.

British coins piled atop notes

Des einen Segen ist des anderen Fluch, logische Konsequenzen für britische Urlauber liegen auf der Hand. Machen sie Urlaub im EU-Ausland, schießen ihre Reisekosten schnell in die Höhe und auf mittel- und langfristige Sicht wird dies auch des Briten liebste Urlaubsorte hart treffen. Vielerorts würden die Touristenzahlen einbrechen, so vermuten es Experten, Preise müssten angepasst werden, um doch noch britische Touristen anzuziehen.

Reiserechte als EU-Bürger

Eure Reiserechte als EU-Bürger waren in letzter Zeit ja auch ein brisantes Thema auf meiner Seite und da liegt es auf der Hand, dass sich eure Sorgen nach dem Brexit auch darum kreisen. Grob gesagt, steht euch bei Verspätungen und Flugausfällen eine breite Palette an Entschädigungen und Ausgleichszahlungen zur Verfügung, von der ihr Gebrauch machen könnt. Seid ihr nun nach dem Brexit Kunde einer britischen Fluglinie, sieht es da schon etwas anders aus. Unter Garantie müsst ihr auf gewisse Annehmlichkeiten, wie Entschädigungszahlungen, verzichten oder der Weg zu diesen wird euch erheblich erschwert. Zudem fällt bei der Flugbuchung auch noch die Auflistung der Nebenkosten weg.

Model airplane on a background of old vintage map

Roaming-Gebühren

Wie laut haben wir gejubelt, als uns die Nachricht über die kontinuierliche Abschaffung der Roaming-Gebühren erreicht hat. Hohe Gebühren nach Telefonaten im EU-Ausland sollten somit der Vergangenheit angehören. Nach dem Brexit könnte euch der Blick auf eure Handyrechnung aber wieder in Schockstarre versetzen. Ob ihr in Großbritannien auch nach dem Brexit noch bedenkenlos ins EU-Ausland telefonieren könnt, steht zwar noch in den Sternen, die Wiedereinführung der Roaming-Gebühren wäre aber eine logische Konsequenz des Austritts.

Flugtickets

Dortmund-London 9€, London-Dortmund 15€ – solche Preise könnten nach dem Brexit der Vergangenheit angehören. Die niedrigen Preise haben wir nämlich dem Einsatz der EU zu verdanken, gewisse Hürden wurden abgeschafft, die Liberalisierung des Flugverkehrs in die Wege geleitet und das Abschaffen der Monopole von Fluggesellschaften durchgesetzt. Nur so konnten Billigflugketten wie Ryanair oder AerLingus erst Fuß fassen. Aus diesen Gründen machen nicht nur wir uns Gedanken um erhöhte Flugpreise, sondern auch die eben genannten Billigfluggesellschaften. Sie fürchten, dass erhöhte Preise euch das Interesse an Reisen in das United Kingdom nehmen und ihnen so die Kunden ausbleiben.

Boarding Pass

Wie ihr sicherlich bemerkt habt, tauchen bei so einigen Aspekten noch viele „könnte“, „wahrscheinlich“ und „voraussichtlich“ auf, fest steht nämlich noch lange nichts. Warum das so ist? Ganz einfach, weil es einen Austritt aus der EU in diesem Maße noch nie gegeben hat! Mit Großbritannien verliert die EU ein mächtiges und vor allem beliebtes Mitglied, dessen Austritt weitreichende Folgen für uns haben wird. Doch nicht nur Reisende haben mit Konsequenzen zu rechnen, auch viele andere Bereiche sind massiv vom Brexit betroffen. Es bleibt abzuwarten, wie stark der Tourismussektor beeinflusst wird, euer Urlaubsguru wird euch aber regelmäßig auf dem Laufenden halten!