Die Folgen des nahenden Brexit beschäftigen uns seit Wochen und Monaten – Einreise, Währung, Flugtickets – dies sind nur einige der kleinen und großen Sorgen, die euch als EU-Bürger und Großbritannien Urlauber umtreiben. Was genau der Brexit für Folgen auf den Tourismus, die Währung und die Einreisebestimmungen hat, erfahrt ihr hier.

Als der ehemalige britische Premierminister David Cameron im Januar 2013 das große EU-Referendum ankündigte, ahnte wohl kaum jemand, dass sechs Jahre später tatsächlich der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, genannt Brexit, ansteht. Nun – ein Referendum, ein Rücktritt, ein Kündigungsschreiben, ein gescheitertes Brexit-Abkommen und zahlreiche Abstimmungen im britischen Unterhaus später – ist immer noch nicht klar, ob Großbritannien im Oktober 2019 der ungeregelte, sogenannte harte Brexit droht oder ob Premierministerin Theresa May dank der Verschiebung des Austrittstermins ein neues Brexit-Abkommen durchbringen kann. Währenddessen beschäftige ich mich in diesem Artikel mit der Frage, was der bevorstehende (harte) Brexit eigentlich für Folgen auf den Tourismus, die Währung und die Einreisebestimmungen Großbritanniens hat.

Diese Folgen hat der Brexit für Urlauber

Einreise | Währung | Fluggastrechte 

 Roaming | Flüge

Brexit

Einreise nach Großbritannien nach dem Brexit 

Durch die Zugehörigkeit zur EU ist die Einreise mit einem Personalausweis in das United Kingdom vollkommen unproblematisch. Doch Halt, wie sieht die Situation wohl nach dem Brexit aus? Eure wohl größte Sorge möchte ich euch direkt zu Beginn nehmen, denn die Regierung gab bereits bekannt, dass sich alle Bürger der EU sowie der Schweiz bei einem harten Brexit, also einem Brexit ohne Deal, für bis zu drei Monate ohne Visum in Großbritannien aufhalten können. Ob ihr künftig einen Reisepass benötigt, um einreisen zu dürfen, ist leider noch nicht bekannt.

EU-Bürger können auch weiterhin ohne Visum einreisen

Sollte es zu einem Brexit mit Deal kommen, wird sich an der Einreise für EU-Bürger und Schweizer bis mindestens 2021 nichts ändern. Alle, die in den nächsten Monaten eine Reise nach Großbritannien planen, kann ich also etwas beruhigen.

Visum für Großbritannien

Das Britische Pfund verliert an Wert

Was das Britische Pfund angeht, lassen sich bereits vor dem immer näher rückenden Brexit ganz konkrete Veränderungen festmachen. Seit dem Referendum hat das Britische Pfund deutlich an Wert verloren.

Entwicklung Euro-Pfund

Während kurz vor dem Referendum £1 noch etwa 1,27€ gekostet hat, bekommt ihr aktuell £1 für etwa 1,17€ (Stand 15.03.2019). Einen absoluter Tiefstand erreichte das Britische Pfund im Januar 2019 (1-1,10€)

Experten prophezeien schon jetzt, dass das Britische Pfund nach dem endgültigen Brexit bei Weitem nicht mehr so viel wert sein wird, wie zu Zeiten der EU-Zugehörigkeit. Was für euch als Urlauber ein Segen zu sein scheint, ist für die Briten natürlich eine absolute Katastrophe. Ihr als Reisende könntet zunächst günstiger Urlaub in London, Brighton und Co. machen, dank des Wertverlustes seid ihr mit dem Euro besser gestellt.

Des einen Segen ist des anderen Fluch, logische Konsequenzen für britische Urlauber liegen auf der Hand. Machen sie Urlaub im EU-Ausland, schießen ihre Reisekosten schnell in die Höhe und auf mittel- und langfristige Sicht wird dies auch des Briten liebste Urlaubsorte hart treffen.

Britisches Pfund nach dem Brexit

Reiserechte als EU-Bürger

Wie ihr bestimmt wisst, stehen euch dank der EU-Fluggastrechte-Verordnung 261/2004 bei Verspätungen und Flugausfällen Entschädigungen und Ausgleichszahlungen zu, von der ihr Gebrauch machen könnt. Seid ihr nun nach einem harten Brexit Kunde einer britischen Fluglinie, sieht es schon etwas anders aus. Wahrscheinlich müsst ihr dann auf gewisse Annehmlichkeiten wie zum Beispiel Entschädigungszahlungen verzichten oder der Weg zu diesen wird euch erheblich erschwert. Zudem fällt bei der Flugbuchung eventuell auch noch die Auflistung der Nebenkosten weg.

Lesetipp: Erfahrt in meinem Reisemagazin mehr über die Entschädigung bei Flugverspätung.

Eine Frau wartet am Flughafen auf ihren Flug

Roaming-Gebühren nach dem Brexit

Wie laut haben wir gejubelt, als uns die Nachricht über die Abschaffung der Roaming Gebühren erreicht hat. Hohe Gebühren nach Telefonaten im EU-Ausland sollten somit der Vergangenheit angehören. Das wird sich mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU eventuell ändern. Sollte es zu einem harten Brexit ohne Deal kommen, müssen sich Urlauber nämlich schon bald wieder auf Roaming Gebühren einstellen. Immerhin: Verabschiedet sich das UK mit einem Brexit Abkommen, dann werden auch weiterhin keine Roaming Gebühren fällig.

Werden Flugtickets nach dem Brexit teurer?

Dortmund-London 9€, London-Dortmund 15€ – solche Preise könnten nach einem harten Brexit der Vergangenheit angehören. Die niedrigen Preise haben wir nämlich dem Einsatz der EU zu verdanken, gewisse Hürden wurden abgeschafft, die Liberalisierung des Flugverkehrs in die Wege geleitet und das Abschaffen der Monopole von Fluggesellschaften durchgesetzt. Nur so konnten Billigairlines wie Ryanair oder Easyjet erst Fuß fassen. Aus diesen Gründen machen nicht nur wir uns Gedanken um erhöhte Flugpreise, sondern auch die eben genannten Billigfluggesellschaften. Sie fürchten, dass erhöhte Preise euch das Interesse an Reisen in das United Kingdom nehmen und ihnen so die Kunden ausbleiben.

Nach einen Brexit ohne Abkommen kann es außerdem passieren, dass es zu erheblichen Störungen des Luftverkehrs kommt. Mit dem Verlust der Mitgliedschaft in der EU würden britische Airlines theoretisch das Recht verlieren, in den Ländern der EU zu landen oder zu starten. Das klingt hart, könnte aber bei einem harten Brexit tatsächlich zur Realität werden.

Boarding Pass

Die Folgen des Brexit für Urlauber

Der nahende Brexit lässt Urlauber mit vielen Fragen und Unsicherheiten in die Zukunft blicken. Eines ist klar: Mit Großbritannien verliert die EU ein mächtiges und vor allem beliebtes Mitglied, dessen Austritt weitreichende Folgen für uns haben wird. Doch nicht nur Reisende haben mit Konsequenzen zu rechnen, auch viele andere Bereiche sind massiv vom Brexit betroffen. Es bleibt abzuwarten, wie stark der Tourismussektor beeinflusst wird.

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