Eine Minibar findet ihr vor allem in Hotelzimmern mittel- und hochklassiger Hotels. Die kleine Bar auf dem Zimmer stiftet bei vielen Hotelgästen Verwirrung. Einige haben irgendwo aufgeschnappt, dass allein das Berühren der Getränke und Snacks in der Minibar dazu nötigt sie zu bezahlen. Andere haben irgendwo gelesen, dass die Nutzung des kleinen Kühlschranks auf dem Zimmer kostenlos ist. Um mit allen Gerüchten aufzuräumen, kläre ich euch in diesem Artikel auf! Ihr lernt, was eine Minibar ist, womit sie gefüllt ist und was es mit den E-Fridges, den elektronischen Minibars mit Sensor auf sich hat. Außerdem erkläre ich, wie ihr euch verhalten solltet, wenn euch fälschlicherweise ein Lebensmittel aus der Minibar beim Check-out verrechnet wird und gebe euch noch andere wichtige Tipps.

Was ist eine Minibar?

Eine Minibar ist ein kleiner Kühlschrank. Hier werden meist Getränke sowie kleine Snacks kühl gehalten. Die Minibar findet überwiegend in Hotelzimmern Verwendung, ist aber auch im privaten Gebrauch etabliert. Besonders auf Reisen ist der Minikühlschrank im Auto oder Van im Einsatz. Außerdem gibt es immer häufiger Minibars in Reisebussen, an denen sich der Reisende kostenpflichtig bedienen darf. Im Hotelzimmer sind Minibars oft im Mobiliar verbaut. Sie befinden sich im Nachtschrank oder in einer eigens dafür verbauten Vorrichtung. Die Bedienung aus der Minibar im Hotel ist in den meisten Fällen kostenpflichtig. Auf einer Preisliste ist ersichtlich, wie viel die einzelnen Getränke und Nahrungsmittel aus der Minibar kosten. Die Ausgaben werden beim Check-out beglichen. Eine Ausnahme stellen gehobene Zimmerkategorien und Suiten dar, in denen die Nutzung der Minibar kostenfrei ist, da sie im Zimmerpreis verrechnet ist. Das Hotelpersonal überprüft die Minibar täglich und füllt sie bei Bedarf neu auf. Im Italienischen ist die Minibar besser als Frigobar bekannt. Im englischsprachigen und deutschsprachigen Raum ist von der Minibar beziehungsweise dem Minikühlschrank die Rede.

Den Namen hat die Minibar aufgrund ihrer Eigenschaften. Wie an der Hotelbar können sich die Gäste an ihrer eigenen Minibar auf dem Zimmer jederzeit mit kühlen Getränken und Snacks versorgen.

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Womit ist eine Minibar im Hotel gefüllt?

Jedes Hotel handhabt das Befüllen der Minibar anders. Für gewöhnlich befinden sich in einer Minibar alkoholische und nicht-alkoholische Getränke sowie kleine Snacks. An alkoholischen Getränken ist fast immer eine Flasche Bier dabei und manchmal auch eine Dose oder ein Fläschchen Sekt beziehungsweise eine Weinflasche. Nicht-alkoholische Getränke in der Minibar sind eine Flasche Wasser sowie ein oder mehrere Softdrinks. Zu Knabbern gibt es häufig Erdnüsse oder Schokoladenriegel.

Womit eine Minibar gefüllt ist, hängt von der Größe eines Hotels, der Hotelkategorie und der Hotelart ab. Handelt es sich um ein Hotel einer Hotelkette, findet ihr in der gleich gehaltenen Ausstattung der Hotels an verschiedenen Standorten meist einen ähnlichen Inhalt der Minibar. In privat geführten Hotels wiederum kann der Inhalt ganz anders sein.

Häufig kommt es vor, dass die Produkte eigens für die Minibars konzipiert sind. Dafür gibt es beispielsweise Getränkehersteller, die bestimmte Flaschengrößen entwickeln, die es beim Discounter gar nicht zu kaufen gibt. Das macht es Moglern unmöglich ein Getränk aus der Minibar auszutrinken und die Flasche durch eine neue auszutauschen.

Passende Gläser für die Getränke in der Minibar sind im Zimmer vorhanden.

Ist die Hotel Minibar im Zimmerpreis enthalten?

In den meisten Fällen muss für die Nutzung der Minibar auf dem Hotelzimmer extra gezahlt werden. Manchmal kommt es vor, dass ein Hotel mit einem Sonderangebot wirbt und als Zusatzleistung die kostenlose Nutzung der Minibar anbietet. Außerdem hängt es von der Zimmerkategorie ab. Bucht ihr eine Suite, ist die Minibar in vielen Hotels im Preis verrechnet und die Nutzung somit für euch kostenlos. Das Hotelpersonal füllt die kleinen Kühlschränke täglich wieder auf, damit ihr jederzeit Erfrischungsgetränke und Snacks zur Verfügung habt.

Ob die Nutzung der Minibar im Zimmerpreis enthalten ist oder nicht, ist meist in den Inklusivleistungen des gebuchten Angebots aufgeführt. Ist das nicht der Fall, könnt ihr jederzeit am Empfang eines Hotels nachfragen. Alternativ schaut ihr nach, ob sich eine Preisliste für die Minibar auf dem Zimmer befindet. Wenn ja, ist das ein Indiz dafür, dass ihr für die Bedienung einen Aufpreis zahlen müsst.

Wo und wann werden die verzehrten Lebensmittel aus der Minibar bezahlt?

Häufig werden die verzehrten Lebensmittel beim Check-out bezahlt. Das läuft oft noch über eine Vertrauensbasis seitens des Hotels ab. Beim Check-out fragt euch das Empfangspersonal, ob ihr euch an der Minibar bedient habt. Habt ihr das, zahlt ihr für die Getränke und Snacks, die ihr verzehrt habt. Sagt ihr nein, könnt ihr ohne Aufpreis auschecken. Fällt den Reinigungskräften später auf, dass in eurem Hotelzimmer etwas aus der Minibar entnommen wurde und ihr habt das beim Check-out nicht angegeben, kann es sein, dass das Hotel euch nachträglich eine Rechnung stellt. Um solchen Problemen zu entgehen, setzen viele Hotels auf die neuen Minibars mit Sensortechnik. Diese registrieren jede Bewegung der Flaschen und Lebensmittel in dem Minikühlschrank. Beim Check-out weiß der Hotelangestellte anhand dieser Werte, ob ihr euch an der Minibar bedient habt oder nicht. Wie die E-Fridges funktionieren und was ihr dabei beachten solltet, erkläre ich euch weiter unten.

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Müssen Hotelzimmer eine Minibar haben?

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) definiert in Deutschland die Zertifizierungskriterien eines Hotels. Demnach muss ein mit vier Sternen klassifiziertes Hotel (First Class) seinen Gästen entweder eine Minibar auf jedem Zimmer oder eine der zwei folgenden Alternativen anbieten: Einen Zimmerservice, der mindestens 16 Stunden am Tag Getränke ausgibt oder eine Maxibar auf jeder Etage. Für 5-Sterne Hotels (De Luxe) gilt ein höherer Standard. Hier ist eine Minibar in jedem Hotelzimmer Pflicht. Zudem gibt es einen 24 Stunden Roomservice mit Speisen und Getränken. In allen anderen Hotelkategorien ist die Minibar keine Pflicht auf den Hotelzimmern. Dennoch werden die Minikühlschränke auch in 3-Sterne Hotels in bestimmten Zimmerkategorien angeboten. Es hängt ganz vom Hotel ab.

Minibar Preise – warum sind Getränke aus der Minibar im Hotel so teuer?

Wer sich schon einmal an einer Minibar im Hotelzimmer bedient hat, weiß es. Die Preise für die kleinen Fläschchen oder Packungen sind weit über den Preisen im Supermarkt. So zahlt ihr für eine kleine Packung Erdnüsse gerne mal 2€ bis 3€ und die 0,5 Liter Wasserflasche kostet euch genauso viel. Viele denken hierbei an Abzocke der Hotels. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt jedoch, dass diese Preise berechtigt sind. Zu den Angeboten aus der Minibar gehören nicht allein die Produkte selbst. Die kleinen Kühlschränke fressen Strom, müssen gewartet und vom Hotelpersonal nachgefüllt werden. Das sind alles Kosten, die mit verrechnet werden, wenn es darum geht einen Preis für die Lebensmittel in der Minibar zu bestimmen. Somit könnt ihr bei eurem nächsten Hotelbesuch vielleicht etwas mehr Verständnis für die hohen Preise der Minibar Produkte aufbringen und fühlt euch nicht abgezockt

Schaffen Hotels die Minibars ab?

Im Jahr 2016 ging die Meldung durch die Medien, dass viele Hotels die Minibars in ihren Hotelzimmern abschaffen möchten. Der Grund: Sie sind zu teuer und unrentabel. Immer wieder gibt es Ärger, weil ein Gast etwas aus der Minibar entnimmt, aber nicht dafür zahlt. Manchmal kommt es sogar vor, dass Hotelgäste eine Flasche aus der Minibar austrinken und vorsichtig mit Wasser wieder auffüllen und in den Kühlschrank zurückstellen. Fällt das der Putzkraft nicht sofort auf und die Flasche wird nicht ausgewechselt, wird später der nächste Hotelgast verdächtigt es getan zu haben. Das zieht Verwirrung und Ärger nach sich, den keiner will. Außerdem verursachen die kleinen Kühlschränke hohe Stromkosten und werden im Gegenzug nicht so viel genutzt, dass es sich rentiert. Und zuletzt muss das Hotelpersonal den Inhalt der Minibar stets überprüfen und gegebenenfalls austauschen oder nachfüllen. Fällt eine Unstimmigkeit auf, müssen Formulare ausgefüllt werden, damit dokumentiert wird, was wo und wann abhanden gekommen ist. Das geht alles auf die Zeit des Hotelpersonals und somit auf die Kosten des Hotels. Aus diesen Gründen haben viele Hotels für sich entschieden, die Minibars abzuschaffen. 5-Sterne Hotels sind angewiesen, Minibars in ihren Zimmern anzubieten. Daher haben sie sich eine Lösung einfallen lassen, die die Probleme mit der Minibar minimiert: der E-Fridge mit Sensortechnik.

E-Fridge – die High-Tech-Minibar gegen Mogler und Betrüger

E-Fridges (auch Smartcubes genannt) sind Minibars mit integrierter Sensortechnik. Der Sensor dient als Zeitmesser. Bedient sich der Hotelgast an der Minibar, registriert der Sensor das. Je nach Hotel hat der Gast fünf bis 30 Sekunden Zeit etwas aus der Minibar zu entwenden und es wieder zurückzustellen, falls er es nicht möchte. Haltet ihr eine Flasche länger als die definierte Zeit außerhalb der Minibar in der Hand, registriert der Sensor das. Dieser Toleranzbereich wird auch „charging time“ genannt. Elektronisch werden die aufgenommenen Daten des Sensors an das EDV-System des Hotels weitergeleitet. Habt ihr das Zeitlimit überschritten, wird euch das Getränk oder der Snack aus der Minibar automatisch in Rechnung gestellt. Dem Hotelier bleibt es erspart euch beim Check-out auf die Bedienung an der Minibar anzusprechen.

Die Idee hinter den E-Fridges ist, Moglern keine Möglichkeit zu lassen, den Inhalt einer Flasche auszutauschen und die Flasche wieder zurück in den Kühlschrank zu stellen. Später dann zu behaupten, es wäre nichts aus der Minibar entnommen worden.

Der E-Fridge bringt noch mehr Vorteile mit sich. Die Sensoren unter den Flaschen sorgen dafür, dass der aktuelle Bestand in den Zimmern auf dem Hotelcomputer jederzeit abrufbar ist. Dadurch beansprucht das Auffüllen der Minibars nur noch einen Bruchteil der Zeit.

Was aber, wenn ihr die Regelung mit dem Sensor und dem Zeitlimit nicht wusstet, die Ware entnommen, aber gar nicht verzehrt habt und wieder zurück in den Kühlschrank gestellt habt? Erfahrt im nächsten Absatz, was ihr in so einem Fall tut!

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Was tun bei einer falschen Abrechnung?

In den meisten Luxushotels sind die Minibars mit Sensortechnik Gang und Gebe. Da kann es manchmal zu Verwirrungen kommen. Vor allem dann, wenn der Hotelgast sich nicht auskennt und das Zeitlimit des Sensors überschreitet, ohne das Produkt verzehrt zu haben. Jedes Hotel, das in seinen Zimmern einen E-Fridge hat, klärt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) darüber auf, dass es ein Zeitlimit für die Berührung der Produkte in der Minibar gibt und dass die Berührung der Produkte bedeutet, dass sie gekauft werden müssen. Damit sichert sich das Hotel ab und ist berechtigt euch ein Produkt in Rechnung zu stellen, wenn ihr das Zeitlimit überschreitet. Daher ist es ratsam, sich die AGB genau durchzulesen, um aufgeklärt und auf der sicheren Seite zu sein.

In kleineren und privaten Hotels macht das Personal gelegentlich eine Ausnahme und begleitet euch aufs Zimmer, um den Bestand der Minibar gemeinsam zu überprüfen und sicherzustellen, dass ihr tatsächlich nichts entnommen und verzehrt habt. In größeren Hotels muss es nicht der Fall sein, dass das Personal so tolerant ist. Die Hotelangestellten sind angehalten sich an die Regeln des Hotels zu halten und sie sind aufgrund der AGB auf der rechtmäßigen Seite. Aus diesem Grund ist es eure Pflicht die AGB zu beachten und einzuhalten, damit es zu keinen Unstimmigkeiten kommt.

Solltet ihr gar nicht an der Minibar gewesen sein und beim Check-out wird euch dennoch etwas verrechnet, dann solltet ihr das einklagen. Denn es kommt schonmal vor, dass die Minibars erst nach eurem Check-in neu aufgefüllt werden. Dadurch werden euch die fehlenden Produkte in der Minibar verrechnet, obwohl ihr euch gar nicht daran bedient habt. In so einem Fall solltet ihr um die Belege bitten. Verfügt die Minibar über Sensortechnik, wurde die Zeit erfasst, wann etwas herausgenommen wurde. So kann die Rechnung belegen, dass ihr es nicht gewesen sein könnt.

Um auch diesem Missverständnis aus dem Weg zu gehen, ist es ratsam bei der Ankunft im Hotelzimmer den Inhalt der Minibar zu überprüfen. Der Bestand ist in der Preisliste festgehalten. Merkt ihr, dass etwas fehlt, solltet ihr das sofort an der Rezeption melden, damit euch keine negative Überraschung am Check-out erwartet.

Nachteile des E-Fridges für den Gast – Gründe gegen die technisch aufgerüstete Minibar

Die Möglichkeit, die Produkte in der Minibar eines Hotels während des Aufenthalts komplett herauszunehmen und die eigenen mitgebrachten Dinge in dem Kühlschrank zu lagern, war bei den Minibars ohne Sensor gegeben. Habt ihr vor eurem Check-out die Minibar wieder mit allem gefüllt, was vorher drin war, war alles in Ordnung. Mit den neuen E-Fridges geht das nicht mehr. Der sensorische Kühlschrank auf dem Zimmer hat tatsächlich nur noch die Funktion einer kühlen Bar. Ihr dürft euch die Produkte aus der Minibar nehmen, wenn ihr dafür zahlt. Somit ist der Vorteil den Kühlschrank nur als Lagerstätte zu nutzen, nicht mehr gegeben.

Minibar im Hotel nach Wunsch befüllen lassen

Einige Hotels – besonders kleinere Unterkünfte auf dem Land – bieten ihren Kunden einen ganz besonderen Service an. Hier kann der Gast während der Buchung eine Liste mit Lebensmitteln und Getränken erstellen, die er gerne in seiner Minibar auf dem Zimmer hätte. Das Hotelpersonal besorgt die Lebensmittel rechtzeitig und befüllt noch vor eurer Ankunft die Minibar ganz nach euren Wünschen. Für diese Produkte zahlt ihr dann jedoch in jedem Fall. Sie werden mit dem Zimmerpreis pauschal verrechnet, sodass ihr alle Lebensmittel aufbrauchen könnt, sofern ihr möchtet. Zahlen müsst ihr sie ja sowieso.

Weitere Infos zu verschiedenen Hotelarten

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