Wer eine Unterkunft mit familiärer Atmosphäre sucht, entscheidet sich oftmals für ein Bed and Breakfast. Diese Unterkunftsart ist in Deutschland, Großbritannien und ganz Europa weit verbreitet und bei Urlaubern eine beliebte Alternative zu teuren Hotels. Hier zeige ich euch was ein Bed and Breakfast, oder kurz B&B, genau ist und was es ausmacht. Ich erkläre euch alles Wichtige zu dieser Beherbergungsart, was die Vorteile sind und welche Unterschiede es zu Hotels gibt. Es warten viele interessante Informationen auf euch.

Was ist ein Bed and Breakfast?

Der Begriff Bed and Breakfast heißt simpel übersetzt Bett oder Zimmer und Frühstück. Mit Hilfe der Übersetzung könnt ihr bereits erahnen, was euch bei der Buchung eines B&B erwartet. Im Preis inbegriffen ist die Übernachtung sowie das morgendliche Frühstück. Wenn ihr jetzt denkt, es ist nichts anderes als ein Hotel, liegt ihr falsch. Denn das Besondere an einem Bed and Breakfast ist, dass es sich dabei um ein Privathaus handelt. Das heißt, ihr mietet ein Zimmer bei Privatleuten mit denen ihr während eures Aufenthaltes unter einem Dach wohnt. Abhängig von der gewählten Unterkunft, habt ihr ein eigenes Bad oder teilt es euch mit anderen Gästen. Da es aber niemals so viele Gäste gibt wie beispielsweise in einem Hostel, funktioniert die gemeinsame Nutzung des Bades reibungs- und problemlos.

Da es sich um ein privates Haus der Gastgeber handelt, gibt es in einem Bed & Breakfast eine überschaubare Anzahl an Zimmern. Wie viele es sind, hängt von der Größe des Hauses ab. Es können nur zwei oder aber auch zehn sein. Angestellte gibt es nicht. Die Gastgeber kümmern sich um alles, was im Service anfällt. Es gibt keine Rezeption, die rund um die Uhr besetzt ist. Ganz im Gegenteil: Ihr klingelt an der Haustür und die Gastgeberin oder der Gastgeber öffnen euch die Tür. Übrigens: In der Regel ist es die ältere Generation, die ein B&B führt. Nicht selten trefft ihr ältere Ehepaare an, die euch ein Zimmer inklusive Frühstück anbieten. Und das zu einem sehr günstigen Preis.

In einem Bed and Breakfast herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Das kommt durch die geringe Zimmeranzahl, die Freundlichkeit der Gastgeber, das selbstgemachte Frühstück, das ihr in der Regel in einem Wohnraum zu euch nehmt und das gesamte Ambiente. Wer direkten Kontakt zu Einheimischen sucht, macht mit einem Aufenthalt in einem Bed & Breakfast alles richtig. Des Weiteren ist es die perfekte Alternative zu einem Hotel, in dem vieles anonymisiert ist.

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Typisches B&B: ein britisches Cottage

Typisch für Bed and Breakfasts

Wem Bed and Breakfasts gänzlich unbekannt sind, der sollte zuvor ein paar Dinge wissen. Zwar könnt ihr viele Unterkünfte dieser Art und in vielen Urlaubsregionen im Voraus online buchen, bei vielen ist es aber auch nicht Gang und Gebe. Viele B&Bs könnt ihr, beispielsweise auf einer Rundreise durch Schottland, ansteuern und vor Ort nach einem Zimmer fragen. Ihr steigt aus, klingelt und fragt, ob ein Zimmer frei ist. Wer sich das erste Mal auf eine Tour begibt und Ausschau nach einem Bed and Breakfast hält, dem fallen besondere Schilder an den Unterkünften ins Auge. Auf ihnen steht „Vacancies“ oder „No Vacancies“ beziehungsweise „Vacancy“ oder „No Vacancy„. Vacany heißt auf deutsch Vakanz und bedeutet in Zusammenhang mit einem B&B „freies Zimmer„. No Vacancy bedeutet entsprechend „kein freies Zimmer„. Seht ihr in einem Ort ein B&B mit dem Schild „No Vacany/No Vacancies“, könnt ihr euch die Mühe sparen nach einem Zimmer zu fragen. Es sei denn, ihr seid ewig auf der erfolglosen Suche nach einem freien Zimmer. In diesem Fall macht es Sinn dort zu klingeln. Denn viele Gastgeber kennen andere Gastgeber und lassen für verzweifelte Urlauber ohne Unterkunft gerne ihre Kontakte spielen und begeben sich telefonisch auf die Suche nach einem Zimmer für euch.

Für die Bezahlung in klassischen Bed and Breakfasts gilt: In der Regel wird bar am nächsten Morgen gezahlt. Die Preise gelten pro Zimmer und nicht pro Person.

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Vorteile eines Bed and Breakfasts

Den größten Pluspunkt geben viele Gäste dem familiären Flair, das in einem Bed and Breakfast herrscht. Der authentische Kontakt zu den Gastgebern und somit auch zur Kultur in der Urlaubsregion ist mit einer der größten Vorteile dieser Unterkunftsart. In großen Hotels müsst ihr darauf verzichten und seid eher anonym. Einen weiteren Vorteil sehen viele Gäste in der kleinen und übersichtlichen Größe eines B&Bs. Hier gibt es keinen Massentourismus, was viele Gäste an der privat geführten Unterkunft sehr schätzen. Es gibt beispielsweise kein langes Anstehen am großen Frühstücksbuffet, sondern das Frühstück genießt ihr in kleiner Runde und heimischer Atmosphäre. Hier könnt ihr euch wie in den eigenen vier Wänden fühlen.

Durch die Nähe zu den Gastgebern lernt ihr sie und ihre Kultur unverblümt kennen, führt interessante Gespräche und erhaltet Insidertipps, die euch ein gewöhnlicher Hotelangestellter nicht unbedingt geben kann oder will. Holt euch Infos über Sehenswertes und Restaurants der Region, die vom Massentourismus verschont bleiben.

Ein weiterer großer Vorteil eines Bed and Breakfasts ist der Preis. Da ihr nur die Übernachtung und das Frühstück und keinen anderweitigen Service zahlt, ist ein B&B eine preiswerte Alternative zum Hotel oder anderen Unterkünften. Vor allem Rucksackreisende mit einem kleinen Budget erfreuen sich an den erschwinglichen Preisen.

Wo gibt es Bed and Breakfasts?

Besonders weit verbreitet sind Bed and Breakfasts in Ländern wie Irland und Schottland. Die B&Bs stellen dort einen Großteil der Unterkünfte dar und sind bei Reisenden sehr beliebt. Unter den Bed and Breakfasts in Irland könnt ihr aus vielen ländlichen Unterkünften wählen, habt aber auch eine riesige Auswahl in großen Städten wie Dublin. Ähnlich ist es mit den Bed and Breakfasts in Schottland. Beliebt sind die Zimmer in privaten Häusern in ursprünglichen Regionen, beispielsweise auf der Isle of Skye, und in Metropolen wie Edinburgh.

In Deutschland ist ein B&B mit einem Hotel Garni vergleichbar. Nichtsdestotrotz gibt es auch in Deutschland eine Vielzahl an Bed and Breakfasts. Insbesondere in den deutschen Großstädten. Ihr findet beispielsweise zahlreiche Bed and Breakfasts in Hamburg, Berlin und München, da sie eine günstige und familiäre Alternative zu Hotels darstellen.

Mittlerweile gibt es auf der ganzen Welt Bed and Breakfasts im klassischen Sinne. Am Gardasee, in Amsterdam, London, Rom, Kopenhagen – die Liste der Orte ist lang. Selbst in den USA und in Südafrika gibt es diese Unterkünfte, auch wenn sie dort nicht privat, sondern kommerziell geführt werden.

Unterschiede zwischen Bed and Breakfast und Hotel

Weil immer wieder die Frage aufkommt, wo die Unterschiede zwischen einem Bed and Breakfast und einem Hotel liegen, bekommt ihr hier die Infos. Ein wesentlicher Unterschied der beiden Unterkunftsarten liegt im Service. In einem B&B beschränkt sich der Service auf die Übernachtung und das Frühstück. Das ist der Fall, wenn ihr euch nur eine oder wenige Nächte in einem Bed & Breakfast aufhaltet. Bleibt ihr länger in einem B&B, wird euer Zimmer selbstverständlich auch gereinigt und ihr erhaltet frische Bettwäsche und Handtücher. Ein Hotel bietet euch in der Regel mehr Service. Hier kommt täglich Reinigungspersonal, putzt, macht eure Betten und alles, was noch anfällt.

Ein weiterer Unterschied ist die Größe und die Zimmeranzahl. In Hotels gibt es in der Regel mehr Zimmer und unterschiedliche Zimmerarten. In einem Bed and Breakfast gibt es nur wenige Zimmer. Eben nur so viele, wie es das Privathaus hergibt. Womit wir beim nächsten Unterschied sind: Bed and Breakfasts liegen in privater Hand und werden von Privatleuten geführt. Das kann auch bei einem Hotel der Fall sein, oft gehören Hotels aber auch zu großen Ketten, die verschiedene Standorte halten.

Ein weiterer Aspekt, der den Unterschied zwischen einem Bed and Breakfast und einem Hotel deutlich macht, ist das Servicepersonal beziehungsweise die Anzahl. In einem B&B kümmern sich die Gastgeber um alles. Aufgrund der geringen Zimmeranzahl und des einfachen Services brauchen sie kein Personal. In einem Hotel sieht das anders aus. Da es in der Regel mehr Zimmer gibt, benötigt es mehr Personal, um diese zu reinigen und die weiteren Serviceleistungen zu erfüllen.

Der oftmals größte Unterschied zwischen den beiden Beherbergungsarten liegt im Preis. Bed and Breakfasts sind günstiger. Da sie weniger Service anbieten, zahlt ihr einen entsprechend kleinen Preis. Anders ist es in Hotels. Durch den angebotenen Service zahlt ihr einen höheren Preis. Aber es gibt auch die sogenannten Budget Hotels, die ebenfalls wenig Service anbieten und dementsprechend günstiger sind. Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile Luxusvarianten von B&Bs. Ihr übernachtet beispielsweise in historischen Gebäuden wie Mühlen, Burgen oder perfekt ausgestatteten Bauernhöfen. In meinem Reisemagazin stelle ich euch die 10 außergewöhnlichsten Unterkünfte bei Airbnb vor.

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