Habt ihr auch schon immer davon geträumt, einmal in eurem Leben die Polarlichter zu sehen? Glückwunsch, dann seid ihr hier genau richtig! In meinem Artikel verrate ich euch nämlich, wann, wo und wie ihr das Naturphänomen mit eigenen Augen sehen könnt.

Es ist eines der schönsten und spektakulärsten Phänomene, die unsere Erde für uns bereithält. Jeder von uns träumt davon, sie wenigstens einmal im Leben live zu sehen, aber nur die Wenigsten erfüllen sich diesen Traum auch. Diejenigen unter uns, die das Glück haben, sie zu sehen, werden das Erlebnis ihr ganzes Leben lang nicht mehr vergessen. Die Rede ist von dem Naturspektakel, das selbst die Augen der Rationalsten unter uns zum Leuchten bringt und für Gänsehaut sorgt. Es geht um die geheimnisvollen, die faszinierenden, die atemberaubenden Polarlichter! Alles, was ihr über dieses eindrucksvolle Farbspiel am Himmel wissen müsst, wo und wann ihr sie sehen könnt und wie ihr an die Orte kommt, erfahrt ihr in meinem Artikel.

Alles über die atemberaubenden Polarlichter

Wie heißen die Lichter? | Wie entsteht das Phänomen?

Wo und wann kann man sie sehen? | Wo findet man Vorhersagen?

Wie fotografiert man sie am besten? | Und jetzt?

Polarlichter Stadt Nacht

Polarlichter, Nordlichter? Wie heißen die Lichter denn nun?

Wir alle haben im Zusammenhang mit den leuchtenden Farben am Himmel schon mal die Begriffe Nordlichter oder Polarlichter gehört. Hand aufs Herz: Wer von euch kennt den Unterschied zwischen den beiden Begriffen und weiß, was letztendlich die korrekte Bezeichnung ist? Bevor ihr euch die Blöße gebt, helfe ich euch auf die Sprünge.

Der korrekte, allgemeine Begriff lautet Polarlichter. Je nachdem, wo die Lichtspiele am Himmel auftreten, unterscheidet man dann noch zwei Arten von Polarlichtern. Vorab: Teilt man die Erde am Äquator in zwei Hälften, gibt es die Nordhalbkugel – also alles nördlich des Äquators mit den Kontinenten Europa, Asien, Nordamerika, Grönland und Teilen von Afrika und Südamerika – und die Südhalbkugel, die alles südlich des Äquators umfasst. Die Polarlichter, die auf der Nordhalbkugel auftreten, nennt man folglich Nordlichter oder auch Aurora Borealis, die auf der Südhalbkugel Südlichter oder Aurora Australis. So, jetzt kann euch in Sachen Namen schonmal keiner mehr was vormachen.

Wie entsteht das Naturspektakel überhaupt?

Wer jetzt noch beim nächsten Smalltalk so richtig glänzen will und kein Problem damit hat, auch mal ein Klugscheißer zu sein, erfährt hier in Kurzform, wie die Polarlichter entstehen. Die Romantiker unter euch muss ich schonmal enttäuschen, denn hinter den geheimnisvollen, farbigen Schleiern am Himmel steckt leider nichts anderes als normale Physik.

Polarlichter Sonne Schnee

Hauptschuldiger für das Lichtspiel am Himmel ist – wie sollte es anders sein – die Sonne. Sie sondert, neben Licht und Wärme, ständig Marterie ab, das wird auch Sonnenwind genannt. Die kleinen Teilchen, die sich dabei auf den Weg machen, bestehen aus Protonen und Elektronen – ja, das könntet ihr noch verschwommen aus dem Physikunterricht kennen. ;-) Die Teilchen erreichen nach kurzer Zeit unsere Erde, treffen auf das Erdmagnetfeld und werden von diesem in einem Strom um die Erde herumgeleitet. Durch viele physikalische Vorgänge entsteht dabei elektrische Spannung. Treffen die geladenen Teilchen dann auf Moleküle unserer Atmosphäre, kommt es zu einem Energieaustausch und so werden die Moleküle zum Leuchten angeregt. Das ist der Moment, in dem ihr eure Kameras zücken solltet, denn dieses Leuchten sehen wir auf der Erde in Form von Polarlichtern. Dass die Lichter fast nur in den Polarregionen vorkommen, liegt daran, dass die Magnetfeldlinien, auf denen sich die Teilchen bewegen, alle in diesen Regionen in die Atmosphäre ein- beziehungsweise austreten.

Polarlichter Schnee Nacht

Die Aurora Bolearis und die Aurora Australis treten übrigens je nach Zeitpunkt unterschiedlich stark auf, das liegt daran, dass es manchmal zu Sonneneruptionen kommt – davon habt ihr bestimmt schonmal gehört, oder? Dadurch wird der Sonnenwind praktisch zu einem Sonnensturm und der ganze Vorgang passiert schneller und heftiger, was zu stärkeren Polarlichtern führt, die man teilweise sogar von Mitteleuropa aus sehen kann. So ein Sonnensturm kommt etwa alle elf Jahre vor, was aber nicht bedeutet, dass es auch mal außer der Reihe zu einem starken Sonnensturm kommen kann. Letzte Info: Ob die Lichter in grün, blau oder rot leuchten, hängt davon ab, in welcher Entfernung sich die angeregten Moleküle befinden. Zwischen 80 und 150 km von der Erde entfernt enstehen die grünen Lichtspiele, bis 600 km blaue oder rote.

Wo und wann kann man die Polarlichter beobachten?

Jetzt aber genug zur Theorie, kommen wir lieber zu der Frage, die euch wohl am meisten beschäftigt: Wo muss man eigentlich hin, um die Polarlichter zu bestaunen? Vorab bekommt ihr auf meiner Karte schonmal einen kleinen Überblick, danach erfahrt ihr dann noch, zu welcher Zeit ihr wo genau sein müsst, um die Nordlichter oder die Südlichter mit eigenen Augen zu sehen.

Aurora Borealis | Aurora Australis

Hier könnt ihr die Nordlichter bestaunen

Der Klassiker unter den Orten, an denen man die Nordlichter beobachten kann, ist einfach Skandinavien. Eigentlich perfekt, weil Norwegen, Schweden oder Finnland gar nicht sooo weit von uns entfernt sind, oder? Angeblich sind die Regionen in Nordnorwegen die besten Orte auf der Welt, um das Naturspektakel zu beobachten – die beste Aussicht habt ihr hier am Nordkapp und natürlich auf Spitzbergen mitten im Arktischen Ozean. Da es in Nordnorwegen von Ende September bis Ende März zwischen Nachmittag und Vormittag dunkel ist, ist das die perfekte Zeit, die Aurora Borealis zu beobachten. Zur gleichen Zeit habt ihr aber auch in Schwedisch und Finnisch Lappland große Chancen, einen Blick auf die Nordlichter zu erhaschen.

Die besten Voraussetzungen

  • Aufenthalt im Polarlichtoval
  • Zeitraum von September bis März
  • nicht in der Nähe von Städten
  • kein künstliches Licht in der Nähe
  • wolkenlose Nacht
  • wenig Mondlicht
  • weite flache Flächen

Ebenfalls nicht weit von uns entfernt, im Norden von Schottland, blitzen die Lichter auch regelmäßig auf. Am günstigsten ist es auf den nördlichen Inseln des Landes, die Aurora Borealis wurde aber auch schon auf der Höhe von Edinburgh gesichtet. Mit ein bisschen Glück könnt ihr die Nordlichter vielleicht sogar während einer Rundreise durch die schottischen Highlands sehen. Die Wahrscheinlichkeit auf eine Sichtung erhöht sich übrigens in den dunklen Herbst- und Wintermonaten.

Das nächste Land auf der Liste kommt für euch bestimmt nicht überraschend, da es wohl kaum einen anderen Fleck auf der Erde gibt, an dem sich so viele Naturwunder zusammenscharen. Die Rede ist natürlich vom zauberhaften Island! Von der Insel aus kann man die Lichter eigentlich von jedem Ort aus bestaunen, die beste Zeit ist die gleiche wie in Skandinavien – von Ende September bis Ende März, hier allerdings nur in der Nacht. Leider weiter weg von uns, aber dafür mit den besten Erfolgsaussichten, darf natürlich Grönland auf der Liste nicht fehlen. Mit etwa 300 klaren Nächten im Jahr ist die Stadt Kangerlussuaq – in der sich praktischerweise auch ein internationaler Flughafen befindet – der ideale Ort, um die tanzenden Lichter zu beobachten. Von hier aus gibt es auch geführte Nordlicht-Touren. Die optimale Zeit dafür: Ende September bis Mitte April.

Polarlichter Stadt See Berge

In Kanada habt ihr ebenfalls gute Chancen, vor allem zwischen September und Mai. Viele Touristen zieht es auf der Jagd nach der Aurora Borealis nach British Columbia und Alberta. Direkt neben Kanada, im US-amerikanischen Alaska, werden die leuchtenden Farbspiele immer wieder beobachtet, hier eignet sich vor allem das Eagle River Nature Center außerhalb von Anchorage, auch hier gilt: Die besten Monate liegen zwischen September und März. Etwas weiter östlich, im Norden von Russland, habt ihr zur gleichen Zeit ebenfalls gute Erfolgsaussichten, hier sind vor allem Murmansk und die Halbinsel Kola bekannt für das Naturphänomen.

Hier könntet ihr Nordlichter sehen:

Und jetzt Ohren gespitzt: Ja, auch in Deutschland gab es schon Sichtungen der Nordlichter! Wenn es zu besonders starken Sonneneruptionen kommt, können die Farben sogar bis nach Süddeutschland zu sehen sein – unglaublich, oder? Dafür muss es natürlich auch eine sternenklare Nacht sein. Und ihr solltet euch außerhalb von Großstädten befinden. Und sehr viel Glück haben. Aber es ist möglich! Die größten Chancen habt ihr natürlich in Norddeutschland, unten seht ihr zum Beispiel eine Sichtung an den berühmten Kreidefelsen auf Rügen vom Dezember 2016.

 

An diesen Orten seht ihr die Südlichter

Die Ziele auf der Südhalbkugel sind natürlich ein wenig weiter von uns entfernt, die Aurora Australis steht den Nordlichtern aber in nichts nach! Und wenn ihr mal einen Urlaub in Australien oder – etwas exotischer – vielleicht sogar in Südgeorgien verbringt, dann wisst ihr ab jetzt, dass ihr auch dort die Polarlichter beobachten könnt. Möglich ist das auf der Inselgruppe Südgeorgien, den Falklandinseln, den Stewartinseln vor Neuseeland, in Ushuaia in Argentinien, auf Tasmanien und natürlich in der Antarktis. Alles außergewöhnliche Orte, die neben den Südlichtern auch noch eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt zu bieten haben, auf den Falklandinseln könnt ihr zum Beispiel Pinguine in freier Wildbahn erleben.

Young Couple hugged under Northern lights Aurora Borealis in Iceland

Gibt es Vorhersagen oder eine Garantie für das Auftreten der Lichter?

Natürlich gibt es keine Garantie dafür, zu einem bestimmten Zeitpunkt, an einem bestimmten Ort Polarlichter zu sehen. Selbst wenn die Aurora auftritt, kann sie durch Wolken oder störendes künstliches Licht nicht zu sehen sein. Es gehört also immer auch eine Menge Glück mit dazu. Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit an einigen der Orte, die ich euch vorgestellt habe, schon recht groß. Um auf Nummer sicher zu gehen, gibt es natürlich auch allerlei Webseiten und Apps, die Vorhersagen für das Auftreten der Polarlichter treffen. Natürlich kann man sich auch darauf nicht zu 100 Prozent verlassen, trotzdem habt ihr so nochmal ein Stück mehr Sicherheit.

Polarlichter See Berge

Wie fotografiert man die Lichter am besten?

Ihr habt endlich eure langersehnte Reise zu den Nord- oder Südlichtern gebucht und habt auch noch das Glück, dass alle Voraussetzungen stimmen? Dann macht euch auf einen magischen Moment gefasst! Wenn ihr diesen jetzt auch noch für die Ewigkeit festhalten wollt, solltet ihr einiges beachten, sodass euch zu Hause beim Anschauen der Fotos keine böse Überraschung erwartet.

  • Kein Blitzlicht benutzen, das ist sowieso nutzlos und stört andere Fotografen!
  • Benutzt im Idealfall ein Stativ, um Wackeln zu vermeiden!
  • Stellt den Autofokus aus! In der Höhe, in der sich die Polarlichter befinden, kann wohl keine Kamera der Welt irgendetwas fokussieren, das solltet ihr manuell machen.
  • An die richtige Belichtungszeit müsst ihr euch rantasten. Je stärker die Polarlichter „tanzen“, desto geringer sollte die Belichtungszeit sein.
  • Am günstigsten ist ein Weitwinkelobjektiv!

Aber selbst die Tipps von eurem Guru geben euch in diesem Fall keine hundertprozentige Sicherheit: Ich selbst habe mit meinem Handy sogar bessere Fotos gemacht, als manch andere mit einer teuren Kamera. Eine Garantie für das perfekte Foto gibt es hier also auch nicht. Vielleicht haben die Polarlichter eben doch etwas Magisches – aller Physik zum Trotz. Und selbst wenn euch das perfekte Foto nicht gelingen sollte – an das Bild und das Gefühl aus eurer Erinnerung kommt sowieso kein Foto heran!

Video: The Aurora Chasers® by Ronn & Marketa Murray

Und jetzt?

Ich glaube, es gibt niemanden, der die Polarlichter nicht gerne einmal live sehen würde. Doch meist gehört das Beobachten der Farbstreifen am Himmel zu den typischen Dingen, die man immer unbedingt machen möchte, aber dann doch nie umsetzt. Lasst euch das von jemandem gesagt sein, der das Phänomen schon mit eigenen Augen bestaunen durfte: Macht es einfach! Lasst euren Traum nicht länger einen Traum bleiben, gebt euch einen Ruck und erlebt einen der wunderschönsten Momente eures Lebens. Zu diesem solltet ihr übrigens auch eine Packung Taschentücher mitnehmen, das ein oder andere Tränchen wird sicherlich fließen. Wenn ihr jetzt noch die Augen verdreht – denkt an meine Worte, wenn es soweit ist. ;-) Und weil ich sichergehen will, dass ihr jetzt nicht einfach nur nickt und das Vorhaben dann aber doch wieder verwerft, übernehme ich – Überraschung, Überraschung – gerne die Reiseplanung für euch.

 

Zu den Reiseanfragen

Hier findet ihr die Polarlichter