Darf ich euch eine meiner ganz großen Lieben vorstellen: die wunderschöne, mittelalterliche Stadt Edinburgh! In den Lowlands am River Forth gelegen, bietet dieses geschichtsträchtige Juwel das Tor zum rauen Norden des Vereinten Königreiches. Eine Stadt, in der Geschichte gelebt wird!

Edinburgh – eine Stadt, die vor Mythen und spannenden Geschichten nur so strotzt, in der es sogar spuken soll. Versteckt zwischen den Hügeln der Lowlands blickt diese schottische Schönheit heute mit ihren tausend Sagen und Geschichten von ihrem Schloss auf einem ehemaligen Vulkan auf die raue See hinaus. Und hört man auf den Straßen der Altstadt genauer hin, kann man zwischen den traditionellen Melodien der Dudelsackspieler aus den Nebengassen Geflüster hören. Durch diese Gassen, die jahrhundertelang zugemauert waren und erst seit kurzem wieder geöffnet sind, wehen die Stimmen Tausender verscharrter Leichen, an deren tragisches Leben und großes Unrecht sich heute niemand mehr erinnern kann.

Mystisches Edinburgh

Edinburghs Historie | Anreise & Unterkunft | Edinburgh Sehenswürdigkeiten

Restaurants | NachtlebenLust auf Schottland?

Edinburgh Cityscape

Edinburgh – eine Stadt mit großer Historie

Edinburgh ist seit dem 15. Jahrhundert Schottlands Hauptstadt und seit 1999 auch Sitz des schottischen Parlaments. Sie ist die zweitgrößte Stadt des Landes nach Glasgow, das im Zuge der Industriellen Revolution ab dem 18. Jahrhundert so rasant wuchs, dass es alles bisher Dagewesene übertraf. Die ehemalige gälische Bezeichnung Dùn Èideann bedeutet „Festung am Hügelhang“, was die Stadt ja schon mal ganz gut beschreibt. Ihren heutigen Namen aber bekam sie von den Deutschen. Als das Volk der Angeln nämlich im 5. Jahrhundert nach Britannien kam und große Teile Englands einnahm, drangen diese auch bis nach Schottland vor. Zu der Zeit war es noch als wildes Land der Pikten bekannt. Die deutschen Barbaren schafften es aber, auch Dùn Èideann einzunehmen und benannten es in ihrer Sprache Burg Edi, Edinburgh. Zu der Zeit war das Umland noch von Mooren und Seen umgeben, die aber im Laufe der Zeit trocken gelegt und oft in Parkanlagen umgewandelt wurden.

Looking Over Edinburgh Old Town To Arthurs Seat

Old Town und New Town

Die Innenstadt Edinburghs gliedert sich mehr oder weniger in zwei Teile: Da ist zum einen Old Town, in der ihr die meisten historischen Sehenswürdigkeiten findet. Sie sind verbunden durch die Hauptader, die Royal Mile, die sich aus den einzelnen Straßen Canongate, High Street und Castlehill zusammensetzt. Nur einen Steinwurf davon entfernt, über die Princes Street Gardens hinüber, befindet sich New Town, mit der Hauptstraße Princes Street, die selbst auch viele Sehenswürdigkeiten bietet und zu einem Shopping-Trip einlädt. Reist mit mir nach Edinburgh und lasst euch von ihrer wilden Schönheit und den dunklen Schatten ihrer Vergangenheit in den Bann ziehen!

Anreise und Unterkunft

Schottlands Hauptstadt ist aus Deutschland ganz bequem erreichbar. In knapp zwei Stunden Nonstop-Flug könnt ihr von deutschen Flughäfen wie beispielsweise Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt oder München mit verschiedenen Fluganbietern nach Edinburgh fliegen. In Edinburgh angekommen, bringt euch der Airlink Express, der alle zehn Minuten direkt vor der Ankunftshalle des Flughafens startet, auf schnellem Wege direkt in die Innenstadt! Bei £4,50 (Einzelfahrt) oder £7,50 (Hin- & Rückfahrt) für Erwachsene auch noch ein vertretbarer finanzieller Aufwand. Mit dem Lothian-Bus 35 könnt ihr sogar für £1,60 fahren, braucht dafür aber länger. Außerdem fährt die Tram alle sieben Minuten bis zur Princess Street/Waverly Station. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten und kostet euch £5,50. Nach einer geeigneten Unterkunft müsst ihr in Edinburgh nicht lange suchen. Egal, ob ihr eines der zahlreichen Hotels bevorzugt oder lieber ein privates Apartment über Airbnb buchen möchtet – Edinburgh hat für jeden Geldbeutel die richtige Unterkunft.

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Edinburgh Tipps – Das sind die Highlights der Stadt

Edinburgh ist eine Stadt voller spannender Sehenswürdigkeiten! Ob ihr eines der imposanten, alten Gemäuer besuchen wollt, euch nach schaurigen Gruselgeschichten zumute ist oder ihr mehr über den berühmten Scotch Whisky erfahren wollt, hier wird eurer Neugierde viel geboten.

Edinburgh Castle | Militärgeschichte hautnah | Palace of Holyroodhouse

Craigmillar Castle | Calton Hill | Whisky Tasting

Mary King’s Close | Greyfriars Kirkyard | Arthur’s Seat

Burgen & Ruinen – Geheimnisvoll und geschichtsträchtig

Das Erste, was einem bei Schottland in den Sinn kommt, sind wohl die zahlreichen alten Schloss- und Burgruinen des Landes, um die sich so viele Mythen ranken. Edinburgh kann da, allem voran mit den Edinburgh Castle, sehr gut mithalten. Das älteste Gebäude des mittelalterlichen Schlosses ist um 1130 gebaut worden und somit gleichzeitig das älteste Gebäude der ganzen Stadt.
Info:

Edinburgh Castle kann täglich von 9:30 bis 17:00 Uhr im Winter und 18:00 Uhr im Sommer besichtigt werden, der Eintritt kostet £17,00. Den passenden Audio Guide gibt es für £3,50.

Das Schloss selbst, das durch die Geschichte hindurch immer eher wie eine Festung funktionierte, wird heutzutage jedes Jahr von gut einer Million Menschen besucht. Ziemlich viel für eine Festung, die ja ursprünglich Menschen draußen halten sollte, oder? Wenn ihr Edinburgh Castle besucht, könnt ihr an einer Führung teilnehmen, einen Audio Guide ausleihen oder aber auch eins von den Booklets kaufen, in denen die Informationen mit Bildern für euch dargestellt werden. Eine Art der Informationsgabe braucht ihr aber auf jeden Fall, am Ende könntet ihr euch sonst sogar noch heillos verlaufen!

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St. Margaret’s Chapel heißt das alte Gebäude, das ich eingangs erwähnte. Die kleine Kapelle ist definitiv ein Highlight der Tour! Sie ist der Mutter König Davids I. gedacht, der sie 1130 als private Kapelle für die königliche Familie bauen ließ. Damals gab es noch nichts weiter als dieses kleine Gebäude auf dem Hügel, wie es auf die See hinausblickt und den Winden trotzt! Noch heute finden hier ausgewählte Taufen und Trauungen statt. Neben der Kapelle gibt es im Edinburgh Castle noch viele weitere spannende Highlights. Im Royal Palace beispielsweise, das im Jahr 1430 angebaut wurde und als Unterkunft der königlichen Familie Schottlands diente. Ebenfalls sehr beeindruckend sind die Honours of Scotland, die ältesten Kronjuwelen der Britischen Inseln. Die Krone, das Zepter und das Sword of State wurden zu Zeiten James IV. und James V. (15.-16. Jahrhundert) gefertigt. Zusammen mit dem Stone of Destiny, dem Krönungsstein, können sie hier bestaunt werden. Dieser wird bereits seit Hunderten von Jahren in Schottland zur Krönung der Könige benutzt.

Militärgeschichte liegt den Schotten im Blut

Militärgeschichte ist den Schotten sehr wichtig. Hier ist man allgemein sehr stolz auf alles, was die militärische Stärke und Errungenschaften des Landes unter Beweis stellt. Das merkt man auch im Schloss: Hier lassen sich zahlreiche Ausstellungsobjekte als Zeugnis schottischer Kriegskunst begutachten, wie zum Beispiel im National War Museum, in der Prisons of War Exhibition sowie den Western Defences, der Schlossmauer und natürlich anhand der riesigen Kanone Mons Meg, die hier ausgestellt ist. Zusätzlich findet hier einmal im Jahr das Military Tattoo statt, ein mittlerweile riesiges Spektakel, bei dem eine Parade Soldaten mit Trommeln und Dudelsäcken militärische Märsche zum Besten gibt. Wenn ihr rechtzeitig kommt, könnt ihr auch die tägliche One O’Clock Gun miterleben! Die wird, wie der Name schon andeutet, um 1 Uhr jeden Tag abgefeuert. Zum erstem Mal hörte man sie 1861 und danach fast jeden Tag. Das Schloss selbst ist auf einem ehemaligen Vulkan gebaut. Es ist bis heute noch fast originalgetreu geblieben und lockt mit Recht zahlreiche Besucher an. Also, früh da sein und am besten einen halben Tag einplanen!

Palace of Holyroodhouse

Der Palace of Holyroodhouse ist als offizieller Sitz der Queen in Schottland dagegen um einiges moderner. Genau entgegengesetzt des Castle am anderen Ende der Royal Mile beherbergt die ehemalige Abtei jährlich Großbritanniens Königin zur Holyrood Week Ende Juni/Anfang Juli. Für die uralte Zeremonie wird im Vorfeld das ganze Anwesen auf Trapp gebracht, ein riesen Spektakel! Doch auch im Rest des Jahres bleibt das Holyroodhouse spannend. Zu besichtigen gibt es die State Apartments, in denen sich die Queen und andere Mitglieder der königlichen Familie aufhalten, wann immer sie in Edinburgh residieren. Oder Mary’s Chambers, die Unterkunft von niemand geringerem als Mary Queen of Scots, als sie 1565 aus Frankreich kam und hier einige dramatische Szenen erleben musste. Besichtigen könnt ihr auch die angrenzende Queen’s Gallery sowie die Abtei. Vor 1507 war der Palace of Holyroodhouse nämlich eine Abtei, bevor sie von dem damaligen König James IV zu einem Palast umgebaut wurde. Und auch Queen Victoria hatte Zeit ihres Lebens sehr viel für Holyroodhouse übrig. Sie besuchte es sehr oft und gab so, als erstes britisches Oberhaupt nach der Zusammenführung Englands und Schottlands 1707, Edinburgh wieder einen besonderen Stellenwert.

Three quarter view of the Palace of Holyroodhouse in Edinburgh,
Foto: sunlow/istock.com

Geheimtipp – Craigmillar Castle

Einen ganz besonderen Leckerbissen möchte ich euch präsentieren: Das Craigmillar Castle. Wenn ihr alte, verlassene Schlossruinen so toll findet wie ich und gerne durch alte Gemäuer wandelt, dann seid ihr hier genau richtig! Die wunderschöne, gut erhaltene, mittelalterliche Schlossruine liegt ein bisschen außerhalb im Vorort Craigmillar, südlich der Innenstadt gelegen. Macht euch aber keine Gedanken über die Entfernung – mit dem Bus No. 33 (eastbound) könnt ihr ganz bequem von der Princes St. bis Old Dalkeith Road fahren, von wo es dann nur noch ein paar 100 Meter bis zum Schloss sind.

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Craigmillar Castle wird leider oft bei Sightseeingtrips nach Edinburgh übersehen und ist somit ein kleiner Geheimtipp. Gebaut wurde es im 14. Jahrhundert von der Preston Familie, Feudalherren des Vororts Craigmillar. Die Familienkapelle, die ihr ein bisschen außerhalb des Hauptgebäudes findet, wurde im Jahr 1523 gebaut. Das gesamte Anwesen wurde im Laufe der Zeit oft erweitert und der aktuellen Architektur angepasst. Man kann an manchen der Wände noch ursprüngliche Formen erahnen, wie z.B. zugemauerte Fenster oder heute fehlende Böden. Auch hier ist man recht stolz auf die Verlinkung mit Mary Queen of Scots, die sich hier 1566 im Laufe einer Krankheit zurückgezogen haben soll. Im frühen 18. Jahrhundert wurde Craigmillar Castle das letzte Mal bewohnt, als es von seinen damaligen Besitzern, der Familie Gilmour, zuerst modernisiert und dann zugunsten einer noch moderneren Unterkunft verlassen wurde. Seitdem dient es als romantische Kulisse in der Landschaft Edinburghs, die noch einmal restauriert wurde, als Queen Victoria 1886 ihren Besuch ankündigte. Was an dieser Schlossruine aber so ganz besonders ist, ist die packende Atmosphäre. Ein Hauch Geschichte weht durch die alten Gemäuer und dank der Infotafeln könnt ihr euch bildlich vorstellen, wie hier gelebt wurde. Ein ganz besonderes Erlebnis, auch bei der tollen Aussicht vom Dach auf die Stadt und die umliegende Landschaft!

Denkmäler am Calton Hill

Von der Princes Street in Newtown nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt Calton Hill. Durch Treppenstufen und ausgebaute Wege bietet der Hügel, der ehemals als Park zur Erholung der Bevölkerung gedacht war, nicht nur einen tollen Ausblick auf Edinburgh. Nebenbei steht hier auch noch die eine oder andere Sehenswürdigkeit. Der Old Calton Burial Ground beispielsweise, die älteste Bebauung des Hügels, ist die letzte Ruhestätte David Humes‘, des berühmten schottischen Philosophen. Doch am auffälligsten ist bei Betreten des „Parks“ das Akropolis-ähnliche Gebilde in der Mitte, das National Monument.

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Das Nelson Monument ist ebenso beliebt. Es steht zur Stadtseite am Rand des Hügels und ist eben jenem britischen Admiral gewidmet, der seine Flotte 1805 bei Trafalgar zum Sieg führte. Das Denkmal wurde 1807-1815 gebaut und seinen schlanken, hohen Turm, der bewusst der Form eines Teleskops nachempfunden wurde, könnt ihr schon vom Weiten sehen. Auf ihn wurde 1853 zusätzlich ein Zeitball (ein Ball, der an einer Stange auf und abwanderte) gesetzt, der als Zeitsignal für die Schifffahrtsleute in Leith dienen sollte. Die One O’Clock Gun, die ihr im Edinburgh Castle bewundern könnt, dient als hörbares Signal zur Unterstützung

Ein Muss – Whisky Tasting

Wenn ihr schon mal in Schottland seid, müsst ihr unbedingt das „Nationalgetränk“, den Scotch Whisky, probieren. Und wo ginge das besser als bei einer richtigen Tour, bei der ihr noch eine Menge mehr über Herkunft, Machart und Sorten lernen könnt? Des Schotten liebstes Getränk ist das „Uisce beatha“, das „Wasser des Lebens“. Drum schufen sie für alle Interessierte mit der Scotch Whisky Experience Tour eine tolle Möglichkeit, dem Mythos „Whisky“ ein ganzes Stück näher zu kommen.

Scotland is Whisky country

Ihr findet das Gebäude auf Castle Hill, kurz vor dem Edinburgh Castle. Hier erfahrt ihr alle interessanten Fakten und Infos, die es über den Whisky aus den verschiedenen Herkunftsorten Schottlands zu erfahren gibt. Wobei jeder Whisky, so wird behauptet, seinen ganz eigenen markanten Geschmack haben soll. Anschaulich und interaktiv werden hier die einzelnen Prozesse zur Herstellung des Getränks aus Highlands, Lowlands, Speyside und den Islands gezeigt. Bestaunt die riesige Sammlung von Whiskysorten, die schier unzähligen Marken Single Malt, Grain und Blended und versucht am Ende, eure neu gewonnenen Kenntnisse bei der anschließenden Whiskyprobe einmal selbst unter Beweis zu stellen.

Geheimnisvoll – Mary King’s Close

Das Besondere an Edinburgh ist ihre große Historie, hier ging es in der Vergangenheit ziemlich geheimnisvoll zu. Wie zum Beispiel bei dieser geschichtlichen Episode: Unter der Altstadt befindet sich ein lange ungeahntes Labyrinth an alten, sehr engen Gassen, den sogenannten Closes, die bis hinunter zum damaligen See der Princes Gardens führten. Dieses unterirdische Gängeviertel, das heute unterhalb des Trubels der Altstadt ruht, stammt noch aus der Zeit des 17./18. Jahrhunderts. Damals wuchs die Bevölkerung der Stadt so rasant an, dass man bald nicht mehr wusste, wo die vielen Bewohner untergebracht werden sollten – besonders, weil die bewohnbare Fläche damals durch die hügelige Landschaft und die vielen Moore ringsum sehr stark begrenzt war. Die Lösung: Man baute die Häuser nach oben hin weiter.

Es heißt, Edinburgh habe sogar erste Hochhäuser gehabt. In der Konsequenz gab es in den engen Gassen dazwischen immer weniger Tageslicht und es stank aufgrund des fehlenden Abwassersystems schrecklich. Viele Menschen waren auf engstem Raum zusammengepfercht, bei Ausbruch der Pest fielen Tausende der tückischen Krankheit zum Opfer. Die Menschen, die in den engen Gassen hausten, starben tatsächlich so schnell weg, dass man gar nicht mehr wusste, wo man die ganzen Leichen lassen sollte. Viele Wohnungen verwaisten einfach.

Der Sage nach wurden die Häuser mit ihren lebendigen Bewohnern darin einfach eingemauert.

Andere wiederum, so besagt eine Geschichte, wurden aus Angst vor Verbreitung einfach mit ihren Bewohnern darin zugemauert. Auch wenn diese noch gar nicht gestorben waren. Bis 1750 waren die Gassen so sehr verfallen, dass man plante, sie einfach zu überbauen. So entstand eine Marktpassage und heute findet ihr an der Stelle die City Chambers, die Stadtregierung. Jahrhundertelang wurden die alten Gassen nicht mehr beachtet und gerieten zunehmend mitsamt ihren Geschichten und Bewohnern in Vergessenheit – erst 2003 wurden die Gassen dann wieder zugänglich gemacht. Heute bieten sie Interessierten ein Testament dafür, wie die Menschen damals gelebt haben, und das so authentisch, wie es überhaupt nur möglich ist. Es heißt, es spuke in den engen Gassen und selbst die erfahrenen Tourguides machen um einige einen großen Bogen.

Gruseliges Edinburgh – Greyfriars Kirkyard

Ja, Edinburgh liebt ihre Spukgeschichten. So auch bei ihrem so zentral gelegenen Friedhof mitten in der Stadt. Der Eingang zu dem schön-schaurigen Kirkyard liegt ein bisschen versteckt zwischen einer ganz normalen Häuserfassade. Diese Nähe macht die Stimmung hier zu einer ganz Besonderen: Fast paradox und morbide, wie es das Land gerne hat, lehnen die hohen Grabsteine des Friedhofs an den benachbarten Häuserwänden und blicken die Totenschädel der Grabstellen auf das lebendige Treiben außerhalb der Tore. Am Südende kann man viele Grabstätten entdecken, die geschlossen sind und von soliden Mauern oder sogar Eisengittern umgeben. Das geht noch auf den im 18. Jahrhundert weit verbreiteten Raub von Leichen zurück, die damals für anatomische Zwecke aus ihren Gräbern entwendet wurden. Viele bekannte Namen der Stadt Edinburgh liegen hier begraben.

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Spektakuläre Aussicht – Arthur’s Seat

Wenn ihr eine beeindruckende Sicht über die Dächer von Edinburg genießen wollt, dann solltet ihr den Aufstieg zu Arthur’s Seat wagen. Der Berg liegt mitten im Holyrood Park und ist gänzlich vom Siedlungsgebiet der Stadt umschlossen und damit im wahrsten Sinne des Wortes Edingburghs Hausberg. Der Ursprung des Namens ist unbekannt, es gibt aber zahlreiche Spekulationen darüber, wie der Berg zu seiner Bezeichnung gekommen ist. Vermutet wird unter anderem eine Ableitung vom gälischen Àrd-na-Said, was so viel wie „Gipfel der Pfeile“ bedeuten würde. Sicher ist euch nach dem nicht allzu beschwerlichen Aufstieg auf jeden Fall der schönste Panoramablick über Edingburghs historische Prachtbauten.

Doch Schottland wäre nicht Schottland, wenn nicht auch ein Berg mit einer gespenstischen Geschichte aufwarten könnte! Im Jahr 1836 entdeckten einige Schuljungen eine besonders skurrile Grabkammer unter Schieferplatten an der Flanke des Arthur’s Seat. Darin verborgen waren siebzehn winzig kleine Särge. In ihrem Inneren waren Puppen beerdigt worden, die aus Holz geschnitzt waren und über individuelle Gesichter verfügten. Der unbekannte Totengräber hatte ihnen sogar passende Leichenhemden aus Baumwolle genäht. Schnell stand ein schauriger Verdacht im Raum: Wurden hier Menschen bestattet deren eigentliche Körper für eine Bestattung nicht mehr zur Verfügung standen? Oder wurden hier Lebende zum Tode verurteilt? Waren es gar Repräsentanten für die siebzehn Opfer der Serienkiller Burke und Hare, die in Edinburgh ihr Unwesen getrieben und die Leichen ihrer Opfer verkauft hatten? Gruselig! Wer die neun verbleibenden Särge, im Volksmund „Fairy Coffins“ genannt, heute noch bestaunen will, der kann dies im National Museum of Scotland. Das Museum liegt unweit des Fußes von Arthur’s Seat und kann außerdem mit weiteren spannenden Ausstellungen punkten.

Edinburgh Tipps

Die besten Restaurants in Edinburgh

Kommen wir zu etwas Entspannterem: Wenn ihr in Schottland beziehungsweise Großbritannien unterwegs seid, solltet ihr auch mal den einen oder anderen Pub besuchen. Hier in Edinburgh bieten sich da zahlreiche Möglichkeiten, euer Pint in gemütlicher Runde zu euch zu nehmen. Wenn ihr weiterhin geschichtlich interessiert seid, dann versucht es doch ein mal in Bobby’s Bar.

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Foto: Christian Mueller / shutterstock.com

Der kleine Terrier Bobby war der Erzählung nach im 19. Jahrhundert der treue Freund des Polizisten John Gray, und zwar so treu, dass er ihm auch nach dessen Tod im Jahr 1858 an seinem Grab im Greyfriar’s Kirkyard zur Seite stand. Und das bis zu seinem eigenen Tod, nach dem Bobby heimlich bei seinem Herrchen mit auf dem Friedhof beerdigt wurde. Angeblich soll er während seiner Jahre des Wachens jeden Tag zur Mittagsstunde in das nahegelegene Coffee House eingekehrt sein, wo er stets etwas zu essen bekam. Die leicht ausgeschmückte Geschichte wurde sogar schon verfilmt, und zwar von niemand geringerem als Walt Disney. Im Jahr 1872 wurde eine Statue von Bobby geschaffen, die bis heute vor dem dazugehörigen Pub steht und besucht werden kann. Es heißt, wer die Nase des kleinen treuen Freundes berührt, der kommt auch wieder nach Edinburgh zurück. Doch nicht nur Bobby selbst, auch „seinem“ Pub könnt ihr einen Besuch abstatten. Wie alle Pubs in Schottland ist auch dieser eher rustikal mit dunklem Holz ausgestattet und bietet eine ganz tolle Wohlfühlatmosphäre. Wenn ihr also Lust habt, einen leckeren Meat Pie und einen schönen Pint in netter Atmosphäre an einem trubeligen Fleck der Stadt zu genießen, seid ihr hier genau richtig!

Gute Restaurants gibt es in der Hauptstadt Schottlands natürlich auch. Wie beispielsweise The Outsider. Hier gibt es saisonal wechselnde Gerichte, die ihr stets aus regionalem Anbau und knackig frisch zubereitet serviert bekommt. Eine ganz tolle, erfrischende Abwechslung zu der sonst doch eher schweren, fastfoodlastigen Küche Schottlands, ist das Restaurant auch sehr beliebt bei den Einheimischen. Es bietet mit einem teilweise tollen Ausblick auf das Edinburgh Castle und einer schicken, modernen Einrichtung ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis für seine Gäste.

Günstig und lecker sind folgende Bistros und Restaurants:

  • Italienisch: Origano (236 Leith Walk)
  • Deftig: Oink Grassmarket (34 Victoria Street)
  • Nudelbar: Red Box (51 West Nicolson St.)
  • Mexikanisch: Los Cardos (281 Leith Walk)

Edinburghs aufregendes Nachtleben

Wenn ihr nach eurem Pint noch Lust habt, das Tanzbein zu schwingen, dann bieten sich für euch auch in dem Bereich zahlreiche Möglichkeiten. Bars und Clubs, wie zum Beispiel das Panda & Sons, versprechen eine tolle Zeit und wollen teilweise gar keinen Eintritt dafür. Lasst euch am frühen Abend im Pub bei einem ersten Bier von den Einheimischen beraten, die wissen am besten, was aktuell gerade angesagt ist. Und ganz nebenbei lernt ihr die Schotten einmal näher kennen, die sind nämlich ein ziemlich cooles Volk.

Lasst euch von der einmaligen Atmosphäre verzaubern und erlebt hier eine tolle Zeit, in der ihr euch zwischen alten Schlössern, Gruseltouren und Whisky fühlen werdet, als ob ihr in ein vergangenes Jahrhundert gereist wärt.

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