Wo Delfinliebe auf Haiflosse trifft, wo exotischer Regenwald von giftigen Krabbeltieren durchkreuzt wird, und wo Flipflops zum Brautdress kombiniert werden… ja da tickt das Leben ein bisschen anders. Australien ist eines der faszinierendsten Länder der Erde.

Millionen Urlauber, Backpacker, Studenten und Auswanderer reisen jedes Jahr nach Down Under. Doch obwohl Australien auf der anderen Seite der Erde liegt, ist das Land ähnlich westlich-leger eingestellt, wie wir hier drüben. Gerade deswegen ist es für Urlauber jeden Alters eine sehr beliebte Destination, da Australien nicht nur unglaublich exotisch, wild und wunderschön ist, sondern auch westliche Standards bereithält und Sicherheit nicht von Buschdoktoren betrieben wird.

Ich habe lange Zeit in Australien gelebt, und über die Jahre ziemlich gute und hilfreiche Tipps gesammelt, die das Reisen durch Australien um einiges easier machen. Welches Visum brauche ich, wo finde ich eine Wohnung, wo einen Job? Wo kann man günstig einkaufen gehen und wie verhalte ich mich in australischen Gewässern? Haittacke und Känguru-Check – Hier sind alle Tipps, die ihr vor eurer Reise nach Australien unbedingt wissen müsst.

Australien Tipps für alle Lebenslagen

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Ich will nach Australien – jetzt sofort! Visum und günstige Flüge

Zwei Wochen?! Wer nicht viel Zeit hat, sollte einen Trip nach Australien besser noch einmal überdenken. Große Zeitverschiebung, also gehöriger Jetlag für einige Tage, der lange Flug… das lohnt sich nicht wirklich für zwei Wochen. Welche Reiselänge ich empfehlen würde? Puuh… am besten nehmt ihr euch ein Jahr Auszeit. Drei Wochen sollten jedoch das Minimum sein, nach oben gibt es kein Limit. Australien ist fast zweimal so groß wie Europa – da braucht man so seine Zeit, um das ganze Land zu erkunden.

Das Einzige, was euch von einer Reise nach Australien trennt, sind 23 Stunden sitzen auf 15.000 Metern Höhe. Ein dickes Portemonnaie wäre übrigens auch nicht allzu schlecht, denn nicht nur die Lebenshaltungskosten in Australien sind knapp 1,5-fach so hoch wie bei uns, sondern auch der Preis für den Flug ist nicht ohne. Das Günstigste, was ich mal abstauben konnte, war 800€ von Düsseldorf nach Brisbane. Normalerweise gibt es aber nichts unter 950€.

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Für Studenten und junge Leute habe ich einen guten Tipp: Bei einigen Anbietern gibt es Studentenflüge, die gut mal 10% günstiger sind. Empfehlen kann ich auch da etwa Statravel, aber auch CIRTravel. Ihr könnt diese vergünstigten Flüge nutzen, wenn ihr entweder unter 26 Jahre alt seid, Student seid, oder so ausseht als wenn ihr noch Student sein könntet. Oha! Ich weiß. Verratet es keinem, aber das klappt ziemlich gut. Es wird zwar immer erzählt, dass der internationale Studentenausweis geprüft wird, aber nix da. Ich habe noch niemanden getroffen, bei dem das ein Problem darstellte.

Habt ihr euren Flug gebucht, braucht ihr noch ein Visum für Australien. Das ist ziemlich easy und problemlos von zuhause zu beantragen. Je nachdem, wie lange ihr in Australien bleiben wollt, und ob ihr lediglich Geld ausgeben, oder selbst arbeiten gehen wollt, braucht ihr ein anderes Visum. Für Urlaubs- und Geschäftsreisen beispielsweise reicht es, wenn ihr das sogenannte eVisitor-651-Visum beantragt.

Viva Australia! Lustige Immigrationsbeamte bei der Einreise

Wohooooo! Ihr habt es geschafft, ihr seid endlich im Land der Koalas und Tanktops. Ich weiß ja nicht, wo es euch als erstes hin verschlägt, aber glaubt mir, einmal im Landeanflug, wird euch das Herz bis in den Hals klopfen, denn die geilste Zeit ever steht euch bevor. Kaum aus dem Flugzeug gestiegen, müsst ihr erst einmal in einer ellenlangen Schlange anstehen, um euren Pass checken zu lassen. Sorry, wie man da schneller durchkommt, habe ich selbst noch nicht herausgefunden. Es wird keine paar Minuten dauern, bis euch irgendwo ein australischer Polizist anquatscht und erst einmal locker flockig ein „Haw ya goaing mate?“ raushaut. Dann weiß man direkt, wie hier der Hase läuft, nämlich ziemlich entspannt.

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Foto: ChameleonsEye/shutterstock.com

Wie in Amerika läuft das hier zum Glück nicht ab. Ihr müsst keinen Fingerabdruck abgeben, sondern oftmals wird nur kurz in den Pass geschaut, das elektronische Visum gecheckt, freundlich genickt, und schon seid ihr durch. Mit eurem Gepäck müsst ihr anschließend jedoch noch einmal durch eine separate Gepäckkontrolle. Vorab musstet ihr eine Karte ausfüllen, in der ihr angeben müsst, was ihr alles dabei habt. Es ist eigentlich egal, was ihr drauf schreibt, die Beamten gucken in den meisten Fällen sowieso noch einmal in den Koffer. Ihr solltet euch jedoch dringend an die Einreise- und Zollbestimmungen halten, gekochte Ostereier von Oma und leckerer Serrano-Schinken müssen leider Zuhause bleiben. Süßigkeiten und die erlaubte Menge an Alkohol ist aber kein Problem. Das würde ich euch übrigens dringend empfehlen. Habt ihr Lust auf ein paar Cocktails, nehmt euch unbedingt Alkohol von Zuhause oder aus dem Duty-Free Shop mit. In Australien kostet eine Flasche Vodka locker 30 bis 40 Dollar.

Überlebenstipps: Ozonloch, Meeresströmungen, Haifutter

So schön und exotisch Australien auch ist, so gefährlich kann es auch sein. Ich will keinen Teufel an die Wand malen, aber habt ihr diesen sechs Meter langen Hai gesehen, der die Tage an der australischen Ostküste gefangen wurde? Ein paar Meter weiter plantschten noch Leute im Wasser. Merke: Australische Meere beherbergen einige ziemlich ungeheure Lebewesen. Ich habe mal mit einem Australier über Haiattacken geredet, und wie er sich verhalten würde. Er meinte: „Ich würde Scheißangst haben – als allererstes – und dann so stark auf das Tier eintreten wie es nur irgendwie geht.“ Aber noch besser, ihr kommt gar nicht erst in diese Situation.

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Tipps gegen Haiattacken: Schwimmt nicht allzu weit raus. Die meisten Strände sind stark abfallend, sodass ihr nach wenigen Metern sowieso schon gut schwimmen könnt. Generell solltet ihr sowieso nur an den überwachten Strandabschnitten schwimmen gehen. Zwischen den zwei rot-gelben Flaggen passen hier ausgebildete Profi-Lifeguards auf euch auf.

Dass ihr euch nur unter Aufsicht ins Meerwasser begebt, solltet ihr euch tatsächlich zu Herzen nehmen, denn an vielen Küsten, vor allem an der Ostküste, kommt es regelmäßig zu starken Strömungen, so genannten „Rips“. Während das untere Wasser zur Küste hin treibt, führt das Wasser an der Oberfläche ins offene Meer. Geratet ihr in diese Strömung wird man innerhalb kürzester Zeit ins offene Meer abgetrieben. Die meisten Menschen versuchen unter größter Anstrengung dagegen anzuschwimmen und wieder Richtung Strand zu kommen, dies verursacht starke Erschöpfung und führt häufig zum Ertrinken. Die Gefahr ist echt nicht zu unterschätzen. Jedes Jahr sterben Hunderte Menschen aufgrund dieser Strömungen.

Tipps bei starker Meeresströmung: Ein „Rip“ könnt ihr daran erkennen, dass das Meerwasser an dieser Stelle schäumt bzw. weiß ist. Geratet ihr tatsächlich in die Strömung, legt euch entweder entspannt auf die Oberfläche, winkt den Rettungsschwimmern zu, macht euch erkenntlich. Ansonsten schwimmt einfach parallel zum Strand. Niemals gegen die Strömung ankämpfen, und versuchen, direkt Richtung Strand zu schwimmen. Schwimmt parallel zum Strand und innerhalb weniger Minuten seid ihr aus der Strömung raus!

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Vorsicht Ozon: Nicht nur im Wasser kann es gefährlich werden. Schon in der Schule haben wir gelernt, dass es über Australien ein riesiges Ozonloch gibt, das gefährliche Sonnenstrahlen ungehindert auf die Erde treffen lässt. Die Australier sind sich der Gefahr, die von der Sonne ausgeht, absolut bewusst. Touristen und Urlauber leider nicht. Meilen entfernt könnt ihr die Touris erkennen, die vor einigen Tagen im Land angekommen sind, und mit knallrotem Kopf am Strand entlang spazieren. Zum einen werdet ihr so direkt als Ausländer erkannt und für sehr naiv abgestempelt, zum anderen ist ein Sonnenbrand absolut gesundheitsschädlich. Macht es einfach wie die Australier und tragt beim Schwimmen ein Shirt.

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Tipps gegen gefährlichen Sonnenbrand: Ohne Zink (australisch: „sink“) läuft hier gar nichts. Um die empfindlichsten Stellen am Körper vor der Sonne zu schützen, schmieren sich die Australier Zinksalbe auf Nase, Wangen und Ohren. Das ist ein absolutes Muss hier. Die Cremes gibt es sogar in verschiedenen bunten Farben, ziemlich cool. Zusätzlich gehört eine Cappy auf den Kopf, und sehr viele Australier, vor allem Surfer, tragen ein Schwimmshirt am Strand.

Naturgewalten auf Australisch: Überschwemmung, Hitze, Krabbelhorror

Wusstet ihr, dass es in Australien schneit? Nicht unbedingt viel und häufig, aber im Winter kann es in Melbourne, vor allem aber in Tasmanien gehörig weißen Spaß rieseln. In den Bergen hinter Sydney etwa liegt sogar das ganze Jahr über Schnee und man kann selbst Ski fahren gehen.

Kälte ist in Australien aber das kleinste Problem. Viel häufiger hat der Kontinent mit starker Hitze zu kämpfen. Im australischen Sommer (November bis Februar) 2013 gab es einen Hitzerekord von über 50 Grad – seit 150 Jahren war es nicht mehr so heiß. Selbst im tiefsten Winter herrschen in der oberen Hälfte des Kontinents, Darwin zum Beispiel, Temperaturen von bis zu 40 Grad, mit einer Luftfeuchtigkeit von unmöglich bis Horror. Um die krasse Hitze auszuhalten, gibt es Klimaanlagen gefühlt in jeder Telefonzelle. Bei Höchsttemperaturen halten sich die Australier nur sehr selten draußen auf – das solltet ihr ebenso tun!

Gefährlichste Nebenwirkung der starken Hitze sind die Buschfeuer in den vielen Wäldern Australiens. Jedes Jahr brennen etliche Quadratkilometer ab, Häuser werden zerstört, Tiere sterben. Um einzuschätzen, wie hoch die Gefahr von Buschfeuern ist, gibt es Straßenschilder, sobald man in etwas bewaldetere Gebiete fährt, die das Risiko anzeigen.

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Der Sommer in Australien ist generell nicht ohne. Neben den ständigen Hitzewellen kommt es vor allem an der Ostküste, rund um Brisbane und aufwärts, zu starken Regenfällen und Überschwemmungen. Januar und Februar ist da Hochsaison. Vielleicht könnt ihr euch an das extreme Hochwasser in Brisbane 2011 erinnern. Die halbe Stadt stand für Wochen unter Wasser. So krass ist es natürlich nicht in jedem Jahr, dennoch sind regelmäßig wichtige Straßen von den Küsten Richtung Inland überschwemmt. Sieht vielleicht ganz spannend aus, aber die Gefahr von überschwemmten Straßen solltet ihr nicht unterschätzen. Schon ein kleiner Bach kann euer Auto mitreißen. Die meisten Australier haben extra Jeeps mit Allradantrieb, womit zum einen am Strand entlang gecruist, aber auch durch Wasser gefahren werden kann. Nichtsdestotrotz solltet ihr vorsichtig sein, und besser nachfragen, ansonsten eine andere Strecke nehmen.

Hitze plus Regen gleich Regenbogen? Von wegen – hier müsst ihr mit vielen exotischen, krabbeligen Tieren rechnen. Australien ist nicht nur bekannt für schöne Opernhäuser und Steve Irwin, sondern auch für seine fiese Tierwelt. Schlangen und Spinnen stehlen da gerne mal den Koalas und Kängurus die Show. Ich würde euch gerne erzählen, dass Begegnungen mit diesen Tieren nur halb so wild sind und dass man sie nur ganz selten sieht. Kann ich aber leider nicht – einige gefährliche Arten gehören nunmal zu Australien, und dementsprechend solltet ihr gewappnet sein:

Tipps für ein Meet-up mit:

… einer Schlange: Dass Schlangen in Häuser bzw. Wohnungen kriechen, ist recht unwahrscheinlich. Häufiger kann es in Wäldern etwa zu einer Begegnung kommen. Erblickt ihr dann aber eine Schlange vor euch, verhaltet euch ruhig und bewegt euch langsam weg. Auf ruckartige Bewegungen reagiert die Schlange nicht besonders freundlich.

… einer Spinne: Die sind tatsächlich überall, und in Größen, die ihr euch gar nicht vorstellen könnt. In Australien gibt es auch zahlreiche sehr giftige Spinnen, doch die halten sich zumeist glücklicherweise im Regenwald auf und kommen nur ungern in lebhafte Gegenden. Dennoch sind auch die anderen Spinnen nicht ohne und mit Vorsicht zu genießen. So rät es sich immer, die Schuhe vor dem Anziehen zu checken. Krabbelt sie in eurer Wohnung herum, bleibt euch häufig nicht mehr als mit dem Stiefel gegen zu hauen, oder aber ihr benutzt Insektenspray, das einzige Mittel übrigens, was auch gegen diese mutierten australischen Kakerlaken hilft.

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Plant ihr in Australien auf einer Farm zu arbeiten, gewöhnt euch besser schon einmal an den Gedanken, Spinnen aus den Klamotten zu schütteln. Das passiert ständig.

Wohnungssuche in Australien: Strikte Kriterien, gute Websites

Wollt ihr in Australien längere Zeit an einem Ort leben, lohnt es sich definitiv, eine Wohnung bzw. ein Zimmer zu mieten. Hostels sind auf Dauer einfach viel zu teuer. Eine Unterkunft in Australien anzumieten, ist jedoch ähnlich schwierig wie bei uns in Deutschland. Häufig müssen aktuelle Lohnabrechnungen vorgezeigt werden, Kontostand, Zeugnis vom vorherigen Mieter – Dutzende Unterlagen müssen ausgefüllt und von der Immobiliengesellschaft gecheckt werden, bis man eine Antwort bekommt. Häufig ist die Konkurrenz auch ziemlich groß, sodass ihr als Tourist mit euren paar Monaten Aufenthalt wenig Chancen habt. Falls ihr es trotzdem mal versuchen wollt, schaut auf diese Seite: realestate.com.au.

Es gibt aber auch einige Websites, auf denen Leute privat Zimmer und Wohnungen vermieten, wo keine strengen Kriterien erfüllt werden müssen. Da kann ich euch zum Beispiel die Seiten gumtree.com.au empfehlen, sowie craigslist.com.au. In Australien ist es üblich, dass ihr eine All-Inclusive-Miete zahlt. Wasser, Strom, Internet ist zumeist im Preis inklusive. Je nach eurem präferierten Wohnort, kann die Miete locker viermal so teuer sein, als ihr es aus Deutschland gewohnt seid.

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Auf Jobsuche – Hier schaut ihr nach Jobs in Australien

Der Arbeitsmarkt in Australien sieht aktuell ziemlich düster aus, um ehrlich zu sein. Für wenige Monate eine gut bezahlte Stelle in eurer Profession zu finden, ist nahezu ausgeschlossen. Aber selbst Nebenjobs, etwa im Einzelhandel, in einer Bäckerei oder an der Tankstelle, sind schwer zu finden. Auf eine Stelle bewerben sich häufig Hunderte Leute. Nichtsdestotrotz solltet ihr regelmäßig die Seiten seek.com.au und skilled.com.au besuchen, aber auch auf gumtree.com.au werden viele Stellenanzeigen hochgeladen.

Absolut empfehlenswert ist es, auch persönlich in Geschäften nachzufragen, oder auch bei Firmen reinzuschauen. Die Australier sind ein sehr entspanntes und lockeres Volk und viele Arbeitgeber wissen es zu schätzen, wenn sie persönlich besucht werden. Packt euch mehrere Kopien eures Lebenslaufs in die Tasche, denn auch wenn ihr persönlich im Laden eure Arbeitskraft anbietet, nach einem „CV“ wird immer gefragt. So solltet ihr eigentlich auf jeden Fall einen Job finden!

Käse für 5€ pro 100gr – Essen, was im Angebot ist

Wir wissen es kaum noch zu schätzen, aber unsere Lebensmittel hier in Deutschland sind wirklich verdammt günstig, zumindest im Vergleich zu Australien. Ihr könnt locker alles mal zwei nehmen, vieles gleich mal vier, denn die Preise für Käse, Wassermelone, Nüsse etc. sind Down Under exorbitant hoch. Warum Käse und Nüsse hier so teuer sind, weiß ich bis heute nicht… vor allem, weil ja alles im Land selbst angebaut wird, oder drüben in Neuseeland.

Falls ihr euch also von mehr als nur Nudeln mit abgepackter Tomatensauce ernähren wollt, solltet ihr die Auswahl der Supermärkte schon einmal radikal eingrenzen. Aldi ist da zum Beispiel eine gute Wahl, aber auch mein Lieblingsshop Coles. Woolworth ist teurer, und natürlich auch die 7/11s, die ja über den ganzen Globus verteilt sind. Es gibt auch einige lokale Franchiser-Supermärkte, zum Beispiel IGA – hier sind die Preise häufig aber auch etwas höher.

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Foto: George Clerk/istock.com

Von Käse könnt ihr euch gleich verabschieden, oder ihr kauft mal so einen 300gr Käseblock für 8$, wenn ihr euch etwas gönnen wollt. Ich habe es mit den Lebensmitteln so geregelt, bei mir kam das auf den Tisch, was gerade im Angebot war. Wassermelone für 2$ pro Kilo, rein in den Einkaufskorb. Tomaten 30% günstiger, auch rein damit. Fast täglich wechseln hier die Angebote, sodass ihr sehr gut sparen könnt. Wenn heute die Cornflakes mal nicht im Angebot sind, wartet einfach eine Woche oder zwei, dann sind sie wieder 3-4 Dollar günstiger.

Was ich den Aussies hoch anrechne, ist der Service, den man im Supermarkt bekommt. An der Kasse gibt es erst einmal freundlichen Smalltalk – der erst ein wenig aufdringlich und fake rüberkommt, doch spätestens zurück in Deutschland werdet ihr es vermissen – dann werden die Tüten eingepackt, und keiner stresst dich, alles ist entspannt und freundlich. Übrigens: Auf der Rückseite des Kassenbons gibt es immer Coupons – zwei Subways für den Preis von einem, 10% auf deine nächste Tankfüllung. Checkt den Bon auf jeden Fall, bevor ihr ihn wegschmeißt.

Übrigens: Wundert euch nicht, wenn im Supermarkt einige halbnackte Australier herumlaufen, denn es gibt keine Kleiderordnung in den Shops, und das wird dementsprechend gerne genutzt. Shirtless ist da noch das kleinere Übel. Normalerweise gehen die Aussies barfuß, häufig auch im knappen Bikini los und kaufen Bier und Grillwürstchen. Alles sehr locker hier.

Leute kennenlernen – Populäre Datingwebsites und australische Partys

Kontakte in Australien zu knüpfen ist total easy. Wie schon am Anfang beschrieben: Gleich am Flughafen lernt ihr bestimmt ein paar coole Leute kennen. Falls ihr aber irgendwo frisch hingezogen seid, oder in einem Hostel mit Dutzenden anderen Urlaubern seid, gibt es gewisse Portale, wo ihr euch unter echte Australier mischen könnt. Vorne weg ein sehr guter Tipp: Couchsurfing. Australier, vor allem in größeren Städten und entlang der Ostküste, sind super aktiv bei Couchsurfing. Fast täglich finden irgendwelche Events statt, man sucht Leute, um einen Ausflug in den Busch zu machen, zum gemeinsamen Camping, für Einweihungspartys… checkt einfach mal die Gruppen in eurer Nähe und trefft euch mit ein paar Couchsurfern, so findet ihr direkt Anschluss.

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So gerne die Aussies surfen gehen, so gerne feiern und trinken sie auch. Der wohl direkteste und einfachste Weg, Leute kennenzulernen, ist in den vielen Bars und Clubs. Einfach drauf los, anquatschen, trinken, Spaß haben – das ist in Australien wirklich überhaupt kein Problem. Übrigens kann es auf den Partys auch mal etwas wilder zugehen. Das, was ihr so aus den USA kennt, ich sag nur Jersey Shore, das ist hier allabendliches Programm. Gut, vielleicht nicht ganz so krass – aber es kann schon ziemlich feucht fröhlich werden, nehmt euch in Acht.

Was gerade in den letzten Jahren in Australien total im Trend ist, sind Dating-Apps. In Australien wird gedatet, was das Zeug hält. Checkt mal folgende Apps ab: Tinder, RSVP, eHarmony. Ps: Der beste Weg übrigens, um die englische Sprache schnell zu lernen, ist mit einem Aussie an der Seite. Also haltet euch ran.

Auto fahren – Schrottkarren aber billiges Sprit

Habt ihr mal einen Australier in Deutschland erlebt? Der will dann mal für einen Tag kurz von Köln nach Paris cruisen, von Berlin nach Prag, München nach Wien. Wenn du ihm sagst, dass das locker mal sechs Stunden dauert, kriegt man nur zu hören „It’s like getting milk in Australia!“ Europäische Distanzen sind im Vergleich zu australischen beinahe lächerlich. In Australien ein Auto zu haben, ist nahezu unumgänglich. Klar könnt ihr auch mit dem Greyhound Bus durch das Land fahren, aber mit eurem eigenen Auto unabhängig zu sein, ist schon um einiges cooler.

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Für jede Urlaubsdauer von über einem Monat würde ich euch eigentlich raten, ein Auto direkt zu kaufen. Mietwagen oder Campervans sind nämlich ziemlich teuer in Australien. Autos kann man problemlos überall ankaufen und nach dem Trip einfach wieder verkaufen. Checkt dafür am besten mal gumtree.com.au oder craigslist.com.au. Wundert euch bitte nicht, denn das, was bei uns auf dem Schrottplatz liegt, fährt hier noch freudestrahlend durch die Gegend. Am entspanntesten ist natürlich, wenn ihr euch einen kleinen Campervan kauft. Damit könnt ihr durch das ganze Land fahren und stoppen und schlafen, wo immer ihr gerade wollt. Einfach am Straßenrand parken und im Auto schlafen, ist natürlich nicht überall erlaubt. Entweder ihr sucht euch einen LKW-Spot, wo es auch Toiletten gibt, oder ihr bezahlt für einen Caravan Park, der zwischen 20$ und 40$ pro Nacht kostet. Ich bin schon sehr viel mit einem Campervan in Australien gefahren, und habe auch mal verbotenerweise am Straßenrand direkt am Meer geparkt, und ich hatte nie ein Problem. Die Aussicht war einfach nur genial. Vielleicht wird man mal von einem Polizisten angesprochen, aber dann fährt man einfach ein Stückchen weiter.

Versicherung und Registrierung ist in Australien ein Paket. Häufig sind die Autos bereits registriert, und ihr kauft sie einfach mit dem Wagen von dem Besitzer ab. Ansonsten lasst euch von diesem Tipps geben, wo ihr die „Registration Fee“ in der Nähe bezahlen könnt. Das ist aber alles absolut unproblematisch. Mit eurem deutschen Führerschein dürft ihr in Australien Auto fahren. Generell ist es vorgeschrieben, eine Übersetzung des Führerscheins dabei zu haben, aber selbst als ich einige Male kontrolliert wurde, war das nie ein Problem.

Tanken in Australien ist sehr günstig. Zwar regen die Aussies sich gerne über steigende Preise auf, aber im Vergleich zu Deutschland ist es spottbillig. Um die 1.30$, also 0,85 Euro kostet hier der Liter.

Haltet euch unbedingt an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Für 10km/h zu viel, seid ihr locker ein paar Hundert Dollar ärmer. Da verstehen die Australier keinen Spaß!

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Ich bin krank, was nun? Ungewöhnliches Gesundheitssystem in Australien

Wenn ihr in Australien krank werdet, oder einen Unfall habt, könnt ihr euch sicher sein, hier nur die besten Behandlungen zu bekommen. Selbstverständlich solltet ihr vor eurer Reise eine gute Auslandskrankenversicherung abschließen, denn die Kosten für ärztliche Behandlungen sind ziemlich teuer – generell im Ausland, nicht nur in Australien. Geratet ihr in Australien in einen Unfall, dann werdet ihr natürlich problemlos sofort behandelt. Habt ihr aber nur einen grippalen Infekt, euch etwas verstaucht, Hautprobleme oder so etwas in der Art, dann: Willkommen im australischen Gesundheitssystem.

Hier ist es ein wenig komplizierter, etwas unverständlicher als bei uns in Deutschland. Einer Bekannten von mir ist folgendes passiert: Während ihres Australien-Aufenthaltes hat sie einen Knubbel in ihrer Brust festgestellt. Selbstverständlich wollte sie direkt zum Gynäkologen marschieren, doch nein, sie musste erst zu einem so genannten General Practitioner (GP) – ähnlich einem Hausarzt. Jeder, egal was man hat, muss nämlich erst zu diesem Arzt, um dann weiter überwiesen zu werden. Das Lustige daran war: Der Arzt hatte überhaupt keine Ahnung davon, was er da tat. Er hat die Brust falsch abgetastet und im Endeffekt auch nichts gefunden. Sie wurde dann zu einem Gynäkologen überwiesen, der die Stelle sodann geröntgt hat. Das Ergebnis wurde dann erst wieder zurück zum GP geschickt, bevor sie es sich dort abholen konnte.

Etwas kurios, aber so läuft das eben in Down Under. Also merkt euch: Ihr braucht gar nicht erst einen Spezialisten für euer Problem suchen, sondern einfach zum nächst möglichen General Practitioner, der überweist euch dann weiter!

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Wenn ihr es bis hier unten geschafft habt, bin ich sehr stolz darauf und kann euch versichern, ihr seid bestens für eure Australien-Reise ausgestattet. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben mit den Australien Tipps, und ich hoffe, bin mir aber ganz sicher, dass sie euch vor Ort sehr gut helfen werden. Viel Spaß in Down Under!

In meinem Reisemagazin habe ich weitere Australien Tipps für euch zusammengestellt

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