Wie heißt es so schön? Andere Länder – andere Sitten. Und so auch ihre Traditionen. Was weit von uns entfernt ist, bedeutet nicht, dass wir nicht auch Gefallen daran finden. Wie verrückt manche Traditionen wirklich sind und von welchen wir auch in unserem Land gerne Gebrauch machen, das zeige ich euch jetzt.

Jedes Land hat seine eigenen Traditionen – sonst wäre Urlaub machen ja auch nur halb so spannend, wenn es nichts Neues zu entdecken gäbe. Aber andere Kulturen bedeuten zugleich auch ein anderes Maß an Verrücktheit. Wundert euch also nicht, wenn euer Kopf beim Lesen dieses Artikels abwechselnde Bewegungen nach links und rechts macht – und zwar ganz automatisch. Zum Kopfschütteln sind nämlich wirklich einige verrückte Traditionen, die ich euch jetzt vorstellen werde. Auch, wenn ihr mit Sicherheit schon von der einen oder anderen gehört habt, garantiere ich euch, dass ihr nicht um ein Schmunzeln oder zumindest ein kleines Zucken der Mundwinkel herumkommen werdet.

In diesen Ländern findet ihr verrückte Traditionen

Indien | SpanienPolen | Finnland | England | Japan

Holi Festival in Indien

Zu Beginn direkt ein Klassiker, denn diese verrückte Tradition hat es bereits nach Deutschland geschafft und stößt auch hier auf unglaublich viel Begeisterung. Was seit einigen Jahren auch in Deutschland großartig zelebriert wird, stammt ursprünglich aus Indien: Das Fest der Farben. Traditionell wird es im Norden Indiens zur Frühlingszeit über einen Zeitraum von zwei bis zehn Tagen gefeiert. Während uns meist nur der Name Holi geläufig ist, wird es in den verschiedensten Landesteilen Indiens auch Phagwah, Dol Yatra oder Kamadahana genannt. Fünf Tage nach Vollmond wird im Monat Phalguna (entspricht Februar/März) der gesellschaftliche Klassenstand für einige Tage „vergessen“ und alle Menschen feiern ausgelassen, während sie sich mit gefärbtem Puder, in Landessprache Gulal, sowie gefärbtem Wasser bewerfen. Was lustig und farbenfroh erscheint, hat aber dennoch einen Sinn: Gemeinsam wird der Triumph über das Böse gefeiert.

Verrückte Traditionen

Tomatina in Spanien

Ebenso ausgelassen wird in Spanien gefeiert. Warum? Weil sie es können! Einen religiösen oder politischen Hintergrund hat die Tomatina nämlich nicht – die Spanier sind einfach der Meinung, dass man keinen triftigen Grund braucht, um eine riesige Tomatenschlacht in der Stadt zu veranstalten. Ja, ihr habt richtig gehört: Hier bewirft sich eine ganze Stadt mit überreifen Tomaten – schließlich soll sich niemand verletzen. Rund 40.000 Einheimische sowie Touristen besuchen jedes Jahr den ostspanischen Ort Buñol bei Valencia, um an diesem Event teilzunehmen. Und dann geht es los: Circa Tausend Kilo Tomaten fliegen von links nach rechts, kreuz und quer durch die Gassen der Stadt – und das wohl bemerkt schon seit 1940. Eins muss man den Spaniern aber lassen: Trotz ihrer verrückten Idee, sich mit Tomaten zu beschmeißen, helfen alle Wurfkünstler am nächsten Tag freiwillig beim Aufräumen mit.

Verrückte Traditionen

Lany poniedzialek in Polen

Auch unser Nachbarland Polen lässt sich in Sachen Verrückheit nicht lumpen. So wird am Ostermontag traditionell das Lany poniedzialek veranstaltet, eine Wasserschlacht, die vielleicht nicht für jedermann (oder -frau) gleich viel Spaß bedeutet. Denn mit Wasser bespritzt werden nur Frauen – von den Männern. Bereits bis ins Mittelalter führen die ersten Überlieferungen zurück, die besagen, dass alle Männer ihre Liebste (oder aber auch andere hübschen Frauen) mit Wasser überschütten. Frauen, die an diesem Tag keinen Eimer Wasser über den Kopf bekommen, müssen der Sage nach Sorge tragen, das Jahr unverheiratet zu verbringen.

Verrückte Traditionen

Laskiainen in Finnland

Wer das ganze Jahr über genug zu Essen haben möchte, der sollte in Finnland tunlichst gegen Anfang des Jahres etwas Fettiges essen. Verrückte Traditionen hin oder her – bis dato ja noch nicht sehr ungewöhnlich. Ich hab aber auch noch nicht alles erzählt: Das Händewaschen nach dem fettigen Gaumenschmaus ist nämlich strengstens verboten! Lecker, so eine Vorstellung vom Geruch der eigenen Wurstfinger, dessen Duft einen über Tage hinweg begleitet, oder? Zugegeben, allein der Gedanke daran ist ziemlich ekelig. Und genau aus diesem Grund nehmen auch immer mehr Finnen Abstand von dieser Tradition.

Verrückte Traditionen

Cheese Rolling in England

Nicht nur die Holländer scheinen Käse zu lieben. Auch im Südwesten Englands scheint man diese Leidenschaft zu teilen. Aus welchem Grund würde man sich sonst einen Hang hinunterstürzen und seinem Käse, der eine Geschwindigkeit von bis zu 110 Kilometer pro Stunde aufnimmt, hinterherzuhechten? Das muss schon echte Liebe sein, anders kann ich es mir nicht erklären. Diese verrückte Tradition muss so lustig anzuschauen sein, dass jährlich rund Tausend Leute nach England reisen und an diesem Event teilnehmen – naja, und blaue Flecken in Kauf nehmen.

Verrückte Traditionen

Penis Festival in Japan

Das „beste“ Stück des Mannes… ja, ja. Was in Japan als Fruchtbarkeitssymbol gilt, scheint auch gleichzeitig ein Event wert zu sein. Denn das Penis Festival hat keinen anderen Hintergrund, als eben dieses Symbol zu feiern. Seid ihr also zufällig zur besagten Festivalzeit in Japan unterwegs, wundert euch nicht über die etwas andere Dekoration der Städte. Art, Größe und Farbe sind in allen Variationen zu bestaunen – wenn das Mal nicht von Kunst zeugt. Und da Kunst natürlich im Auge des Betrachters liegt, verzichte ich zu dieser verrückten Tradition auf ein Bild. ;)

Großartig, was es alles auf der Welt gibt, oder? Kennt ihr noch weitere verrückte Traditionen? Dann haut in die Tasten, was das Zeug hält  – ich bin gespannt auf eure Kommentare!