Habt ihr zu Ostern schon mal eine Eierschlacht mit der ganzen Familie veranstaltet? Diese und weitere verrückte Osterbräuche sind in manchen Ländern Gang und Gäbe – eben alles andere als 08/15 Zeremonien!

Den Farbkasten aus der hintersten Ecke gekramt, den Pinsel angefeuchtet und die Farben aufgerührt, bis sie leichte Bläschen werfen – und schon kann es losgehen mit der bunten Eierfärberei. Nach Belieben wird gemalt, verziert und geschmückt – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Sind die Kunstwerke getrocknet, geht es auch schon in den Garten: Hinterm Blumenkübel, unterm Tisch und auch im hohen Gras werden die Ostersymbole versteckt – vom Osterhasen höchstpersönlich, versteht sich. Schokoladenhasen und -eier finden ihren Platz hinterm Fernseher, unter der Couch oder auch im Schuhschrank – eben dort, wo sie nicht auf Anhieb gefunden werden. Denn kaum etwas anderes ist zu Ostern schöner, als sich auf die Suche zu begeben. Nur der Gang in die Kirche steht am Ostersonntag heute nicht mehr bei jeder Familie auf dem Programm. Schade eigentlich, denn viele vergessen mittlerweile vor lauter Kommerz und Konsum den eigentlichen Sinn des Osterfestes: die Auferstehung Jesus Christi.

Ostern weltweit

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Osterbräuche Ostern Kinder

Osterbräuche – so bunt wie die Eier selbst

Nicht überall wird Ostern gleichermaßen wie in Deutschland gefeiert. Ganz im Gegenteil: In nahezu jedem Land gibt es unterschiedliche Osterbräuche. Manche sind sehr traditionell gehalten, andere hingegen ganz schön verrückt. Welche möchte ich euch heute vorstellen? Ganz klar, die absurdesten Osterbräuche der Welt. Naja, für uns mögen sie vielleicht absurd sein – für das jeweilige Land, das diese Tradition zelebriert, wahrscheinlich das Normalste von der Welt.

Ostern in Frankreich

Ein gigantisches Omelette aus über 5000 Eiern wird am Ostersonntag in Frankreich, in der Stadt Bessieres an die ganze Stadt und an schaulustige Touristen „verfüttert“. Diese Tradition stammt aus der napoleonischen Zeit. Angeblich hat Napoleon, während er an Ostern in Bessieres war, ein so gutes Omelette gegessen, dass er am nächsten Tag befahl, ein riesiges Omelette für das ganze Heer zuzubereiten. Dieser Brauch wurde seitdem so fortgesetzt und jeder, der heute zu dem Event kommt, darf ein Stück des riesigen Omelettes probieren. Das Omelette gilt als Symbol der Freundschaft und des kulturellen Austausches, sodass in mehreren Städten in den USA und Kanada ebenfalls an Ostern ein Riesenomelette zubereitet wird.

Ostern in Italien

Da wir Italien mit gutem Essen verbinden, kommt am Ostersonntag natürlich auch ein nationales Gericht auf den Tisch. Während bei einigen Familien die Torta Pasqualina aufgetischt wird, ein salziger Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat, bevorzugen andere doch lieber die traditionelle „Ostertaube“, die „Colomba Pasquale“. Dabei handelt es sich nämlich um eine Art Gugelhupf, einem süßen Kuchen mit Hagelzucker und Mandeln. Doch das ist nicht der einzige Osterbrauch, den die Italiener zelebrieren. Karfreitag wird nämlich vielerorts mit dem Kirchenkreuz auf dem Rücken durch die Straßen gezogen. Stillschweigend soll dieser rituelle Gang durch die dunklen Gassen an den Leidensweg Jesu erinnern. Einzig Kerzen erhellen den Weg. Während man also am Todestag Jesu trauert, geht es umso fröhlicher am Tag seiner Auferstehung zu: Gemeinsam mit Freunden und Familie macht man einen Ausflug oder plant ein gemütliches Picknick. Welches Gebäck auf keinen Fall im Picknickkorb fehlen darf, wisst ihr ja schon. ;-) Irgendwie schön, diese Tradition, oder?

Osterbräuche Spanien

Ostern in England

Um sich langsam den verrückten Osterbräuchen anzunähern, werfen wir mal einen Blick nach England. Angefangen damit, dass die Engländer sich zum Osterfest Weidenkätzchenzweige schnappen, um ihr Gegenüber damit zu tätscheln, geht es damit weiter, dass sie sich von diesem Akt erhoffen, Glück fürs nächste Jahr zu erlangen. Lustiger wird es aber in der Stadt Olney. Seit rund 500 Jahren veranstaltet man hier an Gründonnerstag (dem Tag vor Karfreitag) ein traditionelles Pfannkuchenrennen. Kein Wunder, dass hier niemand mehr von Gründonnerstag redet, sondern nur noch der „Pancake Thursday“ in aller Munde ist.

Ostern in Bulgarien

Ostereier suchen war gestern. Wie wär es denn mal mit einer wilden Eierschlacht? Die wird nämlich traditionell in Bulgarien veranstaltet, sobald die Messe am Ostersonntag beendet ist. Weder Kirchenmauern noch die Liebsten aus dem Kreise der Familie bleiben dann verschont – die Eier fliegen nur so im hohen Bogen. Aber auch in diesem Land geschieht natürlich nichts ohne Grund: Glücklich schätzen darf sich nicht nur derjenige, der kein Ei abbekommt, sondern viel mehr derjenige, dessen Ei beim Aufprall nicht zu Bruch geht! Belohnt wird er nämlich, so glauben es die Bulgaren zumindest, mit einem Jahr voller Erfolg – genauer gesagt mit dem Ruf als erfolgreichstes Familienmitglied des nächsten Jahres. Bevor die Eier aber überhaupt geworfen werden können, werden sie auch in diesem Land gefärbt. Allem voran geht dabei die Farbe Rot, die das Blut Jesu symbolisieren soll. Sowohl Tradition als auch Pflicht ist es daher, das erste Ei rot zu färben. Ist dies geschehen, wird die älteste Frau des Hauses herangezogen und streicht allen Kindern der Familie mit besagtem Ei durchs Gesicht. Dem Glaube nach segnet man die Kinder nämlich so mit Gesundheit und Stärke. Ob die erhoffte Wirkung eintritt, sei dahingestellt.

Osterbräuche England Eier

Ostern in Finnland

Hart im Nehmen müsst ihr sein, wenn ihr einmal über die Osterfeiertage in Finnland zu Besuch seid. Denn hier ist es durchaus Gang und Gäbe, sich gegenseitig mit Birkenrouten auszupeitschen. Ja, ihr habt richtig gehört! Die Birkenrouten sollen nämlich an die Palmwedel erinnern, mit denen Jesus einst in Jerusalem Willkommen geheißen wurde. Warum man sich damit in Finnland aber schlägt, weiß ich auch nicht.

Ostern in Schweden

Vom weltbekannten schwedischen Möbelhaus sind so gut wie alle begeistert – doch wie sieht es mit der Osterdekoration der Schweden aus? An nahezu jedem Haus findet ihr Birkenzweige mit bunten Federpuscheln. Bereits am Gründonnerstag fangen in Schweden die Osterbräuche an: Mädchen und Jungen verkleiden sich als „Osterweiber“ und verteilen sogenannte Osterbriefe. Falls ihr euch nun fragt, wie Osterweiber eigentlich aussehen – die Kostüme bestehen aus langen Röcken und Kopftüchern. Als Dankeschön bekommen sie häufig Süßigkeiten oder sogar ein klein wenig Geld von den Nachbarn. Im Westen des Landes herrscht außerdem noch eine ganz andere Tradition: Mit Feuerwerkskörpern, jeglichem Lärm und den auch uns bekannten Osterfeuern verjagt man die bösen Osterhexen, die sich zuvor mit dem Teufel vereint haben.

Osterbräuche Schweden Kinder

Was hingegen ganz witzig ist, ist folgender Brauch: Unverheiratete Frauen schleichen sich in der Osternacht zu einer Quelle, um sich etwas Osterwasser zu holen. Ohne auch nur einen Mucks von sich zu geben, muss der Auserwählte im Schlaf überrascht, besser gesagt mit Wasser übergossen, werden. Denn nur dann sieht die gemeinsame Zukunft rosig aus.

Ostern auf den Philippinen

Völlig absurd wird es auf den Philippinen. Sobald die Kirchenglocken am Ostersonntag läuten, greifen alle Eltern nach ihren Kindern und heben diese hoch. Aber nicht so, wie ihr es euch jetzt wahrscheinlich vorstellt – nein, die Kinder werden am Kopf hochgehalten. Und zwar im Glauben, dass sie dadurch besser wachsen. Was soll ich dazu sagen? Andere Länder, andere Sitten. ;-)

Ostern in den USA

Dass ihr euch auf die Osterbräuche der USA freut, kann ich mir denken, denn schließlich sind die Vereinigten Staaten von Amerika dafür bekannt, dass sie immer und überall übertreiben müssen. So wird auch an Ostern die traditionelle Easter Parade auf der 5th Avenue in New York veranstaltet, bei der alle Menschen in bunten Kostümen und mit farbenfrohen Blumenprachten durch die Straßen ziehen. Aber auch in Washington hat man sich etwas besonderes zum Feste überlegt – was ich, das muss ich zugeben, sehr süß finde. Jährlich veranstaltet das weiße Haus das Ostereierrollen, bei dem Kinder ein hartgekochtes Ei mittels Holzlöffel so schnell wie möglich den Hügel hinunterrollen müssen.

Osterbräuche USA Parade
Foto: lev radin/Shutterstock.com

Eine Ostereier-Suche der ganz speziellen Art findet auch dieses Jahr wieder auf den Florida Keys statt. Am Ostersonntag versteckt Kapitän Spencer Slate zahlreiche Eier im Tauchgebiet vor Islamorada. Der sogenannte „Underwater Easter Egg Hunt“ findet jedes Jahr an Ostern im kristallklaren, warmen Wasser an der Küste Floridas statt. Besonders lustig ist , dass Spencer über seiner Tauchausrüstung ein riesiges weißes Plüsch-Hasenkostüm trägt, während er die Eier für seine Kunden im Riff versteckt.

Ostern in Polen

Feucht fröhlich geht es am Ostermontag in Polen zu. Am Lany poniedzialek, zu deutsch „nasser Montag“, veranstaltet man dort eine wilde Wasserschlacht und versucht sich mittels Eimern, Wasserpistolen und sonstigen Gefäßen von oben bis unten nass zu machen. Der eigentliche Sinn dieser Tradition geht aufs 19. Jahrhundert zurück. Damals waren es nur die Männer, die ihre Auserwählte mit Wasser überschütteten. Blieb eine Frau verschont, so hieß es, bleibe sie für den Rest des Jahres unverheiratet. Doch dieser Brauch hat sich mit den Jahren gelockert, sodass heute auch Frauen zu Wasserkübeln und sonstigen Mitteln greifen und sich aktiv an der Wasserschlacht beteiligen. Doch insgeheim weiß jeder: Je hübscher eine Frau ist, desto eher steht ihr eine (ungewollte) Dusche bevor.

Ostern in Guatemala

Besonders farbenfroh wird das Osterfest in Guatemala begangen. Die Luft ist erfüllt von einer Mischung aus Blumenduft und Weihrauch. Violett gekleidete Menschen tragen in Begleitung einer Marschkapelle große Jesusskulpturen durch die Straßen. In Antigua wird das wohl größte Osterfestival der Welt gefeiert. Die ganze Stadt nimmt an dem riesigen Event teil und auch zahlreiche Touristen kommen extra für dieses Highlight dorthin. Jeden Abend spielen Bands außerhalb der Kirchen und die Leute versammeln sich zum Essen, Trinken und Spielen. Das Highlight, jedoch, ist etwas anderes: Die Jugendlichen der Stadt verbringen Wochen damit, einen gigantischen Blumenteppich in den Straßen auszulegen. Für ihr Kunstwerk verstreuen die Gläubigen mehr als 1.200 Säcke Sägemehl, um darauf unzählige bunte Blüten in besonders schönen Mustern zu verteilen. Die Muster sind inspiriert durch Maya-Symbole sowie biblische Bilder und Naturschauspiele, was die Vermischung von christlicher und Indio-Kultur besonders gut darstellt. Mit über 2 Kilometern Länge steht der Teppich sogar im Guinness Buch der Rekorde als längster Blumenteppich der Welt.

Osterbräuche Guatemala
Foto: iStock.com/loca4motion

Ostern in Schottland

In Schottland  wird mit großer Begeisterung das Eierrollen praktiziert. Hart gekochte Eier werden meist auf einer abschüssigen Straße so lange gerollt, bis die Schale völlig kaputt ist. Der Mitspieler, dessen Ei am weitesten gekommen ist, ohne zu zerbrechen, hat gewonnen. Auch wenn das ganze eher nach einer verrückten Spaßaktion klingt, ist doch ein religiöser Hintergedanke im Spiel. Das Rollen der Eier soll das Wegrollen der Steine vor dem Grab von Jesus symbolisieren.

Kennt ihr weitere Osterbräuche?

Das waren sie, die absurdesten Osterbräuche, die ich für euch herausgesucht habe. Natürlich gibt es noch weitaus mehr, doch habe ich mich über diese hier besonders köstlich amüsiert. Dennoch steht es euch natürlich frei, eure schönsten Osterbräuche mit mir und meinen Lesern in den Kommentaren zu teilen. Ich freue mich auf herrliche Anekdoten!

 

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