Jedes Land hat seine eigenen Kulturen, Traditionen und Verhaltensweisen. Oftmals unterscheiden sie sich sehr stark voneinander und manche Sitte schockt womöglich auch den einen oder anderen Deutschen. Die skurrilsten Gewohnheiten zeige ich euch hier.

Darüber hinaus muss man aufgrund der Unterschiede als Gast in einem anderen Land besonders vorsichtig sein, um die Einheimischen nicht zu demütigen oder auch respektlos zu begegnen. Damit ihr ohne Weiteres einen schönen Urlaub an euren Wunschorten verbringen könnt, habe ich euch mal ein paar Fakten zusammengestellt. Wir gehen der Phrase „Andere Länder, andere Sitten“ auf den Grund! ;-)

 Die Skurrilsten Sitten und Bräuche

Blumen in Russland | Kastengesellschaft in Indien | Japanische Reinlichkeit | Chinesische Tischsitten | Pub-Regeln in Großbritannien | Bunte Tradition in Thailand | Afrikanisch kommunizieren | Falsches Handzeichen – fatale Folgen | Alkohol an öffentlichen Plätzen | Deutung von „Ja“ und „Nein“ | Küsschen rechts, Küsschen links | Handkuss in Polen | Regentanz in Namibia

Blumen verschenken in Russland

Stammt deine Herzdame aus Russland? Dann solltest du in Zukunft Folgendes beachten: In Russland verschenkt man Blumen immer nur in ungerader Anzahl. Warum? Ganz einfach, eine gerade Anzahl an Blumen wird in der Regel nur zu Beerdigungen verschenkt und von daher mit Trauerfällen in Verbindung gebracht. Also lieber einen Strauß mit einer ungeraden Zahl an Rosen an die Liebste verschenken. Doch Vorsicht auch bei der Farbe Gelb, die steht nämlich in Russland für Themen wie Untreue und Eifersucht.

In flower shop

Kastengesellschaft in Indien

Könnt ihr euch vorstellen, in einer Kastengesellschaft zu leben, wo jeder je nach Alter, Geschlecht, Beruf und Religion in eine bestimmte Schublade gesteckt wird? In Indien ist das ganz normal! Die unterschiedlichen Schichten haben im normalen Leben recht wenig miteinander zu tun, mit einer Ausnahme: Beim Holi-Festival werden Fremde unterschiedlicher Schichten zu Freunden und bewerfen sich gegenseitig mit Farbpulver. Unter dem bunt gefärbten Puder sind alle Menschen gleich, und die gesellschaftlichen Klassen werden für ein paar Tage aufgehoben!

Porträt der indischen Frau mit bunten Gesicht iStock_000063505297_Large-2

Japan: von Kloschuhen bis zu Verbeugungen

Eine der wichtigsten Sitten ist in Japan das Begrüßungsritual. Besucher müssen sich beim Begrüßen ebenso tief verbeugen wie der Gastgeber. Sollte dies nicht der Fall sein, sieht der Gastgeber es als Demütigung an. Wenn ihr anschließend das Haus betretet, vergesst auf keinen Fall, eure Straßenschuhe abzulegen, denn die Japaner lieben ihre Böden sauber! Etwas übertrieben mag dem Europäer allerdings vorkommen, dass die in Japan üblichen Hausschuhe beim Betreten des Badezimmers erneut gewechselt werden müssen. Ja, richtig gehört, in Japan besitzt fast jeder separate Toilettenschuhe, die getragen werden, wenn man das stille Örtchen besucht. Diese skurrile Regel ist eigentlich recht logisch, da die Japaner streng zwischen „reinen“ und „unreinen“ Orten unterscheiden.

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Chinesische Tischsitten

Wer eine Reise nach China plant, sollte vorgewarnt sein, denn dort sind die Sitten vollkommen entgegengesetzt zu denen der Deutschen. Ihr habt es vielleicht schon einmal gehört: In China ist es Gang und Gebe, am Tisch zu schmatzen, zu schlürfen oder sich sogar die Nase zu putzen. Bei uns in Deutschland kaum vorstellbar, denn sind die aus unserer Sicht unmöglichen Tischmanieren ein Zeichen von Respekt und Höflichkeit. Wer beim Essen keine Geräusche von sich gibt, dem schmeckt es nicht. So einfach ist das. Und scheut euch in China auch nicht einmal ordentlich auf den Boden zu spucken, denn das gilt dort als völlig normal. Anlässlich der Olympischen Spiele in Peking jedoch versuchte die Regierung das Spucken zu unterbinden um ausländische Gäste nicht zu verschrecken. Mit recht wenig Erfolg, denn die Chinesen glauben, das Herunterschlucken von Schleim im Rachen sei ungesund.

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Pub-Regeln in Großbritannien

Alle, die gerne mal in einen Pub in Großbritannien gehen wollen, sollten wissen: Der erste Gang führt direkt zur Theke, denn auf eine Bedienung kann man sonst lange warten, die gibt es in den britischen Pubs nämlich nicht. Wichtig ist zudem, dass man präzise sagt, was man möchte. Also nicht nur ein Bier bestellen, sondern zum Beispiel direkt ein „Pint Lager.“ Sofort nach der Bestellung wird dann bezahlt, jedoch bekommt der Wirt kein Trinkgeld. Stattdessen kann man seine Erkenntlichkeit zeigen, indem man ihm ein Bier ausgibt, was er dann später auf Kosten des Gastes trinkt.

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Foto: iStock.com / Alphotographic

Bunte Tradition in Thailand

In Thailand kommt eine ganz andere Sitte zum Einsatz – eine Tradition aus der hinduistischen Mythologie. Diese besagt, dass jedem Gott ein bestimmter Planet und eine bestimmte Farbe zugeordnet ist. Nach einer astrologischen Formel ergeben sich dann Farben für jeden Wochentag. Somit steht die Farbe Gelb für den Montag, Rosa für Dienstag, Mittwoch ist Grün angesagt, Donnerstags Orange, Freitags Blau, Samstag Lila und zuletzt am Sonntag Rot. Allerdings kleiden sich nicht alle Thailänder an den Wochentagen immer mit der passenden Farbe.

Der Satz von lila T-shirts für den Verkauf iStock_000063263827_Large-2

Bloß nicht in die Augen schauen

Wusstet ihr, dass es in Afrika als besonders höflich gilt, dem Gegenüber beim Gespräch nicht direkt in die Augen zu sehen? Besonders Älteren solltet ihr Respekt zollen, indem ihr Augenkontakt vermeidet. Andere Länder, andere Sitten – daran muss man sich definitiv erstmal gewöhnen!
Generell kommuniziert man in Afrika oft auf interessante Art und Weise. Die Ureinwohner zeigen Interesse am anderen Geschlecht beispielsweise durch ihren Perlenschmuck, der je nach Farbe, Form und Aufmachung spezielle Botschaften aussendet.

Masai Fashion

Ein falsches Handzeichen – fatale Folgen

Das allgemein bekannte „Victory“- Zeichen sorgt auch für das ein oder andere Fettnäpfchen. Oftmals wird es als Siegerzeichen benutzt und steht für den Frieden, allerdings wird es in manchen Ländern auch zum Beleidigen benutzt, sodass man sehr vorsichtig bei dieser Gestikulation sein sollte. Während es den Amerikanern egal ist, ob man den Zeige- und Mittelfinger wie ein V nach oben streckt und dabei den Handrücken zeigt oder nicht, sehen die Australier dies anders. In Australien bedeutet das „Victory“- Zeichen ohne Handrücken „Du kannst mich mal“ oder aber auch den „Doppelstinkefinger“ – das ist natürlich das Gegenteil vom Frieden.

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Alkohol an öffentlichen Plätzen

Für uns vollkommen normal: Ein kühles Feierabendbier im Park oder ein bisschen Sekt vor dem Club-Besuch. In anderen Ländern sieht das allerdings deutlich anders aus. Die amerikanischen Behörden verstehen bei Alkohol auf offener Straße überhaupt keinen Spaß. Wenn ihr auf dem Bürgersteig mit Bierflasche umherwandert, erntet ihr entsetzte und schockierte Blicke von anderen Passanten. Alkohol in der Öffentlichkeit gehört sich in den USA einfach nicht! Auch in Russland und Polen ist der Verzehr von alkoholischen Getränken in Bahnhöfen und anderen öffentlichen Plätzen untersagt, allerdings werden hier häufig mal beide Augen zugedrückt.

Zwei Freunde feiern mit Bier iStock_000067842875_Large-2

Ja oder Nein? Was denn nun?

Achtung, hier könnt ihr sehr schnell durcheinander kommen! Vielerorts gibt es gegenüber Deutschland und anderen Europäischen Ländern einen Unterschied bei der Deutung von „Ja“ und „Nein.“ In den meisten Ländern nickt man mit dem Kopf, um etwas zu bejahen. In Bulgarien hingegen stimmt ihr mit einem Kopfschütteln eurem Gegenüber zu und mit einem Nicken vermittelt ihr ein Nein. Kein Wunder, dass es zwischen Urlaubern und Einheimischen sehr schnell zu Missverständnissen kommt. Mit ein bisschen Übung solltet ihr den Dreh allerdings raus haben. Ähnlich verhält es sich in Indien, Pakistan und Bulgarien. Um dort etwas mit „Ja“ zu bestätigen, wiegen die Einwohner ihren Kopf hin und her. In Äthiopien wirft man sogar den Kopf zurück, um „Ja“ zu sagen. In arabischen Ländern, Griechenland, der Türkei und Süditalien bedeutet dies jedoch wiederum „Nein.“. Um in Japan etwas zu verneinen, schüttelt man nicht nicht wie in Deutschland mit dem Kopf, sondern wedelt mit der Hand wie ein Scheibenwischer vor dem Gesicht herum.

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Küsschen rechts, Küsschen links

Ach ja, das schöne Frankreich! Falls ihr schon einmal in das Land der Liebe reisen durftet, dann mag euch vielleicht aufgefallen sein: Die Franzosen haben ihr ganz eigenes Begrüßungsritual. In der Regel begrüßt man sich mit zwei Küsschen auf die Wange, angefangen auf der rechten Seite. In der Provence und dem Osten des Landes küsst der Franzose lieber links zuerst, und in einigen Regionen bleibt es sogar bei einem einzigen Wangenkuss. Ganz schön verwirrend, wenn ihr mich fragt! Übrigens ist es in Frankreich auch vollkommen normal, dass sich Männer mit „la bise“! begrüßen. Besonders bei jungen Männer und engen Freunden sind Wangenküsschen zur Begrüßung mehr als üblich.

Handkuss in Polen

Wurdet ihr schon einmal mit einem Handkuss begrüßt? Was in Deutschland seit Jahrzehnten nicht mehr üblich ist, ist in Polen auch heute noch völlig normal. Wer einer Frau bei der Begrüßung besonderen Respekt zollen möchte, der grüßt sie mit Handkuss. Da die Polen generell ein sehr höfliches Völkchen sind, wird selbstverständlich nicht direkt auf die Hand geschlabbert, sondern der Kuss wird lediglich angedeutet. Da kann sich die deutsche Männerwelt definitiv eine Scheibe von abschneiden! 

Süßes Paar küssen im park iStock_000070158447_Large-2

Regentanz in Namibia

Während wir uns in Deutschland betrübt in die Häuser verziehen, ist ein ordentlicher Regenschauer in Namibia ein besonderer Grund zum Feiern. Wenn in Namibia der Regen fällt, dann gibt es für die Menschen kein Halten mehr: Kinder und Erwachsene stürmen auf die Straßen und tanzen im Regen und in Pfützen. Ganze Familien verabreden sich, um den Regen gebührend zu feiern. Da sollten wir uns mal was abschauen, findet ihr nicht auch?!

Sprung in eine Pfütze iStock_000081737149_Large-2

Natürlich gibt es noch viel mehr Sitten in den anderen Ländern, alleine Japan hat eine lange Liste von skurrilen Gewohnheiten vorzuweisen. Ich hoffe, ich konnte euch schon einmal etwas in die Rituale der einzelnen Länder einweisen. Des Weiteren kann ich euch nur empfehlen, sich vor einer Reise mit den Sitten eures Reiseziels bekannt zu machen, damit ihr unbeschwert und problemlos einen schönen Aufenthalt in einem anderen Land verbringen könnt. ;-)

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