Typisch deutsch

Typisch deutsch - Was die Welt über uns denkt

Viele der guten alten deutschen Tugenden sorgen für Respekt in der Welt. Außerordentlicher Fleiß, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit werden immer wieder gelobt, deutsche Handwerks- und Ingenieurskunst ist begehrt und nicht umsonst gilt Deutschland als eine der führenden Export-Nationen der Welt.

Und trotzdem gibt es einige witzige Klischees, die wir scheinbar einfach immer wieder bedienen. Welche das sind, lest ihr hier!

 

Liegen reservieren

Das meist belächelte und wohl am ehesten zutreffende Klischee bestätigt sich leider immer wieder jeden Sommer aufs Neue am Hotelpool. Schon früh am Morgen, noch vor dem Frühstück, hört man Hotelgäste mit ihren Flipflops durch die Gänge schlappen, hinunter an den Pool. Dort werden die Handtücher für die gesamte Familie dann auf den Liegen in der ersten Reihe am Pool verteilt. Danach geht es dann erstmal wieder gemütlich ins Bett. Nach einem ausgiebigen Frühstück kann der Pool-Tag dann entspannt beginnen – andere Hotelgäste, die sich den ersten frühmorgendlichen Gang zum Liegen reservieren gespart haben, haben dann häufig Pech. Immer wieder kommt es da zu Auseinandersetzungen, die einem ganz schön die Urlaubsstimmung vermiesen können.

Doch ist es eigentlich erlaubt, sich eine Liege am Hotelpool zu reservieren? Dazu gibt es kein eindeutiges Gesetz – jeder Reiseveranstalter und auch jedes Hotel kann das für sich selbst regeln. Teilweise ist das Reservieren der Liegen mit den Handtüchern erst ab 8 Uhr morgens erlaubt, teilweise werden die Handtücher sogar einfach weggeräumt, wenn Liegen längere Zeit nicht genutzt, aber mit Handtuch freigehalten werden. Je nach Hotel kann es also passieren, dass ihr euch früh morgens aus dem Bett quält und eigentlich ganz umsonst aufgestanden seid, weil euer Strandtuch nach dem Frühstück fein säuberlich weggeräumt wurde.

Sonnenliege online reservieren

Für diejenigen, die sich nun angesprochen fühlen und im Urlaub einfach nicht auf ihre Sonnenliege verzichten möchten, hat sich der Reiseveranstalter Thomas Cook nun etwas einfallen lassen: Ab Ende Februar habt ihr dank des Projekts „Meine Sonnenliege“ die Möglichkeit, schon vor Urlaubsbeginn eure eigene Lieblingsliege zu reservieren. „Mit unserem neuen Service möchten wir den Gästen die Möglichkeit geben, schon vor der Abreise den individuell schönsten Platz für ihre Sonnenliege auszuwählen, der ihr Urlaubserlebnis perfekt macht – und zwar ganz bequem per Mausklick. […] Die Vorabreservierung ermöglicht, dass der Lieblingsplatz den ganzen Urlaub über rund um die Uhr exklusiv verfügbar ist.„, so Stefanie Berg, Vorsitzende der Geschäftsführung von Thomas Cook. Bis zum Sommer 2018 soll es insgesamt 30 Hotels der Thomas Cook-eigenen Marke geben, die diesen Service anbieten. Der Preis für eine Liege eurer Wahl liegt bei 25€ pro Aufenthalt. Da kann man eigentlich nicht meckern, oder?

Deutsche Sprache, einzige Sprache?

Habt ihr das auch schon mal erlebt? Ihr sitzt im Hotel-Restaurant und der Kellner fragt das Paar am Nebentisch auf Englisch nach ihren Getränkewünschen. Die Gäste antworten ganz stumpf: „Zwei Bier“ – auf Deutsch, wohlgemerkt! Auch das ist eine Angewohnheit, die sich wirklich nicht wegdiskutieren lässt.

Allerdings macht sich die Welt darüber weniger lustig als über unseren ganz typischen deutschen Akzent. Der hört sich für Ausländer extrem hart und abgehackt an und immer wieder habe ich das Gefühl, dass viele Deutsche gar nicht erst versuchen, sich der Sprachmelodie im Land anzupassen. Auch grammatikalisch gibt es bei vielen noch eindeutigen Optimierungsbedarf. Ich sage nur: „Sänk ju for träwweling with Deutsche Bahn today“.

Beschweren gehört auch dazu

Deutsche sind extrem kritisch – so ist der Eindruck, den wir auf die Welt machen. Egal ob im Restaurant, im Hotel oder auch beim Shoppen – die Qualität muss stimmen! Denn wenn man einen Aufenthalt im 5 Sterne Hotel bucht, kann der Service und das Angebot nicht 4-Sterne Niveau haben. Dann gibt es eine saftige und ausführliche Bewertung bei unserem Lieblingsbewertungsportalen Holidaycheck oder Tripadvisor. Kein anderes Land hat eine so ausgeprägte Kritik-Kultur wie Deutschland, was allerdings auch positive Seiten hat: Denn wenn ein Hotel oder auch eine Sehenswürdigkeit zum Beispiel sehr gut bewertet ist, dann kann man sich sicher sein, dass man mit der Wahl dieses Ziels so ziemlich alles richtig macht. Kritisch, aber auch ehrlich – das ist doch keine schlechte Tugend, oder?

Deutsche Hausmannskost

Bratwurst, Kartoffeln, Schnitzel und jede Menge Bier – geht man nach den allgemeinen Vorurteilen über deutsche Urlauber, dann essen wir auch auf Reisen deftig, probieren wenige internationale Spezialitäten und sind auch hier besonders kritisch. Ein gutes deutsches Bier darf zum Essen nicht fehlen und anders als andere Nationen stehen wir schon vor Eröffnung des Buffets im All-Inclusive Hotel Schlange, um die Ersten zu sein, die sich bedienen.

Klingt übertrieben, habe ich aber alles schon erlebt. Aber natürlich ist auch das nur die halbe Wahrheit, denn es gibt wohl keine andere Nation der Welt, die so oft und in so viele ferne und exotische Länder reist wie die deutsche. Neben den Klischee-Urlaubern gibt es natürlich auch jede Menge Abenteurer, die geradezu nach neuen Gerüchen, Geschmäckern und Ländern lechzen und es kaum erwarten können, fremde Kulturen zu entdecken.

Tennis-Socke: Outfit on Point?

Tennis-Socke in der Sandale, kurze abtrennbare Cargo-Hose, rot verbrannte Beine und ein Sonnenbrand auf der Glatze – so sieht die Welt uns Deutsche tatsächlich. Und wenn man durch Rom, Paris oder Palma de Mallorca läuft, kann man diese Spezies Mensch tatsächlich sehen. Gerne haben sie einen Rucksack umgeschnallt und tragen eine schwere Spiegelreflexkamera um den Hals.

Dieses Klischee stimmt wirklich und wird jedes Jahr wieder bestätigt. Doch stören lassen sollte man sich davon meiner Meinung nicht, einfach weggucken reicht doch manchmal auch, oder?

Kein Smalltalk und wenig Spaß?

Seien wir mal ehrlich: Smalltalk und sinnlose Gespräche sind nicht so unser Ding, oder? Anders als Amerikaner, Italiener und Australier halten wir uns immer eher erstmal zurück und wirken so etwas grantig und vor allem unentspannt.

Allerdings ist unser etwas subtilerer Humor mittlerweile bei vielen Touristen aus dem Ausland gern gehört und hoch geschätzt. Sind wir nämlich erstmal warm geworden mit unserem Gegenüber, können die schönsten internationalen Freundschaften entstehen.

Typisch deutsch: Witzig und speziell

Wir sind schon ein witziges und spezielles Volk, oder? Bis auf einige Kleinigkeiten finde ich das aber eigentlich ganz charmant. Es sorgt vor allem immer wieder für Lacher bei anderen Nationen und macht uns doch irgendwie sympathisch, oder?

Außergewöhnliche Urlaubsziele

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