Zu Fuß lassen sich viele Städte einfach am schönsten und oftmals auch am leichtesten erkunden. Unterwegs entdeckt ihr womöglich das ein oder andere interessante Geschäft oder Restaurant, in das ihr einkehren wollt. Und ganz nebenbei kommt ihr den Bewohnern und ihren Geschichten auf die Spur, wenn ihr die gleiche Luft schnuppert wie sie.

Heute habe ich einen schönen Stadtspaziergang durch Englands Hauptstadt London im Gepäck, der vor allem für „London-Anfänger“ interessant sein könnte. Ich verspreche euch, dass ihr auf meiner Route an den wichtigsten Touri-Hotspots Londons vorbeikommt und ganz nebenbei noch andere tolle Plätze entdecken werdet! Viel Spaß!

Stadtspaziergang London

Sitz der Königin | Krönungskirche | Uhrenturm | Mama Themse | The Monument | Folter und Juwelen | Klappmesser

Wo Shakespeare zuhause ist | Markttag | Über den Dächern von London

Stadtspaziergang_London

Königliches Zuhause

Unser Stadtspaziergang London startet vor der  offiziellen Residenz des Monarchen, dem Buckingham Palace. Seid ihr früh genug dort und habt den richtigen Tag erwischt, könnt ihr der sogenannten „Change of Guards“ beiwohnen. Die Wachablösung der Soldaten wird von toller Live-Musik begleitet und nimmt ungefähr eine Stunde eurer Zeit in Anspruch. Und vielleicht erhascht ihr sogar einen Blick auf die Queen, der wehende Union Jack auf dem Dach des Gebäudes signalisiert ihre Präsenz. Wendet ihr dem Buckingham Palace den Rücken zu, werdet ihr eine grüne Oase direkt gegenüber erblicken. Der St. James Park ist zwar nicht unsere nächste Station, aber der wohl schönste Weg dorthin. Im Park leben viele Tiere, darunter Pelikane und zahlreiche andere Vogelarten, die gerne für ein Foto bereit stehen. Oder aber ihr schießt, von einer der zahlreichen Brücken aus, ein tolles Bild des Buckingham Palace.

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Royale Kirche

Das nächste „must see“ auf unserer Liste ist die Westminster Abbey. Bestimmt ist euch die Krönungskirche von Prinz Williams und Herzogin Kates Hochzeit im Jahre 2011 im Gedächtnis geblieben. Neben den Hochzeiten der Royals werden hier auch Englands Könige gekrönt und nach ihrem Ableben beigesetzt. Die Eintrittspreise sind happig, aber in meinen Artikel „Günstig durch London“ könnt ihr nachlesen, wie ihr doch einen Blick auf den Saal erhaschen könnt, und das, ohne bezahlen zu müssen! Es kostet euch natürlich keinen Penny, ein Erinnerungsfoto der Abbey zu schießen, bis vor das Gebäude kommt ihr nämlich problemlos.

Westminster Abbey iStock_000039588842_Large-2

Der schiefe Turm von London

Direkt hinter der Abbey erblickt ihr schon das nächste Wahrzeichen auf unserer Liste. Der Uhrenturm des Palace of Westminster wird gerne fälschlicherweise als Big Ben bezeichnet, dabei ist das nur die schwerste der fünf Glocken. Zur vollen Stunde und danach alle 15 Minuten ertönt das wunderschön anzuhörende Glockenspiel aus dem Turm, die Zeit solltet ihr euch auf jeden Fall nehmen. Gegenüber des Turms befindet sich eine kleine Rasenfläche, von der aus ihr die besten Fotos mit dem „großen Benjamin“ machen könnt. Besonders schön werden diese, wenn ihr rein zufällig in der Silvesternacht vor dem Turm steht. Und vielleicht wird euch von dort auch bewusst, dass der gute Ben über die Jahre hinweg etwas in Schieflage geraten ist. Aber keine Sorge, für Passanten geht keinerlei Gefahr von ihm aus.

Big Ben and the houses of parliament in London

Von Bischöfen und flüsternden Wänden

Euer Weg führt euch nun nicht über die Westminster Bridge in Richtung London Eye, sondern links an der Themse entlang. Von dort aus lässt sich das London Eye schon einmal aus der Ferne fotografieren und kann so seine ganze Größe entfalten. Der Stadtspaziergang London führt euch nun ein oder zwei Meilen am Wasser entlang, vorbei am Somerset House und dem King’s College, ehe ihr einen Schlenker nach links in Richtung St. Paul’s Cathedral macht. Der Bischofssitz ist, neben der Westminster Abbey, die wohl bekannteste Kirche der Stadt. Nicht zuletzt, weil sich dort Prinz Charles und Lady Diana das Eheversprechen gegeben haben. Berühmt ist auch die Whispering Gallery. Ein Flüstern gegen die Wand kann auf der anderen Seite gehört werden, in 112 Fuß Entfernung! In meinem Artikel „Günstig durch London“ könnt ihr wieder nachlesen, wie ihr vollkommen kostenlos Zugang zur Kathedrale erhaltet.

St Pauls Cathedral. London

Mahnmal

Von der St. Pauls‘ Cathedral aus folgt ihr der Cannon Street, welche zur Eastcheap wird. Sobald ihr die Pudding Lane auf der rechten Seite des Weges entdeckt, zögert nicht, sie führt euch zu dem Momunent to the Great Fire of London. Wer keine 20 Pfund für eine Fahrt im London Eye ausgeben möchte, sollte die hier verlangten 3 Pfund bezahlen, um einen tollen Ausblick über London zu bekommen. Zunächst müsst ihr aber 311 Stufen bezwingen, die ungeübten Reisenden schon einiges abverlangen. Errichtet wurde das Monument in Gedenken an den verheerenden Stadtbrand 1666, welcher in Thomas Farynnors Bäckerei ausbrach und unglaubliche 4/5 von Londons Innenstadt zerstörte.

The Monument

Zwischen Elend und Pomp

Vom Monument aus folgt ihr der Monument Street in die Lower Thamses Street und von dort aus nach rechts in die Water Lane. Spätestens hier müsste euch schon der nächste Punkt auf meiner Karte ins Auge springen. Die Rede ist vom Tower of London, der Schauplatz blutiger Hinrichtungen zur Zeit von Heinrich VIII. war und heute die Kronjuwelen der königlichen Familie beherbergt. Für den Eintritt in den Tower müsst ihr auch wieder tief in die Tasche langen, aber glaubt mir, es lohnt sich! Die Burg versprüht immer noch mittelalterlichen Charme und auch die Juwelen im Innern sind eine absolute Augenweide. Zudem kommt ihr bei einer Führung in den Genuss sogenannter Fun Facts: Wusstet ihr, dass Heinrich III. sich dort einen Eisbären hielt, der unter Aufsicht in der Themse auf Fischjagd gehen durfte? Kurios, nicht wahr?

Tower of London

Über eine Brücke musst du gehen

Vom Tower aus sollte euer Weg ohne Umwege zur Tower Bridge führen. Ein absolut beliebtes Fotomotiv, das ihr euch auch nicht entgehen lassen solltet. Habt ihr die Klappbrücke abgelichtet, solltet ihr auch auf ihr entlang zur anderen Seite der Themse gehen. Aber wundert euch nicht: Manchmal schafft ihr die ganze Strecke nicht auf Anhieb, dann nämlich, wenn ein Schiff auf der Themse die Brücke passieren will. Das Hochklappen der beweglichen Brückenteile ist ein tolles Schauspiel, das sowohl von der Brücke selbst als auch aus einiger Entfernung spektakulär aussieht.

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Macbeth, King Lear und Co.

Seid ihr auf der anderen Seite der Themse angekommen, könnt ihr entweder wieder am Wasser entlang zum nächsten Ziel gehen oder aber einfach mal durch die kleinen Gassen schlendern, die bestimmt das ein oder andere Schmankerl parat halten. Für welchen Weg ihr euch auch entscheidet, er sollte am Shakespeare’s Globe enden. Das Theater ist für seine Aufführungen von Shakespeares Werken bekannt, und ein Nachbau des eigentlichen Theaters, welches nur wenige Meter Luftlinie entfernt stand. Für gerade einmal 5 Pfund könnt ihr eine Stehplatzkarte erwerben, nach so vielen zurückgelegten Kilometern würde ich das aber nicht empfehlen, denn 3 Stunden auf einer Stelle stehen, das kann auch den härtesten Guru aus den Latschen hauen.

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Foto: istock.com/TonyBaggett

Markt für Genießer

Der nächste Punkt ist kein unbedingtes Muss, seid ihr aber zur richtigen Uhrzeit da, solltet ihr einen Besuch des Borough Market definitiv einplanen. Er hält leckere Köstlichkeiten aus aller Welt bereit, allerfeinstes Street Food und herrliches Gebäck. Erfreut euch an den bunten Gemüse- und Obstauslagen und atmet mal ganz tief ein. So viele tolle Gerüche auf einmal erlebt man wirklich selten. Und nach der ganzen Lauferei habt ihr euch eine kleine Belohnung auf jeden Fall verdient. Im angrenzenden Park lassen sich die erworbenen Leckerbissen gut verspeisen und vielleicht kommt ihr sogar ins Gespräch mit Ur-Londonern, die dort ihre Pause verbringen und euch noch den ein oder anderen Tipp geben können.

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Foto: istock.com/acmanley

London aus der Vogelperspektive

Unser Weg vom Borough Market oder vom Globe Theatre führt uns an der Themse vorbei zu dem letzten Ziel unseres Spaziergangs. Einige werden es schon erraten haben, denn das berühmte London Eye wollte ich euch dann doch einmal aus der Nähe zeigen. Vielleicht ist es bei eurer Ankunft bereits dunkel, sodass ihr das beleuchtete Riesenrad als tolles Fotomotiv habt. Eine Fahrt schlägt zwar mit gut 20 Pfund zu Buche, der Ausblick ist aber, gerade im Dunkeln, ein absolutes Highlight. Habt ihr beim Monument und dem Market gespart, könnt ihr nun zuschlagen. Nach eurem Besuch lauft ihr am London Aquarium und dem London Dungeon vorbei. Lauft über die Westminster Bridge in Richtung Glockenturm und Abbey und erhaltet noch einmal ein tolles Fotomotiv, wenn die beiden Sehenswürdigkeiten gegen Abend herrlich beleuchtet werden.

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Gute 8 Meilen hat der Stadtspaziergang London euch durch die Metropole geschickt und ihr habt dabei zehn Wahrzeichen der Stadt „abgeklappert“. Somit solltet ihr zumindest einen ersten, recht guten Überblick über die Stadt bekommen haben. Für die London-Kenner gibt es sicherlich attraktivere Routen, aber selbst diese sollten noch Freude an der Tour finden. Als Belohnung solltet ihr euch nach diesem Marsch ein kühles Cider oder Bier in einem der unterwegs entdeckten Pubs gönnen. Einen besseren Abschluss des Tages kann ich mir kaum vorstellen! Werft regelmäßig einen Blick in mein Reisemagazin. Dort stelle ich euch bald noch weitere Stadtspaziergänge zur Verfügung, die ich für euch ausbaldowert habe.

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