Über Londons zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten habe ich euch in meinem Reisemagazin bereits ausgiebig berichtet. Jetzt wird es also höchste Zeit, dass ich auch meine Insidertipps zu den besten Restaurants und Food Spots mit euch teile.

London ist eine Stadt wie keine andere – so bunt, vielfältig, kulturell und … kulinarisch! Gut, die englische Küche selbst genießt nicht unbedingt den besten Ruf, aber die Weltstadt London ist da ganz klar die Ausnahme. Hier werden regelmäßig neue Food Trends geboren, für die die Londoner gerne auch mal ein paar Stunden Schlange stehen, noble Szenerestaurants existieren Tür an Tür mit hippen Street Food Trucks und die ethnische Vielfalt der multikulturellen Stadt schlägt sich im kulinarischen Angebot nieder. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Einen umfassenden Food Guide zu verfassen, ist daher schier unmöglich. Stattdessen möchte ich lieber meine ganz persönlichen Guru-Tipps mit euch teilen und euch damit ein paar Anregungen für euren nächsten London Trip geben.

London Food Guide

Tipps vorweg | Die besten Restaurants | London günstig | Die besten Gegenden | Street Food

 Für zwischendurch | Brunchen in London | Sweet Treats | London Food Guide als Karte

Unterwegs in London

Man selling curry and street food in London, UK
Foto: iStock.com/Adam Petto

Ein paar Tipps vorweg

Ich habe es oben bereits angedeutet, aber möchte es als kleine Vorwarnung nochmal betonen: Die Londoner haben kein Problem damit, sich für einen Tisch im Restaurant anzustellen. Zu Stoßzeiten sind Wartezeiten von 30 bis 60 Minuten keine Seltenheit. Die meisten Restaurants bieten leider keine Reservierungen an, sodass dieser Schritt oft unumgänglich ist. Ihr müsst natürlich selbst entscheiden, ob ihr bereit seid, so lange zu warten – ich kann nur sagen, dass sich eure Geduld in den meisten Fällen lohnt und ihr dafür mit einer köstlichen Mahlzeit belohnt werdet.

London Food Guide
Die Londoner haben kein Problem damit, für einen Coffee to go so lange anzustehen. Foto: iStock.com/400tmax

Was ihr außerdem noch wissen solltet, ist, dass Essen in London generell deutlich teurer ist als bei uns. Es gibt aber auch eine wirklich tolle Auswahl an günstigeren Möglichkeiten, die ich euch weiter unten vorstellen werde. Ein Punkt, bei dem ihr übrigens einiges an Geld sparen könnt, sind die Getränke, denn tap water, also Kranwasser, bekommt man in London kostenlos zu jeder Mahlzeit dazu. Achtet beim Bezahlen darauf, ob eine service charge von 12,5% schon in die Endsumme mit eingerechnet wurde oder ob ihr noch selbst ein Trinkgeld addieren müsst.

Die besten Restaurants in London

Bei eurem London Besuch dürft ihr es euch nicht entgehen lassen, euch durch die verschiedensten internationalen Küchen zu probieren, die in der Stadt vertreten sind. Ganz vorne mit dabei ist die indische Küche  nirgendwo auf der Welt, außer natürlich in Indien selbst, kann man so gut indisch essen wie in London! Streetfood und günstige aber gute Imbissbuden finden sich an jeder Ecke, aber dazu später mehr. Zuerst möchte ich euch Dishoom vorstellen, ein Restaurant, das sich durch die moderne Interpretation traditioneller Gerichte von der breiten Masse abhebt.

Sowohl das Interieur als auch die Speisekarte sind von der iranischen Cafékultur im Bombay der 1960er Jahre inspiriert. Ich kann euch sagen, so etwas habt ihr garantiert noch nie in eurem Leben probiert! Es gibt insgesamt vier Locations in London, in Shoreditch, in der Nähe von King’s Cross, in Covent Garden und an der Carnaby Street. Mit Wartezeiten müsst ihr rechnen, diese werden euch aber mit kostenlosem Chaitee versüßt und ihr könnt euch an der Bar mit grandiosen Cocktails (Klassiker mit indischem Twist, wie zum Beispiel eine Pina Colada, abgerundet von Chai Sirup) und leckeren Vorspeisen versorgen. Wenn nach Paneer und Biryani noch ein bisschen Platz ist, müsst ihr das Zimteis probieren!

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Ein weiteres Land, dessen Küche in London weit verbreitet ist, ist Mexiko. Egal, ob es zum Mittagessen ein schneller Burrito auf die Hand sein soll oder ein Abendessen in gemütlicher Atmosphäre, Wahaca kann ich euch wirklich empfehlen. Besonders gern bestelle ich mir dort mehrere der kleineren Gerichte, die sich super zum Teilen eignen. Mein absolutes Highlight sind die Taquitos, knusprige, gerollte Maistortillas mit leckeren Füllungen wie Guacamole und Süßkartoffel. Es gibt mehrere Filialen in ganz London.


Selbstverständlich sind auch sämtliche asiatische Länder mit zahlreichen Restaurants in London vertreten. Chinesisch und Japanisch kennen wir alle, aber kennt ihr auch schon Bao Buns? Die gedämpften Brötchen, gefüllt mit Schweinefleisch oder Gemüse, sind eine taiwanische Spezialität, die bei den Londonern derzeit hoch im Kurs steht. Schaut doch auch mal bei BAO in Soho oder Fitzrovia vorbei, wenn ihr Lust habt, etwas Neues zu probieren!


Noch eine Küche, die euch wahrscheinlich noch nicht so geläufig ist, dürfte die libanesische sein. Dann nichts wie los zu Comptoir Libanais und probiert euch durch die wunderbaren Mezze, Hummus, Baba Ghanuj, Tabbouleh, Falafel und Halloumi. Mittlerweile gibt es schon sechs Filialen, die für den Erfolg der nahöstlichen Spezialitäten sprechen. Einige der Gerichte findet ihr in ähnlicher Form auch bei Mem and Laz und dazu noch viele weitere mediterrane Gerichte, hergestellt aus frischen Zutaten. Die Speisekarte ist so umfangreich, dass es unmöglich ist, Favoriten zu ernennen. Wie ihr bestimmt schon gemerkt habt, handelt es sich bei den allermeisten Restaurants in London um Ketten oder zumindest um Restaurants mit mehreren Standorten. Das Mem and Laz kann man hingegen als einen richtigen Geheimtipp bezeichnen. In die Gegend um die Upper Street treibt es nur die wenigsten Touristen, dabei gibt es hier in Islington eine ganz neue, authentische Seite von London zu entdecken. Und nach dem Essen könnt ihr hier super noch etwas trinken gehen!


Genauso wie kulinarische Vielfalt, Experimentierfreude und die Lust auf Neues unverwechselbar zu London gehören, tun es auch die ganz klassischen Pubs. Typische Pub Gerichte wie den Sunday Roast, Fish & Chips oder Burger solltet ihr euch bei eurer London Reise nicht entgehen lassen. Zu meinen Lieblingspubs gehören das The Rose in Vauxhall und The Old Bank of England. In dem prunkvollen alten Gebäude, das, wie es der Name schon sagt, bis 1975 einen Teil der Bank of England beheimatete, werdet ihr euch fühlen wie wohlhabende Londoner in einer längst vergangenen Zeit. Die Lage auf der Fleet Street ist außerdem der perfekte Ausgangspunkt für einen Pub Crawl durch die City of London.

Tipps, um in London günstig zu essen

Wenn ihr mit einem knappen Budget verreist, aber trotzdem nicht auf gutes Essen verzichten möchtet, dann nehmt euch die folgenden Tipps zu Herzen. Zwei Restaurants, in denen man unfassbar gut essen kann und die dennoch nicht teuer sind, sind Franco Manca und Honest Burgers. Bei Franco Manca gibt es Sauerteig-Pizzen, die es locker mit den Originalen in Italien aufnehmen können. Und das Beste ist, dass ihr diese schon ab 5£ bekommt und auch die Getränke verhältnismäßig preiswert sind. Honest Burgers hat, wie es der Name schon sagt, Burger. Die Auswahl ist nicht riesig, aber die Burger sind spitze und vom Preis her vollkommen in Ordnung.


Ein weiterer Tipp für Sparfüchse ist Chinatown, wo ihr für gutes chinesisches Essen kein Vermögen zahlen müsst. Generell ist Streetfood wohl der absolute Top-Tipp, um in London günstig zu essen, aber darauf komme ich später noch zurück.

London Food Guide
Foto: iStock.com/ IR_Stone

Zuletzt noch ein Tipp, den nur Insider kennen: Bei Itsu, der beliebtesten Sushi-Kette Londons, bekommt ihr 30 Minuten vor Ladenschluss alles zum halben Preis. Es lohnt sich also, die Öffnungszeiten eures nächsten Itsu zu checken – die ihr, übertrieben gesagt, wirklich an jeder zweiten Ecke findet – und so ein echtes Schnäppchen zu machen!

Die besten Gegenden in London zum Essen gehen

In dieser Situation wart ihr bestimmt auch schon mal: Ihr habt euren Städtetrip penibel durchgeplant, euch die besten Restaurants rausgesucht und euch schon vorab überlegt, wo ihr gerne essen würdet – aber wenn es dann soweit ist und einen plötzlich der Hunger überkommt, sind die angepeilten Lokale meist noch meilenweit entfernt. Vielleicht seid ihr aber auf Reisen auch lieber spontan und wartet ab, wohin euch euer Weg führt. Egal welcher Reisetyp ihr seid – es ist immer hilfreich, die Gegenden zu kennen, in denen es besonders viele Restaurants gibt. So könnt ihr sicher gehen, dass ihr etwas Tolles findet, aber dennoch spontan entscheiden, wonach euch gerade der Sinn steht.

Meine Guru-Tipps

So eine Gegend ist zum Beispiel die Charlotte Street, eine Parallelstraße zur Tottenham Court Road in Fitzrovia, die man als normaler Tourist nicht so leicht findet. Was für ein Glück, dass ihr den Guru habt, der euch mit solchen Insidertipps versorgen kann! Auch die James Street hat so einiges zu bieten und liegt nur einen Katzensprung von der Oxford Street entfernt. Die Wardour Street verläuft quer durch Soho und hat in ganz London wohl die höchste Restaurantdichte vorzuweisen. Wenn ihr indisches Essen liebt, dann empfehle ich euch die Drummond Street, eine unscheinbare Straße im Süden von Cambridge, aber ein Mekka für indisches Essen. Mein letzter Tipp ist eigentlich weder eine Straße noch eine Gegend, sondern ein kleiner Innenhof auf der Carnaby Street. Der Eingang zum Kingly Court ist so unscheinbar, dass die meisten daran vorbeilaufen, aber das solltet ihr nicht tun, denn innen könnt ihr zwischen mehreren hervorragenden Lokalen wählen und in einer entzückenden Atmosphäre speisen.

Street Food in London

Was wäre ein London Food Guide, ohne das berühmte Londoner Street Food zu erwähnen? Street Food Trucks, die ihr an sehr vielen Stellen und vor allem auf Märkten in London vorfindet, sind die beste Möglichkeit, sich gut und günstig durch das abwechslungsreiche kulinarische Angebot zu schlemmen. Vom Borough Market und Camden Market habt ihr sicher schon gehört. Diese beiden coolen Märkte sind bei Weitem keine Geheimtipps mehr, aber die Essensauswahl ist trotzdem so originell und ausgefallen wie eh und je. Sie zu besuchen, zählt zum Pflichtprogramm für jeden London Besucher, aber erst recht für die Genießer und Foodies unter euch!

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Eingang zum Borough Market. Foto: iStock.com/acmanley

Unbekanntere Streetfood Märkte

Ich wäre aber nicht euer Guru, wenn ich es bei diesen allseits bekannten Stationen belassen würde, sondern möchte euch selbstverständlich auch noch die weniger bekannten Street Food Märkte vorstellen. Einer meiner liebsten Märkte ist der Bloomsbury Farmers Market, der jeden Donnerstag von 9 bis 14 Uhr am Torrington Square in Bloomsbury stattfindet. Samstags gehe ich gern zum Broadway Market, der von 9 bis 17 Uhr etwas weiter außerhalb in Dalston stattfindet. Mit dem Bus oder der Tube kommt ihr dort aber gut hin und könnt euch ein bisschen in dem hippen Viertel umschauen. Ebenfalls samstags findet am Duke of York Square ein Food Markt statt, der von 10 bis 16 Uhr öffnet. Eine leckere Mahlzeit dort könnt ihr super mit einem Besuch in der Saatchi Gallery verbinden.

Last but not least, liebe ich es, an Sonntagen die Brick Lane, eine meiner liebsten Straßen, entlang zu schlendern, mir die coolen Graffitis und Street Art Kunstwerke anzusehen und mir zum krönenden Abschluss auf dem Sunday Up Market in der Old Truman Brewery etwas Leckeres zu essen zu holen.

Achtung, jetzt kommt ein absoluter Geheimtipp: Der Markt schließt um 17 Uhr, wenn ihr circa eine halbe Stunde eher dort seid, bieten fast alle Aussteller ihre Speisen zu günstigeren Preisen an. Aber psst, nicht weitersagen! ;)

Snacks für zwischendurch

Pret a Manger – wer kennt und liebt es nicht? Die Kette, die in London in etwa so verbreitet ist, wie Starbucks in New York, muss ich wohl kaum noch erwähnen. Aber falls es euer erstes Mal in London ist und ihr euch unsicher seid, wo ihr ein frisches und verhältnismäßig günstiges Mittagessen bekommt, dann merkt euch unbedingt „Pret“ für Sandwiches, Salate, Suppen und Co. Der Kaffee schmeckt hier übrigens auch echt gut und ist preislich unschlagbar. LEON ist eine weitere Fastfood-Kette, die ihr bei eurem London Aufenthalt auf dem Schirm haben solltet. Das Essen ist immer frisch und lecker. Es gibt Salate, Wraps und vieles mehr. Preislich unschlagbar ist übrigens das Frühstück, für nur 4,20£ bekommt ihr Porridge und ein Heißgetränk, das sogar Fairtrade ist.

Meinen persönlichen Favoriten zum Lunch möchte ich euch auch nicht vorenthalten: Die Pizzen von Homeslice schmecken einfach göttlich. Da sie wirklich riesig sind, könnt ihr sie mit mehreren Freunden teilen oder auch stückweise kaufen. Es gibt Filialen in Fitzrovia und Shoreditch, ich empfehle euch aber bei Homeslice im Neal’s Yard vorbeizuschauen. Der Neal’s Yard ist eine dieser versteckten Ecken in London, die trotz ihrer zentralen Lage in den Seven Dials, auch bei Londonkennern noch ein Wow-Erlebnis auslösen können. Es ist hier nicht nur die Pizza, wegen der ihr diesem hübschen Ort einen Besuch abstatten solltet.

London Food Guide
Im Neal’s Yard könnt ihr in dieser kunterbunten Kulisse ein leckeres Stück Pizza essen. Foto: iStock.com/Starcevic

Londons beste Brunch-Spots

Natürlich ist es günstiger, sich in seiner Privatunterkunft selbst zu verpflegen oder einen schnellen Happen auf die Hand zu besorgen, aber wenn ihr brunchen auch so liebt wie ich, dann wollt ihr euch Londons beste Brunch-Spots sicher trotzdem nicht entgehen lassen. Die Cafés und Lokale, die ich euch vorstellen möchte, können mit gesunden und frisch zubereiteten Speisen punkten. Vom allseits beliebten Avocadobrot bis zu Shakshouka, einem nordafrikanischen Gericht aus pochierten Eiern mit einer Soße aus Tomaten und Chili, das ihr unbedingt einmal probiert haben müsst, ist hier für jeden etwas Leckeres dabei.

  • Daisy Greenein wunderschön eingerichtetes Café, das Brunch im australischen Stil serviert
  • Friends of Ours: ein kleiner Laden im hippen Shoreditch, am Wochenende wird es hier sehr voll!
  • Eighty Fourdirekt um die Ecke vom Friends of Ours, deutlich leerer und eine mindestens genauso gute Alternative

  • Le Pain Quotidiendie belgische Kette bietet leckeres Frühstück mit gutem Preis-Leistungsverhältnis
  • Riding House Café: ein sehr schicker Szeneladen mit etwas höheren Preisen
  • Ottolenghihier werden mediterrane Spezialitäten modern interpretiert
  • Cereal Killer Café: in zwei Locations, auf der Brick Lane und in Camden, könnt ihr dort die verrücktesten Müslisorten aus aller Welt probieren

Sweet Treats

Auch euer süßer Zahn wird in London voll auf seine Kosten kommen! Wie wäre es mit einem Donut von Crosstown Doughnuts oder einem Cupcake von Peggy Porschen? Oder aber ihr probiert das Eis von Milk Train, das derzeit auf Instagram absolut gehyped wird. Matcha Softeis, umhüllt von Zuckerwatte und getoppt von Popcorn – klingt, als hätte hier jemand seiner Fantasie freien Lauf gelassen – und was dabei herauskam, ist ein Traum!

Der London Food Guide als praktische Karte

Damit ihr bei den vielen Tipps jetzt nicht den Überblick verliert, habe ich euch alles nochmal auf eine Karte gepackt. Was auf den ersten Blick vielleicht ganz schön wirr aussehen mag, kann sich als sehr praktischer Wegbegleiter entpuppen, nämlich dann, wenn ihr sie euch herunterladet und unterwegs einen Blick darauf werft, welche Restaurants sich gerade so in eurer Nähe befinden. So findet ihr bei Hunger hoffentlich schnell das Richtige!

Unterwegs in London


Seid ihr, im wahrsten Sinne des Wortes, auf den Geschmack gekommen und könnt es kaum noch abwarten, bis es endlich los nach London geht? Schaut euch doch mal weiter in meinem Reisemagazin um, denn dort findet ihr viele weitere Artikel, die euch bei der Planung eurer Reise behilflich sein können.

 

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© Titelbild: iStock.com/mikeinlondon