Gut und günstig müssen sich nicht ausschließen. Auch nicht in einer Weltmetropole wie London. Entdeckt bezahlbare Unterkünfte, erkundet die Stadt zu Fuß oder per Tube, lasst es euch bei einem deftigen Lunch oder Dinner gut gehen und krönt eure Reise mit einem West End-Klassiker. Sagt den Termin bei der Bank wieder ab, denn ein Kredit ist hierfür garantiert nicht nötig!

Gut und günstig sind für viele Reisende oftmals zwei Paar Schuhe. Vor allem für diejenigen, die es in die großen Metropolen wie Paris, New York oder eben London zieht. Englands Metropole zählt für viele zu den Reisezielen, die zwar günstig mit dem Flugzeug oder dem Bus zu erreichen sind, bei der Versorgung und Übernachtung aber gerne die Reisekasse belasten. Günstig durch London? „Geht nicht“, sagen viele. „Geht doch!“, sage ich euch. Vor allem jetzt, nach dem Brexit.

Ich habe mich nicht lumpen lassen und für euch zahlreiche Schnäppchen rausgesucht, darunter fünf preiswerte und vor allem zentrale Unterkünfte. Zudem verrate ich, wie ihr euch innerhalb der Stadt kostengünstig fortbewegt und wo ihr euch am Ende eines ereignisreichen Tages mit einer der zahlreichen Köstlichkeiten belohnt. Und Zeit für einen Besuch von Londons vielfältigen Sehenswürdigkeiten oder eines der atemberaubenden Events findet ihr unter Garantie ebenso.

Günstig durch London: So geht’s!

Übernachtung | Transport | Sehenswürdigkeiten | Kulinarisches |Unterhaltung

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Günstige Hostels in London

Vor eurer Abreise in die Weltmetropole sei euch dringend ans Herz gelegt, euch frühzeitig um eine Unterkunft zu bemühen. Belohnt werdet ihr mit sensationellen Angeboten, zentralen Hotels und einer stressfreien Anreise. Unter Londons besten Hotels für Schnäppchenjäger steht das LSE Carr-Saunders Hall und das LSE Passfield Hall ganz oben auf der Liste. Die London School of Economics and Political Science bietet vorrangig ihren Studenten eine preiswerte Unterkunft in zentraler Lage. Während der vorlesungsfreien Zeit werden diese jedoch gerne an London-Reisende vermietet, um ihnen den perfekten Ausgangspunkt für ihre Reise zu stellen. Bei einer frühen Buchung seid ihr schon für 36 GBP im Einzelzimmer mit eigenem Waschbecken und separatem Waschraum untergebracht. Für nur 5 GBP oben drauf erhaltet ihr ein vielfältiges Frühstücksangebot hinzu. Gestärkt vom reichhaltigen Buffet, macht ihr euch entweder zu Fuß auf den Weg oder steigt in eine Tube in unmittelbarer Nähe eurer Unterkunft.

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Wer auf den Luxus einer Einzelunterkunft verzichten kann, findet in den Travel Joy Hostels seine Übernachtungsmöglichkeit. Als Einzelperson übernachtet ihr schon für 20 GBP in einem gemischten 12-er Schlafsaal oder für ein paar Pfund mehr in einem gemischten 6-er Schlafsaal. Als Highlight erwartet euch ein bereits im Preis enthaltendes Continental Breakfast. Das Travel Joy Hostel London bietet euch sowohl gratis WLAN als auch eine ideale Anbindung an das Verkehrssystem. Wer neben dem Kostenaspekt auch noch Wert auf ein ansprechendes Äußeres und Inneres legt, wird in der Palmers Lodge fündig werden. Zahlreiche Preise hat dieses charmante Boutique-Hostel schon abgeräumt, was anhand des 24-Stunden-Services, des einzigartigen Erscheinungsbildes und der beeindruckenden Inneneinrichtung nicht verwunderlich ist. Auch hier könnt ihr durch das gratis WLAN euren Tagestrip durch London bequem vom Hotelzimmer aus planen und für einen geringen Aufpreis (umgerechnet 6€) diesen auch noch mit vollem Magen starten.

Wer in einem Haus mit Tradition nächtigen möchte, ist mit dem Wombat’s City Hostel bestens bedient. Im viktorianischen Zeitalter eröffnet, bot es bezahlbare Unterkünfte für Seereisende und heutzutage für Backpacker aus der ganzen Welt. Für gerade einmal 23 GBP bekommt ihr einen Schlafplatz im gemischten 8-er Schlafsaal. Frauen wird sogar die Möglichkeit geboten, einen Platz im reinen Mädchenschlafsaal zu bekommen. Dieser ist ebenfalls für einen geringen Aufpreis erhältlich, je nach Verfügbarkeit versteht sich. Ein kontinentales Frühstück ist für den Schnäppchenpreis von 3,50 GBP zu haben und sollte euch mit den grundlegenden Dingen versorgen.

Günstig durch London – Mobilität

Nach einer guten Nacht folgt optimalerweise ein guter Tag, der wohl geplant sein will. London bietet eine schier unglaubliche Auswahl an Sehenswürdigkeiten, die unmöglich alle während einer kurzen Reise besucht werden können. Hat man es sich dennoch zur Aufgabe gemacht, möglichst viele davon zu besichtigen, sollte die Tube das bevorzugte Transportmittel sein. Da Einzelfahrten eure Urlaubskasse sehr belasten, solltet ihr euch lieber an eine Day-Travel Card (gibt es für Fahrten während Londons Stoßzeiten oder danach, und kann bequem von zuhause aus bestellt werden) oder an die so genannte Oyster Card halten. Diese ist eine wieder aufladbare Fahrkarte, die für 5 GBP an jeder U-Bahn Haltestelle erworben und aufgeladen werden kann. Der Clou an der Karte ist, dass sie zwar pro Fahrt mit 1,50 GBP belastet wird, man aber nur so lang zahlt, bis der Preis einer Day-Travel Card erreicht ist. Alle weiteren Fahrten sind danach kostenlos. Bleibt am Ende eurer Reise ein Restbetrag auf der Karte, könnt ihr euch diesen auch wieder an einer beliebigen U-Bahn Haltestelle auszahlen lassen. Einfach, oder?

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Mind the gap!

Die wohl schönste, aber auch anstrengendste Art die Stadt zu erkunden, bieten einem die eigenen Füße. Selbst Londoner leben es einem vor: bequemes Schuhwerk an und ‚off you go‘. So lassen sich Wartezeiten und Sardinengefühl in der Tube wunderbar vermeiden und ihr lebt das Motto „günstig durch London“ weiter. Londons bekannteste Sehenswürdigkeiten spielen euch sogar noch in die Hände, da die meisten problemlos zu erreichen sind. Erkundet ihr alles zu Fuß, warten sicherlich auch noch einige Überraschungen auf euch, die ihr „unter Tage“ mit Sicherheit nicht gesehen hättet. Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr auf eurem Weg den idealen Pub, in dem ihr gegen Abend einkehren könnt?!

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Foto: iStockphoto.com/Alphotographic

Klassiker zum Schnäppchenpreis

Wer schon einmal auf dem Weg ist, um den Houses of Parliament, dem London Eye, der St. Paul’s Cathedral oder der Westminster Abbey einen Besuch ab zustatten, dem sei zu Herzen gelegt, dass diese Klassiker durchaus für nicht einmal einen Penny besichtigt werden können. Sowohl die Westminster Abbey als auch die St. Paul’s Cathedral erlauben pfiffigen Besuchern einen kostenlosen Einblick in ihre Gewölbe. Der einzige Haken: Ihr müsst an einem der so genannten „Services“, einem Gottesdienst, teilnehmen. In der Westminster Abbey ist dies unter der Woche (ausgenommen Mittwoch) und am Samstag um 17 Uhr möglich. Am Sonntag erhaltet ihr schon um 15 Uhr die Gelegenheit. Begebt euch dazu einfach eine gute halbe Stunde vor Beginn zum Eingang der Abbey, meist erwartet euch dort schon eine überschaubare Schlange, sodass ihr direkt wisst, wo ihr hinmüsst. Flüstert dem Angestellten ‚I would like to attend the service‘ zu und schon geht es, nach einer kurzen Taschenkontrolle, in die Hallen der Abbey. In der St. Paul’s Cathedral ist dieser Vorgang der gleiche, lediglich die Gottesdienstzeiten unterscheiden sich. Hier habt ihr lediglich unter der Woche um 17 Uhr die Gelegenheit. Die Gottesdienste nehmen eine gute Stunde eurer Zeit in Beschlag, die sich aber angesichts des kostenlosen Eintritts und des doch beeindrucken „service“ gerne investiert ist.

Selbst für das berühmte London Eye gibt es eine kostengünstige Alternative, die zwar nicht so beeindruckend erscheinen mag, jedoch einen historischen Hintergrund besitzt. Das sogenannte Monument ist als Gedenkstätte für das „Great Fire of London“ errichtet worden und gilt als die höchste freistehende Säule der Welt. Um an den sagenhaften Ausblick über die gesamte Stadt zu gelangen, müsst ihr freilich noch etwas selbst aktiv werden: Für 4 GBP wollen 311 Stufen erklommen werden. Nach getaner Arbeit und schweifendem Blick erwartet euch nach dem Abstieg noch die Übergabe eines Zertifikats.

Ein weiterer Klassiker ist natürlich der Buckingham Palace, dessen Besichtigungstour ein wahres Loch in euren Geldbeutel reißen würde. Anstatt dieses Bauwerk von innen zu besichtigen, empfehle ich euch den Besuch der Wachablösung, der so genannten „Change of the Guards“. Auf der Homepage des Buckingham Palace könnt ihr euch über die Termine informieren, zu denen diese traditionsreiche Zeremonie stattfindet. Jede Wachablösung wird von den Soldaten selbst musikalisch untermalt; dabei reicht die Musikauswahl von Klassikern wie „Yellow Submarine“, über Musicalhits wie „Les Miserables“, „The People’s Song“, hin zu „God Save the Queen“. Wem der Sinn eher nach einer anderen Art von Klassikern steht oder sich an Londons Bauwerken satt gesehen hat, wagt einen Abstecher zu Madame Tussaud’s Wachsfigurenkabinett. Mit der richtigen Vorbereitung wird auch dieser Ausflug zu einem kleinen Schnäppchen. Generell kommt ihr unter der Woche ab 16 Uhr zu 25 Prozent günstiger rein, sodass ihr nur noch auf einen Preis von 15 GBP kommt. Wer vor oder während seiner Reise schon einen Termin für seinen Besuch ins Visier genommen hat, schlägt mit einer Onlinebuchung zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen spart ihr 25 Prozent auf den Eintritt und zum anderen erspart ihr euch das mitunter lange Anstehen.

Die kulinarischen Gesichter des „melting pot“

Wer nach all der Lauferei, Fahrerei und Besucherei keinen Hunger verspürt, verpasst unter Garantie einen tollen Lunch oder ein leckeres Dinner in einem von Londons zahlreichen Restaurants oder Imbissen. Wessen Gier nach Klassikern noch nicht gestillt ist, oder wer einfach die volle Bandbreite erleben will, muss auf eine Portion Fish&Chips in einem von Londons Chippern einkehren. Tradition zu fairen Preisen bietet die „Fishcoteque“ in unmittelbarer Nähe zur Waterloo Station. Sparfüchse lassen sich ihr Essen einpacken und sparen so. Sesshafte nehmen einen Platz in diesem kleinen Restaurant ein und verspeisen Burger, Pies oder eben den beliebten Fish and Chips und Vinegar. Wer nur einen kleinen Snack einnehmen möchte, findet in der Nähe der Liverpool Street ein Bagel-Eldorado mit Tradition. In der Bagel Bakery werden rund um die Uhr die Heferinge verkauft; wer mag, kann sogar bei der Herstellung zusehen, da die Backstube in der hintersten Nische des Ladens Platz gefunden hat. Belegen lassen könnt ihr euch die Ringe mit Salzbeef und English mustard, cream cheese (Frischkäse) oder salmon (Lachs). Die Preise reichen von 70 pence für einen unbelegten, bis hin zu 4,50 GBP für einen üppig belegten Bagel.

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Foto: iStock.com/LanceB

Wollt ihr eurem Gaumen ein paar extravagante Geschmäcker gönnen, werdet ihr unter Garantie ebenso fündig. London profitiert in diesem Fall von seinen vielen kulturellen Einflüssen, dem sogenannten „melting pot“. Dieser besagt, dass ihr an jeder Ecke auf eine unterschiedliche Kultur treffen könnt und diese fester Bestandteil des Lebens in und um London ist. Besonders empfehlenswert sind hierbei indische und pakistanische Restaurants, die mit exotischen Zutaten und Herzlichkeit aufwarten. Die indische YMCA-Kantine im Stadtteil Bloomsbury gehört zum gleichnamigen YMCA Hotel und wird überwiegend von Hotelgästen genutzt. Außenstehenden wird jedoch ebenfalls die Möglichkeit gegeben, in den Geschmack von Currys, Linsen-Daal und Co. Zu kommen. Lunch ist für gute 8 GBP zu haben, in denen auch schon der Kaffee, nicht jedoch der Alkohol inkludiert ist. Wer Freude am indischen und asiatischen Essen zeigt, ist ein gern gesehener Gast. Das Lokal „Tayyabs“ bietet im Gegenzug pakistanische Küche zu unschlagbaren Preisen. Das spricht sich schnell herum, sodass eine Online-Reservierung nur wärmstens empfohlen werden kann. Selbst mit einer Vorabreservierung wartet man gut und gerne schon einmal zehn bis fünfzehn Minuten, wird aber durch ein abwechslungsreiches, mehrgängiges Dinner um die 15 GBP entschädigt.

Last but not least findet auch der Klassiker Pizza den Weg in unsere Günstig durch London Tipps. Das Lokal Franco Manca bietet, mit seinen über ganz London verteilten Läden, eine ideale Adresse, um in den Genuss von knuspriger und guter Pizza zu kommen. Eine einfach belegte Pizza (Tomate, Knoblauch, Olivenöl) ist schon für 4,50 GBP zu haben und auch üppiger belegte Pizzen schlagen mit maximal 6,95 GBP zu buche. Frische und leckere Zutaten, ein knuspriger Boden und der unschlagbare Preis lassen die Herzen von Pizzafans höher schlagen.

Unterhaltung auf hohem Niveau

Habt ihr nach einem anstrengenden Tag noch ausreichend Energie für eine spät-abendliche Unternehmung, wird London ebenfalls mit Schnäppchen aufwarten. Für Theater- und Musicalfans lassen sich mitunter wahre Last Minute Schnäppchen finden, die euch für unter 30 GBP zu einer Show ans West End bringen. Die niedrigsten Preise lassen sich natürlich für Veranstaltungen unter der Woche finden, Wochenendveranstaltungen sind minimal teurer. Ein paar Abstriche müsst ihr sicherlich in Hinblick auf die Beinfreiheit und die Sichteinschränkung machen.

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Foto: iStockphoto.com/mikeinlondon

Für gute 5 GBP sind Stehplätze im rekonstruierten Globe Theatre zu haben. Dieses zeigt vorrangig Stücke von Großbritanniens Helden William Shakespeare oder aus dessen Umfeld. Sollte das Londoner Wetter euch einen Strich durch die Rechnung machen, sind überdachte Sitzplätze mit einem guten Blick auf die Bühne für einen Aufpreis von 5-10 GBP erhältlich.

Wie ihr seht, bietet selbst eine Millionenmetropole wie London ausreichend Schnäppchen für jeden Geldbeutel und genügend Attraktionen für jeden Geschmack. Mit etwas Geschick, Geduld und Neugier findet ihr sicherlich auf ihrer Reise weitere Schnäppchen, die es wert sind, sie mit der Welt zu teilen. Spread the word: Günstig durch London ist durchaus machbar!

 

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