Normalerweise gebe ich euch ja immer fleißig Tipps dazu, wohin euer nächster Urlaub gehen sollte. Heute ist es ein bisschen anders – ich stelle euch genau die Orte vor, die ihr besser niemals in eurem Leben besuchen solltet: Entdeckt mit mir die gefährlichsten Orte der Welt!

Auf den ersten Blick sehen manche der Gegenden, von denen ich euch heute erzähle, wie die absoluten Traumziele aus. Aber Vorsicht! Nichts ist so, wie es scheint, und die Orte, um die es in diesem Bericht geht, bergen alle ein schreckliches Geheimnis. Von gefährlichen Städten über verlassene Inseln bis hin zu giftigen Seen – hier ist alles vertreten. Also: Augen auf bei der Wahl eures Urlaubsziels!

Achtung: Hier wird es gefährlich!

Die brennende Stadt | Das Tor zur Hölle

Die Insel des Todes | Tödliche Straße | Mörderische Ureinwohner | Brennende Erde

Atomtestgelände | Gefährliche Gewässer | Unbekannte Seuchen

die gefährlichsten Orte Derweze

Platz 9: Centralia in Pennsylvania

Centralia in Pennsylvania war einst eine kleine Bergbaustadt, dessen 2000 Bewohner ein ruhiges und arbeitsames Leben führten. Einfach eine beschauliche, typische US-Kleinstadt, wie man sie aus Filmen kennt. Eine Stadt, die man vielleicht gerne einmal besucht hätte – bis zum Mai 1962, als sich alles änderte. Heute ist Centralia eine Geisterstadt mit kaum mehr als zehn Einwohnern. Die Straßen sind aufgerissen, Rauch steigt aus den dunklen Abgründen und die meisten Häuser sind abgerissen. Centralia gilt auch deshalb als einer der gruseligsten Orte der Welt.

die gefährlichsten Orte Centralia
Foto: Flickr/Doug Kerr (CC BY-SA 2.0)

Was ist passiert? Am 27. Mai 1967 fing die örtliche Mülldeponie Feuer. Ob es Brandstiftung, Zufall oder ein geplantes Feuer war, ist bis heute unklar. Sicher ist nur, dass sich das Feuer auf die Minen, die unter der gesamten Stadt verlaufen, ausbreitete und ein Brand entstand, der bis heute anhält. Es gab einige aufwendige Löschversuche – alle vergeblich. Das Feuer fraß sich weiter seinen Weg durch die Minen und die Bewohner mussten aus ihrer Heimat fliehen – aus Angst vor dem schleichenden Erstickungstod durch das farb- und geruchlose Gas Kohlenmonoxid. Experten vermuten, dass das Feuer noch 300 Jahre weiter brennen wird – ein ewiges Feuer, das Centralia durch die giftigen Gase und großen Risse in den Straßen als brennende Stadt zu einem der gefährlichsten Orte der Welt macht.

Platz 8: Der Krater von Derweze in Turkmenistan

Wir bleiben beim Thema Feuer und kommen von der brennenden Stadt zum Tor zur Hölle. Wenn es wirklich eine Hölle gibt, dann liegt garantiert hier der Eingang: In der Wüste Karakum in Turkmenistan hat sich 1971 die Erdoberfläche geöffnet. Eigentlich waren hier mitten in der Wüste nur Sondierungsbohrungen für Gas geplant, doch die Arbeiter bohrten genau an der falschen Stelle. Der Boden brach zusammen und es bildete sich ein riesiger Krater mit 70 Metern Durchmesser. Die Situation war mehr als gefährlich, Methan-Gas begann auszuströmen, weshalb man sich dazu entschied, den Krater anzuzünden. Aber das Feuer erlosch nicht einfach nach ein paar Tagen, wie anfangs vermutet. Seit über 40 Jahren lodern die Flammen jetzt schon im Krater und locken jährlich mehr Touristen an. Da die gesamte Region um den gleichnamigen Ort Derweze sehr reich an Erdgasvorkommen ist, bewegt man sich aber auf gefährlichem Terrain – auch, weil die Temperaturen hier im Sommer auf über 50 Grad Celsius ansteigen. Wer weiß, was noch alles unter der Erde von Derweze liegt…

Platz 7: Die Insel Queimada Grande

Im türkisblauen Wasser erkennt man von Weitem eine traumhafte Insel mitten im Südatlantik vor der Küste Brasiliens. Es sind keine Menschen zu sehen, am liebsten würde man sofort einen Stopp auf dem einsamen Fleckchen Erde einlegen, oder? Das ist aber nicht nur keine gute Idee, sondern seit 1985 sogar offiziell verboten. Die „Insel des Todes“ ist nämlich gar nicht so unbewohnt, wie sie auf den ersten Blick aussieht, nur dass die Bewohner hier keine Menschen sind.

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Die Lanzenotter zählt, wie hier die Buschviper, zu den Vipern.

Auf der 43 Hektar großen Insel lebt eine Art, die es auch tatsächlich nur hier gibt: Nirgendwo anders auf der Welt kommt die Insel-Lanzenotter vor, eine Schlangenart, die Kleinsttiere mit ihrem Gift innerhalb von Sekunden töten kann. Auch für den Menschen ist sie alles andere als ungefährlich, für uns kann ihr Gift ebenfalls tödlich sein. Wenn also etwas gefährlich ist, dann Queimada Grande zu betreten, vor allem, weil hier noch ungefähr 3.000 Exemplare der Schlangenart leben sollen. Alle paar Meter könnte euch eine der Vipern begegnen. Lasst euch also nicht täuschen vom wunderschönen Aussehen der Atlantikinsel.

Platz 6: Die Yungas Straße in Bolivien

Kommen wir von den gefährlichsten Orten zu einer der gefährlichsten Straßen der Welt, der Yungas Straße in Bolivien. Von Weitem sieht alles noch exotisch schön aus: Mitten durch die Anden schlängelt sich eine Straße von La Paz bis nach Caranavi durch dichten Dschungel. Doch die Straße, die auch Camino de la Muerte (dt.: Todesstraße) genannt wird, sollte man auch lieber nur von Weitem bestaunen. Denn auf der Straße selbst verwandeln sich die hübschen Schleifen und Windungen in riskante Haarnadelkurven und gefährlich enge Abschnitte.

die gefährlichsten Orte Yungas Bolivien

Die Fahrbahn ist schlammig, es gibt streckenweise nur eine Fahrspur und keine Leitplanken. Dafür aber eine steile Schlucht direkt neben der Straße, die jedes Ausweichmanöver zum Überlebenskampf werden lässt. Die vielen Kreuze am Straßenrand bestätigen eine traurige Tatsache, die ihr euch bestimmt schon denken könnt: Hier müssen Menschen regelmäßig ihr Leben lassen. Noch mehr riskante Straßen findet ihr in meinem Bericht zu den gefährlichsten Wanderwegen der Welt.

Platz 5: North Sentinel im Indischen Ozean

Beim Thema gefährliche Inseln darf diese hier auf gar keinen Fall fehlen: North Sentinel Island im Indischen Ozean, die zur Inselgruppe der Andamanen gehört. Hier bekommt ihr es weder mit Feuer, noch mit giftigen Tieren zu tun, die traumhafte Insel birgt ein anderes gefährliches Geheimnis. Sollte man an dieser Insel stranden, lässt sich zunächst nichts Böses vermuten. Weiße Sandstrände, ein dichter grüner Dschungel, der viele Früchte und Tierarten vermuten lässt. Was sollte hier schon gefährlich sein, denkt ihr? Hier am Strand werdet ihr ganz bestimmt schon beobachtet. Und zwar von den Einwohnern von North Sentinel, den Sentinelesen. Sie sind das abgeschiedenste Volk der Welt, hatten und wollen auch keinen Kontakt mit der Zivilisation. Alle Versuche einer Kontaktaufnahme durch die Außenwelt haben die Sentinelesen mit Gewalt abgelehnt. Wer hier strandet, hat keine Chance zu überleben. So erging es zuletzt zwei Fischern, die 2006 nicht mehr von der Insel zurückkehrten. Um unwissende Seefahrer vor diesem Schicksal zu bewahren und um die Sentinelesen vor Zivilisationskrankheiten zu schützen, wurde das Betreten der Insel verboten, die indische Polizei sichert das Küstengebiet ab. Seid also vorsichtig, wenn ihr im Indischen Ozean unterwegs seid.

Gefährliche Orte Sentinel

Platz 4: Die Danakil Wüste in Nordafrika

In Wüsten ist es bekanntlich karg und heiß. Aber die Umstände in der Danakil Wüste in Nordafrika übertreffen alles, was ihr bisher über die riesigen Sandmeere gewusst habt. Dank des Vulkans Erta Ale ist die Danakil Wüste einzigartig – aber auch lebensfeindlich. Hier kann es bis zu 70 Grad heiß werden, selbst im Winter klettert das Thermometer meist auf über 40 Grad. Die Vulkankrater lassen gefährliche Schwefellandschaften und Salzseen entstehen.

Das ist aber nicht der einzige Grund, warum ihr euch hier besser nicht aufhalten solltet, auch wenn es immer wieder Touristen in die Wüste zieht: Eigentlich Wahnsinn, warnt das Auswärtige Amt doch vor Reisen in die Region, in der es zu Raubüberfällen und Entführungen kommen kann. Auch wenn das Naturschauspiel vor Ort weltweit einzigartig ist – schaut euch doch lieber meine Fotos an, anstatt euch der Gefahr auszusetzen.

Platz 3: Das Südsee Atoll Mururoa

Kommen wir nun zu einem Korallenriff mit traumhaften Lagunen im Südpazifik. Und jetzt stellt euch ein Sperrgebiet mit riesigen Bohrschächten vor. Was das soll? Ich habe euch gerade ein und dasselbe Gebiet beschrieben. Kaum zu glauben, aber im Südpazifik auf der Strecke zwischen Neuseeland und Südamerika liegen nicht nur so besondere Naturwunder wie die Cookinseln, sondern auch gefährliche Orte wie das Atoll Mururoa, das zu Französisch-Polynesien gehört. Aber warum ist so ein wunderschöner Ort so gefährlich? Die Erklärung ist grausam und kaum zu fassen: Von 1966 bis 1996 wurden auf den Inseln fast 200 Atombomben gezündet. Das Atoll hatten sich die Franzosen in den Sechzigern als Kernwaffentestgelände ausgesucht. Atombomben werden heute zwar nicht mehr auf Mururoa gezündet, allerdings liegen in den riesigen Bohrschächten Unmengen von radioaktivem Abfall, was den eigentlichen Himmel auf Erden zu einem der gefährlichsten Orte der Welt macht.

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Auch Mururoa war einst so traumhaft wie hier das Aitutaki Atoll.

Platz 2: Der Kivusee in Zentralafrika

Stille Wasser sind tief. Und manchmal auch gefährlich. Unsere Reise zu den gefährlichsten Orten der Welt führt uns weiter an die Grenze zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Hier befindet sich der Kivusee, der an einigen Stellen fast 500 Meter tief ist. Und in diesen Tiefen schlummert Gefahr: Der von außen wunderschöne See verbirgt in seinen Tiefen nämlich ein Kohlendioxid- und Methangemisch.

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In den Tiefen des Kivusees lauert Gefahr.

Durch Erschütterungen wie Erdbeben könnten hochgefährliche Gasblasen an die Oberfläche steigen, was verheerende Folgen hätte. Millionen Menschen könnten an dem Gas ersticken: Etwas ähnliches ist 1986 im Nyos See in Kamerun passiert, bei dem Unglück starben fast 2.000 Menschen und unzählige Tiere. Das Gasgemisch im Kivusee ist noch weitaus gefährlicher – eine schlafende Gefahr, die eine Katastrophe auslösen könnte.

Platz 1: Die Ostseeinsel Riems

Erschreckt euch nicht vor dem, was ich euch jetzt sagen muss: Aber der gefährlichste Ort der Welt liegt bei uns in Deutschland. Kann nicht sein, denkt ihr jetzt? Oh doch! Gerade einmal fünf Kilometer von der beliebten Urlaubsinsel Rügen entfernt und nur durch eine 50 Meter lange Brücke vom Festland getrennt, liegt die Insel Riems in der Ostsee. Und dieses kleine idyllische Eiland mit grünen Wiesen und vielen Tierarten ist Sperrgebiet, hier gilt die biologische Sicherheitsstufe 4! Warum? Dort lauert eine der wohl größten Gefahren der Menschheit. Auf der kleinen Insel befindet sich das Friedrich-Loeffler-Institut, hier werden die gefährlichsten Seuchen der Welt erforscht. Neben Erregern wie dem Vogelgrippe- und dem West-Nil-Virus ist es hier seit dem Sommer 2017 noch gefährlicher geworden: Die Forscher arbeiten an für den Menschen hoch ansteckenden Krankheiten, wie dem gefürchteten Ebola Virus oder dem Nipah Virus, das meist zu tödlichen Gehirnentzündungen führt. Auf der Insel wird dazu bald auch am Großtier gearbeitet, also zum Beispiel an infizierten Rindern. Auch wenn die Ostsee-Insel natürlich mit allen Möglichkeiten gesichert wird, macht sie das, was sich hinter den Mauern und Zäunen verbirgt, definitiv zu dem gefährlichsten Ort der Welt.

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Das Friedrich Loeffler Institut auf Riems.

Müsst ihr jetzt auch erstmal schlucken? Diese Orte sind wirklich die gefährlichsten der Welt und sollten besser gemieden werden. Falls euch das noch nicht genug war, habe ich in meinem Reisemagazin auch noch die gefährlichsten Wanderwege und die gefährlichsten Flughäfen der Welt zusammengestellt. Kennt ihr noch andere Orte, die man lieber nicht besuchen sollte? Lasst es mich gerne wissen und schreibt in die Kommentare.

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