Die berühmten Victoria Fälle in Simbabwe und Sambia sind ein beliebtes Touristenziel. Hier stürzen tausende Kubikmeter Wasser pro Sekunde insgesamt 110 Meter in die Tiefe. Ein atemberaubender Anblick. Aber manchen Urlaubern ist nur der Anblick noch nicht genug.

In einem Wasserfall baden – das haben bestimmt schon einige von euch gemacht. In kleineren Wasserfällen ist das oftmals möglich, denn weder der Druck noch die Strömung oder aber der Sog sind wirklich gefährlich für den Schwimmer. Aber könnt ihr euch auch vorstellen, in den gigantischen Victoriafällen zu baden? Ich kann es mir kaum vorstellen, aber es gibt Menschen, die das tatsächlich machen. Nein, ich spreche nicht von todesmutigen Abenteurern à la Sam Patch, der 1827 die Niagara Fälle in einer Tonne aus Holz herunterrauschte, sondern von ganz normalen Touristen, die ihren Urlaub mit einem Adrenalinkick krönen wollen.

Der Devils Pool in Sambia

Solch ein Erlebnis inklusive besonderer Urlaubsfotos könnt ihr an den Victoriafällen, einem Wasserfall zwischen den afrikanischen Ländern Simbabwe und Sambia, machen. Auf der sambischen Seite hat sich in mehreren Jahrtausenden direkt am Rand der Fälle eine Art Becken gebildet, in das der willige Besucher einsteigen kann. Das Becken erinnert tatsächlich an einen Pool. Da sich dieser allerdings stark von den konventionellen unterscheidet und bereits eine kleine Unachtsamkeit zum tödlichen Sturz in hundert Meter Tiefe führen kann, darf der Devils Pool nur bei niedrigem Wasserstand betreten werden. Der Sambesi Fluss, der Ursprung der Victoriafälle ist, führt nur in den Monaten Mai bis Oktober so wenig Wasser, dass das Baden einigermaßen ungefährlich ist. Nur dann dürfen die mutigen Besucher im Devils Pool baden und Fotos wie diese schießen:

Devils pool ?? yes I’m still as white as ever ?????? #zambia #devilspool #victoriafalls

Ein von justincourtnage (@justincourtnage) gepostetes Foto am

 

Facing fears in 2017 ✌️ #devilspool #dontlookdown

Ein von Ronen Heine (@r_heine) gepostetes Foto am

Während die Urlauber in dem Pool sitzen, stürzen neben ihnen unaufhörlich tausende Kubikmeter Wasser in die Tiefe, die Kraft der Wassermassen zeigt sich besonders in der tosenden Gischt, die der Wasserfall aufschäumt. Der so verursachte Sprühnebel steigt bis zu 30 Meter in die Höhe.

Neben dem Devils Pool stürzen die Wassermassen Hundert Meter in die Tiefe.

Todesfälle am Devils Pool

Ganz alleine seid ihr nicht mit dieser Naturgewalt. Ortskundige Führer zeigen zwar den durchaus beschwerlichen Weg zum Devils Pool und passen auf, dass auch ja kein Urlauber über die Kante rutscht. Trotzdem ist genau das sogar bereits mehrfach passiert. Offizielle Statistiken gibt es nicht, jedoch gehen die Behörden von mindestens einem Dutzend Personen aus, die in den letzten Jahren von einem Bad im Devils Pool nicht mehr zurückkehrten. Offiziell gelten diese Personen als vermisst. Tragischerweise ist sogar schon einmal ein erfahrener Guide bei der Rettung eines Touristen über die Kante der Wasserfälle in die Tiefe gestürzt. Ein Bad im Devils Pool ist also wirklich alles andere als ungefährlich. Der Blick, den man dann aber von der Kante des Pools hat, ist einfach umwerfend. Ob dieser allerdings die Gefahren wert ist, muss wohl jeder für sich entscheiden. Sollte es euch tatsächlich einmal an den Devils Pool verschlagen, solltet ihr eines auf keinen Fall vergessen: eure Kamera!

Ich habe euch ja bereits andere atemberaubende und gefährliche Orte gezeigt, an denen sich Touristen immer wieder zu gefährlichen Fotos hinreißen lassen. So zum Beispiel der Kjeragbolten in Norwegen, aber den Devils Pool finde ich wirklich extrem. Hand aufs Herz! Wer würde ein Bad in den Victoria Fällen wagen? Freiwillige vor!

 

© Titelbild: Stanislavbeloglazov / Shutterstock.com

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