Beobachtet wilde Tiere, die durch die weite Savanne streifen, lasst euch von Naturwundern wie den tosenden Victoriafällen den Atem rauben, spürt die herzerwärmende Gastfreundschaft der Einheimischen und lernt die abenteuerliche Wildnis Simbabwes kennen.

Abenteuer Afrika – wer von euch hat nicht schon einmal davon geträumt? Dieser aufregende Kontinent hält auch ein besonders spannendes Land bereit: Simbabwe im Süden Afrikas. Vor allem wegen der politischen und wirtschaftlichen Probleme verschwand das einst touristischere Traumland mehr und mehr von den Bucketlists vieler Reisenden. Doch das Blatt scheint sich zu wenden, denn allmählich wird Simbabwe wieder interessanter und hat es laut Lonely Planet sogar auf den dritten Platz der Top 10 Reiseziele für 2019 geschafft. Ich verrate euch, weshalb ihr dem Land eine Chance geben solltet, was es hier zu sehen gibt und was ihr bei einer Reise nach Simbabwe beachten müsst. Seid gespannt!

Abenteuer Afrika in Simbabwe

Anreise | Victoria FallsHwange Nationalpark | Karbibasee

Groß-Simbabwe | Harare | Matobo Hills | Chipangali

Verhaltenstipps | Auf nach Afrika

Euer Weg nach Simbabwe

Doch wo liegt Simbabwe eigentlich genau? Ihr findet es zwischen Südafrika, Botswana, Sambia und Mosambik, weshalb ihr das Land gut mit einer Afrika Rundreise verknüpfen könnt. Solltet ihr von Deutschland aus mit dem Flugzeug anreisen, stehen euch die Flughäfen Harare, Victoria Falls oder Bulawayo zur Wahl. Ob ihr über Land von einem anderen afrikanischen Staat einreist oder mit dem Flugzeug ankommt – in beiden Fällen benötigt ihr ein Touristenvisum. Genauere Informationen zur Einreise und Sicherheitshinweise bekommt ihr wie immer beim Auswärtigen Amt.

Flüge finden

Naturwunder Victoria Falls

Beste Zeit für:

  • Victoriafälle: Ende der Regenzeit, Februar-März
  • Devils Pool: nur während der Trockenzeit, September-Dezember

Die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit Simbabwes sind die einmaligen Victoria Falls. Sie gehören definitiv zu den spektakulärsten Wasserfällen der Welt und zählen zum UNESCO-Weltnaturerbe. Wenn hier unglaubliche 3.000 Tonnen Wasser pro Sekunde aus 100 Meter Höhe von der Felskante stürzen, stockt euch garantiert der Atem. Ihr liebt den besonderen Nervenkitzel? Dann gönnt euch doch ein gemütliches Bad im Devils Pool, einem kleinen Felsbecken oben am Rand des Wasserfalls, der nur wenige Zentimeter vor euch tosend in die Tiefe rauscht. Ich wette jedoch, dass auch der pure Anblick der Vicoriafälle vom sicheren Ufer oder der Victoria Bridge aus für Herzrasen sorgt.

Guru Tipp: Bei einem aufregenden Helikopterflug bekommt ihr die beste Aussicht auf den Wasserfall. Diesen Moment werdet ihr bestimmt nie wieder vergessen!

Victoria Falls Hotels

Hwange Nationalpark

Ein Stück weiter südlich der Wasserfälle findet ihr den Hwange Nationalpark, dem ihr bei der Gelegenheit unbedingt einen Besuch abstatten solltet.

Wilde Zebras, Giraffen, Löwen, Nilpferde und Elefanten

Hier erwarten euch Wildnis pur und eine unglaublich große Artenvielfalt. Mitunter könnt ihr hier nämlich wilde Zebras, Giraffen, Löwen, Nilpferde und riesige Elefantenherden sehen, die durch die Steppe ziehen oder sich an Wasserlöchern tummeln. Einige Reisende wagen sich auf eigene Faust in den Park, während es aber auch geführte Safaris gibt, bei denen euch euer Tourguide zu den besten Spots führt und euch alles über die wilden Tiere erzählt.

Im Boot über den Karibasee

Ebenfalls an der Grenze zu Sambia, etwas nördlich der Victoriafalls, wartet der Karibasee auf euch, der aus dem aufgestauten Fluss Sambesi entsteht. Er ist der zweitgrößte Stausee der Welt, zehnmal so groß wie der Bodensee und hat mit seinem unglaublichen Gewicht sogar schon Erdbeben ausgelöst. Begebt euch an Bord eines Ausflugsschiffes und lauscht den Geschichten der einheimischen Guides. Auch hier könnt ihr am Ufer wilde Tiere entdecken, denn im Wasser tummeln sich Fische, die wiederum Nil-Krokodile anlocken.

Besichtigt Groß-Simbabwe

Infos und Tipps:

  • Ort/Lage: 4 Std. südlich von Harare
  • Eintrittspreis: 25$
  • Öffnungszeiten: Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa 8-12 Uhr

Etwas abgelegen aber dennoch sehenswert ist Groß-Simbabwe, auch Great Zimbabwe, die ehemalige Hauptstadt des Munhumutapa-Reichs. Inzwischen gehört die Ruinenstadt als eine der ältesten Steinbauten Afrikas zum UNESCO-Weltkulturerbe, die vor fast 1.000 Jahren in mühseliger Kleinarbeit ohne jegliche Maschinen aufgebaut und später zu großen Teilen zerstört wurde. Dennoch könnt ihr heute durch die weitläufige Anlage und durch das Labyrinth aus Steinmauern streifen, die teils mit riesigen Felsen und Bäumen zu verwachsen scheinen. Vielleicht trefft ihr bei eurem Rundgang sogar auf eine lebhafte Affenbande.

 

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Die Hauptstadt Harare

Viele Touristen, die in Harare landen, machen sich von hier aus gleich auf den Weg zu einer Safari in den umliegenden Nationalparks, da die Stadt zugegeben keine Augenweide ist. Wenn ihr etwas Zeit mitbringt, solltet ihr die Gelegenheit jedoch nutzen und wenigstens einen kurzen Blick auf die Stadt werfen. Zum Beispiel findet ihr in Harare Botanische Gärten, Kunstgalerien, den National Hero Acre und Museen, die euch einen Einblick in die Geschichte geben und euch der einheimischen Shona-Kultur näher bringen.

Guru Tipp: Möchtet ihr die Tiere Afrikas aus nächster Nähe kennenlernen und dabei eine gute Sache unterstützen, solltet ihr unbedingt die Tieraufzuchtsstation Wild is Life und die Zimbabwe Elephant Nursery in Harare besuchen!

Harare Hotels

Erforscht die Chinhoyi Caves

Von Harare als Ausgangspunkt könnt ihr aufregende Orte entdecken. Einer davon ist zum Beispiel der rund 120 Kilometer entfernte Chinhoyi Caves Nationalpark. Dort stoßt ihr auf eine tief abfallende Schlucht, in deren Schlund eine Höhle aus Kalkstein, gefüllt mit kobaltblauem Wasser, verborgen liegt. Lasst euch von der magischen Atmosphäre der Höhle einfangen oder wagt euch sogar bei einem Tauchgang in die Tiefen und erkundet noch weitere Räume der Höhle. In dem unglaublich klarem Wasser habt ihr beste Sicht und rund ums Jahr angenehme Temperaturen.

 

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Mystische Matobo Hills

Einer der wohl magischsten und sagenumwobensten Orte sind wahrscheinlich die Matobo Hills im gleichnamigen Nationalpark.

Wie von Geisterhand gestapelt

Hier könnt ihr große, runde Felsbrocken bestaunen, die wie von Geisterhand übereinander gestapelt worden zu sein scheinen. Die wahren Abenteurer unter euch, können sich im Park einer Rhino Walking Tour anschließen und auf Nashorn Safari gehen. Pirscht euch mit einem Ranger durch den Busch, folgt frischen Spuren und schleicht euch dann ganz vorsichtig an die gefährdeten Dickhäuter an, die friedlich schnaubend im Gestrüpp grasen.

Sollte man Nashorn-Safaris unterstützen?

Bestimmt habt ihr von der skrupellosen Wilderei gehört, die das Überleben der Spitzmaulnashörner bedroht. Besonders in Zeiten größter Korruption und Armut wurden diese für ihre kostbaren Hörner gejagt. Mittlerweile hat sich die Situation für Nashörner gebessert, nicht zuletzt, da sie zeitweise von bewaffneten Trupps beschützt wurden und ihnen die Hörner von Tierschützern entfernt werden, um sie für Jäger uninteressant zu machen. Sollte man als Tourist die Rhinos dann nicht einfach in Ruhe lassen? Tatsächlich sind die heute angebotenen Safaris darauf ausgelegt, euch über die Tiere und ihren Schutz zu informieren und sich ihnen nur ganz vorsichtig zu nähern, ohne sie zu stören. Von den Touren wird meist außerdem der Tierschutz finanziert.

Chipangali Wildlife Orphanage

Unweit von Bulawayo und dem Matobo Nationalpark findet ihr übrigens eine weitere Tierauffangsstation, die sich um verwaiste, alte und verletzte Tiere kümmert.

Infos und Tipps:

  • Ort/Lage: 30 Km von Bulawayo
  • Eintrittspreis: 5$, Kinder 3$
  • Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr

Bei eurem Besuch bekommt ihr eine ausführliche Führung durch das Refugium und könnt Spannendes über die Heimbewohner und den Tierschutz lernen. Das Tierheim wurde von einem ehemaligen Safari-Ranger und seiner Frau gegründet, die sich über jeden Besucher freuen, der ihre Arbeit unterstützt. Bringt ihr etwas mehr Zeit mit, könnt ihr sogar als Volunteer helfen und euch selbst um die Schützlinge kümmern.

 

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Was ihr in Simbabwe beachten müsst

Nicht nur die Landschaft ist anders in Afrika, auch die Kultur und Gesetze sind natürlich ganz unterschiedlich zu unseren. Besonders durch die politische Lage solltet ihr deshalb etwas vorsichtiger sein. Ein paar Punkte habe ich für euch zusammengefasst:

  • Behandelt politische Themen mit Vorsicht oder vermeidet, sie anzusprechen. Gegen die Regierung zu sprechen ist illegal!
  • Passt mit Dokumentationen und Fotos auf. Sie können im schlimmsten Fall als illegaler Journalismus gesehen werden. Fotografiert niemals Militär (auch Fahrzeuge), VIPs oder sicherheitsrelevante Regierungsgebäude!
  • Homosexualität ist in Simbabwe verboten. Schon mit Händchenhalten kann man sich strafbar machen.
  • Als Selbstfahrer solltet ihr euch auf extreme Verkehrskontrollen und schwierige Straßenverhältnisse einstellen. Sorgenfreier seid ihr bei organisierten Rundreisen unterwegs.
  • Tourismus ist die große Hoffnung für viele Einheimische. Vergesst deshalb nie das Trinkgeld (10%), um sie zu unterstützen.
  • Beim Essen und um Dinge anzunehmen wird nur die rechte Hand benutzt.
  • Gebt bettelnden Kindern kein Geld. So schwer es auch ist, aber mit solchen Spenden verschlimmert ihr ihre Situation meist nur.

Lasst euch von den Gegebenheiten nicht abschrecken. Tatsächlich werdet ihr merken, dass sich die Einwohner über euren Besuch freuen und euch gerne ihr Land zeigen wollen. Für sie sind Reisende ein Zeichen der Hoffnung und eine Chance, wirtschaftliche Probleme wieder auszubügeln.

Einheimische aus Simbabwe mit einer Eselskarre auf einer Straße.
Foto: iStock.com / GavinD.

Seid ihr bereit für das Abenteuer?

Simbabwe ist wirklich ein unglaublich vielseitiges Land, in dem es vieles zu entdecken gibt. Die unfassbaren Weiten, Naturwunder wie die Victoria Falls und skurrile Felsformationen und die pure Wildnis werden euch verzaubern. Lasst euch auf dieses aufregende Land ein und lernt seine offenherzigen Bewohner kennen und begegnet Tieren, die ihr sonst höchstens aus dem Zoo oder aus dem Fernsehen kennt. Auf nach Afrika!

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