Ein Erinnerungsfoto der ganz besonderen Art können waghalsige Wanderer im Süden Norwegens ergattern. Genauer gesagt, wenn sie eine rund zweieinhalbstündige Wanderung in Kauf nehmen, um den heiß begehrten Kjeragbolten zu erreichen.

Bevor ihr euch allerdings auf den Weg macht, um den faszinierenden Kjeragbolten aus der Nähe zu erblicken und euch vielleicht sogar selbst wagt, drauf zu steigen, solltet ihr euch zuallererst die beeindruckenden Bilder anschauen. Dann könnt ihr immer noch überlegen, ob ihr euch wirklich auf dieses furchteinflössende Abenteuer einlassen wollt. Eine gute Portion Mut und Schwindelfreiheit sind hier ausdrücklich erwünscht!

Blicken Sie der Preikestolen Stockfoto in Norwegen_iStock

Eine Wanderung zum Kjeragbolten

Diese Wanderung ist definitiv nichts für schwache Nerven. Angefangen am Wanderparkplatz des Gasthofes Øygardstølen, von wo aus man bereits einen atemberaubenden Blick über den Lysefjord und das Örtchen Lysebotn hat, geht es schließlich den steilen Hang hinauf. Der markierte Wanderweg, an den ihr euch bei diesem Abenteuer unbedingt orientieren solltet, führt zunächst ausschließlich über blanken Fels. Stellenweise dienen einige Stahlseile zur Sicherung, gute Wanderschuhe sind dennoch ein absolutes Muss. Nach einigem Auf und Ab, runter ins Tal und wieder hoch hinauf auf den Fels, werden Wanderer zunächst mit einem grandiosen Blick belohnt. Nach einem erneut steilen Aufstieg nähert ihr euch dann endlich eurem Ziel und dem Höhepunkt der Wanderung und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Vor euch befindet sich das Kjerag-Plateau.

Cliff Preikestolen in fjord Lysefjord – Norway – nature and travel background_shutterstock_224268163 – Copy

Von hier aus sind es schließlich nur noch wenige Schritte bis zum westlichen Teil des Plateaus, in dem sich der einzigartige Kjeragbolten befindet, ein 5 m³ großer Monlith aus der Eiszeit. Eingeklemmt zwischen zwei Felswänden und knapp 1000 Meter über dem Abgrund, ist er nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Nur ein falscher Schritt könnte hier tödlich enden. Besucher sollen zwar noch nicht ums Leben gekommen sein,

Eingeklemmt zwischen zwei Felswänden und knapp 1000 Meter über dem Abgrund

dafür aber einige Basejumper, die dem Adrenalinkick nicht widerstehen konnten und einen Sprung vom Kjerag-Plateau hinab wagten. Auch heute gibt es noch genügend dieser Extremsportler. Würdet ihr euch das auch trauen?

Majestic Preikestolen over Lysefjorden, Stavanger, Norway_Shutterstock

Faszination Kjeragbolten – Mutige vor!

Was die normalen Wanderer angeht, kommt es aber nicht gerade selten vor, dass diese zunächst die anstrengende Wanderung in Kauf nehmen, am Ende aber doch merken – meist nach einem Blick in den Abgrund – dass sie sich gar nicht trauen, den eingeklemmten Gesteinsbrocken freihändig und komplett ungesichert zu betreten.

Kjerag Kjeragbolten rock in Kjerag Mountains, Norway

Dieser Ort ist nichts für schwache Nerven

Ihr habt es wahrscheinlich bereits selbst gemerkt: Um diese faszinierende Attraktion mit eigenen Augen erblicken zu können, benötigt man nicht nur eine gute Kondition, sondern auch echt starke Nerven. Solltet ihr aber tatsächlich zu den mutigen Abenteurern gehören, die sich solch ein spektakuläres Erinnerungsfoto nicht entgehen lassen wollen, dann reist am besten in den Sommermonaten dorthin, wenn kein Schnee mehr liegt. Bei Nebel und Regen ist ebenfalls höchste Vorsicht geboten.

Falls ihr dann wirklich vor Ort seid und auch solch ein geniales Foto schießt, dann gerne her damit! Also mir wird ja allein beim Anblick der Bilder schon ganz schön mulmig zumute. Reizen würde es mich trotzdem – wie sieht’s bei euch aus?