Ein dekorierter Tannenbaum mit vielen Geschenken, fröhliche Weihnachtslieder, selbstgebackene Plätzchen und eine knusprige Gans als Gaumenschmaus – typisch Weihnachten. Oder etwa nicht?

Was für uns Deutsche typische Weihnachtstraditionen sind, ist für Menschen aus anderen Ländern eher ungewöhnlich. Denn jeder Kontinent, ja sogar jedes einzelne Land, hat seine eigene und meist jahrelang erhaltene Tradition. Auch wenn das Weihnachtsfest vielleicht von Region zu Region manchmal ein wenig unterschiedlich gefeiert wird, so gibt es in der Regel gewisse Sitten und Bräuche, die einfach landestypisch sind.

Niederlande & Belgien | Ukraine & Russland | USA & UK

Frankreich, Spanien & Portugal | Finnland | Australien & NeuseelandMexiko & Brasilien

Indien & Japan | Weihnachtsinseln | Weihnachtsessen weltweit

Christmas Tree at Rockefeller Center in New York City
Foto: istock.com / TriggerPhoto

Niederlande & Belgien – Sinterklaas und Kirchenbesuch

Wusstet ihr, dass unser Weihnachtsmann an Heiligabend in den Niederlanden Sinterklaas, also Nikolaus heißt? Bereits drei Wochen vor seiner Ankunft legt Sinterklaas der Legende nach mit seinem Schiff aus Spanien an einem holländischen Hafen an. Heutzutage ist es oft auch der letzte Samstag im November. An diesem Abend stellen die Kinder einen Holzschuh mit ihrem Wunschzettel vor die Tür, daneben etwas Wasser und Heu für das Pferd von Sinterklaas. Am nächsten Morgen finden sie dann meist einige Süßigkeiten, kleine Nikolausfiguren und ein Lebkuchenmännchen mit einem lustigen Gedicht in ihrem Schuh vor. Am 5. Dezember ist es dann endlich soweit, in Begleitung vom Schwarzen Peter reitet er durch die Lande. An diesem Tag gibt es dann endlich die Geschenke und am darauffolgenden Tag findet bei den meisten Familien ein riesiges Fest statt. Außerdem essen die Niederländer in der Weihnachtszeit für ihr Leben gern Schokoladenbuchstaben, welche mittlerweile eine lange Tradition haben. Etwa so wie bei uns Lebkuchen und Spekulatius.

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Der 24. Dezember, also Heiligabend hingegen, hat einen hohen religiösen Stellenwert, weshalb in der Regel noch ein Familien- sowie ein Kirchenbesuch auf dem Programm stehen, Geschenke gibt es dann allerdings nicht mehr. Ähnlich sieht es in Belgien aus. Dort ist der Nikolaustag ebenfalls der Höhepunkt der ganzen Weihnachtszeit.

Ukraine & Russland – Orthodoxe Tradition

Wann ist eigentlich Heiligabend? Na, wie jedes Jahr, am 24. Dezember. Stimmt doch, oder nicht? Prinzipiell schon, allerdings ist dies nicht in jedem Land gleich. Bei den orthodoxen Christen entspricht unser Heiligabend dem 6. Januar. Dies ist zum Beispiel in der Ukraine der Fall. Dort werden an Heiligabend, eben am 6. Januar, Weihnachtsmessen besucht und ein traditionelles Festmahl mit 12 verschiedenen Gerichten, für jeden Apostel Jesu ein Gericht, abgehalten. Außerdem werden die Geschenke nicht wie bei uns an Heiligabend gebracht, sondern an Silvester. Auch in Russland steht nicht der 24. Dezember, sondern der 7. Januar im Fokus. Dieser ist ein offizieller Feiertag und beginnt für die meisten Russen mit einer feierlichen Weihnachtsmesse. Bevor er diesen jedoch begehen kann, hält der Russe ein 40 tägiges Weihnachtsfasten, auch Philippus-Fasten genannt, ein.

In Russland kommt nicht wie in einigen anderen osteuropäischen Ländern der Nikolaus, der Weihnachtsmann oder das Christkind, sondern das sogenannte Väterchen Frost mit seiner Enkelin, dem Schneemädchen. Dieser entspricht nicht einem typischen Weihnachtsmann, sondern vielmehr einem Zauberer, der über den russischen Winter herrscht. Ansonsten unterscheiden sich die Weihnachtsfeiertage eigentlich kaum von den unseren. Es wird viel gegessen, gesungen, gefeiert und auch auf einen Weihnachtsbaum wird nicht verzichtet. Der Unterschied beim Datum lässt sich auf die unterschiedlichen Kalender zurückführen. Das Kirchenjahr der orthodoxen Christen richtet sich nicht nach dem Gregorianischen Kalender, wie die meisten von uns es kennen, sondern eben nach dem Julianischen Kalender.

USA & UK – Tannenbäume und Mistelzweige

In den USA ist alles etwas größer und bunter, das trifft auch oft auf das Weihnachtsfest zu. Geschmückte Häuser und bunte Weihnachtsdekoration wohin das Auge schaut. In den Staaten ganz normal! So ist auch der geschmückte Tannenbaum nicht wegzudenken. Es gehört jedes Jahr zur Tradition, den Weihnachtsbaum bereits Tage vorher mit Freunden bei einer sogenannten „Tree-Party“ zu schmücken. Am 24. kommt, ähnlich wie bei Thanksgiving, ein großer Truthahn auf den Tisch. Geschenke gibt es erst am Morgen des 25. Dezembers, denn erst nachts kommt der Weihnachtsmann durch den Kamin, isst die bereitgestellten Kekse, trinkt die kalte Milch und füllt schließlich die aufgehängten Weihnachtssocken der Familie. Am Christmas Day springen die Kinder zeitig aus ihren Betten, um zu schauen, was der Weihnachtsmann mitgebracht hat. Die Vorweihnachtszeit lässt sich zum Beispiel gut in Chicago verbringen, hier gibt es seit 1996 jedes Jahr einen riesigen Christkindlmarkt, der ähnlich wie bei uns eine große Auswahl an Heißgetränken und Leckereien verspricht. Es soll sogar einer der schönsten Weihnachtsmärkte überhaupt sein.Christmas. Glowing fireplace, hearth, tree. Red stockings. Gifts and decorations.

In England wurde der Weihnachtsbaum übrigens erst zur Tradition, nachdem Königin Victorias Ehemann, Prinz Albert, einen geschmückten Baum in seine Feierlichkeiten am Windsor Schloss im Jahr 1840 eingeführt hatte. Somit brachte er die deutsche Tradition mit nach England. Wer in England wohnt, sollte es übrigens nicht verpassen, seinen Lieben eine Weihnachtskarte zu schicken, die hat im Vereinten Königreich einen sehr hohen Stellenwert. Jedes Jahr werden Millionen von Karten verschickt – ein absoluter Rekord! Eine weitere Weihnachtstradition, die vor allem in England, Schottland und Irland weit verbreitet ist, ist das Küssen unter einem Mistelzweig. Dieser soll zur Weihnachtszeit an die Decke oder die Eingangstür gehangen werden. Jedes Mal, wenn zwei Leute unter einem Mistelzweig stehen, müssen diese sich – so verlangt es der Brauch – küssen und eine Beere vom Zweig zupfen. Diese Geste soll vor allem Glück, Mut, Fruchtbarkeit und Gesundheit mit sich bringen. Am britischen Weihnachtsfest, an dem Father Christmas mit den Geschenken kommt, darf der traditionelle Plumpudding, eine Speise ähnlich unserem Serviettenknödel, nicht fehlen.

Frankreich, Spanien & Portugal

Ein weiteres Phänomen, welches uns spätestens so richtig in Weihnachtsstimmung bringt, ist zweifelsohne der alljährliche Weihnachtsmarkt. Ob nun der wohl berühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg, der Dresdner Striezlmarkt oder doch der Dortmunder Weihnachtsmarkt mit seinem riesigen Weihnachtsbaum – jeder hat eindeutig seinen eigenen Charme und lädt auf den ein oder anderen Glühwein ein. Doch wie sieht es eigentlich in anderen Ländern aus? Eines kann ich euch gewiss sagen: Der Weihnachtsmarkt ist längst kein deutsches Phänomen mehr. Angefangen in Frankreich, könnt ihr in Paris beispielsweise auf den berühmten Champs-Elysées oder aber auch in Südfrankreich fast den ganzen Dezember über, sei es bei kühlen oder auch etwas wärmeren Temperaturen, eine Tasse Glühwein genießen. Straßburg hat sogar einen der ältesten Weihnachtsmärkte ganz Frankreichs. In Frankreich ist übrigens nur der 25. Dezember ein Feiertag. An diesem Tag bringt Père Noël die Geschenke vorbei, während am 24. die Christmesse besucht und ein wahres Festmahl verspeist wird. Beim sogenannten Réveillon de Noël werden traditionell sogar sieben Gänge und 13 Desserts serviert. Zu den typischen Speisen in Frankreich an Heiligabend gehören ein mit Maronen gefüllter Truthahn, Gänsetopfleber, Muscheln und Pasteten. Natürlich darf hierzu eine Platte mit ausgewählten Käsesorten, Butter und Brot nicht fehlen. Als Dessert gibt es zudem den sogenannten Bûche de Noël, ein Kuchen, der einem Baumstamm ähnelt.Christmas Turkey Dinner

In Spanien werden die Weihnachtsfeiertage jedes Jahr mit einer ganz besonderen Traditionen eingeläutet: Die alljährliche Weihnachtslotterie gilt, aufgrund ihrer hohen Gewinnsumme, als größte Lotterie der Welt, ganz Spanien verfolgt gespannt die Auslosung, die bereits seit über einem Jahrhundert feierlich begangen wird. Die eigentliche Bescherung, wie wir sie kennen, findet in Spanien übrigens erst am 6. Januar durch die Reyes Magos, die Heiligen drei Könige, statt. Der 24. Dezember wird, wie in Frankreich, für ein ausgiebiges Mahl mit der kompletten Familie genutzt. Die Städte Madrid und Barcelona locken übrigens vor allem mit ihren wunderschönen Weihnachtsmärkten Mercadillo de Navidad in Madrid sowie dem „Santa Lucia“ Markt in Barcelona. Übrigens: In Spanien gehört ein Weihnachtsbaum an Heiligabend nicht unbedingt zur Tradition, stattdessen ist es hier üblich, mit Krippen und Lichterketten zu dekorieren.
Gesetz vs. Tradition:

Die Königskuchen mit „Inhalt“ dürfen seit dem Beitritt Portugals in die EU nicht mehr im Handel verkauft werden. Die Sorge: Die Kleinteile könnten verschluckt werden. Vom Backen hält das die Portugiesen natürlich nicht ab.

Mit großen und aufwendig gestalteten Krippen wird auch das Weihnachtsfest in Portugal begangen. 2013 stand in Portugal sogar die größte Krippe der Welt! Ganze Wettbewerbe drehen sich hier um das prächtigste Bett des Jesuskindes, welches ein zentrales Symbol für die katholischen Portugiesen ist. Kein Wunder, dass nach einem ausgiebigen Weihnachtsmahl mit köstlichem Stockfisch erstmal der Besuch der Mitternachtsmesse ansteht, bevor es schließlich ans Auspacken der Geschenke geht.

 

Eine besondere Tradition der Portugiesen ist außerdem das Backen und gemeinsame Verzehren des Bolo Rei, dem Königskuchen. In diesem werden eine Figur aus Metall und eine Bohne verbacken, wer die Bohne am Ende in seinem Stück des Kuchens hat, muss den Kuchen im nächsten Jahr zahlen. Wer allerdings die kleine Figur bekommt, dem ist das Glück im nächsten Jahr gewiss. Portugiesisches Roulette!

Finnland – Die Heimat des Weihnachtsmannes

Ein Weihnachtsmarkt, der in Finnland besonders viele Besucher anlockt, ist der Markt auf der Esplanadi in Helsinki. Dort wird die Eleganz der Stadt vor allem durch die vorweihnachtliche Atmosphäre noch etwas verstärkt. Wenn ihr Weihnachten in Finnland feiern möchtet, empfehle ich euch einen Besuch im Santa Claus Village in Lappland. Finnland ist die offizielle Heimat des Weihnachtsmannes und im Santa Claus Village dreht sich alles, aber auch wirklich alles, nur um Weihnachten. Die traumhafte Winterkulisse tut ihr Übriges!

Unbenannt
Weihnachten in Lappland. Foto: tripadvisor

Australien & Neuseeland – Weihnachten bei 35 Grad

Wie sieht die typische Weihnachtszeit eigentlich auf der Südhalbkugel aus, also in Ländern, in denen die Festtage mitten in den Sommer fallen? In Australien herrschen zur Weihnachtszeit etwa 35 Grad, die Leute laufen in kurzer Hose und T-Shirt herum und sonnen sich möglicherweise noch am Strand. Doch nur, weil die Menschen dort nicht zittern vor Kälte und kein Schnee vom Himmel fällt, heißt das noch längst nicht, dass Weihnachten dort nicht richtig gefeiert wird. Ganz im Gegenteil! Zwar gibt es nicht wie bei uns traditionelle Weihnachtsmärkte, stattdessen aber schöne Weihnachtsbeleuchtung, geschmückte Tannenbäume und weihnachtlich dekorierte Kaufhäuser. Außerdem werden die Hauswände sowie die Vorgärten ganz im amerikanischen Stil in Weihnachtsoasen verwandelt.

In Sydney kann man jedes Jahr einen etwa 26 Meter hohen Weihnachtsbaum bewundern, der mit rund 21.000 Birnchen, 4.000 goldenen Kugeln und 1.500 goldenen und grünen Bändchen geschmückt wird. Unter „weißer Weihnacht“ versteht man hier allerdings nicht ein zugeschneites Land, sondern eben die weißen Sandstrände. Die Festlichkeiten beginnen in Australien bereits Anfang Dezember und anstelle von frischen Tannenbäumen gibt es dann einfach künstliche Weihnachtsbäume.

Am 24. Dezember gibt es bei vielen Familien traditionell Putenbraten sowie den beliebten Plumpudding. Am Abend legen die Kinder dann meist eine Möhre mit einer Schale Milch raus, damit Santa Claus und seine Rentiere auch versorgt sind. Die Bescherung findet hier, ähnlich wie in England am Morgen des 25. Dezembers statt. Anschließend ist es üblich, sich zum Brunch oder Mittag mit der Familie zu treffen und nachmittags noch ein wenig zu feiern, sei es zu Hause oder sogar am Strand. Der 26. Dezember wird bei den Australiern auch als Boxing Day bezeichnet. An diesem Tag haben nochmal alle Geschäfte geöffnet und es gibt besondere Schnäppchen. Alles, was während des Weihnachtsgeschäfts nicht verkauft werden konnte, wird hier zu extrem günstigen Preisen verkauft. Somit hört das Fest auf, wie es zuvor begonnen hat – im Einkaufszentrum. Allerdings diesmal nicht mehr mit der Absicht, ein passendes Geschenk zu finden. Wer sich doch gerne etwas Schnee wünscht, der verreist Ende Juni oder Anfang Juli in die australischen Alpen, um sich dort am Kamin zu wärmen und einen Glühwein zu trinken. Wie ihr seht, ist dort alles etwas anders als wir es kennen, aber dennoch weihnachtlich.

Bondi Beach – Christmas Tree
Foto: istock.com / Kokkai Ng

Auch in Neuseeland sind sommerliche Temperaturen sowie ein Strandbesuch an Weihnachten nichts Ungewöhnliches. Allerdings sieht es hier ähnlich aus wie in Australien. Häuser, Straßen und Einkaufszentren sind alle festlich dekoriert, der ein oder andere Weihnachtsbaum ist zu sehen und auch die Einwohner sind bereits in Weihnachtsstimmung. Das Weihnachtsfest wird gerne am Strand oder im Garten bei einem gemütlichen Barbecue verbracht und auch hier bekommen die Kinder am Morgen des 25. Dezembers ihre Geschenke. Generell würde ich sagen, dass es sehr dem australischen Weihnachtsfest ähnelt. Da manche Neuseeländer allerdings nicht auf die typische weiße Weihnacht verzichten möchten, ist es vor allem im Süden von Neuseeland bei einigen Familien üblich, nochmal im Winter mit Tannenbaum und Weihnachtsdekoration zu feiern.

Mexiko & Brasilien – Südamerikanische Weihnacht

Eine Weihnachtstradition, von der ich euch unbedingt auch noch berichten möchte, ist die sogenannte Herbergssuche in Mexiko. Hier beginnt die Weihnachtszeit am 16. Dezember mit den sogenannten Posadas. Dabei handelt es sich um eine neuntägige Festzeit, welche die vergebliche Herbergssuche der Gottesmutter Maria und Josef verkörpern soll. Es sind insgesamt neun Tage, da jeder Tag einen Monat der Schwangerschaft von Maria bedeutet. Typisch für die Posadas sind vor allem die spektakulären Straßenumzüge mit Feuerwerk, Pauken und Trompeten. Den Höhepunkt des Festes bilden die aus Pappmaschee hergestellten bunten Figuren, auch Piñatas genannt, welche – gefüllt mit Süßigkeiten, Früchten und kleinem Spielzeug – an einem Baum aufgehängt sind. Diese müssen dann von den Kindern mit Stöcken und verbundenen Augen zerschlagen werden, bis der Inhalt sich wie ein Regen über ihnen verteilt.

Wie in vielen anderen Ländern auch, ist Weihnachten in Mexiko vor allem ein Fest für die Kinder. Sobald die Posadas am 24. Dezember enden, beginnt schließlich das eigentliche Weihnachtsfest, welches in der Regel auch im engsten Familienkreis gefeiert wird. Weihnachten in Brasilien erinnert dagegen wieder sehr stark an das typisch amerikanische Weihnachtsfest: Dekadente Dekorationen, Weihnachtsbaum und Kunstschnee, die Brasilianer lieben das Fest des Konsums…ääh der Liebe!

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Indien & Japan – Weihnachten im fernen Osten

Wenn wir an Weihnachten denken, dann kommt uns meist gar nicht in den Sinn, dass auch in Asien Weihnachten gefeiert wird und Weihnachten teilweise sogar als offizieller Feiertag anerkannt worden ist. Natürlich ist das auch mit der Prägung durch die westlichen Medien zu erklären, wie es zum Beispiel in Indien der Fall ist. In dem Land, wo die meisten Menschen Hinduisten sind, heißt Weihnachten „bada din“, was übersetzt „der große Tag“ bedeutet. In der Weihnachtszeit kommt wie in den USA Santa Claus vorbei, um Geschenke zu bringen, die Schulkinder haben sogar Weihnachtsferien. Hättet ihr das gedacht? Und auch in einem anderen asiatischen Land spielt Weihnachten eine Rolle, wenn auch anders, als wir es kennen: In Japan ist das Fest zwar kein offizieller Feiertag, trotzdem begegnet man dem Weihnachtsmann auch hier. Der Christmas Eve ist vor allem ein besonderer Tag für Paare, da sie sich gegenseitig beschenken und ein ganz besonderes Date planen. Weihnachten mit dem Liebsten statt mit den Liebsten. Warum auch nicht?

Weihnachten Asien

Die Weihnachtsinseln – Ganz anders

…als es der Name der Inseln vermuten lässt, feiern die Einwohner der Weihnachtsinseln, die offiziell zu Australien gehören, gar kein Weihnachten. Die Inseln sind, genau wie die Osterinseln, lediglich nach dem Tag ihrer Entdeckung, Weihnachten 1643, benannt. Irgendwie ein bisschen enttäuschend, findet ihr nicht?

Ein wahres Festmahl überall auf der Welt

Weihnachtsbraten, Karpfen, ein leckerer Kartoffelsalat mit Würstchen und Raclette – alles mittlerweile gängige Speisen an Heiligabend und Weihnachten. Doch was isst man beispielsweise in unseren europäischen Nachbarländern und wo gibt es das ausgiebigste Festmahl? Einige Festtagsspezialitäten habe ich euch bereits vorgestellt, so wissen wir zum Beispiel, dass die Franzosen und Ukrainer ein besonders üppiges Menü mit vielen Gängen bevorzugen. Die Amerikaner und Engländer lieben ihren Truthahn und auf der anderen Seite der Erde wird ein großes Barbecue veranstaltet. Auch in anderen Ländern wird es an Weihnachten sehr lecker!

So zum Beispiel in Schweden: Dort gibt es das schwedische „Julbord“, ein ganz besonderes schwedisches Weihnachtsbuffet. Solltet ihr mal dort sein, könnt ihr dieses Buffet sogar schon in der Vorweihnachtszeit probieren. Meistens beginnt das Julbord mit einem schwedischen Glühwein mit Mandeln und Rosinen. Dazu gibt es in der Regel schwedischen Pfefferkuchen, welcher allerdings nicht mit unserem deutschen Pfeffer- oder Lebkuchen verglichen werden kann. Sobald das Buffet richtig eröffnet wird, bekommt man als Vorspeise eingelegte Heringe in allen erdenklichen Variationen, verschiedene Fischsorten und leckere Meeresfrüchte. Als Hauptspeise, die dank Ikea bekannten, Köttbullar und den traditionellen Stockfisch Lutfisk. Als Dessert gibt es diverse Kuchenspezialitäten sowie leckeres Eis, Obstsalat und Weihnachtsgebäck. Natürlich sind das noch längst nicht alle Speisen, jedoch würdet ihr wahrscheinlich, wenn ich euch alle Köstlichkeiten nennen würde, bald im Flieger nach Schweden sitzen, um euer Weihnachtsfest dieses Jahr dort zu verbringen.Holiday Dinner

Doch auch in Polen sollte man an Heiligabend mit leerem Magen erscheinen, da es hier – ähnlich wie Russland und der Ukraine – zwölf verschiedene Gerichte gibt, in Erinnerung an die zwölf Apostel. Fleischverzehr ist in Polen, ähnlich wie in einigen anderen europäischen Ländern, erst wieder ab dem 25. Dezember erlaubt und somit sind die Gerichte an Heiligabend oft vegetarisch oder fischlastig. Typische Speisen sind beispielsweise eingelegter Fisch, Karpfen, Pierogi (Maultaschen mit Sauerkraut oder Pilzen gefüllt) sowie eine klare Rote-Beete-Suppe. Außerdem ist es hier üblich, dass man sich vor dem Essen untereinander eine sogenannte Weihnachtsoblate teilt. Jeder der Anwesenden bricht sich ein Stück der Oblate seines Gegenüber ab, umarmt ihn und spricht seine guten Weihnachtswünsche aus. Eine weitere Tradition ist es, auf dem Tisch für eine zusätzliche Person zu decken. Dieses Gedeck ist für einen unerwarteten Gast gedacht und soll die Gastfreundschaft der Polen symbolisieren.

Weder Fisch noch Fleisch gehören zum Weihnachtsschmaus der Südkoreaner, denn diese bevorzugen einen ganz besonderen Weihnachtskuchen, der eine wahre Kalorienbombe ist. Trotzdem kommen Freunde und Verwandte am 25. Dezember zusammen, um den bunten Sahnekuchen zu verspeisen. Doch egal in welchem Land: An Weihnachten solltet ihr lieber nicht auf die Kalorien achten, sondern einfach nur das köstliche Festessen genießen.

Weihnachten weltweit

Mein persönliches Fazit: Ganz egal ob in Deutschland, Frankreich, Russland oder Australien – jedes Land hat seine ganz eigenen Sitten und Bräuche. Doch im Großen und Ganzen ist es überall ein Fest der Liebe, bei dem alle von uns ihre liebsten Menschen um sich herum haben möchten. Egal, wie ihr die Weihnachtstage verbringt und welche Traditionen ihr in eurer Familie pflegt, ich wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit!