Der Taj Mahal gilt als Symbol unsterblicher Liebe. Aufgrund seiner wunderschönen Architektur gehört er zu den 7 neuen Weltwundern. Erfahrt hier mehr über den imposanten Liebes-Palast in Indien.

Liebe über den Tod hinaus – Eine Botschaft, die in architektonischer Schönheit die ganze Welt fasziniert. Der Taj Mahal ist das Wahrzeichen Indiens. Das schneeweiße Gebäude mit seinen runden Kuppeln, seinen imposanten Verzierungen und den weitläufigen Gärten zieht jedes Jahr Millionen Touristen aus aller Welt an. Seine Schönheit und Einzigartigkeit sorgte dafür, dass es heute zu den sieben neuen Weltwundern der Erde gezählt wird. Paare suchen diesen Ort auf, um ewige Liebe zu erfahren, doch dass unsterbliche Liebe gefährlich sein kann, zeigt die Geschichte des Taj Mahal.

Taj Mahal

Taj Mahal für die Liebe seines Lebens

Es gab Komplikationen bei der Geburt ihres 14. Kindes. Mumtaz Mahal war die große Liebe von Shah Jahan, dem indischen Großmogul. 1631 starb sie während der Geburt des Kindes – ein Verlust, den ihr Ehemann kaum tragen konnte. Wie Legenden erzählen, soll Mumtaz auf dem Sterbebett gesagt haben, sie wünsche sich ein Grabmal, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Der Erfüllung dieses Wunsches verschrieb Shah Jahan sein restliches Leben.

Nur kurze Zeit nach ihrem Tod begann der Bau des Taj Mahal – des „Kronen-Palastes“ in Agra, einer Millionenstadt, drei Stunden von Delhi entfernt. Es sollte eine Grabstätte sein, wie ein „Liebesgedicht aus Stein“. Baumaterialien aus ganz Indien sowie weiten Teilen Asiens wurden mit 1.000 Elefanten herangeschafft. 28 verschiedene Arten von Edelsteinen und Halbedelsteinen wurden in den Marmor eingesetzt. Der Marmor – nur das Beste, was die Welt zu bieten hatte. Die Architektur – wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Mehrere Architekten ließen persische und indische Elemente miteinander verschmelzen, zu einem indo-islamischen Kunstwerk. Über 20.000 Handwerker aus vielen Teilen Süd- und Zentralasiens arbeiteten mehr als 17 Jahre am Bau des Mausoleums. 1648 wurde Mumtaz Mahal so ihr letzter Wunsch erfüllt, doch zu welchem Preis…

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Bau auf Kosten des Volkes

Der Bau des Taj Mahal verschlang Unsummen. Der Staatskasse drohte der Bankrott. Unruhen und Aufstände waren die Folge – dennoch setzte sich Shah Jahan durch, riskierte das Wohl seines Volkes. Nicht ohne Folge. 1657 wurde er von seinem eigenen Sohn vom Thron geputscht. Den Rest seines Lebens verbrachte er als Gefangener eingesperrt im Roten Fort von Agra, direkt gegenüber dem Taj Mahal, nur durch den Yamuna-Fluss von ihm getrennt. 1666 wurde der ehemalige „Herrscher der Welt“ neben seiner Gattin beigesetzt – entgegen seinem Wunsch.

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Foto: tripadvisor

Eine weit verbreitete Legende besagt, dass sich Shah Jahan ursprünglich eine eigene Grabstätte bauen lassen wollte, ein gleiches Bauwerk aus schwarzem Marmor auf der anderen Seite des Flusses. Durch sein Grab im Taj Mahal ist die Symmetrie des Gebäudes zerstört – ein Beleg für sein eigentliches Vorhaben, was niemals verwirklicht werden sollte.

Persisch-indische Architektur – Einzigartig auf der Welt

Der Taj Mahal ist 58 Meter hoch und verläuft über eine Breite von 56 Metern. Die Marmorplattform, auf der das Mausoleum steht, ist 100 x 100 Meter groß. Die Form des Gebäudes ähnelt einer Moschee – ein islamischer Einfluss, der zu der Zeit einzigartig in Indien war. Die Grabstätte ist von solch immenser Stabilität, dass selbst die vier um das Hauptgebäude herum angeordneten Minarette leicht geneigt, und damit bei einem Erdbeben vor dem Sturz auf das Hauptgebäude geschützt sind.

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Vor dem Taj Mahal liegt ein 18 Hektar großer Garten mit einem länglichen Wasserbecken im Zentrum – das wohl beliebteste Fotomotiv der Besucher. Wie genau die Gärten im 17. Jahrhundert aussahen, kann heute nicht mehr ganz nachvollzogen werden. 1908 wurden sie auf Anweisung eines britischen Lord komplett restauriert und weitestgehend durch Rasenflächen ersetzt.

Liebes-Tourismus am Weltkulturerbe Taj Mahal

Liebe über den Tod hinaus. Der Taj Mahal ist seit Jahrzehnten das beliebteste Ziel frisch vermählter indischer, aber auch ausländischer Eheleute. Der gemeinsame Besuch dieser Liebesstätte soll die gegenseitige Liebe dauerhaft machen und bestärken. Doch auch wegen der Harmonie seiner Proportionen, wegen seines Kunstwertes wird der Taj Mahal als eines der schönsten und bedeutendsten Beispiele des Mogulstil gesehen. So wurde er 1983 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Seit 2007 zählt er zu den sieben neuen Weltwundern der Erde.

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Über vier Millionen Touristen besuchen die indische Grabstätte jedes Jahr. In den letzten Jahren wurden aus Angst vor Anschlägen die Sicherheitsvorschriften drastisch verschärft. Die Einnahmen der Besucher decken locker die vielen Restaurierungen ab, die regelmäßig notwendig sind. Dennoch wurde 2007 in einem Bericht davor gewarnt, dass sich der Taj Mahal durch die industrielle Luftverschmutzung kontinuierlich, trotz aller Konservationsbemühungen, gelb färben würde. Aus diesem Grund dürfen sich Autos und Busse nur noch auf zwei Kilometer nähern. Kamele, Kutschen und Elektro-Autos bringen die Besucher jetzt zum Palast.