Huch, ja wo ist er denn? Vergeblich sucht man auf dem obigen Artikelbild nach dem weltbekannten Wahrzeichen der Stadt. Und seien wir mal ehrlich: Die meisten Touristen, die es in diese toskanische Stadt verschlägt, kommen nur aus einem Grund hierher – sie wollen den Schiefen Turm von Pisa sehen. Doch wüsstet ihr auf Anhieb, was euch in Pisa sonst noch erwartet? Ich verrate es euch!

Die Antwort auf meine Frage kann ich mir schon denken, und nein, ich mache euch damit keinen Vorwurf. Kaum einer weiß nämlich, welch spannende Attraktionen in Pisa außer dem berühmten Schiefen Turm noch auf euch warten. Doch eine Sache schon mal vorweg: Wer denkt, diese rund 89.000 Einwohner große Stadt wäre übersät mit großen Baudenkmälern, wie etwa Rom oder Mailand, der täuscht sich. Dennoch ist die Handvoll an Sehenswürdigkeiten, die es hier zu sehen gibt, definitiv einen Besuch wert. Erfahrt hier, was ihr bei eurem Städtetrip nach Pisa auf keinen Fall verpassen dürft.

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Ein Spaziergang durch Pisa | Highlights | Ausflüge ab Pisa

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Spaziert durch die Straßen von Pisa

Nachdem ihr in Pisa angekommen seid, sei es via Flugzeug, Auto oder Zug, solltet ihr euch erst einmal einen groben Plan von der Stadt verschaffen. Stürzt euch, wenn möglich, nicht direkt zum Wahrzeichen, sondern schlendert zunächst durch die für Pisa so typischen verwinkelten Gassen, um euch einen ersten Eindruck von diesem schönen Städtchen im Nordwesten der Toskana zu verschaffen. Nur so erlebt ihr die quirliqe Studentenstadt von ihrer schönsten und authentischen Seite. Schaut dem bunten Treiben der Einwohner zu und genießt das italienische Lebensgefühl. Wundert euch jedoch nicht, wenn die Stadt während eures Besuchs wie ausgestorben scheint – dann seid ihr nämlich höchstwahrscheinlich während der Semesterferien vor Ort. Erst dann merkt man, dass die jungen Studenten den Großteil der Einwohner Pisas darstellen.

Pisa, Arno river, lamp and buildings reflection. Lungarno view.

Die Highlights der Stadt

Die einen sagen es wäre der Schiefe Turm, die anderen schätzen vor allem die kleine und zentral gelegene Kirche Santa Maria Assunta. Doch seht selbst, was euch in Pisa alles erwartet und macht euch selbst ein Bild von dieser schönen Stadt.

Der Schiefe Turm von Pisa
Schief, schiefer, der Schiefe Turm von Pisa – ja, dieses Bauwerk auf der beliebten Piazza dei Miracoli ist zweifelsohne der Touristenmagnet schlechthin. Schiefe Türme gibt es zwar viele, dennoch ist der besagte Schiefe Turm von Pisa, das Wahrzeichen der Stadt, der wohl bekannteste der Welt. Die ersten Bauarbeiten des Glockenturms, auch Campanile genannt, begannen zwar bereits im Jahr 1173, tatsächlich fertiggestellt wurde er jedoch erst knapp 200 Jahre später, im Jahr 1372.

Wusstet ihr, dass…?

…einer Legende nach der aus Pisa stammende Galileo Galilei bei Versuchen auf dem Turm die Fallgesetze entdeckt haben soll?

Schon während des Baus kam es zur Schieflage des Turms, was erst zu einer jahrelangen Unterbrechung führte, dennoch konstruierte man rund 100 Jahre später fleißig weiter, bis der Turm schließlich seine Höhe von 55 Metern erreichte. Zwischenzeitlich wurde dieser zwar von 1990 bis 2001 für Besucher gesperrt, allerdings nur, um ihn etwas zu richten und zu sanieren und somit die Sicherheit für die Besucher zu gewährleisten.

Schließlich lockt diese Attraktion jedes Jahr aufs Neue in die Stadt Pisa. Der Grund für die Faszination? Nun, ich würde mal behaupten, so beeindruckend die Architektur des Glockenturms mit seinen sieben Glocken auch ist – die meisten Besucher verschlägt es wahrscheinlich hierher, um eines der berühmten Fotos zu schießen, auf denen man so tut, als würde man sich an dieses schräge Bauwerk anlehnen. Wundert euch also nicht, wenn ihr Scharen von Touristen am Turm seht, die sich mit beiden Armen in der Luft verrenken. Ein lustiges Schauspiel, das auch bei Instagram zu finden ist:

lololololol #pisafail

Ein von Sarah Maslov (@sarahtonintonic) gepostetes Foto am 4. Jun 2015 um 4:21 Uhr

Beeindruckende Sakralbauten & weitere Highlights

Die wohl meistbesuchte Kirche Pisas ist die Santa Maria Assunta, auch Dom zu Pisa genannt, zu der übrigens der freistehende Schiefe Turm gehört. Beeindruckend ist hier nicht nur die Außenfassade, die nach einem Brand Ende des 16. Jahrhunderts fast komplett restauriert wurde, sondern auch die Fresken und Mosaike im Innenraum, die verschiedene Stile der toskanischen Baukunst aus der Romantik, Gotik und Renaissance aufweisen. Ebenfalls einen Besuch wert ist die zur Santa Maria Assunta gehörende Taufkirche, das sogenannte Baptisterium. Mit einem Umfang von 107 Metern und einer Höhe von 54 Metern ist sie die größte christliche Taufkirche der Welt. Das Ensemble aus dem Schiefen Turm, dem Dom zu Pisa, dem Baptisterium und dem angrenzenden Friedhof, auch bekannt als Camposanto Monumentale, gehört seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Begibt man sich etwas in den Süden der Stadt und überquert die Brücke Ponte Solferino, so erreicht man die Kirche Santa Maria della Spina. Die kleine entzückende Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die sich direkt am Arno Fluss befindet, lockt vor allem mit ihren heiligen Statuen. Besucher bewundern hier die Meisterwerke gotischer Kunst, dazu gehören unter anderem die Statuen von Madonna, dem Heiligen Petrus und von Johannes dem Täufer. Ein ganzes Stück weiter südwestlich gelegen, etwas außerhalb des Zentrums, befindet sich auch schon der nächste schöne Sakralbau – die Basilika San Piero a Grado. Es heißt, dass der heilige Petrus auf seiner Reise nach Rom genau hier das erste Mal italienischen Boden betreten haben soll. Damals befand sich dort noch ein Seitenarm des Arno. Dies ist ein Grund für viele Pilger, diese Wallfahrtskirche auf ihrem Weg unbedingt zu besuchen. Wer übrigens so viel wie möglich von der Stadt sehen möchte, dem empfehle ich, es den Studenten nachzumachen und sich aufs Fahrrad zu schwingen – eine tolle Alternative, um die schönsten Ecken Pisas kennen und lieben zu lernen.

The leaning tower of Pisa in Campo dei Miracoli iStock_000038234696_Large-2

Mein Tipp: Nachdem ihr die für euch wichtigen Sehenswürdigkeiten abgeklappert habt, solltet ihr euch am besten einfach durch die Straßen und die prächtige und ursprüngliche Altstadt Pisas treiben lassen, einen abendlichen Spaziergang entlang des Arno Flusses unternehmen und beispielsweise über die wunderschöne Piazza dei Cavalieri und die Piazza Garibaldi schlendern. Es sind vor allem die kleinen Dinge, die euch hier garantiert ins Auge fallen werden. Genießt la Dolce Vita, das süße Leben in Pisa – dazu noch eine leckere Pizza oder ein typisch italienisches Nudelgericht und ein frisches Gelato als Nachtisch und der Aufenthalt ist perfekt. Oder wie wäre es zur Abwechslung noch mit einem kleinen Ausflug?

Erlebt die wunderschöne Toskana

Solltet ihr nicht sowieso schon mit dem Auto unterwegs sein und die schönsten Landschaftszüge der Toskana bereits gesehen haben, dann aber spätestens jetzt. „Avanti, avanti“, wie der Italiener jetzt wohl sagen würde. Lasst die Zeit nicht einfach so verstreichen, sondern nutzt die herrliche Lage Pisas, um die idyllische Umgebung zu erkunden. Die Toskana lockt schließlich mit großer Vielfalt. Wie wäre es zum Beispiel mit einer kulinarischen Tour durch die toskanischen Weinberge oder mit einem Badeausflug zum Tyrrhenischen Meer? Beliebte Orte für einen kleinen Abstecher an den Strand sind zum Beispiel Viareggio und Forte dei Marmi, beide nur wenige Kilometer nordwestlich von Pisa gelegen, oder auch Livorno, etwa 1 Stunde Autofahrt von Pisa entfernt. Ansonsten wären da natürlich noch die Alternative, nahegelegene Nachbarstädte wie zum Beispiel Lucca, Florenz oder Siena zu besuchen. Langweilig wird euch hier jedenfalls nicht!

Toskana, Sonnenuntergang – Entdeckt die wundervolle Umgebung von Pisa

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Gebt es zu: So langsam aber sicher seid auch ihr dem Charme dieser hübschen Stadt im Nordwesten der Toskana verfallen, oder liege ich da etwa falsch? Wem es ähnlich wie mir geht, der sollte sich nun am besten schleunigst Urlaub nehmen und nach passenden Flügen und Unterkünften umsehen. Und vielleicht heißt es dann schon bald „Ciao, bella Italia“!

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