Langsam treibt ihr durchs Wasser. Euer Herz klopft … Wann taucht er auf? Überall Luftblasen und Sonnenlicht, das durch die Wasseroberfläche dringt und den Blick trübt. Plötzlich seht ihr einen Schatten. Und auf einmal gleitet ein sanfter Riese aus dem Nichts in eure Richtung – mit Walhaien zu schwimmen ist ein Erlebnis, dass ihr euer Leben langt nie wieder vergessen werdet.

Ein Punkt auf eurer Buketlist ist schon immer ein unvergessliches Erlebnis in den Weiten des Ozeans zu haben? Unbeschreibliche Lebewesen kennenzulernen, mit denen man nur sehr selten im Leben Bekanntschaft macht? Oder anders ausgedrückt – mit Walhaien zu schwimmen? Dieses einzigartige Erfahrung könnt ihr in so manchen Regionen und zu einer bestimmten Jahreszeit selbst machen und mit diesen außergewöhnlichen Giganten ein paar Meter unter Wasser zurück legen.

 

Mit Walhaien schwimmen

Wen trefft ihr? | Wann & wo? | Euer Beitrag zur Forschung

Mit Walhaien schwimmen

Darf ich vorstellen – der Rhincodon typus

Wenn ihr einen Walhai unter Wasser trefft, dann kann dieser schonmal bis zu 13 Meter lang und ca. 12 Tonnen schwer sein, denn dieses Tier ist zugleich größter Hai und Fisch unserer (bisher entdeckten) Meere. So kann der Walhai dem einen oder anderen schon etwas Angst einjagen. Generell gilt das Tier aber als sanftes Wesen, auch, wenn man meint, dass er unsereins mit seinem riesigen Maul sofort auffressen könnte.

Trotzdem sind Walhaie und Menschen nicht direkt Best Buddys. Anfassen ist also tabu und ein Sicherheitsabstand sollte eingehalten werden. Dieser Abstand gilt aber nicht zur Sicherheit des Walhais, sondern für euch, denn wenn eine Flosse mit 12 Tonnen Antrieb ausholt, solltet ihr besser nicht im Weg sein. Das meine ich aber alles andere als böse, denn wer die Nähe eines solchen Riesen bereits genießen durfte, der weiß, wie es sich anfühlt, im Einklang mit ihnen zu schwimmen, meilenweit nichts als blaue unendliche Weiten zu sehen und das Gefühl zu haben, dass sie euch mit ihrem charmanten Erscheinungsbild in ihren Bann ziehen wollen. Denn die mystischen  Meerestiere sind alles andere als bedrohlich oder beängstigend und eins kann ich euch sagen: Wenn der Walhai nichts von dem Sicherheitsabstand hält, dann habt ihr nicht mehr viel mitzureden. Aber bloß nicht panisch werden, das hilft niemandem! Ihr werdet merken, dass man ganz schnell das Gefühl bekommt, dass die Tiere euch bemerken und voller Eleganz ihre Kreise um euch ziehen.

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Typisch für den Walhai sind seine grau-blaue Färbung, die hellen Streifen und die auffälligen Punkte, die bei den Walhaien das sind, was bei den Menschen der Fingerabdruck ist. Was ihre Ernährung betrifft, findet ihr die Kategorie „Menschen“ wohl überall anders eher, als auf ihrem Speiseplan. Der beinhaltet nämlich vor allem eins: Plankton. Seine Art diesen zu verzehren hat er über Jahre hinweg ziemlich perfektioniert, wie ich finde: Maul auf und einfach schwimmen, schwimmen, schwimmen! :-)

Diese Genießer sind richtige Warmduscher und lieben eine Wassertemperatur von angenehmen 21°C bis 25°C, was es natürlich noch einladender macht, sie zu besuchen. Ihre bevorzugten Gebiete sind meist jene, wo es besonders viel Plankton gibt. Wo genau müsst ihr also hin?

Mit Walhaien schwimmen

Treffpunkt für euer Date

Mit Walhaien schwimmen ist in vielen Regionen rund um den Äquator möglich und nachdem diese Tiere oftmals sehr weite Wege zurück legen, aber immer wieder an ihren Geburtsort zurückkehren, gibt es einige Spots, an denen ihr mit ihnen tauchen könnt.


Die blau markierten Tauchschulen bieten euch eine besonders gute Chance, eurem Traum einer Walhai-Begegnung wahr werden zu lassen, die orange markierten haben eine etwas geringere.

Zur rechten Zeit am rechten Ort – Wann sind die Walhaie wo?

  • Mexiko: Auf der Halbinsel Yucatan von Mai bis September.
  • Philippinen: Vor Donsol im Süden der Hauptinsel zwischen Dezember und Mai. Gilt als der beste Spot – eine Sichtung ist garantiert.
  • Australien: Am Ningaloo Riff im Westen des Landes von April bis Juli.
  • Karibik: In der Karibik gibt es fast das ganze Jahr über die Möglichkeit, Walhaie zu treffen. Im März und April, sowie von Juni bis September findet man die Tiere zum Beispiel nahe Honduras vor der Insel Utila oder bei Curacao.
  • Seychellen: Dort ist das Wasser am klarsten und man sieht die Meeresbewohner z.B. in Praslin von August bis November am besten.
  • Ägypten: Wer nicht allzu weit reisen möchte, kann auch im Roten Meer auf Walhaie treffen. Saison ist von Mai bis Juli, wobei die Sichtungen nicht so garantiert sind, wie in anderen tropischen Gewässern.
  • Thailand (Koh Tao), Malediven (South Ari Atoll), Belize (Gladden Spit) und Mosambik (Tofo Beach) sind weitere Tauchspots, an denen ihr gute Chancen habt

Ihr seht also, rund  um den Globus könnt ihr mit Walhaien schwimmen. Am besten, ihr erkundigt euch vor Ort in den angesiedelten Tauchschulen. Diese bieten nicht nur Equipment, sondern auch reichlich Erfahrung mit den Tieren, geben euch eine Einführung und bringen euch zu den richtigen Plätzen, damit ihr dieses einzigartige Erlebnis garantiert nicht verpasst. Mein Tipp ist es, die Tauchschule für euren Ausflug mit Bedacht zu wählen – aus zwei Gründen: Erstens gehören Walhaie, wie leider immer mehr Tiere unserer Erde, zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Durch die Menschenmassen werden sie immer mehr in ihrem natürlichen Rhythmus gestört und ziehen sich zurück. Da kommen wir auch schon zu Punkt zwei: Je bekannter und touristischer die Tauchschule ist, umso mehr Menschen werden bei eurem Ausflug dabei sein und umso weniger habt ihr von eurem einmaligen Erlebnis. Bucht man den Ausflug mit einer verhältnismäßig kleinen Organisation, die sich um das Wohl der Tiere sorgt, so erlebt man tolle Momente, die Tier und Mensch positiv in Erinnerung bleiben.

Walhaie

Jetzt seid ihr dran

Ihr fragt euch, wie ihr zur Erforschung dieser Meeresriesen beitragen könnt? Das ist ganz einfach: Bisher hatten Wissenschaftler nämlich oftmals Probleme damit, die Tiere zu markieren oder wieder zu erkennen, da sie sich entweder zum Verwechseln ähnlich sehen, nur in Gruppen auftauchen oder sich zu tief bewegen, um sie mit einem Sensor zu markieren, beziehungsweise zu groß sind, um sie kurzzeitig zu fangen.

Dann hatte man entdeckt, dass ihr Punktemuster so einzigartig wie ein Fingerabdruck eines Menschen ist und jeder Walhai seine eigene „Sternenkarte“ besitzt. Wieso aber Sterne?! Nun, nachdem das Muster der Tiere doch sehr speziell ist und vom Menschenauge kaum identifiziert werden kann, waren die Forscher so schlau, den gleichen Algorithmus wie bei Sternenbildern anzuwenden, um Individuen ausmachen zu können. Eine absolut geniale Idee, denn so konnte man endlich das Wanderverhalten der Tiere festhalten.

Und wie konnte man so viele Tiere an so vielen Orten fotografieren? Richtig – hier kommt ihr ins Spiel. Es wurde eine Datenbank angelegt, in die jeder Tourist weltweit sein Bild plus dazugehörige Informationen hochladen kann, welche die Forscher dann auswerten können. Klüger geht’s wohl kaum, also raus mit der GoPro und fleißig die Sternenbilder der Walhaie festhalten!

Mit Walhaien schwimmen

Ihr seid selbst schon einmal mit diesen sanften Riesen durchs Meer geschwommen? Dann erzählt mir unbedingt von euren Erfahrungen und vergesst nicht, eure Fotos der Forschung zukommen zu lassen!

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