Israel hält für seine Reisenden viel Interessantes und Unerwartetes bereit. So könnt ihr an einem Fleckchen mit tiefgläubigen Menschen in Kontakt kommen, während nur einige hundert Kilometer weiter das neue, „moderne“ Leben gefeiert wird. Was Israel sonst noch alles für euch bereithält, verrät euch Jan-Samson. Vor zehn Jahren ist er in das vielfältige Land ausgewandert und noch immer begeistert.

In Israel trifft Moderne auf jahrtausendealte Geschichte voller einschneidender Ereignisse und wegweisender Gegebenheiten. Das heilige Land hat wahnsinnig viele bedeutende Sehenswürdigkeiten, Orte und faszinierende Eindrücke zu bieten, die Besucher beeindruckt zurücklassen. Allein die Bedeutung des Landes für alle gläubigen Christen und Juden auf der Welt macht Israel für viele zu einem Lebensziel. Einmal an der Klagemauer oder der Grabeskirche in der Altstadt von Jerusalem zu stehen oder eine Runde im Toten Meer zu schweben – das sind nur einige der Anziehungspunkte, die Israel ausmachen.

Die besten Israel Tipps

An- und Durchreise | Tel Aviv |

Hafenstadt Jaffa | Jerusalem – das historische Zentrum |

Bunte Vielfalt bei einer Rundreise

Das Tote Meer | Der See Genezareth

 Der Israel National Trail | Ein Kibbutz besuchen

Hier geht’s zum Interview

Auswanderer Jan-Samson erzählt

Israel Tipps

Weit mehr als nur Politik und Konflikt

Politische Unruhen und der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern – genau diese Themen kommen uns beim Gedanken an Israel unweigerlich in den Sinn. Wegen dieser Konflikte genießt das Land hierzulande einen sehr zwiespältigen Ruf. Viel zu selten hören wir von der Schönheit der Strände in Tel Aviv und den hübschen kleinen Gassen des armenischen Viertels in Jerusalem. Und genau das möchte ich heute ändern. Lasst euch nicht abschrecken, sondern schlichtweg verzaubern, denn es wäre einfach viel zu schade, sich dieses wahnsinnig eindrucksvolle und vielseitige Land entgehen zu lassen.

Kommt mit mir auf eine Reise durch das heilige Land, bei der ich euch mit meinen Israel Tipps schon mal einen kleinen Vorgeschmack geben möchte. Außerdem habe ich für euch mit Jan-Samson Altman-Schevitz gesprochen, er ist vor zehn Jahren nach Israel ausgewandert und noch immer von der Vielseitigkeit und Schönheit Israels fasziniert. Er verrät euch, wo ihr die schönsten Ecken Israels findet und was ihr euch nicht entgehen lassen dürft!

Israel Tipps, Tel Aviv

Ankommen und Herumreisen in Israel

Empfehlenswert ist eine Rundreise durch Israel, da man so viel entdecken und besichtigen kann. Eine Reise mit dem Mietwagen ist eine oft genutzte Variante, da es häufig sehr günstige Angebote gibt. Einen Kleinwagen gibt es schon ab 20€ pro Tag, eine ganze Woche kostet rund 140€. Ihr solltet euren Mietwagen aber schon aus Deutschland buchen, das ist oft günstiger.

Noch empfehlenswerter ist die Reise mit dem Bus, denn die Busse sind zuverlässig, preiswert und zahlreich vorhanden. Das Busnetzwerk ist das meist genutzte Verkehrsmittel in Israel und damit super organisiert. Von Jerusalem aus kommt ihr schon für nur 5€ ans Tote Meer. Die Tickets für die Busse können am jeweiligen Busbahnhof oder auch beim Fahrer gekauft werden.

Bucht am besten ein Flugticket nach Tel Aviv und reist von dort aus in andere Städte. Es empfiehlt sich, Tagesausflüge von Tel Aviv aus zu machen. Zum Beispiel könnt ihr euren ersten Tag in Tel Aviv verbringen und am nächsten Tag einen Tagesausflug nach Jerusalem und zum See Genezareth machen und wieder zurück nach Tel Aviv. Oder aber ihr bleibt über Nacht in Jerusalem und reist von dort aus am nächsten Tag weiter in eine andere Stadt.

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Tel Aviv – eine aufregende Metropole

Tel Aviv liegt an der Mittelmeerküste und ist die einzige Stadt in Israel, die in der Neuzeit gegründet wurde. Sie ist nicht nur das wirtschaftliche Zentrum Israels, sondern auch die lebendigste Stadt, die der Kunst, des aufregenden Nachtlebens und der zahlreichen Festivals. Viele denken bei Israel an streng religiöse Werte, doch in Tel Aviv geht es sehr offen und modern zu. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch Orte in Israel, in dem Ultra-Orthodoxe Juden leben, abgeschottet von der Welt.

View of Tel Aviv from Jaffa – 2

Täglich strömen Touristen, Pendler und Vergnügungssuchende nach Tel Aviv, denn die Stadt ist einfach das Herz des Landes. Hier könnt ihr feiern, baden und es genießen, ohne etwas Besonderes zu verpassen, denn die Sehenswürdigkeiten befinden sich in anderen Städten, wie hauptsächlich in Jerusalem. Fortbewegen könnt ihr euch hier überall hin zu Fuß, denn die Stadt erscheint zwar wie eine große Weltstadt, ist aber eher klein.

People relaxing on Herzliya Beach, Tel Aviv,Israel

Auf keinen Fall verpassen solltet ihr in Tel Aviv die vielen schönen Straßencafés und Strandbars. Und wenn ihr euch fragt, was ihr essen sollt, dann auf jeden Fall den Orient-Klassiker: Hummus (Kichererbsenmus) mit frittierten Falafel (Kichererbsen-Bällchen) in Pita-Brot. Einfach lecker – immer wenn ich in einem orientalischen Land bin, ist das auf jeden Fall mein Lieblingsgericht! Das Gute ist, ihr bekommt es an fast jeder Ecke und es schmeckt einfach überall ausgezeichnet. Tel Aviv hat außerdem auch viele schöne Strände zu bieten. Ein perfekter Tag in Tel Aviv ist, wenn ihr mittags zum Strand geht, am besten zum Tayelet Strand, abends dann in eines der vielen Lokale auf der Ahad-Hamm-Straße und anschließend ins Florentin Viertel, wo sich die meisten Clubs befinden.

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Die antike Hafenstadt Jaffa

Den Ursprung hat Tel Aviv in der ältesten Stadt Israels, der antiken Hafenstadt Jaffa. In der Altstadt Jaffas findet ihr zahlreiche restaurierte Steingebäude aus der osmanischen Periode, die zu einem wunderschönen Künstlerviertel gehören und das Touristenzentrum bilden.
Nicht verpassen!

Der Flohmarkt in Jaffra, Jans Geheimtipp.

Das Highlight sind die ganzen Restaurants, Cafés und Galerien, die sich auf einem Hügel im Zentrum der Altstadt befinden. In Jaffa solltet ihr einfach nur durch die alten Gassen und an der Hafenpromenade entlang schlendern und den Ausblick genießen. An der Hafenpromenade habt ihr zudem auch den schönsten Blick auf die Skyline und die Küstenlinie von Tel Aviv. Das beste Restaurant in Jaffa ist das Mantan Ray, denn hier sind die Vorspeiseteller, gerne auch Mezze-Teller genannt, einfach unschlagbar. Natürlich dürft ihr euch aber auch das leckere Seafood nicht entgehen lassen. Mit Ausblick auf die Strandpromenade und der angenehmen Atmosphäre ist das Restaurant meine absolute Nummer 1. Probiert es einfach selbst und stöbert durch die Unterkünfte in Jaffa! :)

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Jerusalem – das historische Zentrum und die Hauptstadt Israels

Wusstet ihr, dass Jerusalem in 5.000 Jahren ganze 56 Mal erobert wurde? Die Bedeutsamkeit dieser Stadt für Juden, Christen und Muslime ist enorm. In Jerusalem leben die Menschen der drei größten monotheistischen Religionen nebeneinander, meist friedlich. Abgesehen vom gewaltigen Konflikt zwischen Palästinensern und Israel herrscht in Israel „nur“ ein gewaltloser Kampf der Religionen

Es ist zu spüren, dass es hier anders ist als im Rest der Welt.

Jerusalems Altstadt bildet das historische Zentrum Israels, welches genau in der Mitte der Metropole liegt. Umgeben von einer dicken Mauer befinden sich hier das christliche, jüdische, muslimische und christlich-armenische Viertel. Beachtet man die alte Geschichte der Stadt und, dass sie der Ursprung des jüdischen und christlichen Glaubens ist, so ist dieser Ort unfassbar besonders. Es ist zu spüren, dass es hier anders ist als im Rest der Welt.

Die Klagemauer ist das bedeutendste Heiligtum der Juden und gleichzeitig eine sehr beliebte Sehenswürdigkeit für Touristen aus aller Welt. Menschen jüdischen Glaubens kommen hierher, um zu beten und auf kleinen Zetteln geschriebene Bitten und Wünsche in die Schlitze der Mauer zu stecken. Es ist ein sehr interessanter Anblick und eine prägende Erfahrung, die man nur hier in Jerusalem machen kann. Eine unglaubliche Vielfalt der Kulturen in einer Stadt, aber auch jeder Einzelne dieser Menschen trägt etwas zu dieser faszinierenden, merkwürdigen, spirituellen Atmosphäre bei.

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Die Grabeskirche ist die heiligste Stätte der Christen. Auf der Via Dolorosa, die durch das muslimische Viertel zur Grabeskirche führt, geht man die acht Leidensstationen Christi entlang bis zur Grabeskirche, wo sich das Grab Christi befinden soll und somit auch die letzten sechs Leidensstationen. Das heiligste Gut der Muslime in Jerusalem ist der Felsendom, der an Mohammeds Himmelsfahrt erinnern soll. Zudem ist der Felsendom das älteste erhaltene Gebäude des Islam.

The dome of the Church of the Holy Sepulchre

Das Tote Meer – Schweben im heilenden Wasser

Im Osten von Israel befindet sich das Tote Meer und bei einer Reise nach Israel sollte man sich eine Reise dorthin auf keinen Fall entgehen lassen. Hier schwebt man im stark salzhaltigen Wasser und soll sich nach dem Baden wie neugeboren fühlen. Das Wasser hat eine heilende Wirkung und tut der Haut sehr gut. Vor allem für Menschen mit Neurodermitis und Schuppenflechte ist das Baden im Toten Meer das Beste für die Haut. Am Meeresgrund befindet sich der Schlamm, der viele wertvolle Mineralien enthält, die man auf die Haut auftragen kann.

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See Genezareth – der tiefste Süßwassersee der Erde

Im Norden Israels gelegen, befindet sich der See Genezareth. Der See liegt 210 Meter unter dem Meeresspiegel und ist somit der tiefste Süßwassersee der Erde. Aus biblischer Sicht ist der See von großer Bedeutung, da sich hier einige Szenen um Jesus abspielen, wie zum Beispiel die Bergpredigt. Die größte Ansiedlung ist Tiberias mit ca. 40.000 Einwohnern, das sich auf 450 Meter hohen Hügeln befindet, von wo aus man eine großartige Aussicht hat. Der See Genezareth ist ein wirklich wunderschöner See, den ihr in eure Reise einbauen solltet und auch gut könnt, denn auch hier könnt ihr wieder gut von Tel Aviv oder Jerusalem aus einen Tagesausflug hin machen.

Sea of Galilee from Mount of Beatitudes

Der Israel National Trail – ein faszinierender Wanderweg

Laut National Geographic ist der Israel National Trail einer der schönsten Fernwanderwege der Welt. Auf 1.500 Kilometern Länge und einer Gesamt-Höhendifferenz von 20.000 Höhenmetern findet man wirklich Ruhe und innere Einkehr, so wie man es von einem Wander- oder Pilgerweg erwartet. Vom Berg Hermon an der libanesischen Grenze im Norden führt die Route an zahllosen biblischen und historischen Plätzen vorbei, bis zur Hafenstadt Eilat am Roten Meer, im Süden von Israel. Auf dem Wanderweg kann man sich von der atemberaubenden Natur und einer felsigen Wüstenregion im Norden begeistern lassen. Natürlich muss man nicht den ganzen Weg entlang wandern und auch nicht an einem Stück. Man kann hervorragend an etlichen Stellen einsteigen und aussteigen. Jede Teiletappe bietet ein wahnsinnig faszinierendes Wandererlebnis.

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Ein Kibbutz besuchen – Israel von einer anderen Seite

Habt ihr schon mal das Wort Kibbutz gehört? Das Wort ist hebräisch und bedeutet „Gemeinschaft“ oder „Versammlung“. In einem Kibbutz leben viele Menschen gemeinsam, wie zum Beispiel eine große Familie. Sie arbeiten und wohnen dort zusammen und besitzen zudem ein gemeinsames Eigentum. Entstanden ist das erste Kibbutz vor etwa 100 Jahren und wurde von Juden gegründet, die in ihrem Heimatländern verfolgt und verachtet wurden. Nachdem sie nach Israel auswanderten, gründeten sie dann den sogenannten Kibbutz, in dem alle Menschen gleiche Rechte haben, ihr Eigentum teilen und friedlich miteinander leben sollten. An einem Kibbutz in Israel erkennt man, dass der Kommunismus funktionieren kann, wenn er denn freiwillig ist.

Israel Tipps
Die wunderschönen Baháʼí Gärten in der israelischen Stadt Haifa

Meist liegen die Kibbutze in wunderschönen Orten, wie am Toten Meer und Naturschutzgebieten, abgelegen auf dem Land. Wenn ihr nach Israel reist, habt ihr die Möglichkeit, so ein Kibbutz zu besuchen. Es ist etwas ganz anderes als Tel Aviv oder Jerusalem. Hier könntet ihr nochmal sehr stark sehen, was für unterschiedliche Lebensformen es in Israel gibt, welche das Land so vielseitig machen. Am besten bucht ihr ein Kibbutzhotel, da euch so ein Eintritt ins Kibbutz garantiert ist. Es gibt aber auch Hotels in der Nähe von Kibbutzen, von denen aus ihr diese bequem erreichen und besichtigen könnt. Schaut zum Beispiel mal bei trivago.de nach passenden Unterkünften, wenn ihr nach einem Kibbutz sucht, erscheinen bereits viele Treffer.

Auswanderer Jan-Samson im Interview

Darum Israel: Besonderheiten| Die besten Tipps

Die Situation vor Ort: Politische Präsenz | Tourismus

Israel Tipps

Jan-Samson Altman-Schevitz ist vor neun Jahren nach Israel ausgewandert. In Jerusalem arbeitet der 37-Jährige hauptsächlich als Reiseführer, gibt Touren für Botschaften und begleitet Bildungsreisen. Seine Motivation: Stereotype aufbrechen. „Israel ist einfach ein tolles Reiseland, egal, wo man hinfährt – das wissen die meisten nicht.“ In einem Interview spricht der Deutsch-Amerikaner über sein aufregendes Leben in einem umstrittenen Land, über die bezauberndsten und coolsten Ecken Israels und darüber, warum er Israel für das „Land der Zukunft“ hält.

Israel: eine Mischung aus Miami und Berlin

Ich habe Jan für euch gefragt, wie es dazu kam, dass er heute in Israel lebt. „Israel ist ein geiles Land – es ist wie eine Mischung aus Miami und Berlin.“ Seine ersten 15 Lebensjahre hat Jan in den USA verbracht, danach lebte er in Berlin und zog später weiter nach Frankreich und Polen. Ich bin Jude, religiös aber eher light, da lag es auch nicht ganz so fern, nach Israel zu ziehen – ich kenne viel von der Kultur und Tradition. Aber Israel ist ein sehr multikulturelles Land. Ich fand es einfach total spannend – die Kultur, die Religion, das Essen, die Politik.“

Tourists eating in outdoor cafe, Tel Aviv Yafo, Israel
Foto: iStock.com/anouchka

Aufregende Mischung

„Israel ist ein globaler Innovationshut. Man kann hier wahnsinnig gut netzwerken – die Wirtschaftsbeziehungen, auch nach Deutschland, sind hier hervorragend. Aber Israel bietet auch jede Menge an Lebensqualität. Sonne, Strand, Wüste, unglaubliche Nationalparks, tolle Museen. Und die Leute sind hier einfach total entspannt, absolut offen, authentisch. Hier gib es keine Konventionen. Jeder sagt, was er denkt, keiner nimmt ein Blatt vor den Mund. Es ist ganz normal, wenn man auf der Straße einfach von jemandem angesprochen wird, wer man ist, was man tut… das finde ich total interessant. Aber auch in puncto Politik ist Israel ein sehr spannender, sehr anregender Ort. Nach jedem Gespräch sieht man die Welt neu.“

Die coolste Stadt: Tel Aviv!

„Tel Aviv ist geil! Die Leute sind toll hier. Es herrscht ein diffuses Feeling wie in Berlin, so in etwa. In den 90ern kamen viele Künstler nach Tel Aviv. Hier ist immer etwas los, geile Party – das Nightlife ist wohl eines der angesagtesten überhaupt.
Ein großes Problem ist, dass Israel sehr teuer ist. Die Lebenshaltungskosten sind hier locker doppelt so hoch wie in Deutschland. Verdienen tut man dabei jedoch nur die Hälfte. Vor einigen Jahren wurde die Wirtschaft hier komplett privatisiert. Jetzt wird alles importiert – die Preise steigen. In Jordanien kostet alles nur die Hälfte.“

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Der See Genezareth

Israel kulinarisch erleben

„Getreu dem Klischee, sollte man auf jeden Fall Kichererbsenbrei probieren. Ansonsten lassen sich spezielle Gerichte sehr schwer empfehlen. Die meisten Köche hier haben lange Zeit im Ausland gearbeitet und gelernt, und mixen Rezepte aus der ganzen Welt zu sehr unkonventionellen, kreativen Gerichten. So multikulti die Menschen sind, so multikulti ist auch das Essen.“

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Die besten Tipps vor Ort

In meinem Interview mit Jan habe ich ihn natürlich auch nach seinen persönlichen Highlights gefragt, um Israel von seiner schönsten und authentischsten Seiten kennenzulernen. Hier ein Überblick:

  • Am Rothschild Boulevard in Tel Aviv von den vielen Startups inspirieren lassen: Hier trifft man in jedem Kiosk und Café verschiedenste Investoren und kommt ins Gespräch
  • Weinbar auf dem Dach des Notre Dame in Jerusalem
  • Sunrise Yoga in der ehemaligen Festung Masada in Tel Aviv – Spektakuläre Aussicht
  • Für Weinliebhaber: Goland Heights Winery im Norden Israels
  • Mach eine Art Tour mit Sarah „Oh-so-arty“ in Tel Aviv
  • Mach mit bei eatwith.com in Tel Aviv: Hier verabredet man sich mit unbekannten Leuten aus der Stadt und kocht zusammen
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Foto: iStock.com/efesenko

Die Situation vor Ort: Politik und Sicherheit

Wie präsent ist die politisch schwierige Situation in Israel?

„Es herrscht großer Druck, sich zu positionieren. Ein Leben mit Palästinensern findet nicht statt. Ich selbst habe tiefes Verständnis für beide Seiten, halte mich aber mit der politischen Meinung zurück. Ich organisiere auch politisch-kulturelle Studienreisen, auch auf palästinensischer Seite – das kann ich ganz objektiv.“

Gibt es Orte in Israel, die man meiden sollte?

„Absolut nicht! Die gefährlichste Stadt – wenn man überhaupt von gefährlich sprechen kann – ist Tel Aviv, weil da einfach ziemlich viel los ist, weil es etwas unübersichtlich ist. Aber ansonsten ist ganz Israel super – man kann überall problemlos herumreisen.“

Israel Tipps
Foto: iStock.com/efesenko

Urlaub in Israel

Welche Touristen kommen nach Israel?

„Viele Reisende sind religiös motiviert. Pilger, Christen, Juden. Viele haben hier jüdische Verwandte. Aber auch junge Leute aus der Wirtschaft, Singles wegen des coolen Nightlifes, und Pärchen reisen nach Tel Aviv – hier ist die Bevölkerung generell sehr jung. Und – was viele überhaupt nicht wissen – Tel Aviv hat einen riesigen Gay-Tourismus. Es ist, glaube ich, der drittgrößte und bekannteste Gay Travel Hotspot der Welt.“

Wie stehen die Deutschen zu Israel bzw. einem Urlaub in Israel?

„Die deutsche Bevölkerung ist kritisch – generell zu Israel und zu dem, was Israel macht. Die 68er Generation, die zeigen pauschal Solidarität. Aber zwei Drittel der Deutschen sieht das Thema Israel ziemlich problematisch. Vorurteile sind der häufigste Grund, warum Deutsche nicht nach Israel reisen. Es gibt die ‚Verdi Bildungsreisen‘, zum Beispiel. Die waren schon in China, aber nach Israel wollen sie nicht, weil hier ein Apartheidsregime herrsche.“

Israel Tipps

Wie sieht Tourismus in Israel aus? Was kann man erwarten?

„Israel ist ein tolles Reiseland. Es gibt wunderschöne Strände, Wüsten – die Nationalparks haben alle einen sehr hohen Standard – zum Teil besser als in Deutschland. Die Infrastruktur ist super – wie man es aus Deutschland gewohnt ist. Hier fahren die gleichen Züge, es ist alles pünktlich, total easy. Generell gibt es hier super viele Unternehmungsmöglichkeiten, das findet man nicht mal in Deutschland. In Museen gibt es Audioguides in zehn Sprachen, es gibt Kinderanimationen, wohin man geht.“

Vielen Dank für das Gespräch, Jan!

Entdeckt Israel

Ich hoffe, und ich bin mir ganz sicher, dass ihr nun ein doch ziemlich anderes Bild von Israel habt, als die paar Bruchstücke, die man sich vorher so gedacht hat. Selbstverständlich kann Israel seine Vergangenheit nicht leugnen, und inwieweit temporäre Aktionen gerechtfertigt sind, lasse ich auch einmal offen. Nichtsdestotrotz ist Israel ein faszinierendes, sehr vielseitiges und modernes Land und von uns Deutschen absolut unterschätzt. Ja, man kann auch Bade- und Strandurlaub in Israel machen. Man kann die Nächte alkoholhaltig durchfeiern und selbst Homosexuelle schwören auf das Land im fernen Osten.

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Ihr solltet euch definitiv überlegen, ob ihr diesem Land nicht mal einen Besuch abstatten wollt. Ich bin mir sicher, dass ihr voller neuer und wertvoller Eindrücke zurückkehren werdet. Ist eure Lust geweckt? Oder wart ihr vielleicht sogar schon mal in Israel? Wenn ja, schreibt mir doch wie es euch gefallen hat und was man eurer Meinung nach auf keinen Fall in Israel verpassen sollte.

Beitragsbild: iStock.com/efesenko

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