Kaiserbäder auf Usedom

Kaiserbäder auf Usedom

Mecklenburg-Vorpommern kann mit einigen Schätzen überzeugen. Einer davon ist mit Sicherheit die zauberhafte Insel Usedom. Sie gilt als einer der sonnigsten Orte in ganz Deutschland und ist nicht umsonst schon seit vielen Jahrhunderten ein beliebter Ort für den wohl verdienten Sommerurlaub. Wo einst schon Kaiser, Adelige und wohlhabende Bürger die Promenaden entlang spazierten, sonnige Stunden am Meer genossen und umher flanierten, laden euch heute wunderschöne Ostseebäder mit einer ganz besonderen Architektur zu entspannten Stunden am Wasser ein.

Kommt mit nach Usedom, erkundet mit mir die wunderschönen Kaiserbäder Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin und lernt mehr über die zauberhafte Insel. Ich kann euch versprechen, ihr werdet es lieben.

Geschichte der Kaiserbäder

Aus Usedoms kleinen Fischerdörfern entwickelten sich im 19. Jahrhundert die heute so beliebten Seebäder. Schon damals verbrachten der Kaiser und andere Adelige hier einen sonnigen und abwechslungsreichen Urlaub. Bereits 1880 kamen 4.300 Badegäste ins Kaisderbad Heringsdorf und auch Bansin und Ahlbeck erfreuten sich in den kommenden Jahrzehnten äußerster Beliebtheit. Schon früh errichtete man hier wunderschöne und imposante Strandvillen, sparte nicht an Stuck und hohen Decken und bereitete so die Grundlage für das heutige imposante Erscheinungsbild der Promenaden und Parks Usedoms.

Wo früher der deutsche Adel flanierte und residierte, sind heute hübsche Geschäfte und Ferienwohnungen untergebracht, die gerade im Sommer zu den absoluten Lieblingszielen der Deutschen zählen. Die zwölf Kilometer lange Strandpromenade, die sich durch die drei Ortschaften zieht, solltet ihr mit einem Fahrrad erkunden. Sie ist die längste Strandpromenade in ganz Europa, verbindet die drei Kaiserbäder miteinander und führt sogar weiter bis in das polnische Swinemünde.

 
Ein Pier verbindet die drei Kaiserbäder miteinander
Foto: katatonia82 / shutterstock.com

Das Besondere an der Bäderarchitektur

Die eindrucksvollen Villen der Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin sind weltweit einzigartig. Nirgendwo sonst gibt es eine solche Vielfalt prunkvoll verzierter Stadthäuser, beeindruckender Stuckelemente und mondäner Fassaden wie hier. Noch immer repräsentieren sie den Reichtum und einzigartigen Geschmack ihrer reichen Erbauer und obwohl hier kein Haus dem anderen zu gleichen scheint, wurden die Gebäude alle unter dem Begriff der Bäderarchitektur vereint. Die Kombination aus Architektur, der schier endlosen Promenade und dem weitläufigen Strand der Ostsee ist auch für Architektur-Laien ein Fest für die Augen, das kann ich euch versprechen.

Besonders beeindruckend sind die verzierten Balkone und auch die hohen Fenster, die die Räume mit Sonnenlicht zu durchfluten scheinen. Wer hier Urlaub macht, kann sich fühlen wie ein Kaiser. Abgesehen von den Kaiserbädern in Bansin, Ahlbeck und Heringsdorf findet man die besondere Bäderarchitektur noch in Zinnowitz und im polnischen Swinemünde. Unternehmt am besten einen ausgedehnten Spaziergang entlang der langen Promenade und überzeugt euch selbst von der Einmaligkeit dieses Architekturstiles. Ein Spaziergang von Bansin in Deutschland bis nach Swinnemünde in Polen dauert ungefähr 2 1/2 Stunden.

Kaiserbad Heringsdorf

Heringsdorf ist das älteste und bekannteste Seebad auf ganz Usedom. Prächtige alte Villen liegen zwischen den gepflegten Parkanlagen und prägen so das Erscheinungsbild. Viele der Villen grenzen an die Strandpromenade, wer das Glück hat, in einer solchen Unterkunft zu residieren, hat wohl den Urlaubsjackpot geknackt. Ein paar tolle Ferienwohnungen in den prächtigen Villen, stelle ich euch später selbstverständlich noch vor. Das Wahrzeichen von Heringsdorf ist die Seebrücke, welche mit 508 Metern die längste Seebrücke in Deutschland ist. Auf ihr findet ihr Cafés, Geschäfte und Restaurants, in denen ihr stilvoll zu Abend essen und den Sonnenuntergang genießen könnt. Direkt am Brückenkopf befindet sich zum Beispiel ein beliebtes Restaurant in der gläsernen Pyramide. Der Brückenbau, so wie ihr ihn heute vorfindet, stammt übrigens aus dem Jahr 1995. Die ursprüngliche hölzerne Anlage aus dem späten 19. Jahrhundert ist in den 1950er Jahren leider abgebrannt und wurde erst einige Jahrzehnte durch die neue Seebrücke ersetzt.

Doch warum ist Heringsdorf eigentlich so beliebt? Im 19. Jahrhundert entdeckten die Adeligen und die wohlhabenden Bürger Heringsdorf als Ziel für ihren Sommerurlaub. Viele prächtige Bauten und die Villen geben euch heute noch einen Einblick in die royale Zeit. Über die Jahre zog es auch viele bekannte und wichtige Künstler an die schöne Küste im Nordosten von Deutschland. Im sogenannten Nizza des Ostens trafen sich unter anderem Persönlichkeiten wie Theodor Fontane und Leo Tolstoi. Auch Kaiser Wilhelm II. war zwischen 1895 und 1913 regelmäßig während des Sommers in Heringsdorf zu Gast, um das gute Wetter und die frische Seeluft zu genießen. Die große Beliebtheit von Heringsdorf hing wohl auch damals schon mit der guten Anbindung an Berlin zusammen. Mit der Eisenbahn waren die Berliner im Handumdrehen in Heringsdorf. Noch heute wird Usedom übrigens als Badewanne Berlins bezeichnet und ist beliebt wie eh und je. Vielleicht ist ein kleiner Abstecher nach einem Städtetrip ja auch das Richtige für euch?

Kaiserbad Ahlbeck

Der Nachbarort Ahlbeck ist das östlichste der drei Kaiserbäder und blickt, genau wie Heringsdorf, auf eine lange Geschichte zurück. Die Seebrücke aus dem Jahr 1882 ist die älteste noch erhaltene Deutschlands, steht seit 1986 unter Denkmalschutz und ist somit natürlich eine richtige Attraktion in Ahlbeck. Auch der dreieinhalb Kilometer lange und bis zu 70 Meter breite Strand ist ein echtes Markenzeichen Ahlbecks. Der flach ins Meer abfallende, strahlend weiße Sandstrand lädt Usedom Urlauber zum ausgiebigen Sonnenbaden und langen Strandspaziergängen ein. Schon oft diente die Brücke als Kulisse für verschiedene Film- und Fernsehaufnahmen und ist ein echter Garant für eure tollen Urlaubsfotos. Ein besonders schönes Motiv bekommt ihr Abends vor die Linse, wenn die Sonne langsam untergeht und den Strand mit der Seebrücke in ein magisches Licht taucht.

Das Besondere: In Ahlbeck residierten neben den reichen Berlinern auch weniger wohlhabende Urlauber und so stieg die Anzahl der Gäste sehr schnell an. Mit den vielen großen Villen und kleineren Häusern, die ebenfalls ganz im Stile der Bäderarchitektur erbaut wurden, nahm Ahlbeck bald schon einen städtischen Charakter an, den ihr noch heute, eingebettet in die ruhige Natur, genießen könnt. Es dauerte nicht lange, da wussten auch prominente Gäste das besondere Flair des Seebads zu schätzen. Das Seetelhotel Ahlbecker Hof, eines der bekanntesten Häuser des Ortes, beherbergte unter anderem bereits den österreichischen Kaiser Franz Joseph I. und die schwedische Königin Silvia. Auch heute noch ist Ahlbeck der größte Badeort auf Usedom und ein echter Anzugspunkt für Urlauber aus der gesamten Republik, viele kommen Jahr für Jahr wieder – ich kann es verstehen!

Das Dorf Ahlbeck ist ein bekanntes Kaiserbad
Foto: iStock.com / Meinzahn

Kaiserbad Bansin

Das kleinste und jüngste der drei Kaiserbäder ist Bansin. Dieses Seebad wurde erst im Jahr 1897 gegründet, als Usedom als Badeort immer beliebter wurde und mehr und mehr Urlauber kamen, um das Flair der Kaiserbäder zu erleben. Beliebt ist der Badeort besonders wegen seiner schönen Lage: Im Süden grenzt Bansin an den Krebs- und den Gothensee, die beliebte Ausflugsziele für Wanderungen und Radtouren außerhalb der Küste sind. Im Westen wartet mit dem Mümmelkensee ein beliebtes Ausflugsziel nahe Bansin, das auch ihr euch nicht entgehen lassen solltet!

Anders als bei den beiden anderen Orten verstecken auf der Bansiner Promenade weder Häuser noch Bäume den direkt Blick auf das weite Meer, was den gemütlichen Bummel noch schöner macht. Natürlich reihen sich auch in Bansin die edlen Hotels und schicken Villen aneinander, sodass ihr auch hier das fantastische Flair der Bäderarchitektur genießen könnt. Anders als in Heringsdorf und Ahlbeck ist die 285 Meter lange Seebrücke eher schlicht gehalten. Auf ihr stehen keine Gebäude, vielmehr dient sie ausschließlich als gemütliche Flaniermeile und Anlegeplatz für Ausflugsschiffe.

Besucht die Kaiserbäder auf Usedom

Wie ihr seht, können euch die drei Kaiserbäder auf Usedom neben einem wunderschönen Strand auch eine herrliche Promenade und eine einmalig schöne Architektur bieten. Mehr braucht es doch manchmal nicht zum Glücklichsein, oder?

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