Wer Lust auf eine Extraportion Abenteuer hat und fernab der Touristenpfade nach unberührter Natur sucht, darf mich gerne nach Nicaragua begleiten. Also packt euren Rucksack und erkundet mit mir die wilde Küste Mittelamerikas unter der Sonne Nicaraguas.

Nicaragua gerät oftmals in Vergessenheit, wenn die Rede von einer Reise nach Mittelamerika ist. Dabei bietet das vielfältige Land seinen Besuchern eine abwechslungsreiche Natur samt spannender Aktivitäten, die keinen Wunsch offen lassen. Entdeckt das wilde und ursprüngliche Nicaragua und geht dabei nicht in den Spuren anderer, sondern entdeckt euren eigenen Weg durch dieses Paradies. Auf geht’s!

Eine Reise ins wilde Nicaragua

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Alte Fassaden in Nicaragua

Wissenswertes zu Nicaragua

Nicaragua findet seinen Platz in Mittelamerika zwischen Atlantik und Pazifik und grenzt im Süden an Costa Rica und im Norden an Honduras. Die Vielfalt des Landes ist einzigartig, denn neben beeindruckenden Vulkanen und einer wilden Natur sind es vor allem die freundlichen und lebensfrohen Bewohner, die euch begeistern werden. Von tropischen Regenwäldern an der Karibikküste im Osten bis hin zu einem Paradies für Surfer an der Pazifikküste im Westen kann man hier eine Vielfalt an außergewöhnlichen Highlights finden.

Hilfreiche Infos für eure Reise nach Nicaragua

  • Größe: 120 254 km²
  • Lage: Mittelamerika – zwischen Honduras im Norden und Costa Rica im Süden
  • Amtssprache: Spanisch // als Tourist sind Grundkenntnisse hilfreich
  • Währung: Córdoba Oro (1€=37 NIO) // Wechseln solltet ihr eurer Reisegeld im Bestfall bereits in Deutschland
  • Hauptstadt: Managua
  • Bester Flughafen für die Anreise: Aeropuerto Internacional Augusto César Sandino, Managua
  • Einreise: mit Touristenkarte (Kosten: 10 Dollar) und ohne Visum, aber mit Reisepass, der mindestens sechs Monate gültig ist
  • Impfschutz: bei Anreise aus Deutschland ist derzeit kein besonderer Impfschutz erforderlich
  • Sicherheitslage: aktuelle Sicherheitshinweise zu Nicaragua findet ihr beim Auswärtigen Amt

Hängematte in Nicaragua

Unterwegs in Nicaragua

Seid ihr erstmal in der Hauptstadt von Nicaragua gelandet, stehen euch alle Türen offen. Wenn ihr eine individuelle Rundreise plant, könnt ihr entweder relativ günstig mit dem Bus fahren oder aber Inlandsflüge buchen, um in die unterschiedlichen Ecken des Landes zu kommen. Es gibt komfortable Überlandbusse mit Klimaanlage, aber auch die günstigeren sogenannten „Chicken Busse“. Die korrekten Fahrpreise sind jeweils vorne am Bus angeschlagen, zahlen müsst ihr in den allermeisten Fällen nicht schon vor Fahrtantritt, sondern erst im Bus. Lasst euch also nicht schon vor dem Einstieg Geld abknöpfen – dann geht ihr eventuell Betrügern auf den Leim.

Taxifahren ist für unsere Verhältnisse nicht sonderlich teuer, dennoch solltet ihr euch nicht über den Tisch ziehen lassen und verhandeln. Entlang der Küsten bieten sich außerdem Fähren als Transportmittel an, dabei könnt ihr dann einen herrlichen Blick auf die Umgebung werfen.

Sehenswürdigkeiten und Highlights in Nicaragua

Wusstet ihr, dass Nicaragua eines der Länder ist, in dem ihr diverse aktive Vulkane entdecken könnt? Das Land liegt am Pazifischen Feuerring und hat einige Feuerberge zu bieten, die ständig grummelnd um Aufmerksamkeit buhlen.

Beeindruckende Vulkane

Der bekannteste von ihnen, der Masaya Vulkan, wird von den Einheimischen auch Popogatepe, also „brennender Berg“, genannt und seit jeher verehrt. Zwar blieb der befürchtete Ausbruch bisher aus, dennoch dampft der Feuerberg vor sich hin. Wer schon immer einmal flüssige Lava in einem offenen Krater sehen wollte, hat hier die Chance dazu. Dieser „Höllenschlund“ oder „Höllentor“, wie er auch genannt wird, wird nachts zum absoluten Highlight, denn dann wird der Krater durch die leuchtende Lava wahrlich zum Tor der Hölle.

Touristen vor dem Vulkan in Nicaragua

Zu vielen dieser Vulkane in León, Granada oder Masaya könnt ihr Tagesausflüge unternehmen, um einen Blick in das brodelnde Innere zu werfen. Teilweise werden auch Touren am Abend angeboten, bei denen ihr die Szenerie nochmal mit ganz anderen Augen sehen werdet. Mögt ihr es actionreicher, könnt ihr euch am Cerro Negro Vulkan am Sandboarding versuchen. Die Sportart ist ein bisschen mit Snowboarding vergleichbar und wird eure Rundreise durch Nicaragua auf jeden Fall nochmal aufpeppen.

Diese fünf Vulkane in Nicaragua sind besonders sehenswert

  • Cerro Negro Volcano, León
  • Telica Volcano, León
  • Masaya Volcano Nationalpark, Masaya
  • Volcano Concepcion, Isla de Ometepe
  • Mombache Volcano, Granada

Ausbrechender Vulkan in Nicaragua

Sagenhafter Lago de Nicaragua

Der größte Binnensee Mittelamerikas liegt im Südwesten Nicaraguas und ist durch eine einstig tragische Liebesgeschichte sagenumwoben. Es heißt, dass in der Vergangenheit zwei Liebende aus zwei verfeindeten Stämmen flüchteten, um der Wut ihrer Stämme zu entkommen: Die beiden wurden gefunden und aus Verzweiflung sollen sie sich dazu entschlossen haben, sich das Leben zu nehmen. Durch das Aufschneiden der Pulsadern habe sich das Tal mit ihrem Blut gefüllt – so die Legende. Der 300 km lange Nicaraguasee soll genau so entstanden sein. Noch heute sieht man die Brüste der Frau aus dem Meer ragen – die beiden Vulkane Maderas und Concepción. Diese liegen auf der Insel Ometepe, eine grüne Oase inmitten des Sees, am Fuße der beiden Vulkane.

Nicaragua hat mehrere Vulkane

Naturhighlights und die spannende Tierwelt Nicaraguas

Nicaragua ist mit einer einzigartigen und artenreichen Flora und Fauna gesegnet. Die Landschaft ist an den Gebirgshängen im Osten des Staates von immergrünen Regenwäldern geprägt, während ihr in den Regionen, in denen der Urwald der landwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer fiel, überwiegend dichte Kiefernwälder vorfindet. In unberührten Regionen wachsen hingegen häufig Zedern, Eichen, Eiben- und Rosenholz sowie das Edelholz Mahagoni und unzählige Gräser und anderen tropische Gewächse.

Eine Frau unternimmt einen Ausritt in Nicaragua

Nicht nur die Pflanzenwelt ist in Nicaragua reich besiedelt, Hirsche, Pumas, Jaguare, Gürteltiere, Ozelots, Affen, Alligatoren, Leguane und Schlangen sind nur eine Auswahl der im zentralamerikanischen Staat vorkommenden Tierarten. Besonders vielfältig ist auch die Vogelwelt – Pelikane, Aras, diverse andere Papageien, Spechte und Kolibris sind hier beheimatet. Je nachdem, in welchem Teil des Landes ihr euch befindet, werden euch die unterschiedlichsten Tiere begegnen.

Empfehlenswerte Aktivitäten

Wer Einsamkeit an einem wunderschönen Ort sucht, muss seine Zehen in die Laguna de Apoyo tauchen. An diesem Kratersee des Vulkans Apoyo, inmitten eines Nationalparks, findet ihr nur eine Handvoll Hostels und Bars, deren Hängematten zum Verweilen einladen. Hier gönnt ihr euren Gedanken eine Auszeit und könnt schaukelnd die Zeit vergessen.

Habt ihr Lust auf Action auf dem Wasser, werdet ihr den Somoto Canyon lieben. Hier treibt ihr im Norden des Landes, an der Grenze zu Honduras, durch das Wasser des Flusses und erklimmt Felsen, von denen ihr in die Tiefe springen könnt. Damit ihr euch nicht verirrt, empfehle ich euch eine Tour dorthin zu buchen – sicher ist sicher.

Der Somoto Canyon in Nicaragua

Wer auf Wasser im Allgemeinen steht, wird in Nicaragua bestimmt glücklich. Neben einigen Wasserfällen im Urwald könnt ihr an den Küsten gegen die Wellen des Meeres antreten. Nicaragua gilt als Paradies für all jene, die sich auf einem Surfbrett am wohlsten fühlen. An der Pazifikküste findet ihr im Norden des Poneloya Strandes die Surfing Turtle Lodge und genießt dort nicht nur absolute Einsamkeit und tolle Wellen, sondern könnt auch noch ein paar gute Karma Punkte sammeln. Das Hostel dient nämlich auch als Rescue Center für Schildkröten, die ihr auf ihren ersten Metern ins Meer begleiten könnt.

Surfer an der Küste von Nicaragua

Aber auch die sonnenhungrigen, strandverliebten Palmenanbeter unter euch kommen in Nicaragua voll und ganz auf ihre Kosten. Little Corn Island und Big Corn Island liegen beide an der Karibikküste vor dem Festland und lassen keinen Traum unerfüllt. Hier erwarten euch einsame, weiße Strände voller Palmen, deren Schatten zum Verweilen einlädt. Wer es lieber etwas rauer und wilder mag, wird den Playa Maderas lieben und wer Strand mit Party und Trubel verbinden will, muss sich auf den Weg nach San Juan del Sur machen. Das Surfboard wird abends gegen ein Bier eingetauscht und Backpacker aus aller Welt feiern zusammen das Leben.

Little Corn Island in Nicaragua

Managua, Granada & León

Managua ist mit über einer Million Einwohnern die Hauptstadt von Nicaragua. Aus dem Aztekischen bedeutet Managua übersetzt „dort, wo es eine große Wasseroberfläche gibt“, was auf die vielen Seen in der Umgebung zurückzuführen ist. Einmal dort, müsst ihr einfach durch die Straßen tanzen, die Energie der Stadt spüren und bei einem Baseballspiel mit den Einheimischen feiern. Die lieben nämlich ihre Nationalsportart.

In Granada sieht man wunderschöne Kolonialarchitektur an jeder Ecke. Die bunte Stadt erstrahlt mit Häusern in allen erdenklichen Regenbogenfarben und liegt am Fuße des Mombacho Vulkans. Die Kathedrale der Stadt gilt als eine der wichtigsten Kolonialbauten von Zentralamerika und sollte bei eurer Nicaragua-Reise unbedingt auf eurer Bucketlist stehen.

Park in Leon, Nicaragua
León

In León werden sich alle Backpacker unter euch zu Hause fühlen. Das Stadtzentrum könnt ihr zu Fuß erkunden und trefft dabei in den vielen Bars auf einige andere Individualreisende. Der Duft des herrlichen Streetfoods in den Straßen ist einfach herrlich, deshalb solltet ihr euch die Bäuche unbedingt vollschlagen. Entspannen könnt ihr im Anschluss in einem der vielen Hotels der Stadt, damit ihr danach fit für Ausflüge in die Umgebung seid, für die León die beste Ausgangslage ist.

Kathedrale in Grenada, Nicaragua

Streetfood und mehr in Nicaragua

Das Essen in Nicaragua ist herrlich, frisch und abwechslungsreich. Fünf Gerichte, die ihr hier unbedingt probieren solltet, stelle ich euch genauer vor.

  • Quesillo: Ein Maisfladen, der mit Weichkäse, Kräutern und Frühlingszwiebeln garniert und mit eingelegten Zwiebeln belegt ist.
  • Vigorón: Krautsalat mit Tomaten, gekochter Maniok und Schweinefleisch, eingewickelt in ein Bananenblatt.
  • Indio Viejo: Ein Eintopf aus Gemüse und Fleisch, mit unterschiedlichen Toppings wie Avocado oder Chili.
  • Rondón: Ein Fischeintopf mit Gemüse, der vor allem auf der karibischen Seit von Nicaragua beliebt ist.
  • Buñuelos: Ein leckeres Backwerk, das ein wenig an Quarkbällchen erinnert.

Der perfekte Drink zum Essen ist ein frischer Saft saisonaler Früchte, der euch eiskalt mit Eiswürfeln serviert wird, wenn ihr danach fragt. Ich wünsche euch guten Appetit!

Markt in Nicaragua

Auf ins Abenteuer – Nicaragua wartet!

Ich habe das Gefühl, dass Menschen aus Nicaragua glücklicher zurückkehren. Wenn ihr es ihnen gleich tun wollt, dann habe ich hier ein paar Tipps für euch. Nachdem Nicaragua touristisch gesehen noch eher unberührt ist, gibt es hier nicht massenhaft Angebote, trotzdem aber ausreichend Auswahl an Unterkünften aller Preisklassen. Und ihr seid zudem größtenteils alleine unterwegs und könnt eure eigenen Geheimspots entdecken. Flüge in dieses wilde Paradies gibt es schon ab 560€ ab Deutschland. Und nachdem Nicaragua noch nicht in jedem Reiseführer groß geschrieben wird, findet ihr ausreichende Unterkünfte für ein kleines Reisebudget, wodurch eurem Abenteuer nichts mehr im Wege stehen sollte.

 

Hotels in Nicaragua

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