Wer Lust auf eine Extraportion Abenteuer hat und fernab der Touristenpfade nach unberührter Natur sucht, darf mich gerne nach Nicaragua begleiten. Also Rucksack packen und die wilde Küste Mittelamerikas unter der Sonne Nicaraguas erkunden.

Dieses wunderschöne Land gerät oftmals in Vergessenheit, wenn man von Mittelamerika spricht. Dabei bietet Nicaragua seinen Besuchern eine vielfältige Natur, samt spannender Aktivitäten, die keinen Wunsch offen lassen. Entdeckt das wilde, noch ursprüngliche Nicaragua und geht dabei nicht in Spuren anderer, sondern entdeckt euren eigenen Weg durch dieses Paradies.

Eine Reise ins wilde Nicaragua

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San Juan del Sur

Inmitten zweier Kontinente

Nicaragua findet seinen Platz auf unserer Welt in Mittelamerika zwischen Atlantik und Pazifik und grenzt im Süden an Costa Rica und im Norden an Honduras. Dieses wunderschöne Land hat durch seine Vielfalt an Natur so viel zu bieten, wie tropische Regenwälder an der Karibikküste im Osten und ein Paradies für Surfer an der Pazifikküste im Westen. Auch wenn Nicaragua finanziell gesehen zu den ärmsten Ländern der Welt zählt, ist es reich an herzlichen Menschen und an der Schönheit von Mutter Natur. Dies sollte euch also nicht davon abhalten, dieses Paradies zu erkunden.

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Playa Maderas

 

Land der tausend Vulkane

Diese wilde Nation wird nicht umsonst das Land der tausend Vulkane genannt, denn hier geht es, vulkanisch gesehen, ganz schön aktiv zu. Nicaragua liegt am Pazifischen Feuerring und hat auch selbst einige aktive Feuerberge zu bieten, die ständig grummelnd um Aufmerksamkeit buhlen. Der Masaya Vulkan wird von den Einheimischen als „brennender Berg“ bezeichnet und tut dies auch heute noch. Zwar blieb der befürchtete Ausbruch bisher aus, dennoch dampft der Feuerberg vor sich hin. Wer flüssige Lava in einem offenen Krater schon immer mal sehen wollte, hat hier die Chance. Dieser „Höllenschlund“ oder „Höllentor“, wie er auch genannt wird, wird zum absoluten Highlight, wenn ihr hier nachts seid, denn dann wird dieser Krater durch die leuchtende Lava wahrlich zum Tor der Hölle. Und wer einen Vulkan bezwingen will, kann am Cerro Negro das Volcano Boarding ausprobieren und seinen Schwung auf Lavagestein perfektionieren.

Sagenhafter Lago de Nicaragua

Der größte Binnensee Mittelamerikas liegt in Nicaragua und ist sagenumwoben, durch eine einstige tragische Liebesgeschichte. So sagt man, dass in der Vergangenheit zwei Liebende aus zwei verfeindeten Stämmen flüchteten, um der Wut ihrer Stämme zu entkommen. Die beiden wurden aber gefunden und aus Liebe haben sie sich dazu entschlossen, sich das Leben zu nehmen. Durch das Aufschneiden der Pulsadern hat sich das Tal mit ihrem Blut gefüllt und der 300 km lange Nicaraguasee ist entstanden. Noch heute sieht man die Brüste der Frau aus dem Meer ragen – die beiden Vulkane Maderas und Concepción. Diese liegen auf der Insel Ometepe, eine grüne Oase inmitten des Sees, am Fuße der beiden Vulkane. 

 

Mutter Natur

Hier wurde ganze Arbeit geleistet. Bäume inmitten des Regenwaldes, die bis in den Himmel ragen und einer riesigen Artenvielfalt eine Heimat geben. Hier könnt ihr den Geräuschen des Lebens lauschen und findet versteckte tierische Einheimische, die den Urwald eingenommen haben. Um diese unberührte Natur am besten ohne große Fußabdrücke zu erkunden, könnt ihr dies auf einem Pferderücken tun und so einen ganz besonderen Eindruck des Landes bekommen.

Wer Einsamkeit an einem wunderschönen Ort sucht, muss seine Zehen in die Laguna de Apoyo tauchen. An diesem Kratersee des Vulkans Apoyo, inmitten eines Nationalsparks, findet ihr nur eine Handvoll Hostels und Bars, deren Hängematten zum Verweilen einladen. Hier gönnt ihr euren Gedanken eine Auszeit und könnt schaukelnd die Zeit vergessen.

Wer lieber seinen Puls in die Höhe treibt, wird den Somoto Canyon lieben. Hier treibt ihr im Norden des Landes, an der Grenze zu Honduras, durch das Wasser des Flusses und erklimmt Felsen, von denen ihr in die Tiefe springen könnt. Damit ihr euch nicht verirrt, empfehle ich euch eine Tour dorthin zu buchen – sicher ist sicher. ;-)

Und wer auf Wasser im Allgemeinen steht, wird in Nicaragua bestimmt glücklich. Neben einigen Wasserfällen im Urwald könnt ihr an den Küsten gegen die Wellen des Meeres antreten. Nicaragua gilt als Paradies für all jene, die sich auf einem Board am wohlsten fühlen. An der Pazifikküste findet ihr im Norden des Poneloya Strandes die Surfing Turtle Lodge und genießt dort nicht nur absolute Einsamkeit und tolle Wellen, sondern könnt auch noch ein paar gute Karma Punkte sammeln. Das Hostel dient nämlich auch als Rescue Center für Schildkröten, die ihr auf ihren ersten Metern ins Meer begleiten könnt.

Aber auch die sonnenhungrigen, strandverliebten Palmenanbeter unter euch kommen in Nicaragua voll und ganz auf ihre Kosten. Little und Big Corn Islands liegen beide an der Karibikküste vor dem Festland und lassen keinen Traum unerfüllt. Einsame, weiße Strände voller Palmen, deren Schatten zum Verweilen einlädt. Wer es lieber etwas rauer und wilder mag, wird den Playa Maderas lieben und wer Strand mit Party und Trubel verbinden will, muss sich auf den Weg nach San Juan del Sur machen. Das Surfboard wird abends gegen ein Bier eingetauscht und Backpacker aus aller Welt feiern zusammen das Leben. Nach einer durchzechten Nacht könnt ihr hier die besten Hotels zum Ausschlafen finden. 

Managua, Granada & León

Managua ist mit über einer Million Einwohnern die Hauptstadt von Nicaragua und der Name bedeutet aus dem Aztekischen übersetzt „dort, wo es eine große Wasseroberfläche gibt“, was auf die vielen Seen in der Umgebung hindeutet. Einmal dort, müsst ihr einfach durch die Straßen tanzen, die Energie der Stadt spüren und bei einem Baseball Spiel mit den Einheimischen feiern. Die lieben nämlich ihre Nationalsportart.

In Granada sieht man Kolonialarchitektur an jeder Ecke. Diese bunte Stadt erstrahlt mit Häusern in allen erdenklichen Regenbogenfarben und liegt am Fuße des Mombacho Vulkans. Die Kathedrale der Stadt gilt als eine der wichtigsten Kolonialbauten von Zentralamerika und gibt eurem Trip die passende Portion Kultur mit auf den Weg.

In León werden sich alle Backpacker unter euch zu Hause fühlen. Das Stadtzentrum könnt ihr zu Fuß erkunden und trefft dabei in den vielen Bars auf einige andere Individualreisende. Der Duft des herrlichen Streetfoods in den Straßen ist nicht trügerisch, deshalb solltet ihr euch die Bäuche unbedingt vollschlagen. Entspannen könnt ihr im Anschluss in einem der vielen Hotels der Stadt, damit ihr danach fit für Ausflüge in die Umgebung seid, für die León die beste Ausgangslage ist.

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Kathedrale in Granada

Auf ins Abenteuer

Ich habe das Gefühl, dass Menschen aus Nicaragua glücklicher zurückkehren. Wenn ihr es ihnen gleich tun wollt, dann habe ich hier ein paar Tipps für euch. Nachdem Nicaragua touristisch gesehen noch eher unerschlossen ist, gibt es hier nicht massenhafte Angebote, trotzdem aber ausreichend Auswahl an Unterkünften aller Preisklassen. Und ihr seid zudem größtenteils alleine unterwegs und könnt eure eigenen Geheimspots entdecken.

Flüge in dieses wilde Paradies gibt es schon für nur 580€ ab Deutschland. Nicaragua ist vielleicht nicht die Hochburg der Luxuskomplexe und großen Hotelresorts, trotzdem findet man aber ein paar traumhafte Privatunterkünfte, die mit ihren Infinity Pools zum Träumen einladen: Diese Villa für 12 Personen hat einen spektakulären Ausblick über San Juan del Sur und kostet bei Vollbesetzung nur 63€/Nacht. Ein weiteres Schmuckstück ist diese Villa für sechs Personen für nur 373€/Nacht. Aber nachdem Nicaragua noch nicht in jedem Reiseführer groß geschrieben wird, findet ihr ausreichende Unterkünfte für ein kleines Reisebudget, wodurch eurem Abenteuer nichts mehr im Wege stehen sollte.