Tallinn ist Estlands Hauptstadt und eine unterschätzte Schönheit des Baltikums, die zwischen Geschichte und Moderne steht. Stadtmauern, Kathedralen und Gassen lassen mittelalterliches Flair aufkommen, gleichzeitig ist es aber auch eine der modernsten Städte Europas.

Was wisst ihr so über Tallinn? Ich muss gestehen, viel wusste ich über Estlands Hauptstadt nicht. Ok, mir war klar, dass Estland ein kleiner Staat bei Russland und auch bei Kreuzfahrten sehr beliebt ist. Doch, dass Tallinn als eine der best digitalisierten Städte Europas gilt, war mir nicht klar. Hier wurde Skype erfunden! Grund genug, meine Tallinn Tipps zu lesen, den Koffer zu packen und für einen Kurztrip in Estlands Hauptstadt zu fliegen!

Tallinn Tipps im Überblick

St. Katharinenpassage | Kiek in de Kök | Stadtmauer | AltstadtAlexander-Newski-Kathedrale

Schloss Kadriorg und Kunstmuseum | Partystadt | Modernste Stadt Europas?

Tallinn bedeutet „dänische Stadt“, was schon einiges über die Geschichte der Stadt verrät. Früher war Tallinn eine wichtige Hansestadt des Baltikums. Durch die Lage am Finnischen Meerbusen ist Tallinn ein beliebtes Ziel für Kreuzfahrten, doch wer genügend Zeit hat, der sollte die kleine Stadt für ein Wochenende besuchen.

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St. Katharinenpassage

Diese kleine Gasse ist der wohl charakteristischste Ort der ganzen Stadt. Schiefe Häuser und Kopfsteinpflaster – wenn ihr hier entlang geht, fühlt ihr euch direkt zurück ins Mittelalter versetzt. Urige Cafés und Restaurants bringen euch das Tallinn-Flair noch etwas näher. Die enge Straße ist das Zuhause der St. Katharinengilde, dementsprechend findet ihr hier viele Kunstwerkstätte und Handwerker. Auch, wenn die Kunstwerke nicht den typischen Preisen eines Souvenirs entsprechen, bekommt ihr hier ein echtes Stück Tallinn für Zuhause.

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Kiek in de Kök

Was sich zuerst eher niederländisch anhört, ist in Wahrheit ein Überbleibsel aus der deutsch-dänischen Herrschaft. Bis 1889 war Deutsch in Tallinn die Amtssprache. Der Kiek in de Kök ist ein ehemaliger Kanonenturm, welcher die Stadt vor Übergriffen schützen sollte. Der Turm ist mit seinen 38 Metern höher als typisch mittelalterliche Häuser. Die Turmwachen scherzten mit Kiek in de Kök, was wörtlich übersetzt „Blick in die Küche“ bedeutet, dass sie von ihrem Wachposten in die Schornsteine und Küchen der umliegenden Häuser gucken konnten. Heute findet ihr im obersten Stock ein Café, das ihr unbedingt besuchen solltet. Einerseits für leckere estländische Kuchen, andererseits für den wunderschönen Ausblick über Tallinns Altstadt.

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Stadtmauer

Tallinns Altstadt ist durch eine gut erhaltene Stadtmauer geschützt. Genauer gesagt sind es zwei Stadtmauern: Eine Mauer umschließt die Oberstadt, eine andere Mauer schützt die Unterstadt. Die Pforten zwischen den zwei Stadtgebieten wurden früher nachts geschlossen, wer also nicht schnell genug auf der richtigen Seite war, musste die Nacht auf der Straße verbringen. Es braucht gar nicht viel Fantasie und ihr seht die Altstadt wie sie im Mittelalter war.

Spaziert an der Stadtmauer entlang und ihr werdet auf viele alte Wehrtürme stoßen, Kiek in de Kök ist einer davon. Der Lange Herrmann oder das Stadttor Dicke Margarethe, wo früher Waffen gelagert wurden, zählen zu den größten Wachposten.

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Altstadt

Tallinns Altstadt lässt sich am besten mit folgenden Worten beschreiben: klein, gemütlich und urig. Schlendert die Straßen entlang und lasst euch von dem Charme der kopfsteingepflasterten Straßen und engen Gassen verzaubern. Die Altstadt könnt ihr am besten zu Fuß entdecken, so klein ist sie. Euer Weg wird euch früher oder später sicherlich zu einem Ziel führen, dem Rathausplatz. Hier schlägt das Herz der Altstadt mit seinem prächtigen Rathaus und der „Ratsapteek“ in Hausnummer 11. Die Alte Apotheke wurde 1442 eröffnet und ist seitdem in Gebrauch. Sie war früher sogar so beliebt, dass ein russischer Zar hier seine Medikamente bestellte.

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Alexander-Newski-Kathedrale

Die Alexander-Newski-Kathedrale ist ein Prachtexemplar für den russisch-orthodoxen Kirchenbau. Von außen erkennt ihr die Kathedrale bereits an ihren charakteristischen Zwiebeltürmen, im Inneren strahlt alles voller Gold, Gemälden und Ikonen.

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Schloss Kadriorg und Kunstmuseum

Ein klein bisschen außerhalb des Stadtzentrums liegt das Schloss Kadriorg und wird auch als „Kronjuwel Tallinns“ bezeichnet. Wer prunkvolle Schlösser mag, sollte sich die ehemalige Sommerresidenz des Zaren Peter I unbedingt anschauen. Die rosafarbene Fassade ist ein echter Hingucker – aber wenn man weiß, dass das Schloss für die Ehefrau des Zaren gebaut wurde, überrascht einen das nicht mehr.

Im Schloss findet ihr zusätzlich ein großes Kunstmuseum. Fast 9000 Werke sind hier ausgestellt, welche euch die westeuropäische und russische Geschichte näher bringen. Das dem Schloss Versailles nachempfundene Bauwerk liegt inmitten eines wunderschönen Schlossparks. Hier könnt ihr nach eurem Altstadt-Besuch im Schatten der Bäume entspannen und euch dabei die Brise der Ostsee, die nur wenige Meter entfernt ist, um die Nase wehen lassen.

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Tallinn als Partystadt

So gemütlich und ruhig die Altstadt auch ist, wenn am Wochenende die Sonne untergeht, werden Tallinns Partypeople erst wach. Die Hauptstadt ist, auch wenn es nicht den Anschein erweckt, eins der beliebtesten Reiseziele im Baltikum. Jedes Wochenende pilgern zahlreiche Engländer, Schweden und Dänen in die Stadt, um die Nacht zum Tag zu machen. Wundert euch nicht, wenn euch eine Horde junger Dänen auf dem Marktplatz anspricht und sich einige Späße mit euch erlauben – hier wird dann gerade ein Junggeselle verabschiedet und in die Ehe geschickt. ;)

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Modernste Stadt Europas?

Skype kennt sicherlich jeder von euch. Und auch, wenn man denken mag, dass es bestimmt von Tech Nerds im Silicon Valley erfunden wurde, muss ich euch enttäuschen. Skype wurde im überschaulichen Tallinn von vier Esten entwickelt! Durch die sehr gute Vernetzung aller Institutionen und Haushalte gilt Tallinn allgemein als eine der modernsten Städte Europas, möglicherweise sogar als die modernste Stadt Europas?

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Lästige Gänge zu Ämtern sind hier Geschichte: Ihr müsst euren Personalausweis ändern lassen? Kein Problem, geht ganz einfach online. Die nächste Bürgermeisterwahl steht an? Ein Klick und eure Stimmt wurde gezählt. Im Unterricht kommt ihr nicht hinterher und wollt schnell was googlen? Mit eigenen Schüler-Laptops ganz einfach. Als Social Media Lover wird in Tallinn euer heimlicher Traum endlich wahr: Free Wifi in der ganzen Stadt, für alle. Tallinn zählt als das „Hong Kong des Baltikums“ oder als „Berlin des Nordens“. Jede Woche werden hier neue Start-Ups gegründet – natürlich ganz easy mit ein paar Klicks online und ohne lästige Behördengänge. ;)

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Auf nach Tallinn

So, jetzt haben wir eure Wissenslücke mit meinen Tallinn Tipps etwas gefüllt. Als Alternative zu den berühmten Städtetrips nach London, Mailand und Stockholm kann die estnische Hauptstadt auf jeden Fall mithalten. Habt ihr noch weitere Sehenswürdigkeiten, die man in Tallinn besuchen sollte? Dann schreibt sie mir in die Kommentare!