Die ungarische Hauptstadt Budapest war in jüngster Vergangenheit prominenter Schauplatz unterschiedlichster Hollywood-Blockbuster. Die bekanntesten Filme der letzten Jahre waren sicherlich der Actionstreifen „Stirb langsam 5“ mit Bruce Willis oder auch „World War Z“, ein apokalyptischer Horrorfilm mit Hollywood-Liebling Brad Pitt.

Was ihr in den Filmen allerdings nicht sehen könnt, ist die besondere Atmosphäre der Stadt, die von ihren Bewohnern, aber auch von den vielen Besuchern immer wieder als „Paris des Ostens“ bezeichnet wird. Ähnlich wie die Stadt der Liebe schmiegt sich auch Budapest an einen Fluss. Die Donau durchzieht die Stadt wie ein silberner Faden, in dem sich in der Dämmerung der Burgberg in seiner vollen Pracht spiegelt. Hier teilt sich die Stadt in das jüngere Buda und den älteren Stadtteil Pest. Beide Stadtteile können mit wunderschönen Jugendstilbauten, breiten Alleen und einer unvergleichlichen Kaffeehaus-Kultur aufwarten. Ich zeige euch, wie ihr am günstigsten in die Stadt kommt, was ihr unbedingt gesehen haben müsst und was ihr auf jeden Fall probiert haben solltet. Hier gibt es exklusiv für euch die besten Budapest Tipps – viel Spaß in dieser wunderbaren Stadt!

Budapest Tipps

Günstige Verbindungen & Budapest Card | Budapest erobern: Fahrradtouren, Geld wechseln & Co.

Sehenswürdigkeiten in Budapest

Die Highlights von Budapest: Historische Markthalle, Margareteninsel und vieles mehr

Wellness, kulinarische Köstlichkeiten & ein pulsierendes Nachtleben

Wellness in Budapest | Kulinarisches Budapest | Das Nachtleben in der ungarischen Hauptstadt

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So erreicht ihr Budapest – Günstige Verbindungen & Co.

Solltet ihr nicht unbedingt eine ziemlich lange Zugfahrt in Kauf nehmen wollen, so werdet ihr euch wahrscheinlich für die etwas schnellere Variante mit dem Flugzeug entscheiden. Somit landet ihr vermutlich auf dem Stadtflughafen von Budapest, der nur 16 Kilometer von der Innenstadt entfernt ist, die sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Taxi schnell zu erreichen ist. Ihr könnt zum Beispiel mit dem Bus 200E bis zur Haltestelle Köbánya-Kispest fahren und dort in die U-Bahn M3 umsteigen. Mit dieser Linie fahrt ihr dann bis zur Haltestelle Deák Ferenc tér, die in der Innenstadt liegt. Beachtet hier aber auf jeden Fall, dass es in Ungarn üblich ist, für jede Fahrt einzeln ein Ticket zu kaufen. Wenn ihr also umsteigt, müsst ihr wieder ein neues Ticket kaufen. Das klingt komisch, ist aber so.

Wenn ihr den Kontrolleuren direkt ein Schnippchen schlagen wollt, solltet ihr euch einfach schon zu Beginn oder vor eurer Reise die Budapest Card zulegen. Damit fahrt ihr dann kostenlos mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln und habt außerdem auch noch vergünstigten, oder sogar freien Eintritt in die unterschiedlichsten Museen. Die Budapest Card kostet, je nach Gültigkeitsdauer, zwischen 17 und 33€. Solltet ihr lieber mit dem Taxi in die Stadt fahren wollen, könnt ihr ein Fötaxi nutzen. Dafür könnt ihr euch einfach bei den Fötaxi-Ständen am Eingang des Flughafens melden. Dann werdet ihr auf die freien Taxis verteilt. Eine Fahrt kostet etwa 22€.

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So erobert ihr Budapest – Fahrradtour, Geldwechsel & Co.

Ihr habt Glück, denn Budapest ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hervorragend vernetzt. Besonders die Straßenbahnen und Metros fahren häufig, tagsüber sogar alle drei Minuten. Wenn das Wetter gut ist, empfehle ich euch trotzdem, Budapest mit dem Fahrrad zu erkunden – sei es auf eigene Faust oder bei einer abwechslungsreichen Fahrradtour. Die bezaubernde Stadt an der Donau bietet euch nämlich insgesamt rund 160 Kilometer Radweg. Gerade in den Stoßzeiten ist es viel angenehmer, wenn ihr die Straßen- und U-Bahnen meiden könnt. Besonders schön ist die Fahrt durch den älteren Stadtteil Pest, wenn der Tag sich dem Ende neigt. Dann sind die meisten Touristen schon weg und die Einheimischen haben ihre engen Gassen mit den schönen alten Häusern wieder fast für sich. Hier könnt ihr euch wie in einem kleinen ungarischen Dorf fühlen.

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Geld wechseln könnt ihr übrigens in einem der vielen kleinen Wechselbüros in der ganzen Stadt. Gute Wechselstuben in Budapest, so verrät es mir einer unserer Leser, sind zum Beispiel Northline Change oder auch Exklusive Change. Hier bekommt ihr die ungarischen Forint (HUF) für einen sehr viel besseren Wechselkurs als am Flughafen. Ich muss aber auch sagen, dass es mittlerweile bereits viele Orte gibt – wie etwa große Warenhausketten oder auch Gaststätten – an denen ihr mit dem Euro bezahlen könnt. Darauf sollte man sich allerdings nicht unbedingt verlassen. Sofern ihr die Budapest-Card schon im Vorfeld kauft, braucht ihr dann jedoch erstmal kein Geld, um euch bei der Ankunft ein Ticket für den Bus in die Stadt zu kaufen und auch der Eintritt in das Lukács Bad und zwei Stadtführungen sind schon im Preis enthalten. Eine tolle Sache!

Budapest Tipps – So verpasst ihr keine Sehenswürdigkeit

Schon bei der Ankunft in Budapest werdet ihr merken, dass sich allein für die Skyline die Anreise lohnt. Vielleicht kann die Stadt nicht mit so berühmten Museen wie St. Petersburg oder Paris aufwarten, dafür hat man hier aber ein anderes, sehr viel romantischeres Ass im Ärmel. Jeder kennt die Sissi-Filme, die jedes Jahr kurz vor Weihnachten in zahlreichen Wiederholungen gezeigt werden. Viele der Sehenswürdigkeiten Budapests stehen in irgendeiner Art und Weise in Verbindung mit der hübschen Kaiserin und ihrer Geschichte. Die Romantiker unter euch können die Gelegenheit am Schopf packen und den Liebsten die Matthiaskirche zeigen, denn diese berühmte Kirche liegt in einem der schönsten Viertel der Stadt und kann ebenfalls mit einer Sissi Historie dienen. Zahlreiche Wandbilder zeugen von ihren Besuchen. Der Burgberg mit seinem berühmten Burgpalast, seit 1987 UNESCO-Weltkulturerbe, erhebt sich majestätisch über der Stadt und bietet euch einen atemberaubenden Blick über die Stadt an der Donau.

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Hier könnt ihr einen ganzen Tag verbringen, denn nicht nur der Burgpalast und die Matthiaskirche, sondern auch die Fischerbastei ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Auf 1,5 km erstreckt sich das Viertel entlang der Donau. Doch nicht nur an der Oberfläche, sondern auch unterirdisch könnt ihr hier Spannendes entdecken. In den ehemaligen Gewölben des Gefängnisses, das sogar Graf Dracula beherbergt haben soll, und in vielen weiteren Gängen und Gemäuern können Besucher auf Zeitreise ins Mittelalter gehen. Der Eintritt für die unterschiedlichen Ausstellungen beträgt etwa 6€ pro Person. Mein TIPP: Kauft eure Tickets für Ausflüge und Events am besten schon von Zuhause aus, so spart ihr euch die langen Warteschlangen ;)

Wenn ihr die zahlreichen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten der Stadt bei einer geführten Tour erleben wollt, dann könnt ihr ganz einfach um 10.30 Uhr oder um 14.30 Uhr an einem der kostenlosen Stadtrundgänge teilnehmen, die täglich am Löwenbrunnen auf dem Vörösmarty Platz starten. Ähnlich wie in anderen Städten kommt ihr hier in den Genuss einer detailreichen und spannenden Führung. Ihr habt außerdem die Wahl zwischen einer Kommunismus-Führung und einem Rundgang durch das jüdische Viertel (beide starten um 15.30 Uhr). Wenn ihr nach dem Spaziergang auf und im Burgberg Hunger bekommen habt, solltet ihr schleunigst in der historischen Markthalle (auf der Pester Seite im IX. Bezirk Fövám tér) einkehren. Hier könnt ihr alles finden, was das Herz begehrt.

Sobald ihr diese riesige Halle betretet, umwehen euch die unterschiedlichsten Gerüche. Nehmt euch die Zeit, die bunten Auslagen der Gewürzstände zu erkunden. Vielleicht könnt ihr euch ein typisch ungarisches Gulaschgewürz mit nach Hause nehmen. Obst und Gemüse findet ihr hier zu einem wirklich fairen Preis. Insgesamt 180 Marktstände befinden sich auf drei Etagen und für mich gibt es nichts schöneres, als mich von den vielen Produkten inspirieren zu lassen. In der oberen Etage findet ihr kleine Bistros, in denen regionale Spezialitäten angeboten werden. Probiert einfach mal etwas Neues aus, denn bei uns findet ihr diese Köstlichkeiten vielleicht so schnell nicht wieder. Wer nach dem Besuch der Markthalle übrigens immer noch nicht genug geschlemmt hat, der sollte beim Verlassen geradeaus der beliebten Einkaufsstraße Váci Utca folgen, denn neben zahlreichen Geschäften reiht sich hier auch ein Restaurant an das nächste. Budapest ist eben ein wahres Mekka für kulinarische Genießer!

Ein weiteres Highlight ist die etwas weiter nördlich gelegene – etwa 25 Gehminuten von der historischen Markthalle entfernt – berühmte Ungarische Staatsoper an der Andrássy út 22, eines der schönsten Opernhäuser der Welt. Das verrät mir Leserin Agnes, eine waschechte Ungarin, die vor allem vom Innenraum der Oper fasziniert ist. Denn nicht nur die dort stattfindenden Veranstaltungen, wie etwa Opern, Konzerte, Theater- und Ballettaufführungen, sind definitiv einen Besuch wert, sondern auch die beeindruckende Architektur dieses Bauwerkes aus dem 19. Jahrhundert. Vielen Dank für diesen tollen Tipp!

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Wer nach einer ausgiebigen Sightseeingtour dann auf der Suche nach Ruhe und Entspannung ist, der sollte unbedingt die in der Donau gelegene Margareteninsel besuchen. Autos sind auf dem 2,5 Kilometer langen Eiland nicht erlaubt, hierher solltet ihr also mit dem Fahrrad fahren. Besichtigt auf jeden Fall die Ruinen des ehemaligen Dominikanerinnenklosters. Vielleicht nehmt ihr euch aus der Markthalle ein Picknick mit, das ihr dann auf der Insel genüsslich verspeisen könnt. Genießt einige Stunden der Ruhe, bevor ihr euch wieder ins Großstadtgetümmel stürzt. Entlang des Donauufers findet ihr ein Denkmal, das mich bei meinen Besuchen immer wieder anzieht. Die wie zufällig aufgereihten Schuhe aus Metall erinnern an die Budapester Juden, die hier 1944 bis 1945 erschossen und in die Donau geworfen wurden. Nehmt euch Zeit für dieses beeindruckende Denkmal, denn auch das gehört zu Budapest und seiner bewegten Geschichte dazu.

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Natürlich waren das nur einige der vielen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, die Budapest zu bieten hat. Wer sich gerne auf eigene Faust mit einem Stadtplan auf einen Spaziergang begeben und keines der Highlights verpassen möchte, der findet hier noch interessante Punkte, die man unbedingt besichtigen sollte – aufgeteilt in die Budaer- und Pest-Seite:

Buda:

Pest:

Eindrücke aus Budapest

Wellness in Budapest – Beliebte Thermalbäder zum Entspannen

Die ungarische Hauptstadt ist berühmt für ihre vielen Thermalbäder. Das berühmteste ist wohl das Gellert-Bad, das in Deutschland spätestens seit der ausschweifenden Bäderreise einer großen deutschen Versicherung bekannt ist. Das Gellert-Bad wurde seit seiner Erbauung 1927 nur technisch modernisiert, die gesamte Architektur des Jugendstils ist unverändert. Hier könnt ihr so richtig die Seele baumeln lassen und euch der heilenden Wirkung des Thermalwassers hingeben. Solltet ihr zufällig im angeschlossenen Hotel wohnen, habt ihr sogar freien Eintritt. Für alle anderen kostet ein Tagesticket umgerechnet etwa 25€. Ähnlich imposant ist das Szechenyi-Bad, das mit seinen riesigen Außenbecken einem Palast für Badelustige gleicht. Insgesamt hat Budapest 20 Bäder zu bieten, da ist garantiert auch das Richtige für euch dabei. Packt also unbedingt eure Badesachen mit ein.

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Foto: Antonshutterstock/shutterstock.com

Diese Spezialitäten solltet ihr in Budapest probieren

Wenn ich an Ungarn denke, kommt mir direkt das landestypische Gulasch in den Sinn. Solltet ihr eine moderne Variante des Klassikers genießen wollen, kann ich euch das Leves (dt. für Suppe) in der Vámház körút 14 wärmstens empfehlen. Ein junges Team bereitet eine kleine Variation unterschiedlicher Suppen zu – zwischen 11 und 19 Uhr ist hier immer etwas los. Außerdem findet ihr überall in der Stadt Retro-Kantinen, wie sie in der Zeit des Kommunismus in Ungarn üblich waren. Hier gibt es mittags herzhaftes Essen für wirklich kleines Geld. Kommt aber nicht erst am späten Mittag, denn dann habt ihr vielleicht Pech und die leckersten Gerichte sind längst ausverkauft. Am besten solltet ihr euer Mittagessen hier gegen 12.00 Uhr einplanen.

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Das gesündeste Wasser bekommt ihr in der Rudas Ivócsarnok, einer für uns etwas außergewöhnlichen Trinkhalle mit drei Wasserhähnen. Hier könnt ihr euch sehr günstig das gesunde Thermalwasser abfüllen lassen. Bringt am besten eigene Flaschen mit, dann habt ihr sogar Wasser für unterwegs. In der ganzen Stadt gibt es viele kleine und große Cafés, in denen ihr ein leckeres Stück Kuchen und einen Kaffee genießen könnt. Sehr beliebt für seine köstliche Auswahl an diversen Leckereien ist zum Beispiel das Café Gerbeaud, das Kaffeehaus Secessio direkt am Parlament oder auch Ruszwurm im Burgviertel. Hier gilt eigentlich wie immer, schaut einfach mal in die Karte und in den Gastraum, sagt euch beides zu, dann immer hereinspaziert – oh, so langsam bekomme ich Hunger!

Das pulsierende Nachtleben in Budapest

Jedes zweite Wochenende finden in zwei Bädern der Stadt (je nach Jahreszeit im Lukacs Bad oder im Szechenyi Bad) ausgefallene Partys statt, die ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen dürft. Hier könnt ihr in einer coolen Location mit anderen Partyliebenden um die Wette feiern, aufgelegt wird von den angesagtesten DJs der Stadt. Ein absoluter Geheimtipp mit Kultcharakter ist aber auch die etwas ungewöhnliche Bar Szimpla Kert (Kazinczy utca 14). In den Räumen eines alten Wohnhauses könnt ihr auf verschiedenen Ebenen in rustikaler Atmosphäre zusammensitzen und ein Pläuschchen mit den anderen Gästen halten. Nicht nur abends, sondern auch tagsüber ist hier einiges los. Lasst euch nicht vom ersten Eindruck abschrecken, wenn ihr euch erst mal ein Plätzchen gesucht habt, kommt ihr euch schnell vor wie in einer anderen Zeit. Absolut empfehlenswert!

Budapest Tipps
Foto: Aija Lehtonen/shutterstock.com

Wie ihr seht: Budapest ist einfach eine Stadt zum Verlieben! Wenn ihr gemütlich durch die Stadt schlendert, werdet ihr unzählige Orte finden, die sich bestens als Fotomotiv eignen. In einigen Straßen werdet ihr euch fühlen, als sei die Zeit stehen geblieben. Setzt euch einfach in eines der vielen Straßencafés und nascht von den vielen Torten und Backwaren, für die diese Stadt so berühmt ist. Ihr könnt auch versuchen, den Ungaren zuzuhören und etwas zu verstehen. Aber ich kann euch versichern, leicht wird das nicht. Die Ungarn sprechen ein undurchschaubares Kauderwelsch mit vielen „ü“s und „ö“s. Doch weil sie wissen, dass die meisten Besucher sie kaum verstehen, sind sie sehr hilfsbereit. In der Regel könnt ihr euch mit Englisch und Deutsch versuchen, und wenn selbst das nichts hilft, dann versucht es einfach mit einem freundlichen Lächeln – das ist eine Sprache, die jeder versteht.

View of Buda side of Budapest with the Buda Castle, St. Matthias and Fishermen’s Bastion

Sollten euch noch weitere Budapest Tipps einfallen, dann nur her damit. Ich freue mich über jeden eurer Kommentare! Und wer nun selbst Lust bekommen hat, diese großartige Stadt an der Donau mal zu besuchen, für den habe ich hier schon mal ein paar Anregungen: