Für viele gehören die Niederlande und Amsterdam zusammen wie Poffertjes und Puderzucker, aber euer Urlaubsguru weiß natürlich, dass man Augen und Ohren auch nach neuen Destinationen offen halten muss. Vögelchen haben mir gezwitschert, dass die Industrie- und Hafenstadt Rotterdam sich mittlerweile zu einer ziemlich trendigen Gegend entwickelt haben soll, was ich bei meinem letzten Besuch im Nachbarland auf die Probe gestellt habe. Lest in meinen Rotterdam Tipps nach, was die Stadt mit der guten Connection zum Ärmelkanal so alles drauf hat.

Zweitgrößte Stadt der Niederlande, größter Seehafen Europas, bedeutendste Handels- und Industriestadt, Tor zur Welt. Ihr seht, Rotterdam hat in den vergangenen Jahren so einige Titel eingeheimst und das, obwohl der Weg dorthin definitiv kein leichter war. Rotterdam sah sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges der totalen Verwüstung seiner Stadt konfrontiert, doch das Motto seiner Bewohner war jeher „Nicht kleckern, sondern klotzen“ – und genau das hat Rotterdam letztendlich zu dem gemacht, was es heute ist: Eine Kunst- und Kulturhochburg, die sich mit ihrer Architektur und ihrem jugendlichen Charme schnell in die Herzen vieler Reisender schleichen wird.

Rotterdam Tipps

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Architektonischer Flickenteppich

Wenn ich an meinen Besuch in Rotterdam zurückdenke, kommen mir vor allem die unterschiedlichen Baustile in den Sinn, die ihr um und in der Stadt an vielen Ecken finden werdet. Da wäre zum Beispiel die Erasmusbrücke, eine Schrägseilbrücke, die nach dem bekanntesten Sohn der Stadt benannt wurde und mich immer an eine überdimensionale Harfe erinnert. Andere Reisende sehen in ihr einen Schwan, weshalb sie auch den Spitznamen „De Zwaan“ trägt. Ganz in ihrer Nähe könnt ihr auch schon ein weiteres, beeindruckendes Bauwerk bewundern. Das New York Hotel diente als Unterkunft für Amerika-Emigranten, ehe es 1993, nach mehreren Jahren Leerstand, in ein Luxushotel umgebaut wurde. Seine Fassade vereint Art Deco- und Jugendstilelemente, was es zu eurem wahren Hingucker neben den modernen Hochhäusern macht. Wusstet ihr, dass Rotterdam eine eigene, kleine Golden Gate Bridge hat? Unweit des New York Hotels findet ihr die rote, auf zwei Pylonen stehende Willemsbrücke, die beim genaueren Betrachten tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit ihrem großen Bruder in San Francisco hat.

Überquert sie doch einmal, um zu meinem absoluten Highlight zu kommen. Bereits auf dem Weg dorthin wird euch die Konstruktion, ein umgekehrtes U, der Markthal Rotterdam, ins Auge springen. Doch wartet erst einmal ab, bis ihr direkt vor der Halle steht.

Die erste, komplett überdachte Markthalle der Niederlande beheimatet nicht nur Stände mit Köstlichkeiten aus der ganzen Welt, Kneipen, Bars und Restaurants, sondern sie bietet auch noch Wohnraum für zahlreiche Bewohner Rotterdams. Staunen ausdrücklich erlaubt! Vom Eingang der Markthalle aus ist euch auch sicherlich schon eine weitere, eigenartige Konstruktion aufgefallen. Die Kubushäuser des Architekten Piet Blom sind Muster-Wohnhäuser, die zwischenzeitlich Boutiquen enthielten und heutzutage vermietet werden.

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Einer der Kuben ist sogar für euch zugänglich, lasst euch also einen Besuch nicht entgehen, denn die eigenartige Bauweise ist vor allem von innen beeindruckend. Wer noch nicht genug von architektonischen Highlights hat, der sollte sich noch die „vertikale Stadt“ ansehen. Die drei einzelnen Türme, die wiederum aus einzelnen, schräg angeordneten Quadern bestehen, bilden das größte Gebäude der Niederlande.

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Unterwegs in Rotterdam

Nach all den wuchtigen Gebäuden wird es Zeit, etwas tiefer zu stapeln, oder? Rotterdam hält nämlich noch weitere Überraschungen für euch bereit. Wenn ihr mit kleinen Gurus anreist oder einfach nur im Herzen junggeblieben seid, empfehle ich euch einen Besuch im wunderschön gestalteten Rotterdam Zoo. So eine Artenvielfalt und so liebevoll angelegte Gehege habe ich selten in einem Zoo erleben dürfen. Wollt ihr noch etwas länger in Kindheitserinnerungen schwelgen, geht es danach direkt zur Miniworld Rotterdam. Bestimmt kennt ihr das Miniaturwunderland in Hamburg, oder? Dann ersetzt doch einfach Hamburg durch Rotterdam und schon habt ihr eine sehr gute Vorstellung davon, was euch in diesem Kleinod erwartet.

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Wenn ihr Sorge habt, dass ihr von all den spektakulären Gebäuden aus Beton und Stahl irgendwann förmlich erschlagen werdet, solltet ihr im Arboretum Trompenburg eine Auszeit nehmen und Kraft in dieser grünen Oase tanken. Spätestens beim Anblick der tiefenentspannten Schildkröten, die sich in mehreren schön angelegten Teichen des Parks ausruhen, entschleunigt auch ihr automatisch. Über verschnörkelte, weiße Brücken geht es dann langsam wieder zurück in Richtung Zentrum, denn ihr solltet auf jeden Fall auch Rotterdams maritime Ader spüren.

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Der Alte Hafen ist definitiv einen Besuch wert, kleine Segelboote, Einmaster und Kähne wiegen sich hier auf dem Wasser. Zudem ist der gesamte Hafenkomplex von interessanten Gebäuden umgeben, die abends beleuchtet werden und den Hafen so in ein wahres Schmuckstück verwandeln.

Den Abend ausklingen lassen

Ganz zu Beginn meiner Rotterdam Tipps habe ich euch ja schon von der „verjüngten“ Bevölkerung Rotterdams vorgeschwärmt. Diese Jugendlichkeit lässt sich vor allem in den zahlreichen Clubs und Bars erfahren, die die Stadt zu einem idealen Ausgangspunkt für eine kleine Partytour machen. Sitzt das Geld etwas lockerer in euren Taschen, ist die Nhow Bar euer „the place to be“. Die modern eingerichtete Bar überzeugt mit illuminierten Theken, leckeren Drinks und einem wunderschönen Blick über Rotterdams Skyline. Nicht weniger hip geht es in den Kneipen De Witte Aap und De Schouw zu. Ich habe mir sagen lassen, dass zwischen beiden eine Art Rivalität herrscht, die aber nicht von den Besitzern selbst, sondern von ihren jeweiligen Gästen inszeniert wird. Entscheidet nach einem kurzen Blick selbst, auf welcher Seite ihr nun stehen wollt. ;) Wer es eher bodenständig und urig mag, wird im Locus Publicus Rotterdam einkehren. An den mit Holz vertäfelten Wänden hängt ein Sammelsorium an Bildern und Blechschildern, zahlreiche Bierflaschen sind dort wie Perlen an einer Kette aufgereiht und die Karte wird noch mit Kreide auf eine Tafel geschrieben. Wollt ihr lieber die ganze Nacht lang tanzen, geht es schnurstracks ins Maassilo. Einfach genial, wie ihr in dieser ehemaligen Fabrik zwischen Stahlträgern, Förderbändern und Schalttafeln die Nacht zum Tag machen könnt.

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Foto: Alexandre Rotenberg/shutterstock.com

Plant eure Reise

Ihr könnt ruhig ehrlich zu mir sein; ich sehe euch doch an, dass ihr nicht damit gerechnet hättet, dass Rotterdam so ein heißes Pflaster ist. ;) Auch, wenn es Charme hat: Es muss halt nicht immer Amsterdam sein. Oder verbindet doch beide Städte miteinander, denn sie liegen tatsächlich nur gute 75 Kilometer voneinander entfernt. Wie auch immer ihr euch entscheidet, ich wünsche euch auf jeden Fall eine tolle Zeit mit meinen Rotterdam Tipps. Und wenn ihr auch noch ein paar Geheimtipps für mich habt, könnt ihr sie mir gerne als Kommentar unter diesen Beitrag schreiben!

 

Titelbild: Victor Maschek/shutterstock.com