Ich war schon sehr oft bei unseren Nachbarn zu Besuch und kann euch sagen: Die Niederlande sind viel mehr als Amsterdam. Die Hafenstadt Rotterdam steckt voller Vielfalt, die euch auch künstlerische Viertel, grüne Ruheoasen und ein lebendiges Studentenleben zu bieten hat. Was Europas Tor zur Welt noch so kann, erfahrt ihr in meinen Rotterdam Tipps.

Zweitgrößte Stadt der Niederlande, größter Seehafen Europas, bedeutendste Handels- und Industriestadt, europäisches Tor zur Welt – Rotterdam hat in den vergangenen Jahren so einige Titel eingeheimst und das, obwohl der Weg dorthin definitiv kein leichter war. Rotterdam sah sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit der totalen Verwüstung konfrontiert. Doch die Stadt hat sich mit aller Kraft zurück gekämpft und genau das hat Rotterdam letztendlich zu dem gemacht, was es heute ist: Eine Kunst- und Kulturhochburg, die sich mit Architektur und jugendlichem Charme schnell in die Herzen vieler Reisender schleicht. Mit meinen Rotterdam Tipps kann auf eurer Reise in die hippe Stadt der Niederlande nichts mehr schief gehen.

Industrie meets Kultur – Rotterdam Tipps

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Anreise und Unterkünfte

Da die Niederlande ja unsere direkten Nachbarn sind, ist die einfachste Anreise mit dem Auto, Mietwagen, Bus oder Bahn. Einen Direktflug ab Deutschland gibt es nicht und daher macht der Umweg wenig Sinn. Wem Bus und Bahn nicht fancy genug sind, der kann auch mit dem Schiff von Hamburg aus zu Europas größtem Hafen reisen. Eine kostspieligere, aber sicher besondere Anreise nach Rotterdam. In der 635.000 Einwohner Stadt ist die Auswahl an Unterkünften ebenfalls sehr vielfältig. Ob ihr Hotel, Hostel oder Airbnb bevorzugt, fündig werdet ihr in dem holländischen Kulturzentrum in jedem Fall. Und dann kann es auch endlich losgehen: Entdeckt die Stadt der Industrie, der Künste und Studenten.

Highlights in Rotterdam

Was Rotterdam so besonders macht, ist die Vielfalt der Stadt, denn einst bekannt als Industrie- und Hafenstadt in Holland, hat sie heute doch viel mehr zu bieten. Neben Amsterdam und Den Haag hat sie sich zu einem beliebten Reiseziel gemausert. Vor allem Freunde der Kunst und Architektur bestaunen die imposanten Bauwerke, aber auch die idyllischen und grünen Ecken überzeugen in ihrer Gänze. So ist Rotterdam ein klarer Kontrast gegenüber typisch niederländischen Städten.

Architektonische Faszination

Wenn ich an meinen Besuch in Rotterdam zurückdenke, kommen mir vor allem die unterschiedlichen Baustile in den Sinn, die ihr überall finden werdet. Da wäre die Erasmusbrücke, eine Schrägseilbrücke, die nach dem bekanntesten Sohn der Stadt benannt wurde und mich immer an eine überdimensionale Harfe erinnert. Andere Reisende sehen in ihr einen Schwan, weshalb sie auch den Spitznamen „De Zwaan“ trägt. Ganz in ihrer Nähe könnt ihr auch schon ein weiteres, beeindruckendes Bauwerk bewundern.

Die Willemsbrücke ist die kleine Schwester der Golden Gate Bridge.

Das Hotel New York diente als Unterkunft für Amerika-Emigranten, ehe es 1993, nach mehreren Jahren Leerstand, in ein Luxushotel umgebaut wurde. Seine Fassade vereint Art Deco- und Jugendstilelemente, was es zu einem wahren Hingucker neben den modernen Hochhäusern macht. Wusstet ihr, dass Rotterdam eine eigene kleine Golden Gate Bridge hat? Unweit des New York Hotels findet ihr die rote, auf zwei Pylonen stehende Willemsbrücke, die beim genaueren Betrachten tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit ihrem großen Bruder in San Francisco hat. Überquert sie doch einmal, um zu meinem absoluten Highlight zu kommen.

Baustil der Extravaganz

Bereits auf dem Weg dorthin wird euch die Konstruktion, ein umgekehrtes U, der Markthal Rotterdam, ins Auge springen. Doch wartet erst einmal ab, bis ihr direkt vor der Halle steht. Die erste, komplett überdachte Markthalle der Niederlande beheimatet nicht nur Stände mit Köstlichkeiten aus der ganzen Welt, Kneipen, Bars und Restaurants, sondern sie bietet auch noch Wohnraum für zahlreiche Bewohner Rotterdams. Staunen ausdrücklich erlaubt! Vom Eingang der Markthalle aus ist euch auch sicherlich schon eine weitere, eigenartige Konstruktion aufgefallen.

Die Kubushäuser des Architekten Piet Blom sind Muster-Wohnhäuser, die zwischenzeitlich Boutiquen enthielten und heutzutage vermietet werden. Einer der Kuben ist sogar für euch zugänglich, lasst euch also einen Besuch nicht entgehen, denn die eigenartige Bauweise ist vor allem von innen beeindruckend. Wer noch nicht genug von architektonischen Highlights hat, der sollte sich noch die vertikale Stadt ansehen. Die drei einzelnen Türme, die wiederum aus einzelnen, schräg angeordneten Quadern bestehen, bilden das größte Gebäude der Niederlande.

Grünes Rotterdam

Nach all den wuchtigen Gebäuden wird es Zeit für etwas Idylle und Entspannung, oder was meint ihr? Rotterdam hält natürlich weitere Überraschungen für euch bereit. Für einen Überblick lohnt sich ein Besuch des Aussichtsturms Euromast. Für knapp 10€ habt ihr hier die Chance aus 185 Metern Höhe über ganz Rotterdam zu blicken. Reist ihr mit Kindern an oder seid einfach nur im Herzen junggeblieben, empfehle ich euch einen Besuch im wunderschön gestalteten Rotterdam Zoo oder der Miniworld Rotterdam. Definitiv zwei Highlights, die nicht nur die Kleinen begeistern können.

Falls ihr Sorge habt, dass ihr von all den spektakulären Gebäuden aus Beton und Stahl irgendwann förmlich erschlagen werdet, solltet ihr im Arboretum Trompenburg, der botanische Garten der Stadt, eine Auszeit nehmen und Kraft in dieser grünen Oase tanken. Über verschnörkelte, weiße Brücken geht es dann langsam wieder zurück in Richtung Zentrum, denn ihr solltet auf jeden Fall auch Rotterdams maritime Ader spüren. Der Alte Hafen ist definitiv einen Besuch wert, kleine Segelboote, Einmaster und Kähne wiegen sich hier auf dem Wasser. Zudem ist der gesamte Hafenkomplex von interessanten Gebäuden umgeben, die abends beleuchtet werden und den Hafen so in ein wahres Schmuckstück verwandeln.

Genuss in Rotterdam

Meine Rotterdam Tipps sind natürlich noch nicht am Ende. Was wäre ein Ausflug in eine holländische Stadt ohne zu wissen, wo man das beste Essen abstauben kann? Damit ihr für eure Reise nach Rotterdam bestens gewappnet seid, kommen jetzt noch ein paar wichtige Empfehlungen von mir. Bevor ihr in euren ereignisreichen Tag in Rotterdam startet ist eins besonders wichtig: Eine gute Grundlage. Mein Tipp: Geht in das Restaurant Spirit unweit der Rotte, denn nirgendswo sonst in der Stadt bekommt ihr ein so nahrhaftes und sättigendes Frühstück wie hier. Sogar vegan und vegetarisch könnt ihr hier speisen, aber auch klassisch niederländisch. Wer genauso begeistert ist wie ich, kann auch zum Mittag oder Abendessen wiederkommen, denn auch tagsüber gibt es ein erstklassiges Buffet.

Besten Käse, frischen Fisch, Obst und Gemüse gibt es auf dem Blaak Markt.

Weitere kulturelle Einblicke gibt es auf Rotterdams Märkten. Die Markthalle habe ich euch ja bereits vorgestellt, doch es gibt viele weitere Märkte fast die gesamte Woche über. Mein Favorit ist der Blaak Markt jeden Dienstag und Samstag direkt vor der Markthalle. Schlendert einfach durch die Gänge zwischen den Ständen und ergattert ein paar typisch holländische Snacks: Neben erstklassigem Käse, gibt es auch frischen Fisch, Obst und Gemüse. Aber auch Blumen, Kleidung oder Antiquitäten werden auf dem Blaak Markt verkauft. Für den Abend ist ein Dinner im Restaurant De Hef absolut zu empfehlen, denn im gemütlich aber modern gestalteten Ambiente gibt es hier typisch holländische Speisen, Meeresfrüchte sowie internationale Küche der Extraklasse. Dazu bekommt ihr einen passenden Wein serviert, getoppt mit einer einzigartigen Aussicht auf den Koningshaven. Am Abend könnt ihr hier den tollen Tag in Rotterdam perfekt ausklingen lassen.

Der Blaak Markt direkt an der Blaak Station in Rotterdam
Der Blaak Markt direkt an der Blaak Station | Foto: iStock.com/ siraanamwong

Ganz zu Beginn meiner Rotterdam Tipps habe ich euch ja schon von der verjüngten Bevölkerung Rotterdams vorgeschwärmt. Diese Jugendlichkeit lässt sich vor allem in den zahlreichen Clubs und Bars erfahren, die die Stadt zu einem idealen Ausgangspunkt für eine kleine Partytour machen. Sitzt das Geld etwas lockerer in euren Taschen, ist die Nhow Bar euer Place-to-be. Die modern eingerichtete Bar überzeugt mit illuminierten Theken, leckeren Drinks und einem wunderschönen Blick über Rotterdams Skyline. Wer es eher bodenständig und urig mag, wird im Locus Publicus Rotterdam einkehren. An den mit Holz vertäfelten Wänden hängt ein Sammelsorium an Bildern und Blechschildern, zahlreiche Bierflaschen sind dort wie Perlen an einer Kette aufgereiht und die Karte wird noch mit Kreide auf eine Tafel geschrieben. Wollt ihr lieber die ganze Nacht lang tanzen, geht es schnurstracks ins Maassilo. Einfach genial, wie ihr in dieser ehemaligen Fabrik zwischen Stahlträgern, Förderbändern und Schalttafeln die Nacht zum Tag machen könnt.

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Foto: Alexandre Rotenberg/shutterstock.com

Plant eure Reise nach Rotterdam

Auch, wenn es Charme hat: Es muss halt nicht immer Amsterdam sein. Oder verbindet doch beide Städte miteinander, denn sie liegen tatsächlich nur gute 75 Kilometer voneinander entfernt. Wie auch immer ihr euch entscheidet, ich wünsche euch auf jeden Fall eine tolle Zeit mit meinen Rotterdam Tipps. Und wenn ihr auch noch ein paar Geheimtipps für mich habt, könnt ihr sie mir gerne als Kommentar unter diesen Beitrag schreiben.

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Titelbild: Victor Maschek/shutterstock.com

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