Porto ist die kleine Schwester von Lissabon und fühlt sich manchmal ganz schön unterschätzt. Gerade in Sachen Wirtschaft steht Porto der Hauptstadt in nichts nach und auch was das kulturelle Angebot der Stadt am Fluss Douro angeht, muss sich Porto nicht verstecken.

„Barockstadt“ wird die Metropole auch genannt, und wenn man so durch die Straßen und Gassen schlendert, kommt man nicht drum herum, die vielen wunderschönen Fassaden zu bewundern. Es ist die Atmosphäre dieser Häuser mit dem bröckelnden Putz und so manchem schiefen Fensterladen, die jeden in kurzer Zeit in ihren Bann zieht. Während man auf der einen Seite des Flusses durch eine Altstadt schlendert, die schon seit dem Jahr 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, kann man auf der anderen Seite echten Portwein probieren. Ich möchte euch heute zeigen, warum eine Städtereise nach Porto unbedingt zu einem Urlaub in Portugal dazugehört. Und natürlich habe ich auch den einen oder anderen Insidertipp für euch.

Die besten Porto Tipps

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Anreise Porto

Der Flughafen von Porto liegt rund 16 km außerhalb des Zentrums und ist perfekt an die Metro der Stadt angebunden. Ihr steigt also direkt am Terminal in die Metro Linie E und fahrt etwa 25 Minuten in die Innenstadt. Die einfache Fahrt kostet 1,40€. Wer lieber Bus fahren möchte, steigt einfach in den Bus 601, 602 oder 604 und lässt sich damit ins Zentrum schaukeln. Auch hier kostet die Fahrt rund 1,40€.

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Sehenswürdigkeiten in Porto – Die Hotspots der Stadt

Porto ist eine typische „Zu Fuß geh“-Stadt, denn es ist sehr hügelig und verwinkelt. Nur für den Weg über die Brücke auf die andere Seite des Flusses lohnt sich ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel. Und natürlich, wenn ihr Richtung Meer fahren wollt, denn zum Laufen ist der Weg zu den Stränden etwas zu weit. Ich empfehle ja eigentlich immer, die Stadt mit dem Fahrrad zu erkunden, und auch diesmal ist das eine tolle Möglichkeit, weite Teile der Innenstadt und auch diverse Außenbezirke zu besuchen. Nur in der Altstadt seid ihr damit ganz sicher falsch. Nehmt euch für alle Fälle gemütliche Schuhe mit, die euch ein paar Stunden durch die Stadt tragen können.

Porto São Bento & Die Kathedrale von Porto | Escada dos Guindais & Ponte Luís IPortweinHarry Potter in Porto 

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Sao Bento und die Kathedrale von Porto

Der Bahnhof Porto São Bento ist eine echte Augenweide und völlig kostenlos zu besichtigen. Nicht nur von außen ist das ehemalige Kloster schön anzuschauen, denn gerade innen in der Eingangshalle könnt ihr anhand der blauen berühmten Kacheln (Azulejos) Teile der Geschichte der Stadt und des Landes nachvollziehen. Lasst den Blick zu den hohen Decken schweifen und bewundert die feine, künstlerische Arbeit.

Ganz in der Nähe des Bahnhofs steht die 800 Jahre alte Kathedrale von Porto. Wenn ihr mögt, dann riskiert einen Blick hinein – diese alten barocken Kirchen sind immer beeindruckend. Was ich euch aber als echten Geheimtipp empfehlen kann, ist der Besuch der Igreja de Santa Clara (Rua Saraiva de Carvalho). Das kleine Kirchenschiff besteht aus Gold und liegt verborgen hinter einer sehr unspektakulären Eingangstür. Habt ihr alle Ecken der Kirche erkundet, dann wendet euch beim Heraustreten nach rechts und geht durch ein Tor bis auf den Parkplatz der zugehörigen Büros. Dort könnt ihr auf einen sehr langen Mauergang steigen und bis ans Ende zum Turm spazieren. Hier bekommt ihr einen ganz besonderen Blick auf die Brücke Ponte Luís I, die Weinbarken auf dem Douro und die Altstadt.

Escada dos Guindais und Ponte Luís I

Zurück an der Straße müsst ihr unbedingt die Escada dos Guindais hinunter gehen. Diese alte Treppe führt genau unter Ponte Luís I hindurch. Sie besteht aus uralten Steinen und entlang der Häuser hängt die bunte Wäsche der Anwohner aus den Fenstern. Zwischendurch hört man die Metro im 10-Minutentakt über die Brücke poltern. Die Anwohner haben sich längst an den Lärm gewöhnt, doch ich stelle es mir schwierig vor, nachts ein Auge zuzubekommen. Die Ponte Luís I dominiert die Skyline von Porto und erinnert in ihrem Design an den Eiffelturm. Das ist auch kein Wunder, denn ein Schüler des berühmten Architekten Gustave Eiffel hat die Brücke entworfen. Auf zwei Etagen fahren Autos und Straßenbahnen auf die andere Seite des Douro. Wenn ihr die Zeit habt, solltet ihr euch zu Fuß auf den Weg auf die andere Seite machen. Sowohl tagsüber als auch nachts ist der Ausblick einfach überragend.

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Weinkeller in Porto mit Aussicht

Wenn ihr schon einmal auf der anderen Straßenseite seid, dürft ihr es nicht versäumen, die Portweinkeller zu besuchen. Entlang des Rio Douro schmiegen sich die Kellereien an den Hang und laden geradezu zu ausgiebigen Besuchen ein. Hier könnt ihr mit ziemlicher Sicherheit den gereiften Wein probieren und euch ein Bild vom berühmten Aushängeschild der Region machen. Mich persönlich hat Taylors Port besonders überzeugt, denn hier gibt es nicht nur die Weinkellerei, sondern auch kurze Führungen mit Weinprobe, ein Hotel und ein hervorragendes Restaurant. So viel Lob auf einmal ist noch nicht genug. Zu allem Überfluss habt ihr von hier aus auch noch den besten Blick auf die wunderschöne Altstadt Ribeira. Zurück auf der anderen Seite des Flusses könnt ihr dann entlang des Ufers Richtung Altstadt laufen und euch in einem der vielen Restaurants ein leckeres Mittagessen gönnen. Besonders beliebt sind die sogenannten Francesinhas, in Sauce schwimmende Sandwiches mit Pommes Frites, die es in sich haben. Nach einer Portion braucht ihr vielleicht erst einmal einen Mittagsschlaf. Da habt ihr Glück, wenn euer Hotel in der Innenstadt liegt.

Porto Tipps Portwein Weinkeller

Ein Hauch Harry Potter in Porto

Nach einer Erholungspause solltet ihr euch aufmachen zur Igreja da Nossa Senhora do Carmo das Carmelitas. Diese Kirche ist an den Seiten fast vollständig mit den berühmten blauen Azulejos verkleidet und fügt sich so in das ganz portotypische Stadtbild ein. Dreht ihr euch um und werft einen Blick über den Platz, dann habt ihr die Universität von Porto direkt im Blick.

Fehlbuchung dank Dialekt:

Eine sächsische Kundin eines Reisebüros, die einen Flug nach „Bordö“ buchen wollte, wurde von der dortigen Mitarbeiterin auf einen Flug nach Bordeaux statt Porto gebucht. Zahlen musste die Kundin trotzdem, denn die falsche (in dem Fall wohl eher dialektbedingte) Aussprache ist sie selbst schuld.

Wundert euch nicht, wenn euch einige Studenten in typischen Harry Potter Umhängen über den Weg laufen. Die Mäntel werden hier traditionell getragen, wenn es etwas zu feiern gibt. Direkt hier könnt ihr in einer typischen Studentenkneipe ein weiteres Glas Portwein probieren. Nur wenige Schritte von der Uni entfernt könnt ihr etwas ganz Besonderes finden. Die altehrwürdige Bücherei Portos „Lello & Irmão“, die Joan K. Rowling zu der allseits bekannten Bibliothek in den Harry Potter Romanen inspiriert hat. Insgesamt werdet ihr merken, dass Porto der bekannten Autorin zu vielen tollen Ideen verholfen hat. Wenn ihr so in der Dämmerung unterwegs seid und einige Studenten huschen in ihren Mänteln und mit Büchern unter den Armen vorbei, kommt euch die Stadt sicherlich ganz schön mystisch vor. Aber keine Angst, Drachen und Lord Voldemort werden euch nicht über den Weg laufen.

Mein Tipp: Jeden Sonntagvormittag ist der Eintritt in den Museen von Porto frei.

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Bibliothek Lello e Irmao, Foto: shuttermee / Shutterstock.com

Shopping in Porto

Nehmt euch die Zeit, einfach mal durch die vielen Straßen und Gassen der Altstadt zu schlendern und einige der vielen süßen und herzhaften Pastetchen zu probieren. Inmitten der vielen blaugekachelten Altbauten mit bröckelnden Fassaden liegt die Fußgängerzone, wo ihr wirklich gut shoppen könnt. Viele Geschäfte, die ihr vielleicht schon aus Spanien kennt, gibt es auch hier. Die Avenida dos Aliados ist die Shoppingmeile der Stadt. Hier findet ihr nicht nur die üblichen Boutiquen, sondern auch den einen oder anderen bekannten Designer. Nicht nur hier, sondern im gesamten Stadtgebiet werden euch die sauberen Straßen auffallen, die im direkten Kontrast zu den mitgenommenen Fassaden der Häuser stehen. Diese Mischung aus Verfall und Sorgfalt macht Porto einzigartig.

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Strände in Porto

Um an die Strände von Porto zu gelangen, müsst ihr etwa eine halbe Stunde Fahrt mit der Metro auf euch nehmen, das fand ich aber gar nicht schlimm, da ich währenddessen einfach hinausschauen und die Gegend betrachten konnte. Bei solchen gemütlichen Fahrten lernt man eine Stadt super kennen – und das ganz nebenbei. Nehmt die Metrolinie A Richtung Matosinhos Sul. Steigt aus und folgt dem Geruch des Meeres bis zur langen Strandpromenade. Hier sind zu jeder Tageszeit Jogger und viele andere Sportbegeisterte unterwegs. Vielleicht juckt es euch ja in den Füßen und ihr lauft eine Runde mit.

Das Meer hier am Atlantik ist bestens zum Surfen geeignet, zum Schwimmen ist es aber meist etwas zu kühl. Wenn ihr dennoch in kühle Nasse springen wollt, solltet ihr unbedingt die Poolanlange Piscinas do Marés besuchen. Direkt in die Felsen am Meer sind die Schwimmbecken gehauen und bieten Schutz vor den hohen Wellen. Manchmal schwappt eine davon vom Meer aus in die Becken, dann könnt ihr euch über eine kühle Erfrischung freuen. Entlang der Atlantikküste in Foz findet ihr schöne herrschaftliche Villen und tolle palmengesäumte Promenaden. Wäre da nicht der raue Atlantik, könnte man sich fühlen wie an der Côte d’Azur.

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Kulinarische Köstlichkeiten

Porto ist eine Stadt für Genießer. Probiert in der Altstadt nicht nur den berühmten Portwein, sondern auch ein Super Bock, das typisch portugiesische Bier. Montags ist in vielen Bars der Altstadt Happy Hour und viele Drinks sind sehr viel günstiger als an den anderen Tagen der Woche. Wenn ihr typisch portugiesisches Essen in einer tollen Atmosphäre genießen wollt, dann kehrt an einem Abend unbedingt im Papavinhos (Rua de Monchique, 23/24) ein. Hier bekommt ihr ab 19.30 Uhr tolle frische Gerichte, die es so nur hier zu finden gibt.

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Verliebt in Porto

Sobald ihr die Stadt ein paar Tage erkundet habt, werdet ihr verliebt sein, das kann ich euch versprechen. Denn die wunderschöne Altstadt mit ihrem spröden Charme, die Lage am Fluss mit dem Blick auf die wunderschönen Portweinkellereien und der nahe Atlantik mit seiner Strandpromenade machen diese Stadt einfach einzigartig. Ich kann verstehen, dass die Portuenser nicht im Schatten der Hauptstädter aus Lissabon stehen möchten, denn sie leben in einer Stadt, auf die sie zu Recht stolz sein dürfen. Wenn ihr die Möglichkeit habt, ihre Geheimnisse zu erkunden, dann lasst sie euch nicht entgehen. Wenn ihr erst einmal an einem der vielen Aussichtspunkte der Stadt steht und das wunderschöne Panorama und die Sehenswürdigkeiten der Stadt genießt, werden ihr genau wissen, was ich meine.

 

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