Silvester in Kopenhagen – keine schlechte Idee. Mara hat mit Freundinnen und Schwester den Jahreswechsel auf einem Hausboot verbracht und die Zeit in Kopenhagen sehr genossen. Sie hat euch diverse Tipps und einige kulinarische Highlights mitgebracht.

Nach den dreieinhalb Wochen, die ich durch Amerika gereist bin, stieg ich kurz vor Weihnachten wieder in den Flieger, um über die Feiertage meine Familie daheim bei Stuttgart zu besuchen. Ich freute mich riesig – das erste Mal seit zwei Jahren konnte ich wieder zu Hause mit meinen Liebsten feiern. Die Jahre davor hatte ich Weihnachten nämlich in Südafrika und auf der Insel Phu Quoc in Vietnam verbracht.

Kurz vor Silvester: Auf nach Kopenhagen

Keine Sorge, an dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass ich natürlich nicht dazu verdonnert wurde, über Silvester zu arbeiten. Ich hatte das vielmehr freiwillig angeboten, obwohl ich eigentlich frei gehabt hätte. Im Gegenzug konnte ich anstelle des sonst üblichen Hotels in einer ganz besonderen Airbnb Unterkunft wohnen, die groß genug war, dass meine Schwester und meine zwei besten Freundinnen mitkommen konnten, um mit mir Silvester in Kopenhagen zu feiern.

Nyhavn (1)

Das Hausboot von Airbnb

Ein HAUSBOOT (!!!) war in Kopenhagen für 5 Tage mein Domizil. Nach den Unterkünften in LA und Brooklyn habe ich damit zum dritten Mal eine Airbnb getestet.
Das Hausboot lag in einem kleinen Kanal in Christianshavn und war wohl mit Abstand die tollste Unterkunft, in der ich je übernachtet habe. Das Boot übertraf wirklich SÄMTLICHE Erwartungen: Es war total geräumig, hell und unheimlich schön und gemütlich eingerichtet. Mein persönliches Highlight war der Pelletofen inmitten des Wohnzimmers, dank dem es in Sekundenschnelle immer kuschlig warm wurde. Bei den Minusgraden und dem eisig kalten Wind in Kopenhagen, der mich selbst in der wärmsten Winterkleidung noch frieren ließ, war ich jedes Mal unheimlich froh, mich am Ofen aufwärmen zu können.

Das Hausboot ähnelte von innen mehr einer normalen Wohnung als einem Boot. Es gab eine geräumige Küche, die perfekt ausgestattet war – ein riesiger Vorteil für uns, da wir uns so immer selbst leckere Gerichte zaubern konnten. Kopenhagen ist nämlich, wie fast alle Städte in den skandinavischen Ländern, unfassbar teuer für uns. In einem Kiosk kostet ein Müsliriegel schnell mal an die 4 Euro, ein Kaffee, wenn man Glück hat, „nur“ 5 Euro und für ein Essen in einem Restaurant lässt man durchaus 20 Euro nur für eine Pizza liegen.

Perfekte Lage

Auch die Lage des Bootes war ideal: Zu dem pulsierenden Freistaat Christiania und dem nächstgelegenen Supermarkt benötigt man keine 15 Minuten zu Fuß und die Metrostation Christianshavn ist mit dem Bus problemlos erreichbar.

BEWERTUNG:
Lage ★ ★ ★ ★
Hotel & Zimmer ★ ★ ★ ★ ★
Sauberkeit ★ ★ ★ ★
Service/Kontakt mit Vermieter ★ ★ ★ ★ ★
Essen ★ ★ ★ ★ (4 Sterne – Wir haben selbst gekocht ;))
Preisleistungsverhältnis ★ ★ ★ ★ (Sehr gut, wenn man die Unterkunft maximal ausnutzt und zu siebt bucht.)

Silvester in Kopenhagen

Den Silvesterabend verbrachten wir ganz gemütlich auf unserem Hausboot. Wir hatten allerlei eingekauft, sodass wir uns reichlich Pizza-Flammkuchen zaubern konnten und im Endeffekt bis um kurz vor zwölf so mit unserer Es(s)kalation beschäftigt waren, dass wir kaum merkten, dass der Jahreswechsel bereits kurz bevorstand. Also sind wir rasch dick eingemummelt auf den Steg eines nahegelegenen kleinen Bootshafens gegangen, von dem man einen tollen Blick über das Wasser hatte. Dieser Moment als das Feuerwerk begann, tausende Lichter am Himmel, die sich im Wasser spiegelten, Arm in Arm mit meiner Schwester und meinen besten Freundinnen, daran werde ich mich wohl noch lange erinnern. Später gingen wir zurück zu unserem Hausboot und ließen die Silvesternacht dort auf dem Deck bei schöner Musik und Kerzenschein ausklingen. Ein ganz anderes Silvester, abseits der Menschenmengen, aber wunderschön.

Rückblick

Verrückt, wie schnell dieses Jahr verflog, insbesondere die letzten drei Monate meines Praktikums bei Urlausbguru. Auf der einen Seite fühlt es sich an als würde ich das schon seit Ewigkeiten machen, auf der anderen Seite kann ich es selbst kaum glauben, dass ich all das in nicht einmal drei Monaten erlebt habe: Unzählige neue Eindrücke, die ich in so vielen Ländern auf vier verschiedenen Kontinenten sammeln durfte. Die Liste an Dingen, die ich alleine nur durchs Reisen wieder dazugelernt habe, ist endlos. Ich bin selbst an den Aufgaben gewachsen und nun umso mehr gespannt und voller Vorfreude auf die zweite Hälfte meines Praktikums.

Tipps und Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen

In Kopenhagen gibt es so viel zu sehen und zu erleben, dass man bei begrenzter Zeit immer die Qual der Wahl hat. Im Folgenden drei Vorschläge, die uns erstaunlicherweise selbst bei Minusgraden Spaß gemacht haben.

Amager Strandpark

Am Neujahrsmorgen stand für uns nach dem Frühstück eines fest: Es gibt wohl kaum einen besseren Start in das neue Jahr als einen Spaziergang am Meer entlang zu machen! Mit der Metro kommt man nach nur wenigen Stopps problemlos an den Amager Strandpark. Der Park erstreckt sich über einige Kilometer die Küste entlang und selbst im Winter ist es schön, dort zwischen den Sanddünen umherzustapfen, die frische Meeresluft zu schnuppern und den Blick übers Meer zu genießen.

Bootsfahrt

Natürlich ist so eine Bootsfahrt alles andere als ein Geheimtipp, trotzdem eine tolle Möglichkeit, sich eine Übersicht von Kopenhagen zu verschaffen. Im Winter kann man im Warmen, im mittleren überdachten Teil des Bootes, sitzen und die Stadt erleben, ohne auf dem Deck frieren zu müssen. Tickets kann man online oder direkt vor Ort für circa 12 Euro erwerben.

Nyhavn

In Nyhavn fühlte ich mich beinahe ein wenig nach Venedig versetzt. Viele kleine hübsche bunte Häuschen direkt am Kanal, in dem kleine Boote vor Anker liegen. Auch nachts ist Nyhavn mit seinen unzähligen Cafés und süßen kleinen Restaurants stets einen Besuch wert.

Die Hippiestadt Christiania

Die Freistadt Christiania, ein ehemaliges Militärgelände, das 1971 von Bürgern besetzt wurde, ist bis heute ein autonomes Viertel im Kopenhagener Stadtteil Christianshavn, welches vom dänischen Staat geduldet wird. Verwaltet wird das Ganze durch verschiedene Rätestrukturen, die allen Bewohnern zugänglich sind und von ihnen gewählt werden. Über eine Fläche von 34 Hektar erstreckt sich ein in 15 Distrikte aufgeteiltes Gebiet mit Wohnhäusern, Veranstaltungsräumen, Gastronomie, einer Skatehalle und vielem mehr. Dass in Christiania viele Kreative leben oder zu Besuch sind, sieht man an den zahlreichen Graffitis, Mosaiken und Installationen, die einem überall auf dem Gelände begegnen. Die faszinierendste Art von „Kunst“, die mir begegnet ist, war jedoch zweifellos die „Architektur ohne Architekten“: viele kleine und auch größere, in liebevoller Kleinstarbeit zusammengezimmerte Häuschen mit Fassaden aus alten Glasfenstern oder Dächern aus unzähligen Türmen. Hauptattraktion und besonders bei Touristen beliebt ist jedoch die „Pusher Street“ im sogenannten „Green Light District“. Hier ist das Fotografieren strengstens verboten und aus kleinen Verkaufsständen heraus werden Haschisch und Marihuana verkauft. Harte Drogen sind hingegen strikt verboten und Christiania rühmt sich auch damit „junkfrii“ (= drogenfrei) zu sein. Soso! Christiania ist im Großen und Ganzen ein spannendes und interessantes Projekt und ein absolutes Muss für alle freiheitsliebenden Kopenhagen-Besucher.

Kulinarisches Kopenhagen

Café Slice of San Francisco

Was, du hast in DÄNEMARK einen NEW YORK Cheesecake in einem Café namens SAN FRANCISCO gegessen? Das mag den ein oder anderen zunächst irritieren, sobald ihr aber den ersten Bissen dieses Cheesecakes probiert habt, werdet ihr das bestens nachvollziehen können. Miriam, die amerikanisch-mexikanische Besitzerin des Cafés, wanderte vor über 25 Jahren von San Francisco nach Dänemark aus und brachte das strenggeheime New York Cheesecake Rezept ihrer Oma mit nach Kopenhagen. Dort eröffnete sie das kleine gemütliche Café mit dem passenden Namen „Slice of San Francisco“. Neben dem populären Cheesecake, der mit hausgemachten Soßen gereicht wird, gibt es aber auch klassisch mexikanische Burritos und andere herzhafte Gerichte.

Smørrebrød

Dänemark ist bekannt für sein Smørrebrød, ein reichlich belegtes Schwarzbrot, mit allen möglichen Variationen des Belages. Hier habe ich nur einen Tipp bzw. eher einen Anti-Tipp: Wenn ihr vorhabt, zu „SMUSHI“ zu gehen, lasst es lieber bleiben. Hier gibt es zwar durchaus köstliche Smørrebrøds in Sushi Größe, allerdings sind diese ABSOLUT überteuert. Von dem Preis, den ich für die kleinste und günstigste „Probier-Portion“, bestehend aus drei Smushi Stücken, bezahlt habe, könnte in manchen Ländern eine Großfamilie eine Woche gut leben.

Neighbourhood Organic Pizza

Von einem Freund hatte ich den Tipp für „Neighborhood Organic Pizza“ bekommen und habe definitiv nicht bereut, diesem durch und durch besonderen Pizzaladen einen Besuch abgestattet zu haben. Wie der Name schon verrät gibt es hier „Organic Pizza“. Frischeste Bio-Zuataten und allerlei Dinge, die man sonst nicht auf einer Pizza vermuten würde. Die Pizzen sind so groß und üppig belegt, dass man zu zweit von einer einzigen mehr als satt wird. Damit fällt der etwas gehobene Preis für die Gourmet Pizzen nicht so sehr ins Gewicht.

Absoluter Geheimtipp: Lagkagehuset Bäckerei

Ich schreibe gerne und oft über kulinarische Köstlichkeiten. Doch seit diesem einen Tag, an dem ich zum ersten Mal die Lagkagehuset Bäckerei betreten und eine süße Wienerbrødsstang probiert habe, hat sich mein Leben verändert. Gut möglich, dass der ein oder andere von euch mich für verrückt erklären wird, wenn ich euch erzähle, dass seit jenem Tag kein einziger verstrichen ist, an dem ich NICHT an dieses geschmacksexplosionsartigewasserimmundzusammenlaufenlassende Gebäck denke. Die perfekte Kombination aus fluffig bis krossem Blätterteig, garniert mit gerösteten Mandeln, gefüllt mit einer Vanille-Zimt-Creme… mhmmmm, einfach selbst probieren! Das ist kein Tipp, das ist ein absolutes MUSS, wenn ihr in Kopenhagen seid!

Tipps für Budgetreisende

Ich denke, insbesondere für Kopenhagen macht es Sinn, eine Airbnb Unterkunft zu mieten, bei der man eine Kochmöglichkeit hat. So kann man sein eigenes Frühstück zubereiten und für sich selbst kochen, wodurch man gerade in den skandinavischen Ländern Unsummen von Geld sparen kann! Durch Dänemark, dem bisher einzigen skandinavischen Land, das ich besucht habe, habe ich noch viel mehr Lust bekommen, weitere Länder da oben im hohen Norden zu bereisen. Mein nächstes Ziel ist zur Abwechslung einmal eher ein Heimspiel für mich: Berlin ich komme!