Ihr habt doch bestimmt auch schonmal auf Bildern diese eigenartig aufgestellten Steine gesehen, bei denen viele gar nicht wissen, was sie eigentlich darstellen sollen, oder? Stonehenge ist ein wahrer Touristenmagnet, ein Kreis aus Steinen, die zu den bekanntesten Steinen der Welt gehören – ja, man bezeichnet sie sogar als Mysterium.

Doch was genau macht diesen Steinkreis im Süden Englands eigentlich so besonders? Seit hunderten von Jahren ist das Rätsel um Stonehenge immer noch nicht komplett gelöst, und dennoch lockt diese Attraktion auch heute noch jedes Jahr tausende von Touristen nach Amesbury in Westshire, England. Vielleicht ist es ja sogar gerade das, was die Touristen an dieser Attraktion so fasziniert. Na dann schauen wir uns dieses Mysterium doch mal genauer an…

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Das Mysterium um Stonehenge

Wie bereits erwähnt, bezeichnet Stonehenge eine Steinkreisanlage, die von einer Megalithstruktur umgeben wird, die wiederum aus mehreren Steinkreisen besteht. Das Beeindruckendste an dieser Formation sind die Pfeilsteine, die von Decksteinen überbrückt sind und an die Form eines Hufeisens erinnern. Sobald man vor dieser Steinanlage steht, kommt die Frage auf, wie in aller Welt die Menschen früher diese tonnenschweren Decksteine auf die Pfeilsteine bekommen haben? Und welchen Zweck hatten diese Steine überhaupt? War der Steinkreis vielleicht sogar mal ein kompletter Kreis ohne Lücken? Nach jahrelanger Forschung und vielen Theorien um diese mysteriöse Steinanlange wurde ein Teil des Mysteriums vor einem Jahr nun endlich gelöst. Die Antwort, nach der so lange gesucht wurde, verbirgt sich tatsächlich unter der Erde, direkt unter den Steinkreisen.

Mit einer neuartigen Scanmethode fanden Forscher der Universität Birmingham heraus, dass sich um die Anlage herum unzählige Gräber und Tempel befunden haben müssen. Die Forscher widmeten sich vier Jahre dem Projekt, untersuchten dabei zwölf Quadratkilometer Fläche bis hin zu einer Tiefe von drei Metern. Dafür wurden Laser-Scanner, Radare, elektromagnetische Sensoren und moderne Metalldetektoren genutzt. Unter der Erde wurden 17 bisher unbekannte Holz- und Steinstrukturen und unzählige Grabhügel gefunden. Einige davon sollen bis zu 6000 Jahre alt sein. So habe man ein 33 Meter langes Grab mit einem massiven Holzhaus lokalisieren können und vermutet, dass dort Rituale mit Toten stattgefunden haben. Stonehenge soll also ein Zentrum verstreuter ritueller Monumente gewesen sein, eine religiöse Stätte, die im Laufe der Zeit erweitert wurde.

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Doch trotz all dieser Forschungen gibt es heute noch immer eine ungeklärte Frage, die dieses Mysterium mit sich bringt: Woher kamen die Steine und wie wurden sie transportiert? Angeblich sollen sie aus einem 380 Kilometer entfernten Steinbruch in Pembrokeshire stammen. Okay, dann müssen die Menschen damals scheinbar so etwas wie Hulk oder Herkules gewesen sein – oder wie sollen sie es bitteschön geschafft haben, die Kolosse bis nach Westshire zu transportieren? Doch dieselbe Frage stellt man sich natürlich auch, wenn man vor den ägyptischen Pyramiden steht. Es ist einfach kaum vorstellbar, wie die Menschen früher solch große und tonnenschwere Steine transportierten haben sollen, um damit eine dieser spektakulären Bauten zu errichten. Ganz schön mysteriös, wenn ihr mich fragt!

Die Geschichte von Stonehenge

Mitten auf einer grünen Wiese gelegen, ist Stonehenge ein in der Jungsteinzeit errichtetes Bauwerk, das wohl mindestens bis in die Bronzezeit genutzt wurde. Forschungen zufolge soll die Steinformation in einem Zeitraum von 2000 Jahren errichtet worden sein. Die letzten kultischen Nutzungen werden auf das 7. Jahrhundert nach Christus zurückdatiert. Dabei wird die Bauzeit laut Forschern in mehrere Phasen aufgeteilt, die letzen Endes zur vollständigen Anlage führten, welche im Jahr 1986 sogar zum UNESCO Weltkulturerbe gekürt wurde. Das genaue Alter ist bisher unbekannt, Forscher gehen jedoch davon aus, dass die Anlage bis zu 11000 Jahre alt sein dürfte.

Stonehenge heute – ein wahrer Touristenmagnet

Was für einige vielleicht unerklärlich erscheinen mag, ist die Tatsache, dass dieser Ort jedes Jahr eine Vielzahl an Touristen in den Süden Englands lockt. Denn Stonehenge ist nicht einfach nur irgendein Steinkreis, sondern laut Besuchern ein schlichtweg faszinierender Ort, der von einer mysteriösen Aura umgeben ist. Daher müsst ihr davon ausgehen, dass dieser Ort längst kein Geheimtipp mehr ist und ihr bei einem Besuch durchaus den ein oder anderen Touristen antreffen werdet.

Die Anlage steht unter Obhut eines Vereins namens „English Heritage“, der unter anderem auch Schlösser und Burgen pflegt. Bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist die Anlage eingezäunt und nur gegen Eintrittsgeld zugänglich. Zum Trotz vieler Besucher darf man allerdings nicht mehr um die Anlage herumlaufen, sondern es ist vorgeschrieben, sich nur auf den für Besucher vorgesehenen Wegen aufzuhalten. Somit soll verhindert werden, dass Besucher die Steine berühren oder sogar beschädigen. 2013 wurden zudem in rund zwei Kilometern Entfernung Besucherzentren errichtet, in denen sich Ausstellungen zur Anlange befinden. Für diejenigen, die sich für Stonehenge interessieren, empfehle ich eine Stonehenge-Tour mitzumachen, bei der man ein Audiogerät in gewünschter Sprache erhält und anschließend von den Besucherzentren mit Bussen zur Steinanlage gefahren wird. Bereits während der Fahrt bekommt ihr hier via Audiogerät spannende Fakten rund um Stonehenge. Wer möchte, kann sich direkt bis zur Anlage fahren lassen oder alternativ schon etwa einen Kilometer vorher aussteigen, um die Umgebung rund um die beeindruckende Steinformation zu bewundern.

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Stonehenge – eine berühmte, wenn auch außergewöhnliche Touristenattraktion, die meiner Meinung nach definitiv einen Besuch wert ist! Wer von euch würde denn gerne mal dahin oder war vielleicht sogar schon mal dort? Falls letzteres zutrifft, bin ich schon gespannt auf eure Eindrücke! :)