Im Süden Arizonas befinden sich gleich zwei lebendige Zentren der Sonora-Wüste – Die Metropolregionen Phoenix und Tucson. Was die Regionen so besonders macht und warum ihr sie bei eurem Roadtrip durch Arizona keinesfalls auslassen solltet, lest ihr hier.

In einer der sonnigsten Regionen der Welt erwarten euch neben Kakteen und der noch heute gelebten Vergangenheit des Wilden Westens mit Phoenix und Tucson zwei Metropolregionen, in denen das pure Leben tobt. Spannende Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten in der ganz und gar nicht trostlosen Wüste und eine Restaurant- und Nightlifeszene, die von Vielfältigkeit und dem studentischen Leben geprägt ist, sind nur einige der Highlights, die euch in Phoenix und Tucson erwarten.

 Phoenix und Tucson erleben

Phoenix

Museen | Sehenswürdigkeiten | Ausflüge

Tucson

Sonora Wüste | Ausflüge | Tombstone 

Blick über Phoenix in Arizona

Die Highlights in Phoenix

Auf unserem Roadtrip durch Arizona sind wir an Geisterstädten vorbeigekommen, haben in spektakulären Nationalparks Halt gemacht, sind durch die erstaunlich lebendige Wüste gewandert und sind in die Wild West Vergangenheit des Bundesstaates eingetaucht. In Phoenix erwartet uns nun ein kleines Kontrastprogramm, das den Urlaub im sonnigsten Staat der USA perfekt abrundet. Sightseeing und Wellness, aber auch jede Menge Action und kulinarische Highlights stehen in der vier Millionen Einwohner zählenden Region auf dem Plan.

Phoenix bei Nacht

Museen für jeden Geschmack

Am besten startet ihr eure Erkundungstour in Downtown Phoenix, dem Zentrum der Metropole. Hier erwarten euch bei Interesse gleich mehrere Museen, die euch die interessante Geschichte der Region näherbringen. Mittwochs bis samstags lädt zum Beispiel das Rosson House Museum ein, mehr über Phoenix‘ Ursprünge und die Bewohner der Stadt zu erfahren. Innerhalb einer 60-minütigen, geführten Tour über das restaurierte Anwesen, bekommt ihr interessante Informationen rund um das viktorianische Zeitalter, das auch das frühe Siedlerleben in den USA beeinflusste. Eine kleine Reise in die Vergangenheit also.

Ein Teil der Geschichte der USA und besonders des Wilden Westens sind auch die typischen Stagecoaches – amerikanisch für Postkutschen – und der legendäre Pony Express. Zwei Möglichkeiten, die es den Menschen im 19. und frühen 20. Jahrhundert ermöglichten, in Kontakt zu bleiben und Informationen auszutauschen. Die Verfolgungsjagden durch menschenleere Steppen und der Beschuss durch Indianer oder Banditen sind Bilder, die auch heute noch gerne in Westernfilmen aufgriffen werden. Eines der noch heute bekannten Unternehmen, das mit solchen Beförderungsdiensten bekannt wurde, ist Wells Fargo. Im Wells Fargo History Museum könnt ihr in diese Geschichte eintauchen und original erhaltene Postkutschen aus dieser Zeit bewundern. Ein Besuch ist kurzweilig und kostenlos. Ebenfalls kurzweilig und besonders für Kinder interessant ist auch das nächste Museum in Phoenix. Das Childrens’s Museum of Phoenix animiert zum Anfassen, Spielen und Mitmachen. Statt einer drögen Lehrstunde wird der Museumsbesuch so zum kleinen Highlight, bei dem gemalt, getobt und entdeckt werden darf.

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Foto: Sarunyu L / Shutterstock

Ihr möchtet etwas über die andere Seite der Siedlungsgeschichte des Südwestens erfahren? Dann empfehle ich euch einen Besuch des Heard Museums, in dem euch unter anderem die Kultur der Ureinwohner Amerikas nähergebracht wird. Ergänzt durch verschiedene Wechselausstellungen, bietet das Museum für jeden Geschmack etwas. Kunstliebhaber sollten außerdem unbedingt das Phoenix Art Museum besuchen. Es gilt mit seinen über 18.000 Ausstellungsstücken als größtes Kunstmuseum des Südwestens der USA und ist eine der 33 Landmarken der Stadt, der Phoenix Points of Pride, die ich euch als nächstes vorstellen möchte. Übrigens: Mittwochs ist der Eintritt in das Phoenix Art Museum kostenlos.

Das Heard Museum in Phoenix
Foto: Manuela Durson / Shutterstock

Phoenix Points of Pride

Die 33 Landmarken, die von den Einwohnern Phoenix‘ persönlich zu den wichtigsten der Stadt gewählt wurden, sind allesamt einen Besuch wert. Sie befinden sich nicht nur im Stadtkern Arizonas, sondern sind auch in den zur Metropolregion gehörenden Städten zu finden. Welche der Sehenswürdigkeiten – neben den bereits vorgestellten Museen – unbedingt einen Besuch wert sind, möchte ich euch nun verraten. Klickt einfach auf die jeweilige Sehenswürdigkeit, um mehr zu erfahren.

    • Auch Ak-Chin Pavilion genannt.
    • Ein 1990 eröffnetes Amphitheater, in dem bis zu 20.000 Menschen Platz finden.
    • Hier finden Konzerte weltberühmter Musiker statt.
    • Shoppingcenter in Downtown Phoenix mit zahlreichen Geschäften und Restaurants.
    • Eine archäologische Stätte, in der es bis zu 7.000 Jahre alte Ausstellungsstücke zu sehen gibt.
    • Ein in den 1930er Jahren am Fuße des South Mountain Parks erbautes Haus aus recycelten und gefundenen Materialien.
    • Führungen mit interessanten Hintergrundinformationen sind möglich.
    • Ein Park, der sich über die Städte Tempe und Phoenix erstreckt und zum Wandern und Spazierengehen einlädt.
    • Hier steht auch das Hunt’s Tomb, eine Pyramide, die der erste Gouverneur von Arizona zu Ehren seiner verstorbenen Frau erbauen ließ.
      • Ein 1929 eröffnetes Waldorf Astoria Hotel mit 739 Zimmern.
      • Designt von Albert Chase McArthur, auch Frank Lloyd Wright wirkte mit.
      • Ein Zimmer im Hotel kann ab 330€ pro Nacht gebucht werden.
    • Eine im Jahre 1881 erbaute Basilika, in der sich Arizonas größte Sammlung für Glasmalerei befindet.
    • Ein Berg, der von den Einwohnern Phoenix‘ gerne aufgesucht wird.
    • Mehrere Wanderwege und eine grandiose Aussicht über die Region.
    • Ein 57 Hektar großer botanischer Garten, in dem die für Arizona typischen Pflanzen und Kakteen ausgestellt werden.
    • Ein öffentlicher Park mit Golfplatz, Swimming Pool und einem Vergnügungspark.
  • Ausflüge im Valley of Sun

    Doch nicht nur die Stadt Phoenix ist interessant, sondern auch die kleineren Städte, die zur Metropolregion im Valley of Sun gehören. Ich stelle euch die größten vor und verrate euch, was ihr im näheren Umland keineswegs verpassen solltet.

    Scottsdale

    Einige der Landmarken befinden sich in der zur Metropolregion Phoenix gehörenden Stadt Scottsdale. Die Stadt ist der perfekte Startpunkt, um Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen. Mietet euch in eines der zahlreichen tollen Hotels ein, lasst es euch bei einer Wellnessanwendung gut gehen und geht anschließend auf Entdeckungstour. Bei dem vielfältigen Angebot ist es schon längst kein Wunder mehr, dass Scottsdale zu einer beliebten Stadt für Stars und Sternchen gehört. Viele von ihnen haben sogar eine eigene Villa in den Hügeln, die die Stadt umgeben.

    Tipps für Scottsdale:

    Ich habe die besten Aktivitäten in Scottsdale ausprobiert und euch tolle Tipps und Empfehlungen für euren Urlaub mitgebracht.

    Mein Tipp: Bei den Einwohnern der Stadt besonders beliebt, ist das morgendliche Workout am Camelback Mountain. Bevor die Hitze des Tages sportliche Aktivitäten erschwert, solltet auch ihr euch auf den Weg zum 825 Meter hohen Berg machen. Belohnt werdet ihr mit einem einmaligen Ausblick über die Metropolregion. Alternativ möchte ich euch eine Tour auf dem Salt River ans Herz legen. Ein Ausflug im Kayak mit spektakulären Ausblicken auf Canyons und die wilde Natur Arizonas ist auch für Anfänger geeignet. Mit etwas Glück seht ihr sogar wilde Mustangs, die den Fluss gerne ansteuern, um zu trinken. Wild West Feeling pur! Doch Sport ist in Scottsdale keine Pflicht, ihr könnt es euch auch einfach an eurem Hotelpool gut gehen lassen, in Downtown Scottsdale auf Shoppingtour gehen, ein Beer- oder Winetasting machen oder euch auf einer Foodtour zu den angesagtesten Restaurants der Stadt führen lassen.

    Mesa & Tonto National Monument

    Ähnlich abwechslungsreich geht es auch in der Stadt Mesa zu, die mit fast 500.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Arizonas ist. Obwohl Mesa in den letzten Jahren rasant gewachsen ist – und noch weiter wächst – wird die Skyline der 1878 von Mormonen gegründeten Stadt nicht von Wolkenkratzern dominiert. Mesa wächst, anders als andere schnell wachsende Städte, in die Breite, was die Atmosphäre einer Kleinstadt schafft. Verschiedene archäologische Stätten und Museen machen Mesa zu einem tollen Ausflugsziel für die ganze Familie. Von hier aus könnt ihr zum Beispiel auch einen Ausflug zum Tonto National Monument unternehmen. Nehmt unbedingt an einer der geführten Wanderungen zu den eindrucksvollen Wohnhöhlen, die in früherer Zeit von den Ureinwohner bewohnt wurden, teil. Die Panoramen und Einblicke, die euch hier erwarten, sind einmalig!

    Tonto National Monument
    Tonto National Monument

    Highlights rund um Tucson

    Wenn ihr von Phoenix weiter in den Süden Arizonas fahrt, kommt ihr nach etwa 180 Kilometern in Tucson, der zweitgrößten Stadt Arizonas, an. Tucson ist eine der sonnigsten Orte der Welt, ein guter Sonnenschutz sollte also bei den rund 13 Sonnenstunden am Tag auf keinem Ausflug fehlen. Rund 100 Kilometer trennen euch jetzt noch von der Grenzstadt Nogales, die sowohl in Mexiko als auch in den USA liegt. Tucson selbst ist aber nicht durch die Nähe zu Mexiko geprägt, sondern vor allem durch die vielen Studenten der University of Arizona, einer der renommiertesten Universitäten des Landes. Verschiedene Bars und Nachtclubs lassen die Abende nach dem Sightseeing unvergesslich werden. Ja, in Tucson wird euch eben das volle Programm geboten.

    Die University of Arizona von Oben

    Die Sonora-Wüste erleben

    Eine Eigenschaft hat Tucson mit den anderen Orten in Arizona gemeinsam: Hier ist die Natur der Star! Wenn ihr denkt, dass eine Wüste wie die Sonora-Desert, staubtrocken und langweilig ist, solltet ihr euch im Süden Arizonas unbedingt vom Gegenteil überzeugen. Mit den Tucson Botanical Gardens und dem Arizona-Sonora Desert Museum stehen euch gleich zwei Möglichkeiten unweit des Stadtkerns offen, um die vielfältige Tier und Pflanzenwelt rund um die uns wohlbekannten Saguaros kennenzulernen. Eine tolle Vorbereitung auf das, was euch im Saguaro National Park East am Fuße des Mica Mountain erwartet. Lernt alles über die riesigen Kakteen, die mehrere Jahrzehnte brauchen, um eine stattliche Größe von bis zu 15 Metern zu erreichen und vergesst nicht, ein Erinnerungsfoto mit den stacheligen Riesen zu schießen. Das darf schließlich in keinem Arizona-Fotoalbum fehlen!

    Seven Falls Hike

    Einer der beliebtesten Wanderwege im Süden Arizonas ist der Seven Falls hike. Begebt euch auf den Bear Canyon Trail in der Sabino Canyon Recreation Area und folgt der Beschilderung! Am Ende wartet ein erfrischendes Bad im Pool des Wasserfalls.

    Nicht weniger lohnenswert ist auch ein Ausflug in die Sabino Canyon Recreation Area, in der ihr euch auf verschiedenen Trails begeben und die grüne Oase inmitten der Wüste entdecken könnt. Seid ihr nicht so gut zu Fuß, könnt ihr den Park auch im Rahmen einer geführten Tour besichtigen, die euch mit einem Shuttle zu den schönsten Orten bringt. Eine weitere Möglichkeit Tucsons Umland zu erkunden, ist an einem der geführten Ausritte teilzunehmen. Mal ehrlich: Gibt es etwas Authentischeres als die Schluchten und Ebenen des Südens auf dem Rücken eines Pferdes zu erkunden, genauso wie die Cowboys es einst taten? Wenn dann die feuerrote Sonne hinter den Bergen verschwindet ist das pure Wild West Feeling vorprogrammiert.

    Kakteen in der Sonora-Wüste in Arizona
    Foto: Ryan Bonneau

    Ausflüge abseits der Wüste

    Ein ganz anderen Erlebnis erwartet euch hingegen im Kartchner Caverns State Park®. Im Park, der zwischen Tucson und der Stadt Tombstone liegt, könnt ihr in die Höhlenwelt Arizonas eintauchen und euch die jahrtausendealten Stalaktiten ansehen, von denen einige sogar zu den längsten der Welt gehören. Ein gelungener Ausflug für Groß und Klein.

    Richtig abenteuerlich wird es im Coronado National Forest südlich von Tucson. In den acht speziellen Wilderness Areas innerhalb des Parks, also in besonders geschützten Arealen, in denen es kaum touristische Infrastrukturen gibt, dürft ihr campen, wandern und angeln. Ein Erlebnis, das euch Arizonas Natur ganz ungefiltert erleben lässt.

    Kartchner Caverns in Arizona
    Foto: Arizona State Parks

    Tombstone – dem Wilden Westen auf der Spur

    Von der berühmten Schießerei am O.K. Corall hat wohl jeder Wild West Fan schon einmal gehört, aber wusstet ihr auch, dass ihr der Geschichte rund um den Ort, in dem diese stattfand, auch heute noch auf den Grund gehen könnt? Anders als andere, ehemals florierende Goldgräberstädte ist Tombstone heute keine klassische Geisterstadt, sondern ein Ort, in der der Wilde Westen auch heute noch gelebt wird. Rund 100 Kilometer von Tucson entfernt, befindet sich Tombstone – die Stadt, die einfach zu hartnäckig ist, um zu sterben.

    Noch heute fahren die alten Postkutschen durch das 1.600 Einwohner zählende Städtchen, in den Saloons geht es heiter her. Auch wenn dies häufig zur Unterhaltung der Besucher passiert, könnt ihr euch gut in alte Zeiten zurückversetzen und erleben, wie das Leben im verruchten Wilden Westen ausgesehen haben muss.

    Eine Postkutsche in Tombstone
    Foto: Arizona Office of Tourism

    Arizona – Ein Wüstenstaat voller Leben

    Hat euch meine kleine Südarizona-Rundreise durch die Metropolregionen Phoenix und Tucson gefallen? Ich jedenfalls verfalle regelmäßig ins Schwärmen, wenn ich an meinen letzten Urlaub in Arizona zurückdenke. Der vielseitige Wüstenstaat hat eben so einiges mehr zu bieten als nur den Grand Canyon, die trockene Wüste und riesige Kakteen. Was es in Arizona noch zu erleben gibt, erfahrt ihr in meiner ausführlichen Themenwoche. Schaut doch mal vorbei und entdeckt Geisterstädte, Naturwunder und das Gefühl von Freiheit auf der legendären Route 66.

    Arizona Themenwoche

    Erfahrt mehr über Arizona