New Orleans ist ein wahres Stehauf-Männchen im Bundesstaat Louisiana. Aus den Trümmern der Verwüstung, die der Börsencrash und der Hurricane Kathrina hinterließ, stieg New Orleans wie ein Phönix aus der Asche empor und erstrahlt nun noch schöner als zuvor.

Obwohl sich die Stadt im Bundesstaat Louisiana befindet, erinnert hier tatsächlich relativ wenig an den „American way of Life“. In der Stadt werdet ihr auf Gebäude im spanischen und französischen Kolonialstil treffen, die das Stadtbild wie kein anderes prägen, aus Cafés ertönt schmissige Jazzmusik und in den Restaurants könnt ihr euch hervorragend durch die kreolische Küche schlemmen. Woran das liegt, fragt ihr euch? Nun ja, die Amerikaner waren halt nicht die Ersten hier, sodass in New Orleans kaum noch Platz war, um eine andere Kultur zu etablieren. Spanier und Franzosen waren schlicht und ergreifend schneller und haben in der ganzen Stadt ihre Spuren hinterlassen. Doch auch auf britische, karibische und deutsche Fußspuren könnt ihr euch in der Stadt begeben. Was ihr auf keinen Fall verpassen dürft, erfahrt ihr nun hier in meinen New Orleans Tipps!

New Orleans Tipps

Sightseeing per Cable Car | Vielfältiges New Orleans | Geburtsstunde des Jazz | Eure Reise

The French Quarter of New Orleans, Louisiana.
Foto: istock.com/EdStock

Erste Eindrücke von New Orleans

Mit Sicherheit seid ihr vor kurzem auch auf meinen San Fransisco Artikel gestoßen, in dem ich euch von den tollen Cable Cars, also Straßenbahnen, vorgeschwärmt habe. Ähnliche Modelle findet ihr auch in New Orleans und ich kann euch sagen, dass sie das Stadtbild wie kaum eine andere Attraktion prägen. Doch ihr profitiert nicht nur von ihrer positiven Wirkung auf das Flair New Orleans‘, sondern auch davon, dass ihr wohl auf keinem anderen Weg in den Genuss einer so günstigen Stadtrundfahrt kommt.

Angeberwissen:

Die Strecke, die als Inspiration für den Roman „A Streetcar Named Desire“ diente, wurde bereits ein Jahr nach ihrer Eröffnung wieder geschlossen. Nachdem ihr eine oder mehrere Runden mit der Straßenbahn gedreht habt, könnt ihr euch, vollgepackt mit zahlreichen Eindrücken, nun auf die Sightseeing-Tour begeben und die Punkte abklappern, an denen ihr gerade schon vorbei gerauscht seid.

Mit 1,25$ für eine einfache Fahrt seid ihr schon mit an Bord und gerade einmal 0,25$ müsst ihr berappen, wenn ihr vorhabt, die Bahn zu wechseln. Bei einer Fahrt in den grünen Wagen der St. Charles Linie könnt ihr schon einmal etwas von der multikulturellen Luft schnuppern, die New Orleans durchströmt. Fahrt vorbei an imposanten Villen aus dem 19. Jahrhundert oder an den Privatuniversitäten Loyola und Tulane. Neben den grünen Wagen fahren auch rote, die sogenannten „Ladies in red“, durch die Stadt und bringen euch zuverlässig ins French Quarter, einem der Highlights New Orleans, auf das ich später noch genauer eingehen werde.

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Patchworkdecke New Orleans

Bei meinem Besuch in New Orleans haben mich vor allem die sogenannten Neighborhoods fasziniert, ganze Distrikte, die nach einem bestimmten Muster gestaltet sind. Meine feine Nase hat mich direkt in den wunderschönen Garden District geführt, denn dort dominieren farbenfrohe Blütenprachten das makellose Erscheinungsbild. Bei so viel Schönheit weiß man gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Vorkriegsvillen mit akkurat getrimmten Rasenflächen säumen die Straßenseiten, an ihren Balkonen ranken sich, mit Farbtupfern versehene Pflanzen empor, und nicht selten entdeckt ihr im Vorgarten einen riesigen Pavillon, der Skulpturen und exotische Gewächse beherbergt.

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Foto: tripadvisor

Ich gebe zu, um eine ärmliche Gegend handelt es sich hier definitiv nicht und auch einige Prominente haben sich augenblicklich in den Garden District verliebt; Nicholas Cage, Anne Rice oder Sandra Bullock sind nur einige von ihnen. Wenn ihr euren Blick für einen Augenblick von den atemberaubenden Villen lösen könnt, solltet ihr Ausschau nach dem Lafayette Cemetery No. 1 halten. Ja, ganz recht, auf eurer Sightseeing-Liste sollte dieser historisch anmutende Friedhof nicht fehlen, denn New Orleans Friedhöfe trumpfen mit einigen Besonderheiten auf, die definitiv Beachtung finden sollten. Im Gegensatz zu den uns bekannten Friedhöfen, bestehen diese hier ausschließlich aus imposanten Mausoleen. Dekadent, denkt ihr? Keineswegs, denn die Verwendung hat einen triftigen Grund: New Orleans tiefe Lage lässt den Boden sehr feucht werden, sodass permanent die Gefahr eines Seuchenausbruchs bestünde, wenn man die Verstorbenen lediglich in Holzsärgen bestatten würde. Teilweise findet ihr hier Gräber, die sich auf die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurückdatieren lassen; ihr unternehmt also eine richtige Zeitreise während eures Aufenthaltes aber verpasst nicht den Punkt, an dem ihr wieder ins Hier und Jetzt zurückkehrt.

Friedhof New Orleans USA iStock_000062170322_Large-2

Habt ihr euch im Garden District satt gesehen, solltet ihr euch auf den Weg zu New Orleans Aushängeschild, dem French Quarter oder auch Vieux Carré, machen. Ehe ich euch aber wieder Bauklötze staunen lassen werde, möchte ich euch noch an einer wahren amerikanischen Institution vorbeiführen: dem Mercedes-Benz Superdome. Sportfans rutschen jetzt schon unruhig auf ihren Stühlen umher, denn der Dome ist das Zuhause der New Orleans Saints (NFL) und New Orleans Pelicans (NBL) sowie mehrfacher Austragungsort von sogenannten Final Fours und dem legendären Super Bowl.

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Foto: Sean Xu/Shutterstock.com

Nur ein paar Meilen weiter und ihr setzt den ersten Fuß in das French Quarter, in dem ihr sicherlich mehr als nur einen Tag braucht, um seine ganze Schönheit zu bewundern. Es dauert aber keinen Tag, bis euch das Quarter in seinen magischen Bann gezogen hat! Spätestens, wenn ihr vor den oftmals zwei- oder dreistöckigen Häusern mit ihren roten Backsteinfassaden und den zierlichen, mit Ornamenten und Pflanzen verzierten Terrassen steht, wird es um euch geschehen sein. Wie gut, dass ihr viele der hübschen Häuschen auch betreten könnt, um in deren hervorragenden Cafés und Restaurants für einen Moment zu verweilen und das ganz besondere Flair auf euch wirken zu lassen. Die beste Aussicht habt ihr von einer der eben erwähnten Terrassen aus und den besten Café trinkt man, so wurde es mir zugetragen, im Café du Monde am beliebten French Market. Zugegeben, auch anderen Reisenden wurde dieser Tipp wohl schon zugetragen, denn gerade zu den Stoßzeiten wimmelt es hier nur so von neugierigen Touristen, aber den Ort, an dem früher die Choctaw-Indianer Handel getrieben haben, sollte man als New Orleans Reisender schon einmal gesehen haben.

Ein weiteres Highlight im French Quarter ist der Jackson Square mit der dort errichteten St. Louis Catherdral, die tatsächlich die dritte Kathedrale an dieser Stelle ist. Mit ihrer Kämpfernatur erinnert sie mich ja irgendwie an New Orleans selbst, das sich auch nach zahlreichen Katastrophen nicht hat beirren lassen und immer wieder auferstanden ist.

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New Orleans – Die „Wiege des Jazz“

Ein Urlaub in New Orleans ohne den Auftritt einer Live-Band? Undenkbar, denn dank der Street Bands, die seit Jahren das Erscheinungsbild der Stadt prägen, und den verschiedenen Musiktraditionen, die ihren Weg in die Stadt mithilfe der zahlreichen Zuwanderer gefunden haben, konnte der Jazz in New Orleans geboren werden. In der Frenchmen Street findet ihr die Jazz- und Live Musik-Hochburg der Stadt, ein Besuch gehört also zum Pflichtprogramm. Ich wäre nicht euer Urlaubsguru, wenn ich nicht direkt die richtigen Adressen für euch zur Hand hätte, nicht wahr?! Wer es gerne trubelig mag, Menschenmassen nicht scheut und einfach die ganze Nacht lang feiern will, der ist in der Bourbon Street gut aufgehoben.

French Quarter nightlife.

Neben Jazz- und Cocktailbars findet ihr hier auch andere Etablissements, für die die Bourbon Street berühmt berüchtigt ist. Aushängeschild der Straße ist jedoch das über mehrere Tage andauernde Mardi Gras Festival, was übersetzt „Fetter Dienstag“ bedeutet. Fett ist auch die richtige Bezeichnung für die Feierlichkeiten, deren Ursprung bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, jedoch finden sich kaum die richtigen Worte, um dieses Spektakel gebührend zu beschreiben. Das Festival erinnert stark an die Traditionen des Karnevals, Einheimische pochen vehement darauf, dass zwischen beiden ein klarer Strich gezogen wird, auch, wenn beide Gebrauch von ausschweifenden Paraden und bunten Kostümen machen.

Ich finde, ihr solltet euch einfach selbst ein Bild davon machen, am 28. Februar 2017 ist es auch schon wieder soweit. ;) Ihr mögt es lieber ruhig und gediegen, wollt aber nicht auf gute Live-Unterhaltung verzichten? Dann geht es für euch schnurstracks wieder zurück zur Frenchmen Street und dort in den The Spotted Cat Music Club, der sowohl von Kennern als auch Neulingen für seine Atmosphäre, sein Publikum und natürlich seine Musik hoch geschätzt wird. Früh sein lohnt sich, denn in den überschaubaren Räumlichkeiten kann es gegen Abend brechend voll werden und ihr wollt euch die Musik ja nicht von draußen anhören, oder? Das Snug Harbor Jazz Bistro kann seine Gäste ebenfalls mit einer tollen Location und schmissiger Musik überzeugen. Das Ende des Raumes wird durch eine Bühne begrenzt, auf der euch all abendlich eine andere Band mit ihren Songs mitreißen will. Hier erfüllt aber nicht nur Musik den Raum, sondern auch Besteckgeklapper und das wohlige Seufzen der Gäste, wenn sie eines der leckeren, traditionellen oder amerikanischen Gerichte verspeisen. Essen und Musik ist immer eine gute Kombination, wenn ihr mich fragt! Wer in edlerem Ambiente speisen und lauschen möchte, reserviert einen Tisch im Irvin Mayfield’s Jazz Playhouse.

Jazz
Foto: tripadvisor

Grammy- und Billboard Gewinner Irvin Mayfield lässt hier nur die besten Jazz-Talente an die Trompete oder das Saxophon, und weiß den Abend für seine Gäste noch mit einem exquisiten Mahl zu krönen. Wer nicht allzu sehr auf den Geldbeutel achten muss, für den ist dies die erste Adresse.

Eure Reise nach New Orleans

Mein Aufenthalt in New Orleans liegt jetzt zwar schon einige Zeit zurück, aber immer, wenn ich an diese wunderbare Stadt zurückdenke, erfüllt die Jazzmusik wieder meinen ganzen Körper und die Bilder der imposanten Villen und wild bewachsenen Terrassen tanzen unweigerlich vor meinem inneren Auge. Damit auch ihr in den Genuss dieses Feelings kommt, rate ich euch, nicht mehr lange mit der Planung oder sogar Buchung eures New Orleans Urlaubs zu warten! Verbindet den Aufenthalt doch mit dem Besuch des Mardi Gras Festivals oder dem Auftritt einer Jazz-Größe in einem von New Orleans Clubs. Egal, wie ihr es haltet, meine New Orleans Tipps sollten ein guter Anregungspunkt für euch sein ;)