Als Land zählt Kanada ja sowieso seit Langem zu meinen liebsten Reisezielen. Wenn ihr auch gerade eine Reise hierher plant, solltet ihr die Stadt Montréal in der Proviz Québec dabei nicht vergessen. Warum, das erfahrt ihr hier!

Montréal gilt inoffiziell als Kulturhauptstadt Kanadas. Darüber mag man sich jetzt vielleicht streiten, nicht aber darüber, dass das Gefühl der Lebensfreude, das in Montréal überall zu spüren ist, in dieser Form einzigartig ist. Und das, obwohl hier im Winter Temperaturen von minus 15 Grad keine Seltenheit sind und es auch erst ab April wieder wärmer wird. Die Montréaler lassen sich davon nicht die Laune verderben. Sie sind das ganze Jahr über in Feierlaune und leben diese bei ihren rund 100 Festivals aus. Dabei beweisen sie immer wieder Gastfreundschaft, Weltoffenheit und Toleranz. Kein Wunder also, dass sich in der multikulturellen und bilingualen Stadt (man spricht Französisch und Englisch) Menschen jeder Nationalität, Sexualität und Religion wohlfühlen. Auch bei Studierenden steht Montréal hoch im Kurs, so wurde es 2017 von den QS World University Rankings zur studentenfreundlichsten Stadt der Welt gewählt.

Tipps für Montréal

Sehenswürdigkeiten | ShoppingKulinarik | Nachtleben | Festivals und Events

Montreal over river at sunset

Sehenswürdigkeiten in Montréal

Wenn ihr das erste Mal in Montréal seid, dann gibt es ein paar Stopps, die ihr auf eurer Sightseeingtour nicht verpassen dürft. Als erste Orientierung und als Planungshilfe für euren Aufenthalt dient euch die Karte, die ich extra für euch erstellt habe. Wenn ihr sie herunterladet, könnt ihr sie sogar ohne WLAN verwenden.

Die Kathedrale Notre-Dame ist eins der absoluten Wahrzeichen der Stadt. Sie stammt bereits aus dem Jahr 1847. Das prunkvolle Interieur aus Gold, geschnitztem Holz und Buntglas ist wirklich sehenswert, genau wie die Orgel. In dieser Kirche haben schon viele berühmte Kanadier geheiratet oder wurden beerdigt.

Die eisigen Temperaturen sind Schuld daran, dass in Montréal das Leben in den Wintermonaten zu großen Teilen unterirdisch stattfindet. In dem Tunnelsystem unter der Stadt wird gearbeitet, gegessen und geshoppt. In solchem Ausmaß ist das weltweit einzigartig und es lohnt sich daher definitiv, das Ganze einmal mit eigenen Augen zu sehen. Ich war davon so fasziniert, dass ich der Untergrundstadt in Montréal schon einen eigenen Artikel in meinem Reisemagazin gewidmet habe.

Ganz anders als die geschichtsträchtige Kathedrale, aber ebenso unverwechselbar für das Stadtbild von Montréal, ist das Olympiastadion. Aufgrund seiner charakteristischen Form nennen die Montréaler es „The Big O“.

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Foto: iStock.com/Dan Barnes

Dass Montréal eine sehr, sehr grüne Großstadt ist, beweist sie mitunter dadurch, dass ein Park unter ihren wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist: der Parc du Mont-Royal. Es wundert mich nicht, dass er von demselben Architekten konzipiert wurde wie auch der New Yorker Central Park, denn er bietet die perfekte Spielwiese für jegliche Outdooraktivitäten und entspannte Sommertage. Mein Tipp: Lauft entweder zum Kondiaronk Lookout oder zum Observatoire de l’Est für eine fantastische Aussicht über die Stadt.

Insgesamt hat Montréal 17 verschiedene Parks, aber ich möchte an dieser Stelle nur noch eine weitere Empfehlung aussprechen und zwar für den Botanischen Garten, welcher unter Kennern als einer der schönsten Gärten der Welt gilt. Unter den 22.000 Pflanzenarten, die euch in verschiedenen Gewächshäusern und 20 thematischen Gärten präsentiert werden, sind Pflanzen aus aller Welt vertreten. Das Highlight? Der chinesische Garten, der der größte seiner Art außerhalb Chinas ist.

Der Botanische Garten ist Teil des Space for Life. Dieses ist nicht nur das größte, sondern auch das außergewöhnlichste Naturkundemuseum in ganz Kanada. Dazu gehören außerdem noch ein Planetarium, ein Insektarium und der Biodôme, der Besucher durch die vielfältigen Ökosysteme des gesamten amerikanischen Kontinents durch tropische Regenwälder, kanadische Wälder bis in die Subantarktis führt. Sogar Pinguine könnt ihr dort sehen.

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Biodome im Frühling

Auch die anderen interessanten Museen in Montréal sind immer einen Besuch wert. Besonders erwähnenswert sind das Musée d’art contemporain, also das Museum für zeitgenössische Kunst, das von vielen als das wichtigste Museum Kanadas gehandelt wird, und das Château Ramezay, das euch 500 Jahre Geschichte Montréals, Québecs und Kanadas vorstellt.

Ein weiteres Muss ist der Vieux Port, was auf Deutsch „alter Hafen“ bedeutet. Heutzutage findet ihr dort viel mehr als nur den Hafen, nämlich eine 2,5 Kilometer lange Promenade, auf der ihr entlang des St. Lawrence Flusses spazieren und das umfangreiche Unterhaltungsangebot nutzen könnt. Auch zum Radfahren ist das eine echt schöne Strecke. Fahrradfahrer haben es in Montréal zum Glück generell sehr leicht. Es bietet sich also durchaus an, den Fahrradverleih BIXI zu nutzen, um die Stadt zu erkunden. Dieser bietet ein ähnliches Leihangebot an, wie ihr es bestimmt schon aus vielen anderen Großstädten kennt.

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Vieux Port

Montréal kann bei Besuchern nicht nur mit einer ausgesprochen grünen Ader und bunten Freizeitmöglichkeiten punkten, sondern auch mit einigen architektonischen Highlights. Interessierte sollten neben den bereits genannten Sehenswürdigkeiten vor allem dem World Trade Centre, dem Habitat 67 und dem Quartier International einen Besuch abstatten, die als Meisterwerke der modernen Baukunst gelten. Wer Lust hat, sich ein bisschen weiterzubilden, dem empfehle ich außerdem das Kanadische Center für Architektur, das auch ein Museum beheimatet.

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, hat Montréal nicht dieses eine Wahrzeichen, das man bei einem Besuch einmal von der Liste abhaken kann und dann ist der Städtetrip erfolgreich getan. Sondern vielmehr lohnt es sich, ganz in Ruhe durch die verschiedenen Viertel zu schlendern und ihr Flair in sich aufzusaugen. Eure Sightseeingtour wird euch in allen Fällen nach Downtown und auch in die historische Altstadt führen. Little Italy ist ebenfalls immer ein sehr guter Startpunkt für Erkundungen. Jung und hip geht es in Plateau und im Mile End zu.

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Montréals charmante Altstadt. Foto: iStock.com/gregobagel

Shopping in Montréal

Wo es so viel zu sehen gibt, da kann man selbstverständlich auch hervorragend einkaufen gehen. Am besten geht das im Untergrund und im Einkaufscenter Place Ville Marie. Aber auch die Rue Saint-Denis und die Rue Sainte-Catherine lassen das Shoppingherz höher schlagen. Höhepunkte des kanadischen Designs findet ihr im Marché Bonsecours in charmanter, historischer Atmosphäre.

Kulinarische Highlights von Montréal

Wenn ihr mich schon länger kennt, dann wisst ihr, dass für mich zu einem gelungenen Städtetrip auch die perfekte Verpflegung nicht fehlen darf. Dabei liebe ich es immer besonders, mich durch die jeweiligen Spezialitäten der Stadt zu schlemmen. In Montréal fallen mir da sofort die Poutine ein. Das sind Pommes serviert mit Käse und Bratensauce, die ein so fester Bestandteil der kanadischen Fast-Food Kultur sind, dass sie dort sogar im Programm von McDonald’s und Co. zu finden sind. Außerdem essen die Montréaler liebend gern Räucherfleisch, zum Beispiel im berühmten Schwartz’s Deli, und Bagels. Für letzteres sind St. Viateur und Bagel etc. meine Favoriten.

Anders, als es jetzt vielleicht auf den ersten Blick scheinen mag, erfreut sich Montréal aber auch bei Vegetariern und Veganern großer Beliebtheit. Vollkommen zurecht, bei dem umfangreichen und vor allem leckeren Angebot, das sogar überzeugte Fleischesser des Öfteren zur fleischlosen Variante greifen lässt! Egal, auf welche Ernährungsweise ihr schwört, ein Essen im Aux Vivres oder La Panthère Verte werdet ihr nicht bereuen.

Mein letzter Tipp für die Foodies unter euch ist der Marché Jean-Talon, ein riesiger Markt im Stadtteil Little Italy. Hier decken sich nicht nur die Gastronomen der Stadt mit frischen Zutaten ein, sondern auch ihr könnt leckere Snacks, wie Sandwiches, Tacos und Eis, erstehen. Ihr habt die Qual der Wahl zwischen all den Cafés und Delis, die euch mit dem Geruch von frisch gebrühtem Kaffee und köstlichem Gebäck locken. Ein paar Spezialitäten aus Québec könnt ihr auch noch als Souvenirs oder Mitbringsel mitnehmen.

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Foto: iStock.com/DoucetPh

Montréals Nachtleben

Die Happy Hour von 5 bis 7 ist eine feste Institution des Montréaler Nachtlebens. Stürzt euch also in eine der vielen Bars und mischt euch unter die Einheimischen, um einen möglichst authentischen Eindruck davon zu bekommen, wie diese Stadt tickt. Gegessen wird übrigens erst danach, so gegen 9 Uhr abends, also später, als es bei uns in Deutschland typischerweise üblich ist. Coole Bars findet ihr zwar auch in Downtown oder in der Altstadt, viel weniger touristisch geht es aber im Quartier Latin und in Griffintown zu. Im Sommer versammeln sich die Montréaler massenweise im Village rund um die Rue Sainte-Catherine, das übrigens auch einer der Hotspots für LGBQT Kultur ist.

Als Höhepunkt des Nachtlebens möchte ich euch auch das Casino de Montréal mit seinen extravaganten Shows und Events nicht vorenthalten. Ausgelassen tanzen bis in die Morgenstunden könnt ihr im Club Unity und im Muzique Nightclub.

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Foto: iStock.com/Rixipix

Festivalkultur in Montréal

Die Montréaler lieben ihre Festivals und Events einfach über alles – und das nicht nur, wie man vielleicht zunächst vermuten könnte, im Sommer, wenn es draußen warm ist und die Tage lang sind, sondern zu jeder Jahreszeit. Sogar im Winter trotzt ihre Feierlaune jeglichem Wetter. Es gibt rund 100 Festivals zu den unterschiedlichsten Anlässen. Dabei geht es musikalisch genau so hoch her wie sportlich und kulinarisch. Ein paar der absoluten Höhepunkte in diesem Jahr stelle ich euch jetzt vor.

2017 steht vor allem der 375. Geburtstag der Stadt im Vordergrund. Dieser fällt auf den 14. Mai, wird aber das ganze Jahr über mit kostenlosen Events gebührend gefeiert. Was für ein glücklicher Zufall, dass der Stadtgeburtstag auch noch in das selbe Jahr fällt wie der 150. Geburtstag Kanadas. So gibt es gleich doppelten Grund zu feiern!

Zusätzlich zu den Geburtstagen werden natürlich auch in diesem Jahr wieder altbewährte Favoriten auf dem Programm stehen. Eins der Aushängeschilder der Stadt ist das Internationale Jazz Festival. Dieses Jahr findet es vom 28. Juni bis zum 8. Juli statt und kann wie immer mit einem Line-Up der Extraklasse punkten. Für Jazz-Fans oder alle, die es noch werden möchten, ist es definitiv ein Muss.

Montréal ist ebenfalls bekannt für die gigantischen Events, die hier zur Feier von Schwulen und Lesben veranstaltet werden. Fierté Montreal oder auch Montréal Pride ist das größte Event dieser Art, an dem jedes Jahr mehr als eine Millionen Menschen teilnehmen, darunter selbstverständlich auch Heterosexuelle, um für die Rechte der LGBQT Gemeinschaft auf der ganzen Welt zu demonstrieren und ordentlich abzufeiern. Es findet in diesem Jahr vom 11. bis zum 20. August statt. Beim Black and Blue Festival in der zweiten Oktoberwoche geht es mehr ums Musikalische und Künstlerische.

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Foto: iStock.com/Josie Desmarais

Allgemein werdet ihr Montréal als eine überaus musikalische Stadt kennen lernen. Jeden Sonntag im Sommer (zwischen dem 22. Mai und dem 2. Oktober) findet im Jean-Drapeau Park das Piknic Electronik statt, ein Outdoor Event für elektronische Musik. Das wird in Montréal übrigens so gut angenommen, dass das Konzept nun auch auf andere Großstädte auf der ganzen Welt übertragen wird. Auch in Barcelona, Melbourne, Dubai und Santiago de Chile könnt ihr zu feinsten Elektrosounds picknicken – und weitere sollen bald folgen.

Falls ihr euren Sonntagnachmittag in Montréal noch außergewöhnlicher gestalten möchtet, schaut euch auch mal die sogenannten Tam-Tams an, wenn sich im Parc du Mont-Royal vor dem George-Étienne-Cartier-Monument Trommler aus allen Nationen treffen, um gemeinsam zu musizieren. Diese Events sind nicht offiziell organisiert, aber trotzdem eine feste Größe in der kulturellen Landschaft Montréals und, wie ich finde, ein tolles Beispiel den einzigartigen Charme dieser Stadt. Musikfans dürfen auch das Osheaga Festival vom 3. bis zum 6. August 2017 nicht verpassen, das jährlich das beste aus Rock und Pop auf die Bühne stellt.

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Hier findet ihr jeden Sonntag Nachmittag die berühmten Tam Tams

Wie bereits erwähnt, lassen sich die Montréaler von den frostigen Temperaturen des kanadischen Winters nicht unterkriegen, sondern zelebrieren eben diesen mit dem jährlichen Festival Montréal En Lumiére. Neben Konzerten, Theater- und Tanzaufführungen liegt hier das Hauptaugenmerk auf der Gastronomie. Höhepunkt des Festivals ist die Nuit Blanche, in der es wirklich alle Einwohner der Stadt raus auf die Straßen, in die Museen und Clubs der Stadt zieht, um an dem umfassenden kulturellen Programm teilzunehmen. Dieses Jahr ist es am 4. März so weit, insgesamt dauern die Feierlichkeiten vom 23. Februar bis zum 11. März an. Das Igloofest ist mit seinem erstklassigen Line-Up aus DJs quasi das winterliche Pendant zum Piknik Elektronik. In diesem Jahr ist es leider schon vorbei, aber merkt euch den Zeitraum zwischen Januar und Februar doch einfach schon mal fürs nächste Jahr vor.

Montreal Tipps
Auch im Winter ist Montréal einfach wunderschön!

Das sportliche Highlight des Veranstaltungsjahres in Montréal ist ganz klar der Große Preis von Kanada, dieses Jahr am 11. Juni. Für Sportbegeisterte lohnt es sich aber auch, ein Eishockeyspiel der Montreal Canadiens besuchen – die Stadt soll immerhin eine bedeutsame Rolle bei der Entstehung des Eishockeys gespielt haben.

Los geht’s nach Kanada

Ich denke, ich habe nicht zu viel versprochen, als ich davon erzählt habe, dass es in Montréal immer einen Grund zum Feiern gibt. Ich habe mein Bestes gegeben, euch die Glanzlichter dieser wundervollen Stadt vorzustellen, um euch vor Augen zu führen, wie vielfältig und charmant sie ist. Denkt aber daran, dass es sich dabei lediglich um einen Ausschnitt aus allem, was Montréal an coolen Events, Restaurants und Aktivitäten zu bieten hat, handelt. Am besten, ihr überzeugt euch selbst vom Charme dieser Stadt, die mich so sehr in Begeisterung versetzt hat. Schickt mir gerne eine individuelle Reiseanfrage, wenn ihr mit dem Gedanken einer Kanada Reise spielt.

Inspiration für eure Kanada Reise