Wer schon einmal in der Normandie war, kennt die beeindruckende Abtei Mont Saint Michel, die mächtig über dem Wattenmeer thront und unbedingt einen Besuch wert ist. Alles rund um ihre Historie erfahrt ihr hier.

Heute möchte ich ein ganz besonderes UNESCO-Welterbe vorstellen, das ihr in der französischen Normandie besuchen könnt. Einige von euch fahren vermutlich in den Sommerferien nach Frankreich und verbringen ihren Urlaub in der Bretagne oder auch in der wunderschönen und etwas rauen Normandie. Ich war als Kind einige Male mit meinen Eltern in Frankreich und hatte die Möglichkeit, eine wirklich beeindruckende kleine Insel zu besuchen. Die Rede ist von der Mont Saint Michel, einem Eiland mit rund 45 Einwohnern und einer beeindruckenden Historie. Seit 1979 gehört die Insel zum UNESCO-Weltkulturerbe und kann sich damit einreihen in die Riege der sehenswertesten Orte der Erde. Ich möchte euch die Insel mit ihren Besonderheiten vorstellen.

Alles über den Mont Saint Michel in Frankreich

Geschichte | Was euch hier erwartet | Öffnungszeiten & Preise

Die Geschichte der Mont Saint Michel

Die Mont Saint Michel beeindruckt mit einer legendären Silhouette, die geprägt ist von der auf dem Berg thronenden Abtei. Der erste Sakralbau wurde bereits im 8. Jahrhundert in Auftrag gegeben und schon im Jahr 1017 wurde mit dem Bau des heute noch erhaltenen Klosters begonnen.

Die mächtigen Mauern schützen die Anwohner im Krieg vor Invasionen.

Im Mittelalter erlebte die Insel ihre erste Hochphase als beliebte Pilgerstätte. Die Gläubigen strömten in Scharen hierher und zahlreiche Kinderwallfahrten hatten die Insel in der Normandie zum Ziel. Die Schreibstube der Abtei war bis über die Grenzen des Landes hinaus bekannt und geschätzt. Auch heute noch seht ihr in den Museen der Insel einige Überbleibsel dieser Zeit. Während des Hundertjährigen Krieges konnten die englischen Feinde die Burg nie einnehmen, denn mächtige Mauern schützten Abtei und Bewohner vor der Invasion.

Während der französischen Revolution wurde das Kloster zum Gefängnis umfunktioniert und diente zur Verwahrung der unterschiedlichsten Regimegegner. Erst Kaiser Napoleon III. ließ das Dorf restaurieren und etwa in den Zustand versetzen, in dem er sich jetzt befindet. Mittlerweile ist die Insel der am dritthäufigsten besuchte Ort in ganz Frankreich – ihr könnt euch bestimmt denken, dass nur der Eiffelturm in Paris und das Schloss Versailles mehr Besucher anziehen. Gerade Besucher aus den USA sind immer wieder von der mittelalterlichen Geschichte Europas fasziniert.

Ein Anblick, der beeindruckt

Wie beeindruckend das kleine Eiland ist, kann man auf Fotos schon gut erkennen. Wer sich dann aber zu Fuß über den Damm und den Steg auf den Weg hinauf macht, der empfindet beinahe Ehrfurcht vor diesem einzigartigen Bauwerk. Im Inneren der Burgmauern angekommen, beginnt auf der Grand Rue eine eigene Welt, die ihr so vielleicht sonst nirgendwo wieder finden könnt. In dieser einzigartigen Atmosphäre ist es auch nicht schlimm, wenn das Wetter nicht besonders einladend ist.

Im Inneren der Burgmauern fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt.

Gerade, wenn Nebenschwaden durch die schmalen Gassen wabern und ein schwaches Licht diese nur schummrig beleuchtet, fühlt ihr euch wie in einer anderen Zeit versetzt. Lasst euch aber nicht von den anderen Besuchern erschrecken, die leise durch die Gassen schlendern und plötzlich vor euch erscheinen.

Im Sommer ist es in der Mont Saint Michel besonders voll und dann kann der Besuch schon mal anstrengend werden. Das Schöne ist aber, das es mit dem Aufstieg zunehmend ruhiger wird. Denn selbst zu belebten Zeiten ist es in der Abtei relativ angenehm, da sich auch die großen Reisegruppen und Schulklassen respektvoll und ruhig verhalten. Am Fuß des Berges gibt es die üblichen Touristenshops und Cafés, in denen ihr euch nach Mitbringseln für die Daheimgebliebenen umschauen oder bei einem typisch französischen Omelette die Mittagspause genießen könnt. Vergesst nicht, den Blick entlang der wunderschönen mittelalterlichen Fassaden schweifen zu lassen, denn oberhalb der Shops gibt es eine wirklich tolle Architektur zu sehen. Schlendert die schmalen Gassen immer weiter hinauf, bis ihr schließlich den Eingang des Klosters erreicht.

Die Gewölbe der Abtei sind wirklich beeindruckend und erinnern mich ein wenig an die Innenhöfe bei Harry Potter oder den Herr der Ringe Filmen. Kein Wunder, schließlich soll die Klosteranlage von einigen Jahren auch die Kulissenbauer der Herr der Ringe Filme inspiriert haben. Besonders der Kreuzgang von 1228 hat es mir angetan. Wenn man sich vorstellt, dass dieses gewaltige Bauwerk beinahe mit bloßen Händen auf den Berg gebaut wurde, kann man nur den Hut ziehen.

Nehmt euch unbedingt ein paar Minuten Zeit und lauscht dem Orgelspiel in der Kapelle oder schaut den Kirchendienern bei den Vorbereitungen für die nächste Messe zu. Im Refektorium nahmen die Mönche ihre Mahlzeiten ein und auch noch heute kann man den Geist der vergangenen Zeit hier fühlen. Auch solltet ihr von den Burgmauern aus einen Moment lang das Meer beobachten. Dabei könnt ihr vielleicht sogar den Gezeiten zusehen, denn Ebbe und Flut wechseln sich hier besonders eindrucksvoll ab. Bei Ebbe könnt ihr am Horizont so manche Reitergruppe und viele Wattwanderer erkennen. Der Ausblick ist einfach herrlich.

Mont Saint Michel – Öffnungszeiten und Preise

Besucher können auf dem Parkplatz parken, der rund 3,5 Kilometer von der Mont Saint Michel entfernt ist. Früher war es noch möglich, den Parkplatz direkt an der Insel zu nutzen, doch der Damm, auf dem die Autos parken konnten, wurde glücklicherweise entfernt.

Besichtigung Abtei Preise:

  • Erwachsene 9€
  • Kinder bis 25 Jahre aus EU Ländern kostenlos

Geführte Besichtigungen:

  • Erwachsene 13€
  • Kinder von 15 bis 18 Jahren 9€
  • bis 15 Jahren kostenlos
  • Audio-Guide 4,50€
So bekommt ihr jetzt ein sehr viel authentischeres Bild der Abtei und der sie umgebenden Häuser und Burgmauern, ohne störende Autos im Vordergrund. Vom ausgewiesenen Parkplatz (Kosten 8,50€/Tag für PKW) fährt regelmäßig ein kostenloser Shuttlebus hinauf zur Burg, wer es etwas romantischer mag, kann auch mit einer Kutsche fahren. Die hier eingenommenen Gebühren fließen in das Renaturierungsprojekt und kommen so jedem Besucher letztendlich in irgendeiner Form wieder zugute. Der Besuch des Dorfes an sich ist zu jeder Zeit des Jahres kostenlos. Wer die fantastische Aussicht und die Gassen und Wege ganz für sich haben möchte, sollte früh morgens oder am späten Abend kommen. Beides ist möglich, denn die Shuttlebusse fahren täglich zwischen acht Uhr morgens und ein Uhr in der Nacht.

Mont Saint Michel gehört auf jede Bucketlist

Ich kann euch einen Besuch der Mont Saint Michel nur wärmstens ans Herz legen, ihr werdet verzaubert sein von der einzigartigen Atmosphäre, die euch hier zu jeder Jahreszeit erwartet. Selbst wenn ihr schon in einigen europäischen mittelalterlichen Städten gewesen seid, kann ich euch versichern, dass euch hier noch einige wunderschöne Häuser und eine einzigartige Architektur erwarten. Herr der Ringe und Game of Thrones lassen grüßen!

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