Wolltet ihr euch schon immer mal wie ein Pirat in einer richtigen Festungsanlage fühlen? Auf St.-Malo in der Bretagne habt ihr die besten Voraussetzungen dafür. Ich verrate euch, was diese einmalig französische Stadt sonst noch zu bieten hat!

Saint-Malo liegt an der Nordküste der Bretagne im Départment Ille-et-Vilaine. Trotz des typisch bretonisch rauen und windigen Wetters kann man (besonders im Sommer) auch häufig die Sonne genießen. Eine Festungsanlage, Gezeitenunterschiede von bis zu 12 Metern und schöne Sandstrände machen St.-Malo mittlerweile zu einem der meistbesuchten Touristenorte in Frankreich. Wollt ihr in die Geschichte der Stadt und damit auch in die der Korsaren eintauchen, bieten euch Museen oder geführte Stadtrundgänge die besten Anlaufstellen. Klingt nach einem abwechslungsreichen Urlaubsziel, oder? Ich zeige euch, was ihr in Saint-Malo alles erleben könnt.

Entdeckt Saint-Malo in Frankreich

Was gibt es zu sehen? | Kulinarisches Verwöhnprogramm | Aktivitäten rund um die Hafenstadt

Bereit, St.-Malo zu erobern?

Saint-Malo kennen und lieben lernen

Die Altstadt

Sich in Saint-Malo zu verlieben, ist definitiv keine Schwierigkeit. Alleine die Altstadt werdet ihr schnell in euer Herz schließen. Umgeben von der beeindruckenden, historischen Stadtmauer tummeln sich kleine Steinhäuschen Reihe an Reihe und bilden kleine, verwinkelte Gassen. Das besondere Flair entsteht durch die typisch französischen Cafés und kleinen Läden, die bretonische Produkte und Spezialitäten anbieten und euch zum Bummeln einladen.

Habt ihr euren Stadtbummel beendet und benötigt ein wenig Abstand vom Trubel, könnt ihr euch auf den Weg in Richtung Meer machen. Dabei kommt ihr unweigerlich an der 2 Kilometer langen Stadtmauer vorbei. Spitzt ihr die Ohren, könnt ihr die tosenden Wellen an die Wehrmauer schlagen hören. Innerhalb der Stadt und an den Stränden gibt es mehrere Aufgänge, sodass ihr jederzeit hinauf- oder hinabsteigen könnt.

An manchen Stellen in der Stadt stehen noch die alten Kanonen, mit denen sich die Einwohner St.-Malos früher gegen Feinde verteidigt haben

Oben angekommen, habt ihr einen wunderbaren Blick sowohl auf das Meer als auch über die Altstadt. Ein besonderes Fotomotiv bieten die vorgelagerten kleinen Festungen Fort du Petit Bé und Fort National, welche früher zum Schutz von St.-Malo beigetragen haben. Habt ihr genügend Fotos geknipst, könnt ihr euren Weg zum Meer fortsetzen oder eine Runde außerhalb der Stadt drehen und dabei die Türme und Stadttore bewundern. An manchen Stellen stehen sogar noch die alten Kanonen, mit denen sich die Malouinen, die Einwohner St.-Malos, früher gegen Feinde verteidigt haben.

Guru Tipp: Begeistern euch außergewöhnliche Unterkünfte? Dann ist eine Übernachtung im Fort du Petit Bé genau das Richtige für euch. Die frühere kleine Festung wurde renoviert und bietet euch nun die Möglichkeit, in einem geschichtsträchtigen Gebäude zu übernachten. Aber Achtung, je nach Gezeiten könnt ihr nur mit dem Boot anreisen. Spannend, oder? Hier kommt ihr zur Unterkunft:

Fort du Petit Bé

Einblicke in die Geschichte Saint-Malos

Möchtet ihr mehr über die Malouinen, Korsaren und den geschichtlichen Hintergrund der Stadt erfahren, empfehle ich euch, an einer der vielen angebotenen Führungen teilzunehmen. Wollt ihr lieber auf eigene Faust die Stadt durchstreifen und trotzdem interessantes Wissen anhäufen, könnt ihr euch in einer der Touristeninformationen einen Audioguide ausleihen. Zeigt sich St.-Malo von seiner regnerischen Seite, müsst ihr euch nicht ärgern. Ihr könnt dem „Museum der Geschichte St.-Malos“ einen Besuch abstatten und euch dort über fast 500 Jahre französische Seegeschichte informieren. Das Museum befindet sich im großen Wehrturm des Schlosses, welches selbst eine kleine Sehenswürdigkeit darstellt. Gut zu wissen: Bei beliebten Führungen, wie St.-Malo bei Nacht, solltet ihr euch bereits rechtzeitig um euer Ticket kümmern, um auch wirklich einen Platz zu erhalten.

Kanonen in Saint Malo
An manchen Stellen in der Stadt stehen noch Kanonen

Sandstrände in St.-Malo

Möchtet ihr euren Urlaub etwas entspannter angehen, könnt ihr euch an einem der Sandstrände von St.-Malo sonnen. Besonders beliebt ist der „Plage du Môle“, der unterhalb der Festungsmauer liegt und damit weitestgehend windgeschützt ist. Der Strand wird von Rettungsschwimmern überwacht und es gibt sowohl Duschen als auch eine Erste-Hilfe Station.

Guru Tipp:

Am Plage de Bon-Secours gibt es einen strandeigenen Kinderclub, in welchem ihr eure Kinder guten Gewissens  abgeben könnt, um selbst ein bisschen am Strand zu relaxen.

Ist euch trotz allem das Baden im Meer zu unsicher, kommt ihr am „Plage de Bon-Secours“ auf eure Kosten. An diesem Strand befindet sich ein Meerwasserfreibad und ihr habt darüber hinaus die Möglichkeit, Wassersport zu betreiben. Auch bei den zusätzlichen Serviceleistungen kann der Strand punkten – Toiletten sowie Bars und Restaurants runden das Angebot ab.

Saint-Malo Strand

Gezeitenkraftwerk

Seid ihr an Technik interessiert, bietet euch das Gezeitenkraftwerk einen guten Ort, um euren Wissensdurst zu stillen. Es befindet sich ca. 20 Minuten mit dem Auto von St.-Malo entfernt, in der Rance-Mündung. Auf den ersten Blick ist das Kraftwerk nicht erkennbar – lediglich eine riesige Brücke, die bei Schiffsverkehr aufgeklappt werden kann, ist zu sehen. Aber keine Sorge, ihr habt euch nicht verfahren. Die gesamte Technik befindet sich unter der Fahrbahn. Habt ihr Lust, die Geheimnisse und Funktionsweise des Kraftwerks genauer zu erkunden, bietet euch der 300 m² große und kostenlose multimediale Ausstellungsbereich die perfekte Anlaufstelle. Das Kraftwerk stellt im Jahr ungefähr 600 Mio. kWh an elektrischer Energie her. Betrieben wird es alleine durch die Gezeiten, die mächtige Stromgeneratoren antreiben.

Kulinarisches Verwöhnprogramm

Wie ihr bestimmt wisst, zählt die französische Küche weltweit zu den besten und einflussreichsten Landesküchen. Auch die in Saint-Malo angesiedelte bretonische Küche macht da keine Ausnahme. Zu den besonderen Spezialitäten der Bretagne gehören Crêpes, Galettes und jede Menge frischer Fisch. Solltet ihr also Hunger verspüren, macht ihr euch am besten auf den Weg in eine der vielen Crêperien und probiert die Nationalspeisen der Franzosen. Folgt einfach eurer Nase – der himmlische Duft leitet euch durch die Gassen!

Unbedingt probieren:

  • Galette besteht aus einem Buchweizenmehlfladen, der in verschiedenen Variationen belegt und angeboten wird. Eine der beliebtesten Variationen ist der Galette Complète, serviert mit Schinken, Reibkäse und Spiegelei.
  • Hauchdünner Weizenmehlcrêpe darf als Nachtisch nicht fehlen. Er ist bestrichen mit Salzbutter, Zucker oder einem Fruchtaufstrich.

Mögt ihr es nicht so süß, begeistert euch vielleicht das vielfältige Fischangebot in St.-Malo. Jeden Morgen finden Auktionen im Hafen statt, bei welchen fangfrische Fische und Meerestiere von Restaurants ersteigert werden. Diese werden dann auf typisch französische Art zubereitet und ihr könnt euch mit den unterschiedlichsten Spezialitäten den Magen vollschlagen. Habt ihr Probleme, euch zu entscheiden, bieten viele Restaurants auch Meeresfrüchteplatten an, auf welchen dann typisch bretonische Tierchen, wie die Meerspinne, der Seeigel oder der Blaue Hummer, vertreten sind.

Seid ihr bereits gesättigt, könnt ihr euch an das bretonische Nationalgetränk wagen. Cidre ist ein Apfelschaumwein aus gegorenem Most und wird aus speziellen Äpfeln hergestellt. Der bretonische Cidre ist eher herb und farblich zwischen strohgelb und mahagonibraun. Getrunken wird er aus der typischen Bolée, einer kleinen Tasse aus Keramik. Cidre zu probieren, sollte zu jedem St.-Malo Besuch dazugehören – also Tchin-tchin!

Saint-Malo ist nicht genug? – Ausflüge in der Nähe

Inselausflug nach Jersey

Braucht ihr mal Abwechslung von der französischen Kultur, könnt ihr euch einfach ein Fährticket zur britischen Insel Jersey kaufen. Die Fähre fährt mehrmals täglich von St.-Malo nach Jersey und wieder zurück. Da die Überfahrt lediglich eine bis eineinhalb Stunden dauert, könnt ihr den Trip entspannt als Tagesausflug planen.

Von Frankreich ganz einfach nach Großbritannien

Auf Jersey habt ihr vielfältige Möglichkeiten, den Tag zu verbringen. Ihr könnt zum Beispiel am Strand entspannen, das Mont Orgueil Castle besuchen oder Fish & Chips in einem der Restaurants genießen. Reicht euch ein Tag, um die Insel zu erkunden, nicht aus, könnt ihr natürlich beliebig viele Nächte auf Jersey bleiben und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder nach St.-Malo übersetzen.

Austernhauptstadt Cancale

Gelüstet es euch nach Austern, solltet ihr auf jeden Fall in Cancale, der „Austernhauptstadt“ der Bretagne, vorbeischauen. Die kleine Hafenstadt befindet sich an der wunderschönen Smaragdküste, etwa 17 km von St.-Malo entfernt.

Seit der Antike wird in Cancale bereits im blau bis grün schimmernden Meer die Austernzucht betrieben
Möchtet ihr frische Austern probieren, empfehle ich euch den kleinen Austernmarkt am Hafen La Houle. Dort könnt ihr euch die Austern samt Zitrone direkt auf die Hand geben lassen und damit zum Kai wandern. Ich verspreche euch, wenn die Füße im Wasser baumeln und der Wind durch die Haare weht, schmeckt die Auster gleich nochmal viel besser. Aber passt auf, nicht nur euch schmecken die kleinen Muscheln! Seid ihr auch nur einen kleinen Moment abgelenkt, wittern unzählige Möwen ihre Chance und stehlen euch die Leckerei einfach aus der Hand.

beach and town at Cancale, Emerald Coast of Northern Brittany in France

Der Mont-Saint-Michel

Der Mont-Saint-Michel gehört seit 1979 zum „UNESCO Kulturerbe der Menschheit“. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das auf einem felsigen Berg errichtete Benediktinerkloster im Jahr mehrere Millionen Besucher anzieht. Auf der kleinen Insel könnt ihr das Kloster besuchen, von der Mauer hinab die Gezeiten beobachten oder bei Omelette und Cidre den Tag genießen. Den großen Parkplatz vor dem Mont-Saint-Michel erreicht ihr von St.-Malo aus nach ca. 1,5 Autostunden. Von dort bringen euch täglich zwischen 7:30 Uhr morgens und 24 Uhr kostenfreie Shuttle-Busse zum Fuß des Berges.

Guru Tipp: Habt ihr Lust, Fotos vom Mont-Saint-Michel zu schießen, empfehle ich euch den Sonnenauf- oder untergang. Zu dieser Zeit spiegelt sich das Kloster besonders beeindruckend und wunderschön im Meer.

Bereit, Saint-Malo zu erobern?

Lasst euch von dem manchmal ungemütlichen Wetter nicht abschrecken. Die ehemalige Piratenstadt hat wirklich vieles zu bieten und ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Anreisen könnt ihr sogar ganz bequem mit dem Auto oder der Bahn. Steigt ihr ab Paris in den TGV, erreicht ihr St.-Malo bereits nach knapp drei Stunden. Mein Tipp: Saint-Malo wird auch von vielen Kreuzfahrtschiffen angefahren- schaut doch einfach mal bei meinem kleinen Bruder Captain Kreuzfahrt vorbei!

 

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