Das Great Barrier Reef ist eines der beeindruckendsten Naturwunder unseres Planeten. Es gilt als das größte Korallenriff der Welt und lockt mit seiner unvergleichbaren Artenvielfalt Massen an Touristen an.

So bekannt der Name ist, so wenig wissen die allermeisten jedoch über das berühmte Great Barrier Reef. Doch jetzt ist Schluss damit, ich zeige euch, was es mit diesem einzigartigen türkisblauen Fleckchen Erde auf sich hat, wie ihr es am besten erreicht und erkundet. Dennoch möchte ich euch auch erklären, warum das Riff seit Jahren sehr stark gefährdet ist… Also, alle Mann an Bord und Abfahrt zu einem der 7 Weltwunder der Natur, dem Great Barrier Reef!

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Die unglaubliche Größe des Great Barrier Reef

Doch wo befindet sich das so bekannte Korallenriff eigentlich? Einfach gesagt liegt es im Südpazifik, nordöstlich von Australien. Genauer verläuft es fast parallel entlang der Ostküste des australischen Bundesstaates Queensland, von der Torres-Straße zwischen dem nördlichsten Zipfel Australiens und Papua-Neuguinea bis zur Lady-Elliott-Insel. So und nun, werte Zocker und selbsternannte Wettmafiosi, tippt doch mal bitte die Länge des Great Barrier Reef. Bedenkt, es handelt sich dabei um ein Korallenriff, es wurde also von kleinsten Tierchen erschaffen. Na, was meint ihr? 1 Kilometer? Wäre ja auch schon ziemlich lang, vielleicht aber sogar 2 Kilometer? Schwierig… Doch nun kommt die Auflösung, haltet euch schon mal fest: Es sind, sage und schreibe, knapp 2300 Kilometer – Unfassbar! Stellt euch mal bitte 2300 Kilometer vor… Das ist die Strecke von Amsterdam nach Moskau, von Göteborg nach Barcelona oder von Köln nach Istanbul – wir sprechen hier gerade noch immer von einem einzigen Korallenriff, unglaublich.

Kein Wunder also, dass das Great Barrier Reef als größtes Korallenriff der Welt gilt, auch die Breite ist mit 60-250 Kilometern mehr als beeindruckend. Somit ist es auch der größte lebende Organismus unseres Planeten und durch die enorme Größe auch der einzige, der aus dem Weltall sichtbar ist – als türkisfarbener Streifen vor der Nordostküste Australiens. Doch nicht nur die unvorstellbare Größe des Riffs macht es so besonders und interessant für die vielen Touristen, die sogar extra hierfür nach Australien reisen. Nein, es ist vielmehr die nahezu grenzenlose Artenvielfalt an Tieren, Pflanzen und anderen Organismen, die hier ihr Dasein pflegen. Kein Wunder also, dass das Great Barrier Reef seit 1981 den Status als UNESCO-Weltnaturerbe innehat.

Great Barrier Reef-Australien

Einzigartiges Artenreichtum im größten Korallenriff der Welt

So leben in den Weiten des riesigen Riffs beispielsweise 1625 verschiedene Fischarten, knapp 3000 verschiedene Weichtierarten und 133 unterschiedliche Arten an Haien und Rochen. Die Taucher unter euch kommen hier so richtig auf ihre Kosten, ich wüsste gar nicht, wo ich zuerst hingucken sollte bei so vielen verschiedenen, exotischen und aufregenden Tieren. :) Doch auch, oder aber gerade die unzähligen Korallen und Schwammgärten des Great Barrier Reef in den verschiedensten Farben werden euch wirklich verzaubern. Es wirkt schon fast irreal, diese bunte und artenreiche Welt, verborgen in den Tiefen des Ozeans.

So kommt ihr zum Great Barrier Reef

Wollt ihr diese fantastische Artenvielfalt im Great Barrier Reef nun mit eigenen Augen erkunden, so gibt es wirklich viele unterschiedliche Möglichkeiten, dies zu tun. Voraussetzung ist allerdings, dass ihr erstmal den australischen Bundesstaat Queensland erreicht. Dies geht am besten mit Flügen nach Cairns oder Brisbane. Fliegt ihr nach Brisbane, so ist von Frankfurt aus meist nur ein Stopp, zum Beispiel in Abu Dhabi oder Singapur, notwendig. Ihr müsstet allerdings noch knapp vier Stunden Autofahrt dazurechnen, um zum südlichsten Ausgangspunkt der Schiffe zum Great Barrier Reef in Bundaberg zu gelangen, da Brisbane etwa 360 km südlich der Stadt liegt. Aber ihr wisst ja, für Australien sind 360 km ein Katzensprung. ;) Die andere Möglichkeit wäre, nach Cairns zu fliegen, hier habt ihr das Great Barrier Reef quasi direkt vor der Nase. Nachteil ist allerdings, dass hier von Frankfurt aus fast immer 2 Stopps notwendig sind, da der Flughafen in Cairns nur selten von internationalen Flughäfen angeflogen wird. Meist fliegt ihr ebenfalls beispielsweise über Abu Dhabi zunächst nach Melbourne oder Sydney und von dort aus dann weiter nach Cairns.

The Sydney Opera House, viewed from Circular Quay in Sydney, Australia on September 7, 2008. It was designed by Danish architect Jorn Utzon.

Seid ihr dann also an der Küste angekommen, könnt ihr frei nach eurem Gusto entscheiden, wie ihr das Riff erleben möchtet. Ganz klassisch werden natürlich Fahrten mit Booten angeboten, die euch mal schneller, mal langsamer zum Great Barrier Reef bringen – je nachdem, was ihr dort vorhabt. Wollt ihr euch das größte Korallenriff der Welt ganz in Ruhe vom Trockenen aus anschauen, so empfiehlt sich eine Segeltörn oder eine Rundfahrt mit kleinen Schiffen oder sogar mit einem U-Boot. Viele Boote sind auch mit einem Glasboden ausgestattet, sodass ihr beste Sicht auf die unglaubliche Artenvielfalt habt, ohne dabei nass zu werden. Wollt ihr allerdings das Great Barrier Reef auf eigene Faust erkunden und daher mehr Zeit im Bereich des Riffs verbringen, so empfiehlt es sich, entweder einen längeren Aufenthalt auf einer der Inseln Lizard, Bedarra oder Dunk Island zu planen oder aber, falls es ein Tagesausflug sein soll, mit einem Katamaran zum Riff zu fahren. Das geht schneller und ermöglicht euch mehr Zeit auf dem größten Korallenriff der Welt. Besonders deutlich werden die riesigen Ausmaße des Great Barrier Reef jedoch bei einem Flug mit dem Helikopter, die Aussicht dürfte grandios sein!

Great Barrier Reef Helicopter
Foto: facebook.com/DownUnderCruiseandDive

Erlebt das Riff so hautnah wie möglich

Dort gibt es dann übrigens auch Unterwasser-Observatorien, die euch absolut einzigartige Einblicke in die Unterwasserwelt ermöglichen – auch hier, ohne dabei nass zu werden. Wollt ihr aber die Vielfalt des Great Barrier Reef so hautnah wie nur irgendwie möglich erleben, so gibt es diverse Angebote, das Riff tauchend oder schnorchelnd zu erleben. Hier könnt ihr das Korallenriff so erkunden, wie ihr gerade möchtet und habt dabei die zahlreichen exotischen Tiere überall um euch, ihr seid einfach mittendrin, mehr geht echt nicht! Durch Netze im Meer seid ihr dabei übrigens auch vor den vielen Haien geschützt, sodass ihr euren Tauchgang voll und ganz genießen könnt. Wenn ihr euch für einen Schnorchel- oder Tauchgang entscheidet, so solltet ihr dies unbedingt in den Außenriffen machen. Diese äußeren Bereiche sind nämlich näher am offenen Meer gelegen, wodurch sich nur wenige Sedimente ablagern können, und somit die Sicht deutlich klarer und weiter ist. Hier erlebt ihr die vielen bunten Farben deutlich knackiger.

Das Great Barrier Reef und seine unterschätzte Gefährdung

Doch so schön und vielfältig die vielen Möglichkeiten für Touristen sind, das Great Barrier Reef zu erleben, so schädlich sind auch die großen Massen an Besuchern für das äußerst empfindliche Ökosystem. Und dabei spielen Faktoren eine Rolle, welche man zum Teil wirklich überhaupt nicht als so schädlich wahrnehmen würde. Wusstet ihr zum Beispiel, dass das bei der australischen Hitze fast überlebenswichtige Sonnenöl auf der Haut der Taucher extrem schädlich für die Korallen ist? Darüber hinaus schaden die Netze, die Touristen vor Haien schützen sollen, dem Korallenriff ebenfalls sehr stark, ähnlich wie der Treibstoff und die Ankerwürfe der vielen Boote. Auch das Sammeln von „Souvenirs“ am Riff oder unvorsichtiges Verhalten von Touristen stellt eine große Gefahr dar. Die zerstörerische Wirkung von solch vermeintlich kleinen Faktoren auf das extrem sensible Riff wird oftmals unterschätzt.

Eine weitere versteckte Gefahr ist die intensive Landwirtschaft in den Küstengebieten vor dem Great Barrier Reef. Durch starke Regenfälle gelangen dadurch nämlich Pflanzenschutz- und Düngemittel in großen Massen ins Meer und sorgen zunehmend für die Zerstörung der einzelnen Korallen. Auch die globale Erwärmung schadet dem Riff sehr, so kam es dadurch bereits zu einem gefährlichen Massenkorallenbleichen, es dauert Jahre bis Jahrzente, bis sich das Ökosystem davon wieder erholt hat. Zudem wird durch den erhöhten Anteil von Kohlenstoffdioxid eine Versauerung des Wassers hervorgerufen, die die Wachstumsrate der Korallen reduziert. Für mich vollkommen unverständlich sind zudem die Pläne, im Bereich des einzigartigen Riffes nach Erdöl zu bohren und einen Hafen zum Export von Kohle und Flüssigerdgas zu erbauen. Die Folgen wären wohl verheerend für das so empfindliche Korallenriff.

Great Barrier Reef Boot
Auch die vielen Boote stellen eine starke Belastung für das empfindliche Ökosystem dar. Foto: facebook.com/GreatAdventuresCruises

Maßnahmen zum Schutz des Riffs

Um dem entgegenzuwirken, droht die UNESCO mit der Versetzung des Great Barrier Reef auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes oder sogar der Aberkennung des Status als Weltnaturerbe. Diese Konsequenzen sollen durchgesetzt werden, wenn die australische Regierung den Schutz des Riffes nicht weiter forciert und einen langfristigen Plan zur Erhaltung des Ökosystems aufstellt und umsetzt. Auch die Organisation WWF kämpft gegen die zunehmende Zerstörung und demonstrierte vor der UNESCO-Konferenz in Bonn lautstark und mit gehäkelten Korallen und anderen Meerestieren. Auch die Australier selbst setzen sich seit Monaten gegen diese Baupläne ein. Demos und Streiks sollen die Regierung wachrütteln. Eine Petition mit über 500.000 Unterschriften wurde ebenfalls bereits vorgelegt.

Ihr seht also, gerade bei den vielen touristischen Angeboten rund ums Great Barrier Reef ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Angebote liefern wirklich einzigartige Einblicke in das hochinteressante Leben unter Wasser, doch die Kehrseite der Medaille mit Verschmutzung und Zerstörung ist keinesfalls zu unterschätzen. Es bleibt wirklich zu hoffen, dass die Pläne der Bohrungen und des neu errichteten Hafens schnell wieder verworfen werden und die immensen Baukosten stattdessen in den Schutz des Riffs investiert werden.

Great Barrier Reef WWF Petition UNESCO Konferenz
Der WWF übergab bei der UNESCO-Konferenz das Ergebnis der Petition zum Schutz des Riffs. Foto: facebook.com/wwfjugend

Zweites großes Korallenriff vor Australien entdeckt

Ganz aktuell haben Meeresforscher übrigens ein zweites großes Riff vor der Küste Australiens entdeckt, welches vom Artenreichtum her sogar mit dem Great Barrier Reef in einer Liga spielen soll. Im Wilson-Promontory-Nationalpark im Bundesstaat Victoria, südöstlich von Melbourne wurde nämlich eine beeindruckende Korallenlandschaft entdeckt und von einem Unterwasserfahrzeug fotografiert. Wissenschaftler hatten dort bereits zuvor anhand der Karten eine außergewöhnliche Tiefseelandschaft erwartet, mit einem so artenreichen Korallenriff hätten sie allerdings nicht gerechnet. Das Riff zeigt dabei eine ähnlich große Diversität wie sein bekanntes Pendant im Nordosten Australiens.

Wirklich beeindruckend, was das Great Barrier Reef für eine unglaubliche Artenvielfalt aufweist, oder? Und das auf dieser unfassbaren Länge…Wahnsinn! Wenn ihr euch das Ganze auch so gerne ansehen wollt, aber gerade nicht die Zeit habt, in den Flieger gen Down Under zu steigen, dann könnt ihr die beeindruckende Unterwasserwelt vom Great Barrier Reef auch bei Google Maps erkunden – ganz gemütlich vom eigenen PC aus und komplett kostenlos. :) Aber ich bin mir sicher, nach diesem kleinen Vorgeschmack wollt ihr unbedingt mehr!