Wir kennen es doch alle: Man bucht den günstigsten Flugtarif, verzichtet dabei auf die Gepäckaufgabe und auf einen mehr oder weniger leckeren Snack während des Fluges. Doch dann kommt er: der Hunger.

Während die Flugbegleiter durch die Reihen gehen und den zahlenden Passagieren ihr Sandwich, den Tomatensaft oder sogar ein Schlückchen Wein überreichen, wird die Vorstellung, auch etwas von dem – wie sage ich es jetzt möglichst diplomatisch – „leckeren“ Flugzeugessen zu bekommen, immer verlockender. Doch soweit muss es ja nicht kommen. Denn allen, die sich schon immer mal gefragt haben „Welches Essen darf ins Flugzeug?„, zeige ich, welche Lebensmittel ihr mit an Bord nehmen dürft und warum mitgebrachte Snacks in jedes Handgepäck gehören.

Welches Essen darf ins Flugzeug?

2006 verändern neue Richtlinien alles

Ja, die EU-Richtlinien für das Handgepäck sind streng. Und ja, das hat auch seinen guten Grund: Ein kurzer Rückblick auf das Jahr 2006 ruft uns den vereitelten Anschlag am Londoner Airport Heathrow ins Gedächtnis. Damals versuchten als Touristen getarnte Terroristen flaschenweise Wasserstoffperoxid durch die Sicherheitskontrolle zu schmuggeln, um später damit Flugzeuge in die Luft zu sprengen. Im Jahr 2006 durfte man nämlich noch ohne Weiteres Wasser, Kaffee und andere Flüssigkeiten in größeren Mengen mit an Bord nehmen. Der Anschlag wurde zwar vereitelt, trotzdem war den Sicherheitsbehörden klar, dass strengere Richtlinien zum Schutz aller her müssen. Die 10 x 100 ml Regelung wurde geboren und schnell umgesetzt.

Heute, 10 Jahre nach Einführung der Richtlinien, haben wir uns mehr oder weniger an die Einschränkungen gewöhnt. Am Flughafen erkennt man meist Vielreisende daran, dass sie schon vor der Kontrolle ihren durchsichtigen und wiederverschließbaren Plastikbeutel mit allen Flüssigkeiten aus dem Koffer packen und diesen brav auf das Band legen. Bei anderen bricht da schon mehr Hektik aus: „Wie, die Handcreme darf ich auch nicht mitnehmen?„, „Muss ich etwa auch die Zahnpasta in den Beutel packen?!„. Ja, man muss! Ist ja auch alles nicht so einfach, wenn man nicht so oft verreist. Den Unsicheren unter euch lege ich daher meine Handgepäck Richtlinien Tipps ans Herz.

Welches Essen darf ins Flugzeug?

Welches Essen darf ins Flugzeug?

Okay, jetzt wissen wir zumindest, was alles NICHT ins Handgepäck darf. Aber welches Essen darf denn nun ins Flugzeug? Die gute Nachricht: Die von Mutti geschmierte Stulle könnt ihr ohne Probleme mit an Bord nehmen. Das Gleiche gilt für (fast) alle weiteren festen Nahrungsmittel. Wichtig ist allerdings, dass das Brot schon vor dem Einsteigen geschmiert ist und ihr nicht ein riesiges Glas Marmelade oder Honig mitnehmt, um euch etwa die Schnitte im Flugzeug zu schmieren. In diesem Fall würde der Aufstrich nämlich wieder als Flüssigkeit zählen und müsste dementsprechend verpackt werden. Ich meine es ernst – okay, die Brotschmier-Richtlinien hören sich schon etwas komisch an, aber wenn ihr sie beachtet, steht der kleinen Brotzeit im Flugzeug nichts mehr im Weg und die anderen Passagiere werden mit ihren 08/15-Sandwiches („Käse oder Putenbrust?„) mit Sicherheit ein bisschen neidisch werden. Ähnlich sieht es auch bei Brötchen vom Flughafenbäcker oder Streuselkuchen von Oma aus. Gönnt euch! Bei Obst und Gemüse ist ebenfalls fast alles erlaubt. Quält euch also ab und an der Hunger, packt doch einfach einen Apfel oder ein paar Erdbeeren ein. Es muss ja nicht immer unbedingt der Braten vom letzten Sonntag sein (auch die Mitreisenden werden es euch danken)!

Welches Essen darf ins Flugzeug?

Wo es Regelungen gibt, gibt es natürlich auch Sonderregelungen. Von diesen profitieren dieses Mal besonders die kleinen Gäste. Reist ihr mit einem Kleinkind unter 3 Jahren, so dürft ihr die Kleinkindnahrung und die Getränke, die für die Länge der Reise benötigt werden, ohne Probleme mitnehmen. Die 100 ml Regelung gilt hier nicht. Wichtig: Die (Baby-)Nahrung darf nur im geschlossenen Originalbehälter mit an Bord. Wenn ihr das erste Mal mit eurem Familienzuwachs unterwegs seid, lege ich euch meine Tipps rund um das Thema Reisen mit Kleinkind ans Herz. In diesem lest ihr, wie ihr Extrakosten vermeiden könnt und mit welchen Kniffen eure Reise garantiert nicht zur Nervenprobe wird. Und falls ihr jetzt auf die Idee kommt, euch selbst etwas von dem leckeren Brei mitzunehmen: Diese Regelung gilt nur, wenn ihr auch wirklich mit Kleinkindern reist! ;-)

Einfuhr von Lebensmitteln und Medikamenten

Auch diese Szenarien sind vielen von uns durchaus bekannt: Im Urlaub hat ein bestimmtes Gewürz besonders gut geschmeckt, die exotische Tütensuppe aus Asien muss der besten Freundin unbedingt mitgebracht werden und für den Hund gibt es natürlich auch einen neuen Kauknochen als Mitbringsel. Ach, und die Medikamente waren in der Türkei auch viel günstiger als in der heimischen Apotheke! Wie selbstverständlich werden Lebensmittel und Medikamente eingekauft, im Koffer verstaut und mit nach Hause genommen. Keinen Gedanken verschwenden wir daran, dass wir gewisse Lebensmittel gar nicht einführen dürfen. Warum auch nicht?!

Der deutsche Zoll sagt dazu Folgendes: „Die Einfuhr bestimmter Lebens- und Futtermittel nach Deutschland kann […] aufgrund spezieller Regelungen beschränkt oder sogar generell verboten sein. Werden Fleisch, Milch sowie daraus hergestellte Erzeugnisse, wie z.B. Käse oder Wurstwaren, privat eingeführt, so müssen diese Waren dieselben veterinärrechtlichen Anforderungen erfüllen wie gewerbsmäßige Einfuhrsendungen. Das heißt, Reisende, die solche Waren mit sich führen, dürfen nur noch über bestimmte Eingangsstellen, an denen ein Veterinär anwesend ist, in die Europäische Union einreisen.

Gerade bei Fleisch, Milch- und Eiprodukten und übrigens auch bei Gemüse wie Kartoffeln, kennt der Zoll keinen Spaß. Tut euch selbst einen Gefallen und nehmt solche Produkte nicht mit auf Reisen (egal, ob ihr von Deutschland oder nach Deutschland reist) – das spart Zeit, Nerven und im Endeffekt auch Geld! Mit Gewürzen in haushaltsüblichen Mengen solltet ihr keine Probleme bekommen. Beim Thema Medikamente wird’s dann wieder ernst: Habt ihr euch im Urlaubsland mit günstigen Medikamenten eingedeckt, so dürft ihr diese nur in Mengen, die für euren eigenen Gebrauch erkennbar sind, einführen. Handelt es sich bei dem eingeführten Medikament gar um eine Fälschung, dürft ihr diese natürlich NICHT einführen, Ähnliches gilt für Stoffe, die im Doping verwendet werden. Ausführliche Informationen zu den Einfuhrbestimmungen erhaltet ihr auf der Seite des Zolls.

Welches Essen darf ins Flugzeug? Kontrolle

Essen im Flugzeug – Eine Herausforderung?

Okay, ich gehe jetzt mal davon aus, dass ihr eher nicht zu den Reisenden gehört, denen Dummheiten, wie illegale oder gefährliche Medikamente kaufen, regelmäßig passieren. Und was Lebensmittel in Flugzeugen angeht: Beachtet ihr ein paar kleine Regeln, so könnt ihr getrost euer eigenes Essen mit an Bord nehmen und über den Wolken genießen. Guten Appetit! 

Noch mehr Tipps rund um’s Fliegen findet ihr in meinem Reisemagazin: