Top 4 Geheimtipps für Costa Brava

Entdeckt die wilde Küste und das traditionelle Hinterland

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Alex | Online Editor

Eine mittelalterliche Stadtmauer mit runden Türmen steht vor einem Strand mit vielen kleinen Booten im blauen Meer und grünen Hügeln im Hintergrund.
Mittelalterliche Festung und Bucht von Tossa de Mar.

Jedes Jahr zieht es im Sommer zahlreiche Urlauber an die Costa Brava in Spanien. Party, Sonne, Strand - aber Moment mal, soll das etwa alles sein? Die Antwort lautet ganz klar: Nein. Lest selbst, was ihr an der schönen Küste Spaniens nicht verpassen solltet.

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Die Costa Brava ist eine der beliebtesten Urlaubsregionen in Katalonien, Spanien. Befragt man Urlauber zu dem Küstenabschnitt, dann fallen oftmals Begriffe wie „Party“, „Lloret de Mar“ und „billige Hotels“. Dass die Costa Brava aber noch viel mehr zu bieten hat, geht manchmal leider unter. Es ist also höchste Zeit, euch ein anderes Bild von dem beliebten Küstenabschnitt zu zeigen!

Top 4 Geheimtipps der Costa Brava

Zunächst einmal sollten wir die Frage klären, wo denn überhaupt die besagte Küste liegt. Als Costa Brava wird der nordöstliche Küstenabschnitt Spaniens bezeichnet, der an der französisch-spanischen Grenze bei Portbou beginnt und sich über die Orte Roses, L'Estartit, Palamós über Lloret de Mar bis Blanes erstreckt. Insgesamt ist die Küste rund 200 Kilometer lang - na, klingt das nicht schon nach einer perfekten Route für einen Roadtrip?

Der Name Costa Brava wurde 1908 geprägt. Der Schriftsteller Ferran Agulló gab der Landschaft aufgrund ihrer rauen, unzugänglichen Küste in einem seiner Artikel den Namen Costa Brava, der zu Deutsch „wilde Küste“ bedeutet. In den 1950er Jahren wurden die ersten Hotels in diesem Teil Spaniens errichtet und so mauserte sich die Costa Brava zu einem beliebten Touristenziel.

Klippen mit grünen Bäumen ragen über das blaue Meer, im Hintergrund sind eine Bucht, Sandstrand, Boote und Gebäude an der Küste zu sehen.
Klippen und Pinienwälder bei Tossa an der Costa Brava.

Es dauerte nicht lang und immer mehr Hotelkomplexe wurden in kurzer Zeit hochgezogen. Lange Sandstrände und fast 200 Sonnentage im Jahr machten die Costa Brava schnell zu einem der Top-Urlaubsziele in den letzten Jahren. Hinzu kommen Partyhochburgen wie Lloret de Mar oder das zur Costa Brava nahe gelegene Calella und Malgrat de Mar, die der wilden Küste das Image des „Ballermanns am Festland“ verpasst haben. Leider ist vor lauter Partylöwen die wahre Schönheit der Costa Brava etwas in Vergessenheit geraten.

Urlaub zwischen Meer und Gebirge

Man sagt ja immer, dass es Meer- und Bergmenschen gibt. Die einen lieben das Wasser, die anderen fühlen sich auf den hohen Gipfeln wohl. An der Costa Brava habt ihr beides: Meer und Berge. Gerade einmal 50 Kilometer trennen die Küste von den Ausläufern der Pyrenäen. An der Costa Brava gibt es unzählige schöne Strände, die wir euch hier alle gar nicht nennen können - dafür sind es einfach zu viele. Manche Sandstrände findet ihr in stillen Buchten, andere Strände hingegen passen mit ihren Steinen und Felsen zur schroffen Küstenlandschaft. Aber nicht nur Wasserratten, sondern auch Wanderer kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. An der ganzen Costa Brava warten zahlreiche Wanderwege auf euch, der berühmteste ist wohl der Camí de Ronda. Früher von Fischern genutzt, um schnell zum nächsten Dorf zu kommen, ist der rund 200 Kilometer lange Wanderweg heute der beliebteste an der ganzen Costa Brava.

Der Camí de Ronda startet in Portbou und endet in Blanes. Wenn ihr die Küste gerne hautnah entdecken wollt, dann ist der Camí de Ronda eine gute Möglichkeit, alle interessanten Ortschaften während der Wanderung zu besichtigen. Wer lieber ein paar mehr Kilometer am Tag zurücklegen möchte, der sollte sich ein Mountainbike ausleihen und die Wald- und Küstenregionen auf zwei Rädern erkunden. Im leichten Schatten der Kiefern und Pinien lässt es sich gut aushalten und entspannt fahren.

Eine kleine Bucht mit türkisblauem Wasser, felsigen Klippen, grüner Vegetation, mehreren Booten und Häusern auf den Hügeln.
Versteckte Bucht mit türkisblauem Wasser an der Costa Brava.

Beliebte Urlaubsorte an der Costa Brava: Wunderschönes Cadaqués

Die Costa Brava ist für ihre kleinen Fischerdörfer bekannt, zum Beispiel für Cadaqués. Gepflegte weiße Häuser, im Hintergrund erheben sich die Berge, kleine Fischerboote schaukeln an Stegen im strahlend blauen Meer. Cadaqués ist ein perfektes Postkartenmotiv und eines der beliebtesten Ausflugsziele der ganzen Küste.  Über der Altstadt thront die Esglesia de Santa Maria. Von außen recht unscheinbar und zurückhaltend, doch im Inneren wird sie euch mit ihrem aufwändigen Barock-Altar umwerfen. Zwar gibt es hier auch einen Strand und die Bademöglichkeiten sind gar nicht so schlecht, doch wer hier hinkommt, der möchte das Flair des kleinen Ortes genießen.

Einst war Cadaqués eine große Weinregion, kein Wunder also, dass hier das Glas Rotwein am Abend am besten schmeckt. Zu den Einwohnern zählen viele Künstler, die sich von der reizenden Umgebung inspirieren lassen. Der wohl namhafteste Künstler aus Cadaqués ist Salvador Dalí. Der Vertreter des Surrealismus wohnte einst in Port Lligat, was nordöstlich des Stadtzentrums liegt. Heute ist in dem ehemaligen Wohnhaus ein Dalí-Museum untergebracht. Doch seid gewarnt: Gerade zur Hochsaison ist das kleine Museum sehr gefragt. Ein Besuch muss mit Datum und Uhrzeit im Voraus reserviert werden; der Einlass erfolgt in begrenzten Gruppen.

Eine schmale, gepflasterte Gasse mit weißen Häusern, blauen Türen und Fenstern sowie vielen Blumentöpfen und blühenden Kletterpflanzen an den Fassaden.
Blumen und weiße Fassaden in den Gassen von Cadaqués.

Cadaqués eignet sich auch hervorragend als Ausgangspunkt für einen Ausflug in das Naturschutzgebiet Cap de Creus. Das Gebiet besteht aus den Ausläufern der Pyrenäen und setzt sich aus vielen kleinen Buchten zusammen. Packt auf jeden Fall eure Kamera ein, die zahlreichen Aussichtspunkte auf das Meer wollt ihr nicht verpassen. Außerdem sind wir uns sicher, dass eure Oma sich über ein Foto freuen würde, das euch an dem östlichsten Punkt des spanischen Festlands zeigt, glaubt ihr nicht?

Klares türkisfarbenes Wasser an einer felsigen Küste mit einem Betonsteg und einzelnen Bäumen auf dem Hügel unter blauem Himmel.
Felsige Küste am Cap de Creus mit türkisblauem Wasser.

Palamós

Die Garnelen von Palamós haben den Ort in ganz Spanien berühmt gemacht. Auch wenn früher die ganze Costa Brava vom Fischfang lebte, ist die Fischerei stark zurückgegangen. Längst ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle für die Bewohner der Costa Brava geworden. Palamós hingegen ist immer noch ein traditionelles Fischerdorf.

Urlaubsguru-Tipp:

Seid am Nachmittag am Hafen von Palamós, um die Fischerboote anlegen zu sehen. Unfassbar viele Möwen und andere Vögel stürzen sich auf die sich nähernden Boote, um auch etwas vom frischen Fang abzubekommen - ein richtiges Spektakel!

Empuriabrava, Roses und Tossa de Mar

Natürlich haben die beliebten Touristenorte wie Empuriabrava, Roses und Tossa de Mar auch ihren Reiz - zahlreiche zufriedene Urlauber jedes Jahr können sich nicht irren.

Empuriabrava wird auch das „Venedig Spaniens“ genannt. Der in den 1960er Jahren angelegte Ferienort wird von Kanälen durchzogen, die insgesamt eine Länge von rund 25 Kilometern haben. Fast jedes Haus oder Apartment hat hier seinen eigenen Bootsanlegeplatz. Keine Überraschung also, dass besonders gerne gut betuchte Urlauber gleich ein ganzes Ferienhaus kaufen. Sehen und gesehen werden - ein bisschen mit der eigenen Yacht prahlen gehört hier zum guten Ton.

Ein Kanal mit zahlreichen kleinen Booten am Steg, Palmen und Häusern an beiden Ufern sowie blauem Himmel im Hintergrund.
Bootstour durch die Kanäle von Empuriabrava an der Costa Brava.

Weiter nördlich von Empuriabrava liegt Roses. Ursprünglich hieß der Ort Rhode. Die Namensgebung ist darauf zurückzuführen, dass die ersten Siedler Griechen von der Insel Rhodos waren. Ein Zeugnis der Vergangenheit, was heute noch besichtigt werden kann, ist die Ciutadella de Roses. Die im 16. Jahrhundert gebaute Festungsanlage diente früher als Schutz vor Piraten. Gleichzeitig sollte das Bollwerk auch die verfeindeten französischen Nachbarn fernhalten, zuletzt besetzte Napoleon Bonaparte 1808 die Festung. Auf dem Gelände findet ihr zusätzlich ein Museum, das euch die Geschichte von Roses nochmal näher bringt.

Tossa de Mar ist ein malerisches Städtchen unweit von Lloret de Mar entfernt. Die Altstadt, die Vila Vella, steht mit ihren historischen Mauern und engen Gassen unter Denkmalschutz. Die Festung von Tossa de Mar wurde zum Schutz gegen Piraten errichtet und ist heute noch gut erhalten. Ein Bummel durch die gemütliche Altstadt zum Leuchtturm lohnt sich – oben angekommen, werdet ihr mit einem schönen Ausblick über ganz Tossa de Mar belohnt. Die Neustadt, Vila Nova, ist für die Shopping-Queens unter euch interessant. Hier findet ihr kleine Boutiquen mit spanischem Charme und wenn ihr eine Pause braucht, entspannt ihr in einem der Cafés und lasst den Trubel einfach an euch vorbeiziehen.

Eine mittelalterliche Stadtmauer mit runden Türmen steht vor einem Strand mit vielen kleinen Booten im blauen Meer und grünen Hügeln im Hintergrund.
Mittelalterliche Festung und Bucht von Tossa de Mar.

Traditionelles Hinterland

So schön die Küste auch ist, einen Abstecher in das Hinterland der Costa Brava solltet ihr auf jeden Fall unternehmen. Am besten mietet ihr euch dazu ein Auto und schon könnt ihr die vielen mittelalterlichen Orte auf eigene Faust entdecken. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, hier gibt es noch das „echte“ Katalonien. Eine kleine Auswahl an sehenswerten Orten im Hinterland stellen wir euch an dieser Stelle mal genauer vor.

Girona

Die Stadt Girona mit ihren 108.352 Einwohnern (Stand 2025) geht ganz gerne mal im Schatten von Barcelona unter. Das malerische Städtchen mit seinen unendlich vielen Treppen birgt an jeder Ecke einen neuen schönen Platz oder erinnert an die Geschichte der Stadt. So steht zum Beispiel in der Nähe des Flusses Onyar am Plaça de Sant Feliu ein Pfosten, an dem eine kleine Statue einer Löwin befestigt ist. Früher, so sagt man jedenfalls, mussten alle Leute, die gerne dauerhaft in Girona leben wollten, zuerst den Hintern der Löwin küssen, als eine Art Aufnahme-Zeremonie. Dazu mussten die Anwärter den Pfosten hinaufklettern, was gar nicht so leicht war. Heute stehen dort Stufen, die das Prozedere etwas erleichtern.

Mehrstöckige, bunt gestrichene Häuser stehen dicht an einem Fluss, dessen ruhige Wasser die beleuchteten Fassaden und den abendlichen Himmel spiegeln.
Abendliche Spiegelung der Altstadthäuser am Fluss in Girona.

Wenn ihr durch die Straßen schlendert, dann werdet ihr an der jüdischen Vergangenheit der Stadt, insbesondere dem jüdischen Stadtviertel, nicht vorbeikommen. An manchen Hauseingängen werdet ihr eine senkrechte Einkerbung in der Hausmauer sehen, wo früher die Mesusa, eine jüdische Schriftrolle, hinterlegt war. Bevor jemand das Haus betreten durfte, musste die Mesusa berührt werden.

Pals, Besalú und Castelló d’Empúries

Die kleinen Orte Pals, Besalú und Castelló d’Empúries sehen aus, als wären sie die Kulisse für Filme aus dem Mittelalter. Die gut erhaltenen Gebäude wurden aus dem für die Region typischen Sandstein gebaut und versprühen durch ihre warme Farbe vor allem in den Abendstunden ein besonderes Flair. Wenn ihr durch die Gassen schlendert, fühlt man sich gleich in der Zeit zurückversetzt. Hier findet ihr kleine Geschäfte, Kunstwerkstätten und Restaurants, die noch die traditionelle spanische Küche beherrschen. Von den Stadtmauern aus habt ihr tolle Aussichten über die Altstadt und die mit Olivenbäumen und Kakteen versehene Umgebung. Versucht am besten in der Nebensaison das Hinterland zu entdecken, denn dann schlummern die Dörfer noch im Winterschlaf und die Touristenmassen verstopfen noch nicht die engen Straßen.

Rote Ziegeldächer und weiße Häuser stehen dicht an einer Küste mit vielen Segelbooten im Wasser und grünen Hügeln im Hintergrund.
Terrakottadächer und Boote an der spanischen Küste.

Und wieder einmal zeigt sich, dass sich ein Blick abseits der viel belaufenen Touristenpfade lohnt. Mit schroffen Felsküsten, ruhigen Wanderwegen und einem traditionsreichen Hinterland ist die Costa Brava zu Recht eins der beliebtesten Urlaubsziele Spaniens - und das ganz ohne wilde Partys in Lloret de Mar.

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