Nach Stopps in Orlando, Miami Beach und Washington ist Mara nun von der Ostküste aus weiter ins Landesinnere in den Bundestaat Illinois nach Chicago geflogen. Wie es ihr gefallen hat und ob sie das Freehand Hotel überzeugen konnte, das lest ihr hier.

Seit einigen Tagen bin ich nun schon in den USA und die ersten kleineren Kulturschocks habe ich bereits überwunden. ;)

Brrrr! Kaum hatte ich den Flughafen verlassen, schlug mir eine Eiseskälte ins Gesicht und ich war froh auch meine warme Winterjacke eingepackt zu haben. Kurz zuvor noch in der Sonne Floridas, musste ich mich hier wohl oder übel mit den Minusgraden arrangieren, was mich aber natürlich nicht davon abgehalten hat, stundenlang durch die Stadt zu streunen und Chicago zu entdecken.

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Freehand Hotel

Dieses Mal kam ich in dem außergewöhnlichen Freehand Hotel unter, was sich von anderen Hotels dadurch unterscheidet, dass man dort auch Mehrbettzimmer buchen kann, die dann dementsprechend günstiger sind. Das gesamte Hotel gleicht einer regelrechten Wohlfühloase, ist total neu, unheimlich schön, geschmackvoll und hochwertig eingerichtet – und auch der Service ist prima! Mich hat das geteilte 4er-Zimmer, in dem ich dort nächtigte, etwas an meine Backpackerzeiten erinnert, in denen ich meistens in Mehrbettzimmern geschlafen habe, mit dem kleinen Unterschied, dass es dann teils bis zu 24 Betten in einem Raum waren. Deswegen würde ich das Freehand mit seinen Mehrbettzimmern eher als luxuriöses Hostel bezeichnen.

BEWERTUNG
Lage ★ ★ ★ ★
Hotel & Zimmer ★ ★ ★ ★ ★
Sauberkeit ★ ★ ★ ★ ★
Service ★ ★ ★ ★ ★
Essen ★ ★
Preisleistungsverhältnis ★ ★ ★

Lobster at Joe’s Seafood

Bei einer kurzen Recherche, was Chicago so zu bieten hat, hat mich so gut wie auf jeder Internetseite das Restaurant „Joe’s Seafood“ regelrecht angesprungen und auch Einheimische haben mir auf mein Nachfragen bestätigt, dass Joe’s Seafood der Spot schlechthin sei, um leckeren Fisch, spezifisch Hummer (= lobster) zu essen. Das zählt wohl definitiv mit zu den angenehmsten Teilen meines Praktikums, in solchen Fällen meiner Pflicht nachzugehen und herauszufinden, ob besagte Restaurants tatsächlich so gut sind wie prophezeit. Und ich muss zugeben, dass sämtliche meiner Erwartungen übertroffen wurden! Der Hummer war KÖSTLICH! Joe’s Seafood gehört zwar zu den etwas gehobenen Restaurants in Chicago, wenn man auf einer USA Reise aber mal etwas schicker essen gehen und sich etwas gönnen möchte, würde ich jedem zu Joe’s Seafood raten.

Joe’s Seafood in Chicago

Devon Seafood Grill

Für die absoluten Sparfüchse unter euch, denen Joe’s Seafood etwas zu teuer ist, habe ich einen Geheimtipp: Im Restaurant Devon Seafood Grill, was ebenfalls zu den besseren Chicagos gehört, bekommt man für das Abonnieren des Mailnewsletters ab einem Gesamtverzehrwert von 30 US Dollar einen 15 US Dollar Gutschein. Ich habe so einen köstlichen gemischten Seafood Platter anstatt der eigentlichen 31 für gerade mal 16 US Dollar bekommen.

Pierogi Heaven – Piroggen wie von einer polnischen Mama

Auf dem Weg zu dem berühmten Willis Tower, dem zehnthöchsten Gebäude der Welt, bin ich völlig unerwartet in ein kleines Restaurant, das eher einem Imbiss gleicht, gestolpert: Pierogi Heaven! Doch von dem unscheinbaren Äußeren sollte man sich auf keinen Fall abschrecken lassen. Seitdem ich 2010 bei einem Schüleraustausch in Polen war, liebe ich Piroggen – gefüllte Teigtaschen, die ursprünglich aus Osteuropa stammen. Keine fünf Minuten später war ich im wahrsten Sinne des Wortes im Pierogi Heaven. Für gerade mal 6 US Dollar (was für Chicago wirklich günstig ist) habe ich mir Piroggen in einer Box To Go mitgenommen. Diese habe ich keine 15 Minuten später genüsslich auf dem Skydeck des Willis Towers verspeist – mit einer Aussicht über ganz Chicago. Mein Tipp: Probiert unbedingt die mit der Pilz-Kraut- und der Kartoffel-Käse-Füllung.

Pierogis Heaven (2)
Ich hätte es kaum für möglich gehalten, aber die Piroggen aus „Pierogi Heaven“ kommen tatsächlich an die polnischen heran, die damals meine polnische Gastmama für mich gekocht hatte.

Willis Tower

Der Willis Tower ist die wohl populärste Touristenattraktion in Chicago, trotzdem wollte ich es mir nicht entgehen lassen, selbst einmal einen der berühmt berüchtigten Glasbalkone auf dem Skydeck zu betreten. 2009 wurden diese komplett gläsernen Balkone an der Fassade des Turms befestigt, so dass man beim Betreten direkt 412 Meter tief in den Abgrund blicken kann. Letztes Jahr erst waren diese in den Schlagzeilen gewesen, weil die obere Glasschicht bei einem der Balkone zersprang, nachdem vier Männer darauf gesessen hatten. Laut den Betreibern war die zersprungene Glasschicht allerdings nur eine Schutzschicht und so hat zu keinem Zeitpunkt eine akute Gefahr bestanden. Als ich den gläsernen Balkon schließlich selbst betrat, war ich fast ein wenig enttäuscht, da durch das zentimeterdicke mehrschichtige Panzerglas bei mir nicht annähernd die prophezeiten Angstzustände eintraten. Naja, dafür war die Aussicht herrlich und allein wegen des fantastischen 360° Grad Rundumblicks über ganz Chicago war es das Ticket für das Skydeck wert gewesen!

Willis Tower (1)

Deep Dish Pizza – Giordano’s

Was für die Bayern die Weißwurst ist, ist für Chicago die Deep Dish Pizza! Das ist eine amerikanische Version einer Pizza, die unter anderem einen besonders hohen Rand hat, durch den sie mehr Inhalt aufnehmen kann. Die reichhaltige Füllung variiert von Hackfleisch, Peperoni, Pilzen bis hin zu Paprika und vielem mehr. Am wichtigsten ist aber der würzige geschmolzene Käse, dessen Anteil bestimmt fünfmal so hoch ist wie bei einer normalen Pizza. Welche Pizzeria in Chicago die einzig wahre Deep Dish serviert, darüber scheiden sich wohl die Geister. Ich habe mich nach ausführlicher Recherche schließlich für Giordano’s entschieden und dies nicht bereut. Der Legende nach hat Mama Giordano vor Jahrzenten in Torino in Italien das Rezept der Deep Dish Pizza entwickelt. 1974 brachten ihre beiden Söhne das Rezept dann nach Chicago und eröffneten dort das erste Giordano’s.

In den USA sind bekanntermaßen sämtliche Gerichte für uns Europäer ohnehin schon immer riesige Portionen. Bei der Deep Dish Pizza ist selbst die kleinste bestellbare Größe bei Giordano’s so groß und füllend, dass sich problemlos drei bis vier Leute den Bauch vollschlagen können. Ich selbst kann wirklich unheimlich viel essen und habe trotzdem „nur“ die Hälfte der Deep Dish Pizza geschafft. Der Kellner zeigte sich recht beeindruckt und versicherte mir grinsend, dass es hin und wieder sogar vorkommt, dass jemand die gesamte Pizza alleine bewältigt. Hut ab! Ich habe mir die restliche Hälfte in drei Take-Away-Boxen einpacken lassen und sie später Obdachlosen auf der Straße gegeben. Wäre nämlich schade drum gewesen und Essen wegzuwerfen ging mir schon immer gehörig gegen den Strich.

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Streetart in Chicago

Eine kleine Angewohnheit von mir ist es, in Großstädten auf „Graffiti-Jagd“ zu gehen. Wenn ich weiß, dass einer meiner Lieblings-Graffiti-Künstler in einer bestimmten Stadt einige Graffitis gesprüht hat, ziehe ich los und versuche, ein paar davon ausfindig zu machen. So auch in Chiacgo! Ich wusste, dass Icy und Sot, meine absoluten Lieblingskünstler, ein großes Mural gesprüht hatten. Icy und Sot sind zwei Brüder aus dem Iran, die aufgrund ihrer häufig politisch motivierten Graffitis aus ihrer Heimat fliehen mussten und inzwischen in die USA emigriert sind. Nachdem ich bestimmt drei Stunden durch den Regen gestapft bin und mich bereits gefühlt habe wie ein aufgeweichter Schwamm, ist es mir tatsächlich gelungen, die Wand mit dem Graffiti zu finden.

NBA Basketball Game – Chicago Bulls vs. San Antonio Spurs

Zum krönenden Abschluss meiner kurzen Zeit in Chicago habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen ein NBA Spiel der legendären Chicago Bulls gegen die San Antonio Spurs im United Center anzuschauen – mein allererstes Basketballspiel überhaupt. Das Spiel war unheimlich spannend. In der ersten Hälfte hatten die Spurs immer ein paar Punkte Vorsprung, obwohl man das Gefühl hatte, dass die Bulls stärker spielten. Ab der Hälfte war es ein regelrechtes Kopf an Kopf Rennen, die Stimmung kochte, das Stadion bebte und als es den Bulls gegen Ende gelang, die Spurs 92:89 zu schlagen, leuchtete das ganze Stadion in einem roten Fahnenmeer. Allein die Shows und das Spektakel rund um das Spiel als auch die Tatsache, dass jede noch so kurze Auszeit für Showeinlagen, Werbung und Spendenaufrufe genutzt wurde, war bereits sehenswert.

NBA Chicago

Chicago – das „bessere New York“

Jemand, der vor einigen Jahren von Seattle nach Chicago gezogen ist, hat mir erklärt, dass Chicago für ihn die beste Stadt überhaupt sei, um in den Staaten zu leben. So gut wie alles, was New York an Kunst, Musik, Unterhaltung, Sport und in der Gastronomie zu bieten hat, fände man in Chicago auch. Mit dem Unterschied, dass die Leute hier freundlicher seien. Außerdem ist die Stadt nicht so groß („nur“ 2,7 Millionen Einwohner) und man braucht deshalb nicht so lange, um von A nach B zu kommen. Ich war bisher zwar noch nicht in New York und habe auch nur wenige Tage in Chicago verbracht, aber von dem, was ich bereits gesehen habe, kann ich diese Aussagen sehr gut nachvollziehen.

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Von der „Windy City“ geht es für mich jetzt weiter nach „Sin City“ oder auch in die „City of Lights“ – Las Vegas! Ich freue mich schon darauf herauszufinden, was diese Stadt neben all den Casinos, Clubs und Shows sonst noch so zu bieten hat.