Mostar ist eine kleine Stadt in Bosnien und Herzegowina, welche die Auszeichnung „besonders charmant“ mehr als verdient hat. Die Stari Most ist das Herzstück des Ortes und spiegelt die traurige Geschichte der ganzen Stadt wider. Kommt mit auf eine kleine Zeitreise in das wunderschöne Städtchen Mostar.

Nur zwei Stunden Autofahrt von der Hafenstadt Dubrovnik in Kroatien entfernt, liegt das malerische Städtchen Mostar in Bosnien-Herzegowina. Früher galt der Ort als Verbindung zwischen Orient und Okzident, Christen und Muslime lebten friedlich auf engstem Raum zusammen. Das Symbol dieser Verbindung: Stari Most, die alte Brücke. Als das Meisterwerk im Krieg 1993 Angriffen zum Opfer fiel, wurde gleichzeitig auch der Frieden zwischen den verschiedenen Kulturen zerstört. In meinem Artikel erfahrt ihr mehr über die geschichtsträchtige Brücke von Mostar.

Die Brücke von Mostar in Bosnien und Herzegowina

Früheres Mostar | Bosnienkrieg | Wiederaufbau der Brücke | Mostar heute

Die Stadt Mostar vor dem Krieg

Mostar liegt am Fluss Neretva und verzaubert euch mit engen Gassen, die an einen Basar erinnern. Wenn ihr durch die Straßen schlendert, dann werdet ihr um die wichtigste Sehenswürdigkeit des Ortes nicht herum kommen. „Stari Most“ bedeutet alte Brücke und hat seit ihrem Bau im Jahr 1566 nicht nur die beiden Stadtteile über den Fluss hinweg miteinander verbunden, sondern galt auch als wichtige Verbindung zwischen den in Mostar lebenden Kulturen. Lange Zeit lebten Muslime und Christen, Kroaten und Serben friedlich zusammen in der kleinen Stadt und verliehen ihr den multikulturellen Charme.

Zerstörung der Stari Most

Doch leider wurde diese Harmonie während des Bosnienkriegs zerstört. Es war gegen zehn Uhr morgens, als die ersten Granaten die Brücke getroffen haben. Viele Einwohner rührte der Anschlag zu Tränen, sie trauerten um ihr wichtiges Bauwerk, welches als Sinnbild für das bunte Leben in der Stadt galt. Hier trafen sich die Bewohner, flanierten von Ufer zu Ufer als wäre die Brücke von Mostar eine kleine Bühne, die Brückenspringer waren Jahr für Jahr ein Publikumsmagnet für Touristen.

Die Menschen trauerten um das wichtigste Bauwerk der Stadt

Als 1993 die Stari Most zerstört wurde, trieb dieser Vorfall einen Keil in die Stadt. Von nun an war Mostar wieder durch einen Fluss getrennt, sie war nicht mehr eins. Die Kroaten lebten im westlichen Teil der Stadt, die Muslime lebten von fortan abgeschieden auf der östlichen Seite des Flusses. Das, was Mostar vorher ausgezeichnet hat, die verschiedenen Kulturen, die Vereinigung unterschiedlicher Ethnien – all das war nun Vergangenheit. Mit dem Niedergang der Brücke ist auch ein Teil Mostars zu Bruch gegangen.

Wiederaufbau der Brücke vereint die Stadt

Zehn Jahre später begannen die Aufbauarbeiten der Stari Most, 2010 konnte die Brücke endlich wiedereröffnet werden. Mostar ist seitdem endlich wieder eins, es gibt keine Trennung mehr zwischen den Uferseiten.

Die neue Brücke ist nach dem Krieg sogar wichtiger als vorher

Und auch die Distanz zwischen den Kulturen ist wieder aufgehoben. Ein Stadtbewohner beurteilt die „neue“ Stari Most als Wiedervereinigung zwischen den Menschen: „Ich habe mich einfach nur gefreut, ich bin mit meiner Freundin damals über die Brücke gegangen, und wir waren sehr glücklich, eine Verbindung zwischen den Menschen nach dem Krieg, und deshalb ist es, glaub ich, wichtiger als vor dem Krieg, die Brücke.

Was euch heute in Mostar erwartet

Heute erinnert nur noch ein Felsbrocken mit der Aufschrift „Don’t forget ’93“ am Brückenpfeiler an die traurige Vergangenheit. Bereits im Jahr 2005 erklärte die UNESCO die neue Brücke von Mostar aufgrund ihrer Symbolkraft zu einem Weltkulturerbe. Und auch das Leben in Mostar ist heute wieder bunt und fröhlich. Bei einem Bummel durch die Altstadt seht ihr auch heute wieder Handwerk aus verschiedenen Kulturen, leckeres Essen aus dem Okzident und Orient erwartet euch in kleinen Cafés und Restaurants am Marktplatz. Und natürlich gibt es auch wieder die adrenalinsüchtigen Brückenspringer, die sich für ein bisschen Trinkgeld der Touristen kunstvoll in das Wasser der Neretva fallen lassen.

Wie wäre es mal mit einer Reise nach Bosnien und Herzegowina?

Es scheint, als sei das Leben in Mostar zurückgekehrt. Wenn auch ihr euch gerne die romantische Stadt anschauen möchtet, dann empfehle ich euch einen Kurztrip im Sommer, wenn euch die Stadt durch die Sonne mit ihrem besonderen Reiz verzaubert. Wie anfangs schon erwähnt, liegt Mostar nicht weit von Dubrovnik entfernt und Bosnien und Herzegowina zählt sowieso zu den absoluten Geheimtipps in Europa – ein vielseitiges Land, das nur darauf wartet, entdeckt zu werden!

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