Weiße Kalkwände, kristallklares Wasser und schwindelerregende Schönheit – sechszig Meter über dem Meer thront Bonifacio und lockt mit der spektakulärsten Aussicht Korsikas. Wer auf der Suche nach dem besten Fotomotiv der Insel ist, der sollte sich das kleine Städtchen im äußersten Süden nicht entgehen lassen. 

Die Wege zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten sind kurz, grade einmal rund 1.600 Meter misst die Landzunge, auf der Bonifacio liegt. Auf der einen Seite trotzen die weißen Kalkwände dem offenen Meer, auf der anderen Seite hat sich das natürliche Hafenbecken in Korsikas Spitze gefressen. Vergleiche mit einem skandinavischen Fjord sind durchaus angebracht. Schon Odysseus soll auf seiner Irrfahrt hier angelegt haben. Bonifacio spricht also schon seit der Antike für sich. Höchste Zeit, dass die Begeisterung für die Stadt auch bei euch im Hier und Jetzt ankommt. Denn Bonifacio sollte man bei einem Korsika Besuch auf gar keinen Fall verpassen.

 Beeindruckendes Bonifacio

Die Altstadt | Attraktionen in der Oberstadt | Luxusyachten im Hafen | Die schönsten Strände

Auf nach Korsika!

Bonifacio

Die Altstadt von Bonifacio – dem Abgrund so nah

Dicht am Abgrund, dichter am Abgrund, Bonifacios Altstadt. Wer einen Blick aus den Fenstern der Geschäfte in der Rue Doria, der südlichsten Straße der Stadt, riskiert, dem kann schon mal das Herz in die Hose rutschen. Die Häuser scheinen über dem Abgrund zu schweben. Dicht an dicht drängen sie sich in den schmalen Straßen in der Oberstadt. Dazwischen winden sich enge Gassen und steile Treppen. Bereits seit ihrer Gründung im Jahr 828 ist Bonifacio eine Festungsstadt. Während die Gebäude mühelos fünf oder sechs Stockwerke gen Himmel ragen, sind sie oft nur einen einzigen Raum breit.

Auch die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit, die Escalier du Roi d’Aragon (die Treppen des Königs von Aragons), zeugt von dieser Vergangenheit. Ihr seid ausdauernd, schwindelfrei und wollt eine atemberaubende Aussicht erleben? Dann solltet ihr euch die 187 Stufen nicht entgehen lassen! Die mit Gischt gesprenkelte Treppe kann man fast bis auf Meereshöhe hinabsteigen. Die Aussicht ist unvergleichlich spektakulär und die Mühe in jedem Fall wert, einen Aufzug zurück gibt es nämlich leider nicht. Wer es also nach unten geschafft hat, der muss die 45° Grad steilen Stufen auch wieder hinaufkommen.

Escalier du Roi d'Aragon, Bonifacio
Die Treppen des Königs von Aragon

Den besten Panoramablick über die Bucht habt ihr übrigens entweder von der Bastion de l’Étendard oder von der Kapelle von Saint Roche aus. Am Horizont zeigen sich bei klarem Wetter sogar die Umrisse von Sardinien! Lediglich 12 Kilometer liegen zwischen der italienischen Insel und Frankreichs südlichster Stadt.

Ansonsten erlebt ihr die Altstadt am besten ganz entspannt. Darum einfach mal den Stadtplan in die Tasche packen und die minutiöse Reiseplanung vergessen – sich treiben lassen ist ausdrücklich erwünscht. Kleine Läden und Restaurants mit typisch korsischen Gerichten findet ihr an jeder Ecke. Damit ihr aber nicht komplett ohne Orientierung seid, habe ich meine liebsten Sehenswürdigkeiten für euch zusammen gefasst.

Attraktionen in der Oberstadt

  • Die Kirche Sainte-Marie-Majeure ist das älteste Bauwerk in Bonifacio. Hier steht die zentrale Wasserzisterne, die die Versorgung mit Trinkwasser sicherstellen soll. Über Strebbögen wird das Regenwasser von den umliegenden Dächern herübergeleitet und gesammelt. Außerdem gehört eine Loggia zur Kirche, auf der früher der Rat der Stadt tagte.
  • Faszination und Ruhe – das strahlt der Cimetière marin de Bonifacio aus. Beeindruckende Mausoleen, dunkle Gruften und strahlend weiße Gräber wechseln sich hier ab. Ein Spaziergang zwischen den einzelnen Grabreihen hindurch ist die perfekte Auszeit vom Trubel der Altstadt. Einfach runterfahren und zwischen den halbverwitterten Grabtafeln auf den Spuren längst vergangener Tage wandern. Liebevolle Pflege und langsamer Verfall bilden hier eine perfekte Symbiose. Zudem kann der Friedhof mit einem lohnenden Rundumblick eine neue Perspektive auf die Stadt eröffnen.
  • Auch der Marktplatz im Südosten der Stadt begeistert durch seine Aussicht. Von hier aus wird besonders deutlich, dass einige Häuser auf überhängenden Felsen gebaut sind und somit frei über dem Meer schweben. Das Grain de Sable, das größte Sandkorn der Welt, ist gut einzusehen. Wen die Höhenangst noch immer plagt, der tut gut daran, den Boule-Spielern auf dem Platz zuzusehen. Oder einfach ein eigenes Spiel mitbringen.

Luxusyachten, fangfrischer Fisch und die Îles Lavezzi – Bonifacios Naturhafen

Wer die eindrucksvollen Felsformationen auch vom Meer aus betrachten möchte, der sollte von der Oberstadt aus durch das Porte de Gênes die Monteé Rastello hinab zum Hafen wandern.

Achtung: Die Schiffer legen grundsätzlich erst dann ab, wenn das Boot ihrer Meinung nach ausreichend besetzt ist.
Dort warten zahlreiche Boote, welche euch auf kürzere oder längere Touren rund um Bonifacio mitnehmen können.

Eine Tour zu den Îles Lavazzi lohnt sich in jedem Fall. Schnorchlern kann hier förmlich das Herz überlaufen vor lauter Freude, denn das  Naturschutzgebiet ist einer der schönsten Tauchplätze auf Korsika. Kein Unterwasserspaziergang gleicht hier dem nächsten. An Land faszinieren die unbewohnten Inseln des Archipels durch ihre Tierwelt und einmalige Gesteinsformationen. Die Kamera zum Rauchen bringen ist hier gar kein Problem – Feuer machen, angeln oder den Weg verlassen dagegen verboten. Wenn ihr euch von der Schönheit des Ausblicks oder der Naturgewalt auf den Îles Lavezzi nicht losreißen könnt, dann nehmt einfach ein späteres Boot zurück zum Festland. Tagesausflüge nach Porto Vecchio sind ebenfalls möglich.

Im Hafen selbst reichen die Terrassen der Restaurants, Cafés und Eisdielen bis ans Hafenbecken heran. Hier herrscht geschäftiges Kommen und Gehen. Es mag überraschen, aber Bonifatios Naturhafen ist der am höchsten frequentierte Hafen in ganz Frankreich. Die pompösesten Yachten könnten von der nahe gelegenen Insel Cavallo kommen. Diese trägt nicht ohne Grund den Beinamen „Insel der Millionäre“ – denn Besucher sind hier nicht erwünscht. Dafür kann man aber im Hafen mit ein bisschen Glück einen Blick auf den einen oder anderen prominenten Urlauber erhaschen… Doch auch, wenn sich mal kein Star blicken lässt – die Fischgerichte auf der Karte der einzelnen Lokale sind sicher keine Enttäuschung. Näher als hier kann man dem Begriff „fangfrisch“ wohl kaum kommen.

Yachthafen in Bonifacio
Foto: istock.com/ Evgeny Sergeev

Kühe auf dem Badetuch – Südkorsikas Strandhighlights

Lust auf Strandurlaub? Aufgrund der Lage an einer Steilküste laden die meisten Strände innerhalb Bonifacios nicht unbedingt zum stundenlangen Verweilen ein. In direkter Umgebung finden sich allerdings einige der schönsten und sehenswertesten Strände Korsikas. Bekanntlich die Insel, auf der Sonnenanbeter voll auf ihre Kosten kommen. ;-)

Der Plage Rondinara im Nordosten der Stadt besticht durch seine perfekte Form, kristallklares Wasser und einen schneeweißen Sandstrand. Gerade ängstliche Schwimmer müssen hier auf ein Bad im Meer nicht verzichten. An windstillen Tagen kräuselt keine Welle das Meer, während der Strand sanft abfällt und den Einstieg ins Wasser besonders leicht macht.

Mein Tipp: Ihr wollt süße Tiere am Strand, aber euer Budget reicht nicht für einen Trip in die Karibik? Dann ist Korsika ein echter Geheimtipp. Schwimmen mit den Schweinen könnt ihr in Korsikas glasklarem Wasser leider nicht, dafür ist es aber gar nicht so unwahrscheinlich eine Herde Kühe zu treffen. Die sind friedlich und Kälber sind mindestens genauso süß wie kleine Schweinchen – versprochen!
Wer nicht nur in der Sonne brutzeln möchte, sondern etwas Action braucht, der ist am Plage Piantarella richtig aufgehoben. Hier kann man nicht nur mit Boot vor Anker gehen, sondern vor allem auch hervorragend surfen. Denn der Wind spült Welle um Welle wahre Traumbrecher an den Strand.
Am nahe gelegenen Plage Sperone kann man abtauchen – sowohl mental als auch wörtlich. Der Strand bietet erstklassige Möglichkeiten zum Schnorcheln. Der kleinere der beiden Sperone Strände ist wirklich bezaubernd –  ganz ohne Handtuchkampf um jeden Zentimeter Liegefläche.

Kühe am Strand, Bonifacio

Egal auf welchen Strand die Wahl fällt, mit den Zehen durch feinsten Sand streichen, die wunderbare Mittelmeersonne genießen und sich in angenehm temperiertem Wasser treiben lassen kann man hier überall. Es liegt also an euch, welchen Strand ihr zu eurem Favoriten macht!

Auf nach Korsika!

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber Bonifacio ist auf jeden Fall auf meiner Liste, wenn es um den nächsten Trip ans Mittelmeer geht. Wenn ihr auf der Suche nach noch mehr Inspiration für euren Sommerurlaub seid, dann schaut doch mal in mein Reisemagazin. Da ist Fernweh garantiert!

 

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