Angels Landing – auf einem Platz stehen, an dem die Engel landen. Was romantisch klingt, ist in Wirklichkeit ein großes Abenteuer und erfordert sehr viel Mut. Höhenangst und weiche Knie sind fehl am Platz, wenn es in schwindelerregende Höhen geht. Adrenalin pur!

Auf einer Höhe von 1765 Metern kann man dem Himmel nicht nur fast die Hand reichen, sondern hat auch einen fantastischen Ausblick auf den Virgin River. Wo sich dieser wundervolle Platz befindet und wie ihr dorthin kommt verrate ich euch gern – vorausgesetzt, ihr seid schwindelfrei und habt keine Höhenangst. Sonst bleibt am besten in der Mitte des Textes stehen- kleiner Spaß. ;-) Auch wenn ihr nicht bis zum Gipfel aufsteigen wollt, dürft ihr natürlich trotzdem meinen Beitrag zu Ende lesen und staunen.

Angels Landing – Nur für Schwindelfreie

Erster Eindruck | Die Wanderroute | Mutige vor

Angels Landing

Nervenkitzel mit einmaligen Aussicht

Als eine der Top Sehenswürdigkeiten im Zion-Nationalpark, Utah, USA, ist der Angels Landing der meist bestiegene Berg im Zion Canyon. Wer hierher kommt, hat nur ein Ziel vor Augen: Das Adrenalin in den Adern zum Kochen bringen und bis zum Gipfel aufsteigen, um das Gefühl von grenzenloser Freiheit zu genießen. Knapp 500 Meter in die Tiefe fällt der Blick von der obersten Aussichtsplattform, bis er vom Virgin River aufgefangen wird. Doch diese atemberaubende Aussicht hat ihren Preis: Rund 4,35 Kilometer müsst ihr zu Fuß zurücklegen – immer Berg auf, versteht sich. Ein Marsch, der ganz schön an die Substanz geht. Leider geht der Aufstieg nicht immer mit einem Happy End aus, seit 2004 bezahlten bisher sechs Abenteurer den Adrenalin-Kick mit ihrem Leben.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Wenn auch ihr euch auf die spannende Wanderroute begeben wollt, startet eure Reise vom Visitor Center im Zion-Nationalpark. Von hier aus steuert nämlich mehrmals am Tag ein Shuttlebus die Haltstelle „The Grotto“ im Gebirge an. Diesen Service kann ich euch nur ans Herz legen: Die Fahrt ist nicht nur kostenlos, sondern zudem auch noch umweltfreundlich – Treibstoff ist hier nämlich ausschließlich Propangas oder Elektrizität. Außerdem erhaltet ihr vom Fahrer Informationen bezüglich der Felsformation sowie Insidertipps für eure Wanderroute. Knapp 15 bis 20 Minuten fahrt ihr zusammen mit einer kleinen Gruppe von begeisterten Wanderern, mit denen ihr euch vorab schon mal austauschen könnt.

Angels Landing

An der Haltestelle angekommen, gilt es als erste Hürde eine Holzbrücke zu überqueren. Hier bietet sich bereits die erste tolle Gelegenheit, Fotos zu machen – ihr steht nämlich unmittelbar über dem Virgin River und seid umgeben von wunderschönen Baumsteppen.

Denkt unbedingt an einen hohen Sonnenschutz, genügend Wasser und am besten sogar an eine Kopfbedeckung. Gerade beim Wandern ist die Sonne nämlich unberechenbar und lässt mit ihren Folgen nicht lange auf sich warten.
Euer Wanderweg startet zunächst rechts parallel zum Fluss mit einem perfekt ausgebauten und gesicherten Asphaltweg, sodass euch die ersten drei Kilometer des Angels Landing abgesehen von der direkten Sonneneinstrahlung keine Probleme bereiten sollten. Vergeudet also nicht unnötig Energie – die braucht ihr nämlich spätestens an den Walter Wiggles. Was bis hierher noch ein angenehm geteerter Wanderweg war, geht nun in 21 enge Serpentinen-ähnliche Gänge über, die sich an der rechten Wand des Canyons entlang formen. Festes Schuhwerk ist also spätestens ab hier unverzichtbar! Nachdem ihr auch diese Strecke zurückgelegt habt, kommt ihr am Scout Lookout an.

Vom Scout Lookout habt ihr bereits eine atemberaubende Aussicht!

Während für viele Wanderer die Reise hier endet, fängt für schwindelfreie Adrenalinjunkies das Abenteuer erst richtig an. Trotzdem empfehle ich euch, erstmal eine kleine Pause einzulegen – immerhin befindet ihr euch bereits auf einer Höhe von 1600 Metern, wo die Luft langsam knapper werden dürfte. Genießt einen Moment lang die faszinierende Aussicht, die sich bereits von dieser Aussichtsplattform bietet. Und bewundert natürlich auch den berühmtesten Baum vom Zion-Park, der sich hier oben verewigt hat. Wenn ihr euch wirklich sicher seid, dass ihr den bevorstehenden Trail meistern könnt und nicht unter Höhenangst leidet, könnt ihr den atemberaubenden Aufstieg wagen.

Angels Landing

Nichts für schwache Nerven

Was nun noch vor euch liegt, ist zwar eigentlich „nur“ noch etwas mehr als ein Kilometer, trotzdem hat es dieses Stück besonders in sich.

Guru Tipp:

Am besten startet ihr mit dem Aufstieg schon früh am Morgen, denn Angels Landing ist längst kein Geheimtipp mehr. In den frühen Morgenstunden ist es noch etwas ruhiger und ihr müsst nicht so oft anderen Besuchern ausweichen – was den Auf- und Abstieg sonst zusätzlich erschwert. Außerdem ist es morgens auch noch kühler, so spart ihr eure Kräfte.

Wer nicht wirklich zu hundert Prozent schwindelfrei ist, wird spätestens beim Anblick der weiteren Route eingestehen, die Reise hier abzubrechen. Südlich des Scout Overlooks findet ihr einen Fußweg, der durch angebrachte Eisenketten unterstützt wird. Doch auch, wenn man dank der Art Geländer Felsvorsprünge leichter passieren kann, ist das längst nicht die letzte Hürde, die ihr zu überwinden habt. Was danach nämlich auf euch wartet, ist die engste Stelle der gesamten Wanderroute, die zudem auch noch 450 Meter steil hinuntergeht. Hier ist also besondere Vorsicht geboten: Achtet auf jeden euer Schritte entlang des Abhangs, sodass ihr nicht das Gleichgewicht verliert.

Willkommen auf Angels Landing

Ruhige Nerven sind hier definitiv angebracht, bevor es noch ein letztes Mal steil bergauf geht. Belohnt werdet ihr mit der Ankunft auf der Spitze des Bergkammes und einem Ausblick, den ihr garantiert nie wieder vergessen werdet: Auf einer Höhe von 1700 Metern habt ihr nicht nur die gesamte Pracht des südlich gelegenen Zion-Canyons im Blick, sondern könnt gleichzeitig auch die Zion-Narrows im Norden erspähen. Spätestens hier oben dürftet ihr euch dem blauen Himmel ganz nah fühlen, kein Wunder, dass der magische Ort zum „Landeplatz der Engel“ getauft wurde, oder? Der Blick auf die roten Steilwände und dem grünen Tal scheint wie von einer anderen Welt zu sein, einfach himmlisch!

Füllt eure Kraftreserven mit reichlich Snacks wieder auf bevor ihr den Rückweg antretet. Lasst euch eure Knabbereien dabei nicht von den putzigen Streifenhörnchen klauen, die sich hier pudelwohl zu fühlen scheinen – Höhenangst haben die kleinen Tierchen jedenfalls nicht. ;-)

Angels Landing

Mutige vor!

Ihr habt bisher nur vom Grand Canyon gehört? Spätestens nach diesem Artikel dürfte klar sein, dass auch der Zion Canyon zu den echten USA Highlights gehört – zumindest für die Schwindelfreien unter uns. Aber auch mit Höhenangst könnt ihr einen Teil des Canyons entlangwandern und euch über die spektakuläre Aussicht freuen.

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